Mittwoch, 17. April 2013




Stag-O-Lee unterwegs

Im Sommer wird der fahrbare Stag-O-Lee Plattenstand nicht nur das OBS beglücken, sondern auch einige weitere Festivals besuchen, um die heissen Scheiben direkt zum Kunden zu bringen. Heiß her geht es erst im Juli (Hangar Rockin', Sjock, Burg Herzberg) und da im Juni gähnende Leere herrschte, haben wir uns kurz entschlossen, dass Muddy Roots Europe Festival in Waardame/Belgien zu besuchen.


Dass Tav Falco Panther Burns am Sonntag als Headliner auftritt, hat die Entscheidung noch positiv beeinflusst. Zudem spielt eine weitere mögliche Stag-O-Lee Band beim Muddy Roots mit eventueller Releaseparty vor Ort – fröhliches Rätselraten.

Das Line-Up sieht ziemlich rustikal aus, das Ganze findet von Freitag bis Sonntag (14.-16. Juni) um den Cowboy Up Saloon drumrum (also Outdoors mit Zelt) statt und verspricht „the best voodoobilly honky tonkin' ass shakin' low down dirty rockabilly hillgrass swamp waltzin' farmageddon MUDDY ROOTS MUSIC good ol' time this side of the pond!!!!“ zu werden.

Ich mag es fast glauben...

(R-man)

Montag, 15. April 2013


JensOmatic & Stag-O-Lee in der Stuttgarter Zeitung 14. April 2013




Montag, 8. April 2013

Music For Dancefloors - The KPM Library
Various Artists

Vielleicht der Klassiker der britischen Library Music – schon mehrfach wiederveröffentlicht – diesmal in einer beachtlichen Deluxe-Version auf strut.
Es geht also um „Funktionsmusik“ als Hintergrund für TV, Film und Radio, lediglich in Kleinstauflagen in Vinyl gepresst und eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedacht.
Mittlerweile sind solche Produktionen aus den 60ern und 70ern aber ein schönes Sammlerthema geworden – gerade auch für avancierte DJs, die ihren Spaß an den schnittigen Instrumentals zwischen Jazz und Funk haben.
Und auch als Sample-Quelle wird das Material gerne genutzt – u.a. von Bigshots wie Jay-Z, Madlib oder Dangermouse. Keith Mansfield’s “Funky Fanfare” (hier leider nicht drauf) fand sich sogar auf Tarantinos „Kill Bill“-Soundtrack.

Gespielt wurden die Nummern von echten Studiocracks , die Produktionen sind herrlich druckvoll und immer kristallklar. Wenn nicht ausnahmsweise Madeline Bell singt, bleiben die Nummern rein instrumental, stilistische Schlenker gehen in Richtung Dub Reggae (von Dennis Bovell!) und Latin.
Meine Favoriten stammen nach wie vor von so coolen Typen wie John Cameron, Alan Moorhouse und Francis Coppieters (okay, nie gehört).
Als Bonus gibt es eine Extra-CD mit einem Konzert der alten Helden (aka KPM Allstars) im Londoner Jazz Café anno 2000. Und die Herren klingen wirklich superknackig, als Zugabe spielen sie ein cooles Medley aus den Erkennungsmelodien der wichtigsten britischen TV-Sportsendungen wie „The Big Match“.

Sowas sollte man hierzulande auch mal machen…

(Whirlyjoe)

Mittwoch, 3. April 2013

Andrea Schroeder live in Köln
 
Sofern es sich nicht um gerade unglaublich angesagte Acts handelt ist der Kölner gerne mal ein etwas zäher Konzertgänger. So fanden sich zu Andreas Gastspiel im Studio 672 des Kölner Stadtgartens gerade mal (geschätzte) 40-50 Besucher ein.
 
Hatte ich insgeheim auf ein Vorprogramm mit Musik von Jesper Lehmkuhl gehofft -die beiden Farmen-CDs mag ich ja sehr-, gab stattdessen Hello, Piedpiper den Support. Obwohl ein "kölscher Jung", hatte ich von ihm noch nie etwas gehört. Und wenn mich sonst der, inzwischen recht häufig zu beobachtende, Einsatz eines "jungen Mannes mit Gitarre" eher Richtung Bar treibt, schaffte es dieser Herr in kürzester Zeit mich gebannt vor der Bühne zu halten.
Folkiges zur Wandergitarre gehört eher nicht zu meinen Vorlieben, aber sehr gelungen eingesetzte "Live-Samples" und Loops, schöne Songs und eine wirklich tolle Stimme (plus gekonntes Pfeifen) begeisterten offensichtlich nicht nur mich.

An dieser Stelle gilt es auch das anwesende Publikum zu loben: Während der Songs mucksmäuschenstill und äußerst aufmerksam. Das fiel nicht nur dem Künstler angenehm auf.
...und das sollte während des Abends auch so bleiben.

In der Umbau-Pause (und nach dem Konzert) lernte ich noch zwei tapfere blog-Leser kennen. Schön, wenn man da auch mal Leute persönlich kennenlernt. Gruß an Ralf und Sven.

Auftritt Andrea Schroeder und ihre fabelhafte Band. Der dunkle Keller-Club bot da schon das deutlich passendere Ambiente als der sonnige Glittergarten für diese düsteren und stellenweise getragenen Klänge. Der größte Teil des Sets bestand logischerweise aus Songs vom Album. (Blackbird sei hiermit nochmals dringend empfohlen.) Neu und auffallend war das sich ständig steigernde, repetitive Ghosts Of Berlin. Überhaupt gefielen mir die dynamischeren Stücke in dieser kleinen Besetzung besonders gut.
...und die Herren können auch so richtig laut!

Dave Allens Bass (nein, nicht der von Gang Of Four), Chris Hughes Drums, Jesper Lehmkuhls Gitarre und Andrea Schroeders Shrutibox ließen die Streicher-Dramaturgie von z.B. Paint It Blue fast überflüssig wirken. - wobei diese Arrangements auf Tonträger natürlich durchaus ihre Wirkung haben.

