Montag, 2. April 2007

Abt.: Country Got Soul
Jim Ford
The Sounds Of Our Time


Jim Ford werkelte kurzzeitig im Untergrund des Country-Soul und wurde von mir damals entdeckt, als Edsel Records sein Harlan Country Album wiederveröffentlichte. Das passte gut in die Ecke Dan Penn, Delaney & Bonnie und Tony Joe White. Ein paar Jahre später war er mit je einem Song auf den Country Got Soul Compilationen (Pflichtplatten!) vertreten.

Der Edsel-Reissue von Harlan Country soll mittlerweile auch gut 200 Euro (!) wert sein, aber die Preistreiberei ist nun Dank Bear Family vorbei. Die haben nun das gesamte Harlan Country Album mit jeder Menge Singles und 10 unveröffentlichten Songs aus Ford’s Privatarchiv zu einem absoluten Leckerbissen geschnürt. Absolut perfekt remastert, im stilsicheren Digipak gekleidet und mit einem exemplarischen, 40-seitigem Booklet oben drauf.

Ford war ein Drifter. Er wuchs in Harlan Country, Kentucky auf, zog über Louisiana an die Westküste, freundete sich mit Pat und Lolly Vegas (später Redbone) an, schrieb den Song Niki Hoeky für P.J. Proby (#22 der Charts) und war der Boyfriend von Bobbie Gentry. Er spielt in dem Film Bongo Wolf’s Revenge, zog Marlon Brandos Kinder auf (weil er mit dessen ex-Frau zusammen lebte) und war in einer Playboy-Fotostory mit nackten Mädels abgebildet (im Booklet abgedruckt). Sly Stone („Jim Ford is the baddest white man on the planet“) war sein bester Freund (sie wohnten zeitweise gar zusammen), Nick Lowe nennt ihn seinen größten Einfluß und seine Songs fanden sich auf Platten von Aretha Franklin, den Temptations und Bobby Womack.

Harlan Country spielte er 1969 bei Wally Heider in L.A. ein, im Studio waren Dr. John, Jim Keltner, James Burton und Gerry McGee zugegen. Das Resultat ist ein funky Southern Country-Soul Album mit einem rohen Muscle Shoals R&B-Groove. Damals nicht ganz perfekt, aber ganz nahe dran. Nun in der Bear Family Edition zu einem glänzenden Edelstein des Genres herausgeputzt!

Anfang der 70er tauchte Jim Ford komplett ab und wurde erst vor ein paar Jahren von einem hartnäckigen Fan ausfindig gemacht. Offenbar hat er noch reichlich Aufnahmen in seinem Archiv, sodaß noch einiges folgen wird. (R-man)

cd

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