Als Zugabe gab es dann die beiden deutschsprachigen Titel Kälte und die großartige Coverversion von Bowies Helden sowie ein hübsches "Gutenachtlied" für die leider spärlichen aber begeisterten Zuhörer.

Fazit: Große Empfehlung für die restlichen Tourdaten:

03.04.2013 DE - Frankfurt - Das Bett
(für Kurzentschlossene)

04.04.2013 DE - München - Milla Club
05.04.2013 DE - Berlin - Frannz
09.04.2013 DE - Bonn - Pantheon
10.04.2013 DE - Nürnberg - Künstlerhaus
12.04.2013 DE - Stuttgart - Laboratorium
17.04.2013 DE - Leipzig - Moritzbastei
                                        18.04.2013 DE - Hannover - Lux

Hello, Piedpiper könnt Ihr zudem im Vorprogramm von Nieve Nielsen am 8.April im Pauken und Trompeten in Münster erleben. Lohnt sich also doppelt!

(K-Nut)

Samstag, 30. März 2013


Das shake-baby-shake-Team wünscht ein frohes Osterfest!

Mehr gruselige Osterhasen gibt's HIER.

Donnerstag, 28. März 2013



Crime & The City Solution - American Twilight

Irgendwie das richtige Comeback zur richtigen Zeit. Neulich noch die mehr als Appetit machende Retrospektive („An Introduction To… A History Of Crime“), dann die erfreuliche Meldung, dass neuerdings Glitterhouse-Held David Eugene Edwards (16 Horsepower, Woven Hand) als fester Gitarrist an Bord ist, und jetzt das erste Studioalbum der ehemaligen Australier und Berliner seit 23 Jahren, neuerdings sind sie in Chicago beheimatet.
Von alten Besetzungen sind neben Mastermind Simon Bonney auch Bronwyn Adams (Violine) und Alexander Hacke (Gitarre, Ex-Einstürzende Neubauten) dabei, dazu kommen Danielle De Picciotto, Drummer Jim White (Ex-Dirty Three, Cat Power), Troy Gregory (Witches) und Matthew Smith (Volebeats).
 
Auf den ersten neuen Songs klingt das dann auch ausgesprochen dicht und breitwandig, mit mehreren Instrumenten- und Gesangslagen übereinander geschichtet. Aber schnell schält sich dann der brüchig-postmoderne Blues heraus, wie ihn in einer parallelen Karriere ja auch Nick Cave mit den Bad Seeds inszenierte. Crime & The City Solution sind aber dreckiger, sumpfiger und  expressiver.
Der Vibe ist gewohnt dunkel und dramatisch, am schönsten fallen die melancholischen Balladen aus, die mich ein wenig an Nikki Sudden erinnern, der einst mit dem verstorbenen C&TCS-Gitarristen Rowland S. Howard ja ein wirklich epochales Album aufgenommen hat. Sie können aber auch Rumpel-Punk mit brachialem Motörhead-Bass, gar kein Problem.
 
Comeback klar gelungen, was sind schon 23 Jahre.
 
(Whirlyjoe)

 

Mittwoch, 27. März 2013

Out now on Stag-O-Lee!
Vol. 1 & 2 of a brandnew compilation series on limited 10“-vinyl - compiled by Duke JensOMatic! Call it wild R&B, primitive Rockabilly, frantic Jive, Gospel-Bop or Proto-Soul – the Kids just wanna dance!

To get both volumes for 25 Euros incl. postage (specify coloured or black vinyl) write to spoonful@gmx.net for further instructions!



Dienstag, 26. März 2013


The Late Jason Molina by Christine Owman and The Wave Pictures

Dass Jason Molina (Songs: Ohia, Magnolia Electric Co.) trauriger weise mit nur 39 Jahren gestorben ist, hat sich inzwischen in der Blogosphere herumgesprochen.

Wie sehr Molina Fans und auch andere Musiker beeindruckt hat, lässt sich auch daran erkennen, dass schon kurz nach seinem Tod gleich mehrere Künstler spontan seine Songs aufnahmen – u.a. auch Glitterhouse-Künstlerin Christine Owman, die sich mit „Tigress“ gleich meinen absoluten Lieblingssong vorgenommen hat.

http://soundcloud.com/christineowman/tigress-by-jason-molina-cover

Einfach nur ergreifend ist aber das Projekt, das die wundervollen britischen Wave Pictures aus der Taufe gehoben haben: nämlich ein ganzes Album mit gleich neun Molina-Songs in der Interpretation der Wave Pictures bzw. deren Mastermind David Tattersall, so oder so ein Bruder im Geiste Molinas. Schon vor geraumer Zeit geplant, um den erkrankten Molina finanziell zu unterstützen, werden die Songs nun leider zu einem postumen Tribute-Album, dessen Erlös seiner Familie zugutekommt.

Kann man hier streamen oder kaufen:

http://thesongsofjasonmolina.bandcamp.com/album/the-songs-of-jason-molina

Und die Songs sind einfach nur fantastisch, von den Wave Pictures mit Anmut und Würde interpretiert, herzerwärmend und zu Tränen rührend. Dass Tattersall ein verkanntes Genie ist, wurde an dieser Stelle ja schon öfters erwähnt, aber wie er seine begnadeten Gtarrensoli in Molinas Song-Monumente einbaut, ist einfach nur begnadet gut. An der Wurlitzer ist übrigens der befreundete Darren Hayman von Hefner zu hören.

Ich empfehle auch, Tattersalls sehr persönliche Linernotes zum Projekt zu lesen.

Dank an Christian für den Hinweis.

(Whirlyjoe)

Montag, 25. März 2013

Der SBS-Live-Doppel(s)pass: Mama Rosin


Am Freitag in Bonn auf der Bühne, Samstag in Stuttgart und heute schon bei SBS im Blog: die Schweizer Cajun-Rock’n’Roller Mama Rosin.

Ich habe ja keine Ahnung, wo der Unterschied zwischen Cajun und Zydeco liegt, war mir aber sicher, dass der frankophil-folkige Sound aus den tiefsten Sümpfen Louisianas stammt, gespielt von inzüchtigen Nachfahren französisch stämmiger Einwanderer. Aber doch nicht aus Genf? Okay, dort ist die Schweiz ja auch französischsprachig – aber wer die drei Burschen von Mama Rosin auf der Bühne sieht, denkt jedenfalls mal gar nicht an eidgenössische Spießigkeit. Erst mal sieht man nur Haare: prächtig gelockte Matten zieren die Häupter der beiden Frontmänner, die E-Gitarre und Akkordeon spielen und dazu ganz famos Harmony singen und dabei nach waschechtem Mississippi-Delta klingen. Dazu stimmt auch der wuchtige Beat des (kurzbehaarten) Drummers.

Zydeco ist die "schwarze" Weiterführung von Cajun. Während beim Cajun eher countrylastiges Gefiedel vorherrscht kommen beim bluesinfizierten Zydeco hauptsächlich Akkordeon und Waschbrett zum Einsatz. Also ist Mama Rosin (wenn man sie denn irgendwo festmachen will) eher eine Zydeco-Band. 

Mama Rosin spielen Zydeco in der Garagenrock-Variante, ihr hervorragendes neues Album „Bye Bye Bayou“ wurde in New York mit Promi-Producer Jon Spencer aufgenommen – es hätte soundmäßig aber auch Dan Auerbach von den Black Keys sein können. Die ersten drei Alben erschienen bei Voodoo Rhythm Records, dem Label des umtriebigen Reverend Beat-Man – zweifellos auch ein Gütesiegel.

Wild Mustang
Im Bonner BLA fand der immerhin schon 37. Bonn Stomp statt, eine großartige Club-Konzert-Reihe des umtriebigen Col. Dirk G. - eine sichere Bank, wenn es um augelassene, trashige Sounds geht. Als ersten Act des Abends durften der weit angereiste R-man, badabing! und ich eine One Man Band namens Wild Mustang bestaunen. Der junge Mann bediente eine historische Drummachine, ein Mini-Keyboard und eine selbstgebaute Gitarre. Das Keyboard bediente er während des Gitarrespielens mit der Kopfplatte. Gesanglich war das Ganze , nun ja... gewöhnungsbedürftig - aber wir hatten 'ne Menge Spaß (auch wenn es darum ging die Cover-Versionen zu erkennen).

Mama Rosin
Zu den letzten Tunes von Wild Mustang stieß dann auch der gute Mighty Mike zu uns. Der Bursche hatte am Freitag Geburtstag und hätte sich mit Sicherheit eine wesentlich schlechtere Location für diesen Anlass aussuchen können.
Zum Konzert-Start von Mama Rosin war die Bonner Lärm Anstalt dann auch voller gut gelaunter Menschen. Der erste Song war noch etwas verhalten, aber das sollte sich ganz schnell ändern.

Beim Konzert im Stuttgarter Goldmarks war der Laden bis zum Konzertbeginn dann doch auch sehr ordentlich gefüllt und die zunächst etwas hüftsteifen Schwaben brauchten zwei, drei Songs zum Auftauen – dann wurde aber gut getanzt und jeder Song euphorisch beklatscht. Denn die Jungs sind nicht nur supersympathisch, sondern zeigten auch eine wirklich unbändige Spielfreude. Gleich mehrfach kam ein stählernes Waschbrett zum Einsatz, unser Freund Peter Weber wäre vor Ergriffenheit in die Knie gegangen. Vor allem die schnellen Songs kommen extrem rasant und dynamisch rüber, das dominante Akkordeon zum Glück nie im stumpfen Polka-Beat a la Pogues landend, sondern irgendwie funky und immer extrem druckvoll.

Beim Tonträger geht das dann ein wenig in Richtung Black Keys meets Attwenger, live klingt es aber nach sattem Rock’n’Roll – eben mit würzigem Cajun-Flavor. Das Publikum war zu Recht begeistert, forderte etliche Zugaben (darunter eine gekonnte CCR-Nummer) und alle waren rundum glücklich. Nicht nur ich hatte nach dem Konzert den Eindruck, dass Mama Rosin eine perfekte Band für ein zukünftiges Orange Blossom Special-Festival wären – war denn Chef-Booker Rembert zufällig auch in Bonn dabei, Knut?

Ich fand auch die swampigen Sounds am zwingendsten. Das gelungene CCR-Cover Run Through The Jungle fiel in dem Kontext kaum auf. Ebensowenig wie Alan Vegas Jukebox Baby, das sie in eine wilde Party-Nummer eingebaut hatten.
Mama Rosin auf dem OBS wäre ein Traum, da waren wir uns alle einig! (Rembert war zwar auch in Bonn, war aber mit Crossroads beschäftigt.)

Das aktuelle Abum gibt es hier

(Whirlyjoe + K-Nut)

Samstag, 23. März 2013

Dangerous Minds diggin' for nuggets

Die tapferen Seitenmacher von Dangerous Minds haben sich freundlicherweise die Mühe gemacht möglichst viele youtube-clips zu Songs/Bands der Nuggets-Compilation zu finden.
Da sagen wir mal brav Danke! 
Die beiden Beiträge finden sich hier und hier.
(Leider sind mal wieder einige clips in Deutschland gesperrt...)

(K-Nut)

Donnerstag, 21. März 2013

Sun Ra - A Space Odyssey

Zum immer herausfordernden Thema Sun Ra gibt es leider wenig brauch- und bezahlbare Compilations – bis auf diese hier.
Für mich mal wieder eine Gelegenheit, mich dem ebenso spannenden wie faszinierenden Thema anzunähern.

Es geht um die frühen Jahre des Meisters vom Saturn, angefangen in den 40ern, als er noch ganz bürgerlich als Sonny Blount mit Blues- und R&B-Artists wie Wynonie Harris, Lil Green, Dorothy Donegan oder Red Saunders spielte – und zwar ein eher konventionelles, aber immer lässig rollendes Jazz-Piano. Auch ein paar Doo-Wop-Nummern gibt es zu hören.
Ab der zweiten CD kommen dann aber Produktionen unter eigenem Namen, die ich mal zwischen Jazz Noire, Hard-Bop und Exotica verorten will – darunter einige seiner ersten Singles (!) auf seinem eigenen Saturn-Label.
Fast immer cool swingend, aber durchaus schon mit spacigen Elementen. Für rootsbewussten Jazz eben ganz schön psychedelisch. Die Track-Selection stammt vom britischen Musikjournalisten Kris Needs, der auch die Linernotes geschrieben hat. Seine Auswahl kann ich nicht wirklich beurteilen, wohl aber, dass diese drei Longplay-CDs im Digipak ein ebenso spannender wie kurzweiliger Trip durch Sun Ras Schaffen bis in die frühen 60er mit seinen Meisterwerken “Jazz In Silhouette” und “The Futuristic Sounds Of Sun Ra” sind.
Diesen fiebrigen Groove hat ansonsten wohl kein Jazzer drauf, schon gar nicht diese einzigartig coole Sci-Fi-Aura.

(Whirlyjoe)

Mittwoch, 20. März 2013


Veranstaltungs-Tipp für Freitag

Der Bonn Stomp ist ja ohnehin immer eine Reise wert - auch für Kölner! (ich wohne irgendwo dazwischen) - aber dieses mal gibt es die großartigen Mama Rosin zu bestaunen.
Ich bin ja kein wirklich großer Zydeco-Fan, diese Genfer Version finde ich aber ganz vorzüglich.
Live soll das sogar noch eine Klasse besser funktionieren.
Das aktuelle Mama Rosin-Album hat übrigens ein gewisser Jon Spencer produziert.



Also, wer am Freitag noch nix besseres vorhat (kann ich mir kaum vorstellen): schnell noch 'ne Rest-Karte ordern (order (at) bonnstomp.de) und die große Bühnen-Bambule erleben!
Das BLA findet man in der Bornheimer Str. 20-22. Das Vorprogramm ist übrigens auch bestens besetzt!
...und möglicherweise trifft man sogar ein paar blog-vertraute Gestalten, von denen einer sogar am Freitag Geburtstag hat.

Und wer Stuttgarter ist und nicht bis nach Bonn möchte: Am Samstag kommt Mama Rosin auch zu Euch!

(K-Nut)

Dienstag, 19. März 2013


Mark Ernestus Meets Ben Zabo
Dubwise

Ha, endlich habe ich sie, vom Glitterbeat-Labelboss persönlich überreicht: die auf 500 Exemplare limitierte 12-Inch mit den beiden Dub-Mixes, die der Berliner Produzent Mark Ernestus, ehemals Basic Channel und Rhythm & Sound, Gründer von Hardwax und Kopf hinter der Wax Treatment-Reihe, einer der europäischen Dub-Spezialisten überhaupt, aus dem malischen Afro-Beat der Glitterbeat-Hoffnung Ben Zabo gezaubert hat. Ernestus‘ Weg verlief über Minimal Techno zu dieser ganz speziellen Berliner Dub-Variante und in letzter Zeit zunehmend in Richtung Afrika.

Fürs afrikanische Glitterhouse-Sublabel Glitterbeat hat Ernestus nun zwei Songs des famosen Ben Zabo-Albums sein spezielles Dub-Treatment verabreicht – mit beeindruckenden Ergebnissen, wie ich meine. Das geht dann fast schon ein wenig in die Richtung der Tony Allen-Produktionen mit Doctor L aus den späten 90ern, klingt aber noch deeper, hypnotischer und minimalistischer. „Mali meets Berlin dubwise“, kongenial finde ich ja auch das Video:



Mark Ernestus meets Ben Zabo: Out March 23rd, 2013 on Glitterbeat.
 
(Whirlyjoe)

Freitag, 15. März 2013

Nicole Willis And The Soul Investigators – Tortured Soul

Verdammt, warum hat das so lange gedauert?
Sieben Jahre sind seit dem großartigen Keep Reaching Up vergangen, jetzt ist endlich das neue Album einer der allerbesten Soulsängerinnen der Gegenwart da.
Aber immerhin: das Warten hat sich gelohnt. Nicole Willis singt gewohnt grandios von gemarterten Seelen, das Album hat tatsächlich einen tendenziell dunkleren Vibe als ihre bisherigen Produktionen.

Wie immer spielt sie mit ihren finnischen (!) Musikern, wie wenn sie allesamt aus dem tiefsten amerikanischen Süden stammen würden. Ehemann Jimi Tenor mischt natürlich auch wieder mit, das Album klingt dennoch nach deepstem Soul der Daptone-Kategorie. Die Bläser bleiben meistens im Hintergrund, dafür setzt eine sehr präsente Orgel Akzente.
Das Beste sind aber die Gitarren: zwischen schlanker Steve Cropper-Slickness und ausufernd-psychedelischem Melvin Ragin-Sound – jeder Ton ein Hochgenuss.

Tortured Soul ist für mich das bislang beste Album von Nicole Willis. Die Songs sind in klassischem Stil gehalten, die Inszenierung perfekt und geschichtsbewusst, die Abwechslung trotzdem erstaunlich groß. Die reicht vom perfekt reproduzierten Sound klassischer Curtis Mayfield-Produktionen der frühen 70er (mit hypnotischen Streichern zu säurehaltiger WahWah-Gitarre) über dampfenden Northern-Style bis zum mitgelittenen Blues („On The East Side“).



Die noch besseren Nummern finden sich dann in der zweiten Albumhälfte: vor allem „Time To Get Business Straight“ mit famos kombiniertem Orgel- und Vibrafon-Zusammenspiel ist ein Hit, und nach einigen Downtempo-Nummern liefern die letzten beiden Tunes dann erst richtig Stoff für den Dancefloor: „Now I Can Fly“ mit elastischem Funk (der Drummer ist der Hammer), „You Get Me Moonwalking“ schließlich als absolutes Highlight mit glitzernden WahWah-Sounds, euphorischen Philly-Streichern und Nicoles Karamellstimme über einem luftig-discoiden Groove – unwiderstehlich!

Erster Album-Kandidat für die Jahres-Top Ten 2013.

(Whirlyjoe)

Mittwoch, 13. März 2013


Record Kicks 10th
21 Cuts Of Today’s Explosive Raw Funk & Deep Soul Scene

Rundum-sorglos-Compilation des coolen Record Kicks-Labels, das auf diese Weise seinen zehnten Geburtstag feiert.
Ohne Übertreibung kann man sagen, dass das Label aus Mailand zu den führenden seiner Zunft in Europa gehört. Das Genre ist Funk und Soul, im Programm stehen neben einigen (sehr guten) einheimischen Bands auch viele internationale Top-Acts wie die sagenhafte Hannah Williams & The Tastemakers und die famosen Dojo Cuts, deren jüngste Alben jeweils zu meinen Top-Ten des letzten Jahres gehörten.

Weitere Top-Acts auf dieser vollgepackten 21-Song-Compilation: The New Mastersounds, Gizelle Smith, Ray Lugo, Kokolo, Diplomats Of Solid Sound. Vier der Songs sind ganz neu und exklusiv hier zu finden (von Nick Pride & The Pimptones, Third Coast Kings, The Baker Brothers und The Liberators). Am Schluss gibt es dann noch zwei Mal Reggae, darunter die brandneue (!) Single von Susan Cadogan & The Crabs Corporation. Perfekter Appetizer für alles zwischen zeitgenössischem (Deep) Funk und altmodischem (Northern) Soul.

Vorsicht: Einstiegsdroge.

(Whirlyjoe)

Sonntag, 10. März 2013

Allen Stone @Lido Berlin, 27.02.2013

Der junge Mann gab im Vorfeld seiner großen Europa-Tour, hierzulande  als Support von Seeed zwei Aufwärm-Gigs, als erstes direkt eingeflogen aus den USA im Lido in Berlin. Zugegeben, sein Pop-Soul mit  Locken und Hut ließen mich zuerst an Simply Red in blond denken, dazu eine Nerd-Brille, die überhaupt nicht geht (die er aber wirklich braucht). Im Konzert entpuppte er sich jedoch eher als eine Inkarnation von Jamiroquai mit sehr eigenwilligem Tanz-Stil. Beabsichtigt war wohl eher Stevie Wonder meets Mother’s Finest.

Das Lido – dekoriert wie für den monatlichen Soul-Allnighter – empfing den Hipster jedenfalls äußerst euphorisch. Die Band mit Gitarre, Bass (6-saitig), Drums und viel Keyboards startete mit einer etwas lässigen Version von Sex Machine, um schon mal eine gewisse Funkiness vorzugeben. Der Meister selbst hatte das Publikum sofort im Griff (vor allem das junge weibliche).

Mutig wurden schnell am Anfang die Hits verbraten und ein paar Call & Response-Chöre eingelegt, und schon hielt er die Crowd fortan während des gesamten Abends bei der Stange. Für meinen Geschmack etwas zu glatt, aber alles in sich stimmig: Soul-Pop mit einer wirklich guten Stimme. Die sympathische Band wirkte, als ob sie schon ewig zusammenspielt, auf extensive Soli wurde auch nicht verzichtet. Überzeugt haben mich überraschenderweise die Balladen: Hier liegt Stones große Stärke, die er auch gerne solo zur akustischen Gitarre auslebt, aus dem Hut (sic!) gezaubert hat er sogar eine attraktive Duett-Partnerin. Bemerkenswert die wunderschöne Version von Bob Marleys „Is This Love“, die zurecht dutzendfach im Netz zu finden ist. Zugaben gab es galore.

Was bleibt? Allen Stone ist ein sympathischer Entertainer, der Musik für die ganze Familie zelebriert, was man ihm auch abnimmt. Als Vorprogramm für die größte Family-Reggae-Combo Europas ist er deshalb die perfekte Wahl, auch für kleinere Festivals (z. B. für das OBS an der Weser?) durchaus geeignet.

(An-Dréad, iPhone-Fotos aus der ersten Reihe: Horst)

Freitag, 8. März 2013

Vorankündigung:
 
Charles Bradley - Victim Of Love

Endlich. Zwei Jahre nach seinem sehr späten Debütalbum ist jetzt das zweite Album des größten lebenden Soul-Sängers da. Wieder auf Daptone, wieder mit Producer Thomas Brenneck und der famosen Menahan Street Band eingespielt.
 
Nur zur Erinnerung: 2011 erschien mit „No Time For Dreaming” das tatsächlich erste echte Album des damals schon 63-jährigen vom Leben gebeutelten Soulshouters, der sich u.a. als James Brown-Imitator durchschlagen musste. Er ließ sich aber nicht unterkriegen und schaffte via Daptone doch noch den späten Karrieresprung.
Seither tourt er triumphal durch die Welt und jeder liebt Charles Bradley – ein Mann mit riesigem Herz und ganz viel Seele. Ich durfte ihn letztes Jahr live erleben, ganz klar mein Konzert des Jahres.
 
Jetzt also das neue Album. Stimmlich ist er tatsächlich noch besser geworden. Was für eine raue Deepness, Dramatik, rohe Kraft – ganz unglaublich. Damit rettet er auch die ersten Nummern des Albums, die mich noch nicht so ganz packen wollen. Zur Albummitte kommt dann aber etwas Neues (Altes) ins Spiel, nämlich Psychedelic Soul im authentischen Curtis Mayfield- und Norman Whitfield-Stil, wie einst bei den Temptations oder Undisputed Truth. Wow, das klappt hervorragend!
Bleibt aber auch nur eine Episode, bis dann in der zweiten Albumhälfte ein Highlight das andere jagt. „Love Bug Blues“ mit Chormädels und Flöte und im supertighten und ultratransparenten Menahan Street-Sound – was für eine sagenhafte Band! – auch im feinen kleinen „Dusty Blue“-Instrumental.
Noch besser sind dann „Where Do We Go From Here“: dunkel-dräuend, mit schwerer Acid-WahWah im Hintergrund, dann kommen zum Break diese verehrungswürdigen Bläser und Mister Charles Bradley ins Spiel – Gänsehaut pur. Und erst „Hurricane“ – im unwiderstehlichen unteren Midtempo-Groove, diesen magischen Gitarrenlicks namenloser James Brown-Gitarristen, inbrünstigem Gospel-Vibe und Handclaps.

Victim Of Love” ist das erhoffte wie erwartete Meisterwerk, an dem sich jedes Soulalbum in diesem Jahr messen lassen wird.
 
(Whirlyjoe)

Dienstag, 5. März 2013

IN FUZZ WE TRUST!



IN FUZZ WE TRUST – das Mantra für alle Garage-Punk-Fans erlebt am 10. Mai die ewige Auferstehung! Und zwar auf Stag-O-Lee in Form einer Doppel-LP, einer CD und einer schwer limitierten 9x7“-Single-Holz-Box.

Ober-Fuzztone Rudi Protrudi arbeitete mehr als 10 Jahre an diesem Projekt. Er bat seine 60's Psych- und Punk-Helden, doch einen Fuzztones Song aufzunehmen und fast alle sagten zu. So z.B. The Monks, The Electric Prunes, Davie Allan, Gonn, The Vagrants, Strawberry Alarm Clock, The Tropics, Vanilla Fudge, Sky Saxon, The Shadows Of Knight, The Pretty Things, Zacherley, Sean Bonniwell, Wally Waller, Arthur Lee und mehr... - und das Ergebnis klingt ebenso epochal, wie es sich liest.

Ab 15. März gibt es vorab einen kleinen Teaser – die Beiträge von den Electric Prunes (mit Hilfe von Sean Bonniwell, Arthur Lee und den Pretty Things) und Shadows Of Knight erscheinen auf schwerst limitierter Stag-O-Lee 7“-Single.

(r-man)

Dienstag, 29. Januar 2013

Tav Falco & Panther Burns live in Stuttgart

Die Memphis-Legende ist wieder unterwegs. Ich durfte ihn in den späten 80ern schon einmal bei einem denkwürdigen Konzert erleben (vor allem an den während eines Solos volltrunken auf die Bühne kotzenden Gitarristen kann ich mich erinnern), zuletzt dann wieder beim legendären Stag-O-Lee Shakedown 2009, wo sein Auftritt in der Nachmittagshitze allerdings für meinen Geschmack etwas schlaff geriet.

Meine Erwartungen waren also begrenzt, umso schöner, dass es dann doch ein rundum gelungener Konzertabend im prall gefüllten Stuttgarter Goldmark’s wurde. Die Besucherschar bestand etwa zur Hälfte aus jüngeren Stammgästen mit Punk- und Rock’n’Roll-Background, sowie auffallend vielen Herrschaften Ende 40, die den Meister halt noch von früher kennen.

Zu echtem Ruhm hat es Tav Falco letztlich nicht gebracht, dafür aber zu echtem Kultstatus. Und dem wird er auch heute noch gerecht. Nachdem der Abend von der ebenso reizenden wie leicht geschürzten Drummerin Giovanna Pizzorno mit einem kleinen Burlesque-Tänzchen eröffnet wurde, zeigte sich der Meitser anfangs noch etwas zickig, weil ihm der Monitor-Sound nicht passte. Die Laune besserte sich aber schnell, denn der Laden brodelte, die Gäste waren begeisterungsfähig und in den vorderen Reihen wurde eifrig getanzt.

Im Folgenden spielt man sich dann durch ein feines Programm mit vielen Klassikern von „Funnel Of Love“ bis zu „Brazil“, auch die lässig mit Partnerin getanzte Tangoeinlage durfte nicht fehlen. Auch die neueren Songs passten gut, am besten gefällt mir ja das komplett stehenbleibende „Gentleman In Black“ vom letzten Studioalbum „Conjurations“ auf Stag-O-Lee Records, hier in voller Länge und mit ausführlichem Gitarrengegniedel in einem coolen Video vom letzten Jahr zu sehen.



Vor der Show durfte ich Tav Falco im Backstage-Bereich beobachten, wo er sich vor einem kleinen Handspiegelchen frisierte. Minutenlang. Aber die Mühe hat sich gelohnt, der coole Styler steht wie aus dem Ei gepellt auf der Bühne und schafft es sogar, sich während eines Gitarrensolos das Halstuch zu richten. Das nenne ich Stil.

Das Konzert funktionierte letztlich auf der Rock’n’Roll-Ebene, auch wenn die Band eigentlich etwas anders will (glaube ich), denn letztlich will Tav auf der Bühne doch so aussehen wie Dean Stockwell, der in David Lynchs „Blue Velvet“ Roy Orbisons “In Dreams” intoniert. Selbst das Retro-Mikrophon stimmt. Aber egal, die Show dauerte letztlich deutlich über zwei Stunden und alle hatten reichlich Spaß – vor und auf der Bühne.

Ein technisch versierter Besucher des Konzerts hat sogar schon ein 3D-Video gepostet. Der Sound ist auch gut.



Die neuesten Releases von Tav Falco & Panther Burns gibt es auf Stag-O-Lee Records und sind unbedingt zu empfehlen:

Tav Falco & Panther Burns - Behind The Magnolia Curtain/Blow Your Top (Deluxe Edition)
Das rohe Debütalbum erweitert um die „Blow Your Top EP“, meines Erachtens, das Beste, was Tav je aufgenommen hat. Edel aufgemacht als 30th Anniversary Deluxe Reissue vor, tontechnisch überarbeitet vom damaligen Engineer Larry Nix, der für seine Arbeit auf die Originalbänder zurückgreifen konnte, dazu ein 24-seitiges Booklet mit drei Essays von Zeitzeugen und Tav Falco selbst.

Tav Falco & Panther Burns - Live In London
Doppel-10-Inch-Vinyl only, ein komplettes Konzert von 2011. Streng limitiert auf gerade mal 500 Stück!

(Whirlyjoe)



Samstag, 26. Januar 2013

Mittwoch, 23. Januar 2013

Adolphe Sex Et Ses Machines
Machines EP

Das Gerüst dieser Band mit dem etwas seltsamen Namen stammt von den Moon Invaders, den belgischen Rocksteady/Early Reggae-Spezialisten.
Aber auf dieser EP erahnt man Jamaika höchstens am Horizont, denn die 4 Tunes stehen mit beiden Beinen in einer Garage in New Orleans in den späten 50ern (dem Geburtsort von Sänger Matt Hardison). Wilder Rhythm & Blues ist das - mit einem unbändigen Instrumental als Opener - Fuzz-Solo meets Tittyshaker!
Side A wird von einer rohen Uptempo-Take von Burnt Toast And Black Coffee komplettiert, die sich hinter den Shorty Long/Mike Pedicin-Versionen nicht verstecken muss. Side B beginnt mit Baby Come One Home, dass durch satten Midtempo-Groove und ein Klasse Gitarren-Break glänzt.
Abschließend gibt es ein weiteres Tittyshaker Instrumental, so sleazy, dass es direkt von einer Las Vegas Grind LP stammen könnte.
Klasse kleine Scheibe!

Live:


Gibt es für kleines Geld hier.

(Whirlyjoe)

Donnerstag, 17. Januar 2013


Stag-O-Lee! Alive And Well!

Hier ein kurzes Update unseres Lieblingslabels. In 2013 wird durchgestartet und mit knapp zehn (10) Veröffentlichungen in den ersten 6 Monaten werden wir geschäftiger denn je sein. Darunter sind zwar auch einige 7“-es, aber auch Großvinyl und richtige Monster-Releases. Details in Kürze. Sowieso werden wir in Zukunft in diesem Blog regelmäßig über die Stag-O-Lee Aktivitäten berichten.

Hier erfahrt ihr zuerst, wenn sich die Türen des neuen Stag-O-Lee Webshops öffnen! Der ist zur Zeit in Arbeit, steht schon optisch zu 90%, muss aber noch mit Leben gefüllt werden. Das wird kein Rundumversorger sein, das können andere besser, sondern ein kleiner aber feiner Shop mit Dingen, die man woanders vielleicht nicht bekommt, mit Empfehlungen, Ausgrabungen und Scheiben, die wir selber im Schrank haben. Things we like, um es auf den Punkt zu bringen.

Augen und Ohren aufhalten! (R-man)

Montag, 14. Januar 2013


I Hope It Shines On Me - A Tribute To Codeine

Gerade aus den Weiten des Internets gefischt: ein Tribute-Album zu Ehren der großen Codeine. Ich weiß nicht, warum die gerade in Italien eine derart große Fanbase haben, jedenfalls hat das italienische Label White Birch Records 13 Codeine-Originale von mir völlig unbekannten Bands covern lassen – keine Ahnung, ob das alles Italiener sind. Ist auch egal, das Reinhören lohnt sich, ob nun nah am Original oder kreativ umgedacht wie bei meinem absoluten Lieblingssong „Pea“, der hier von jemandem namens Walking The Cow mit Mädchenstimme und unrundem Groove doch erheblich umgedeutet wird.

Das Tribute-Album kommt m.E. gut getimed als nachgereichte Ergänzung zur grandiosen Werkschau "When I See The Sun/Complete Recordings 1990-1994“ vom letzten Jahr.

Gibt es als kostenlosen Download hier.

Die fette 6LP+3CD-Paket leider nicht ganz kostenlos hier.

(Whirlyjoe)

Sonntag, 6. Januar 2013


Die 2012er Liste von Chris
So, nun noch schnell meine. Es gab ja auch in 2013 noch andere fantastische Musik
außer Bob Dylan und Neil Young.

First Aid Kit - The Lion's Roar
"Sie spielen unaufgeregten Indie-Folk, mit solch geschickten Melodien, solch gewieften Arrangements, dass man ihre teils seichten Texte gar nicht erst registrieren will. Da ein Glockenspiel, hier eine Trompete, dort ein paar Streicher und unten drunter ein zaghaftes Schlagzeug. Bescheiden ist das, beinahe abgeklärt - doch in seiner ganzen Schönheit unwiderstehlich."

Fort Atlantic - Fort Atlantic
Wunderschöne Folk Musik


Cold Specks - I Predict a Graceful Expulsion
Aufs Größte reduziert! Erdigen Sound, düster gezeichneter Texte und einer rauen Stimme, die tief verwurzelt ist in Soul, Blues und Gospel. Doom Soul nennt sie selber den Sound und erfindet damit fast ein eigenes Genre.

Dry The River - Shallow Bed
Summiert ergibt sich eine im Kern pastorale Folk-Rock-Platte. Doch ist dies nur der kleinste gemeinsame Nenner. Live: roh und fantastisch. Auf Platte: strukturierter, wohlfühliger Bombast.

Of Monsters & Men - My Head Is an Animal
Mit dem "Überhit" Little Talks zu Recht in sämtlichen Bestenlisten vorne dabei. Allerdings ist das ganze Album ein Knaller voll von großartiger Songs. Natürlich aus Island.

The Walkmen – Heaven
Hier verweise ich gerne auf diesen Bericht der das Album wunderbar beschreibt. http://www.plattentests.de/rezi.php?show=9393

Tame Impala – Lonerism
Tame Impala klingen mit ihrem rückwärtsgewandten 60s-Psychedelic Pop wie keine andere Band momentan. Und wie fast keine zuvor. Besser wird diese Art Musik momentan nirgends gespielt.

ALT-J - An Awesome Wave
In Farbe und bunt. Irgendwo zwischen den Indie-Weirdo-Pionieren The Beta Band und den Indie-Weirdo-Senkrechtstartern Django Django schlagen Alt-J mit ihrem, ähem, Indie-Weirdo-Debüt Wurzeln. Das alles ist aber irgendwie anders und hört sich manchmal auch ein bissi wie Radiohead zu Kid A zeiten an.

Admiral Fallow – Tree Bursts In Snow
In jedem der Songs von "Tree bursts in snow" spielen Dur und Moll mit Erinnerungen. An feuchte Tränen und heisere Kehlen. Fantastisch.

2.54 - 2.54
Es ist wieder Zeit für schwarze Lederjacken und Doc Martens. Perlende Saiten prasseln von allen Seiten auf den Zuhörer ein, die im Stereobild vergrabenen Akkorde wehen aus den Achtzigern herüber. Kalte Gitarren tarnen sich als Synthesizer, und der Nebel blitzt im Rhythmus des Stroboskops. Die Thirlows tanzen ungerührt um die brennenden Relikte der Vergangenheit und kommentieren dies mit ätherischem Schwärmen. Jeder Moment von "2:54" versprüht diesen dunklen Glanz vergangen geglaubter Zeiten Großartig ist das alles!

The Twilight Sad - No one can ever know
Mit "No one can ever know" geben The Twilight Sad Postpunk seine Würde wieder. Die Lieder der Schotten kommen langsam, werden lauter und dann bricht die schöne heile Welt zusammen und mitten in den Trümmern singt James Graham. Manchmal fangen sie auch einfach gleich da an, wo sich die Post-Rocker von nebenan normalerweise in mühseliger Kleinarbeit reinsteigern. Live ist das nicht zu toppen.

Jake Bugg - Jake Bugg
Dieser 18-Jährige singt wie der junge Bob Dylan. Eine alte Seele in einem jungen Körper. Wer ist Jake Bugg? Wenn man sagt, er singe wie der junge Dylan, wie der frühe Donovan oder die Everly Brothers, hat man noch gar nichts gesagt, obwohl es stimmt. Ganz großes Tennis!

Fight Bite - Fight Bite
Düsterer Dreampop...

Wild Nothing - Nocturne
Die Musik ist simpel, und sie ist leicht verdaulich, einfache Dream-Pop-Songs, hinter verhalltem, zuckersüßem Vorhang, verwaschener Gesang. Voll und ganz den Geist der 80er atmet. Poppige, perlende Cure-Gitarren, hallende Synthieteppiche, traumhafter gehauchter Gesang und eine trunkene Melodieseeligkeit die gefangennimmt. Groß!

Noch unbedingt zu erwähnen...
Alabama Shakes - Boys and Girls
Kid Kopphausen – I
The Lumineers - The Lumineers
Sallie Ford And The Sound Outside - Dirty Radio
We Are Augustines - Rise ye sunken ships
Sharon Van Etten - Tramp

Beste Live Konzerte:
A Place To Bury Strangers(Stuttgart, Universum)
The Wave Pictures (Stuttgart, Keller Club)

weiter sehr gute Konzerte:
The Twilight Sad (Stuttgart, Schocken)
Bellrays (Stuttgart, Goldmarks)
Holmes (Stuttgart, Labatorium)
Mark Lanegan (Stuttgart, Universum)
Darkness Falls (Stuttgart, Schocken)
Veronica Falls (Stuttgart, Merlin)
Dark Dark Dark (Hamburg, Prinzenbar)
Lisa Hannigan (Stuttgart, Theater)
Haight-Ashbury (Stuttgart, Merlin)
Graveyard (Stuttgart, Universum)
Other Lives (Nürnberg, Folk im Park)
Dry The River (Rüsselsheim, Phono Pop)
Warpaint (Rüsselsheim, Phono Pop)
Lay Low (Stuttgart, Cafe Galao)
Admiral Fallow (Hamburg, Reeberbahnfestival)
Wild Nothing (Stuttgart, Kellerclub)
Two Gallants ( Schorndorf, Manufaktur)

Donnerstag, 3. Januar 2013


busch-Mans Jahrespoll

Till Brönner: Till Brönner
Frank Ocean: Channel Orange
Kendrick Lamar: good kid, m.A.A.d. city
Michael Kiwanuka: Home again
Dojo Cuts feat. Roxie Ray
Calexico: Algiers
The Gaslight Anthem: Handwritten
Tindersticks: The Something Rain
Tyrone Ricketts: Weltenreiter
Lee Fields: Faithful Man
Dr. John: Locked Down





Michael H.s Top 10 Alben des Jahres

Godspeed You! Black Emperor: ‚Allelujah! Don’t Bend! Ascend!
Antony & The Johnsons: Cut The World
Swans: The Seer
Motorpsycho: The Death Defying Unicorn
Wovenhand: The Laughing Stalk
Various Artists: The Spirit Of Talk Talk
Max Richter: Vivaldi, Four Seasons, recomposed by Max Richter
And Also The Trees: Hunter Not The Hunted
Bill Fay: Life Is People
Kid Kopphausen:I
 
Konzerte des Jahres:
Spain @ OBS 16
The Miserable Rich @ OBS 16
Godspeed You! Black Emperor @ Reithalle Dresden 10.11.2012


Jahres Top-10 Achim K.
  1. Spoonful - Vol. 63/The Liquidator/More Ska, Rocksteady & Early Reggae
  2. Marcy Playground - Lunch, Recess and Detention
  3. Mumford And Sons – Babel
  4. Maximo Park – The National Health
  5. Adam Green & Binki Shapiro (ep.2012) – Fall
  6. Spoonful - Vol. 67/Yet Mo’ Hits!
  7. The XX – Coexist
  8. Calexico – Algiers
  9. Kid Kopphausen – I
  10. Dexys - One Day I'm Going To Soar

....und das war sie auch schon, die Team- und Leser-Rückschau auf ein wirklich ergiebiges Musikjahr 2012. Danke für Eure Mitarbeit!

(K-Nut)