Dienstag, 22. Dezember 2009

The 2009 Chronicles Chris Der Chris meldet sich im Blog leider nicht so oft wie er sollte, denn der Bursche, ein waschechter Franke im Stuttgarter Exil, dazu OBS-Veteran seit ganz vielen Jahren, lebt den Rock’n’Roll-Lifestyle wie sonst niemand, den ich kenne. Keiner besucht mehr Konzerte, keiner hat mehr Durchblick im Indie-Dschungel und niemand sonst kennt all die wichtigen jungen Bands immer schon Monate oder Jahre vorher. Legendär sind seine kommunikativen Fähigkeiten, konsequent sucht er das gute Gespräch mit den Musikern. Kurz: der Mann kennt sich aus. (Whirlyjoe) Das hier hat er uns übermittelt: Platte des Jahres: Mumford & Sons - Sigh No More Ein Naturereignis mit hymnischen Melodien und Harmoniegesang, Erntedankfest für die Ohren, einmal angeschubst, entwickeln diese Songs eine schier unfassbare Eigendynamik. Ganz, ganz großes Kino irgendwo zwischen Folk, Americana und Bluegrass. Alle anderen ohne bestimmte Reihenfolge… Dear Reader - Replace Why With Funny Vordergründig verträumt klingende, aber hinterrücks traurig-abgründige Popmusik, perfekt arrangiert. Wer nicht schon dieser wunderbaren Platte erlegen ist, der verfällt ihnen spätestens, wenn er den beiden in live begegnet. Pete Doherty - Grace/Wastelands So kaputt wie Peter Doherty auch sein mag – er ist für mich einer der größten Songwriter seiner Generation. Dies beweist er mit diesem Album eindrucksvoll. Großartige Melodien in wundervollen kleinen Songs. Musik als Therapieform? Bill Callahan - Sometimes I Wish We Were An Eagle Einfache Instrumentierung, schnörkellose Songs, eine beeindruckende Stimme: fertig ist ein fabelhaftes Album, das wieder einmal die Klasse von Bill Callahan unter Beweis stellt. Mit einem Wort: wunderschön!!! The Dead Weather – Horehound Schwerer Electric-City-Blues trifft auf psychedelischen Heavy-Rock. Ein höllisches Groove-Monster jagt das nächste, schwere Riffs treffen auf bittersüßen Gesang. Wie in der Glitterhouse-Besprechung geschrieben: Ein Rausch zum Hirn-Freiblasen. Antony & The Johnsons - The Crying Light Fragile Klangkunst, von einem Orchester dargeboten, zwischen opulentem Pathos und sphärischem Minimalismus pendelnd. Großartig, wundervoll, erhaben!!! Emily Jane White - Dark Undercoat Morbider Charme. White driftet in ruhige, manchmal schon fast depressiv wirkende Balladen, country-angehauchte Stücke oder chansonähnliche Lieder ab. Großartiges Debüt, bei dem die Fixpunkte ihrer Musik hauptsächlich im klassischen Folk, im Jazz und im Blues liegen. Titus Andronicus - The Airing Of Grievances Verzweiflung, Wut und Leidenschaft – das sind die Pole, zwischen denen die Musik von Titus Andronicus pendelt. Die Songs reißen mit, haben Herzblut und Finesse. Man hört Connor Oberst auf Punkrock, Arcade Fire nur roher und verzerrter, Springsteen, Hold Steady oder die Pogues. Ganz ganz großer Sport !!! The Big Pink - A Brief History Of Love Shoegaze/Nu-gaze gemischt mit Electro, Indie, Britpop und einer kleinen Brise Hype. Das Ganze selbst produziert. Wahnsinns Album!!! Die Einflüsse: Hier ein wenig Phil Spector, da ein bisschen My Bloody Valentine und im Hintergrund grollt bedrohlich der Doom. Ihr Sound ist nicht wirklich greifbar, was ihn unbeschreiblich großartig macht. The XX - The XX Weniger ist mehr. Ab sofort wird die Heimfahrt spannender als der Clubbesuch selbst: The XX liefern nämlich den perfekten Soundtrack für Nachtfahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr - erschöpft, melancholisch, restalkoholisiert. Soap & Skin - Lovetune For Vacuum Völlig verwirrt und berauscht von diesen kristallklaren Liedern. Herrlich traurig, bezaubernd schön oder eben nur pubertärer Weltuntergangskitsch. Diese Platte spaltet ihre Hörerschaft. Ich finde sie traurig und bezaubernd schön. The Decemberists - The hazards of love Das wohl innovativste Album des Jahres. The Decemberists beleben die Idee des Konzeptalbums wieder. Musikalisch mal Psychedelic-Rock, mal Folk, dann heftige Gitarrensolos und immer wieder die sich wiederholenden tollen Melodien. Ein mächtiges Werk. The Pains Of Being Pure At Heart - The Pains Of Being Pure At Heart Zuckersüße Popmelodien über dreckige Gitarren und schloddernden Bass gelegt. Der Sound getränkt in Melodien, Arrangements und Produktion von 80er-Jahre-Bands wie The Cure, The Jesus & Mary Chain, My Bloody Valentine. Großartig!!!

Kommentare:

busch-Man hat gesagt…

Oh ja, Mumford & Sons habe ich auf dem Haldern Pop im verschwitzten Spiegelzelt erlebt und die haben mich richtig umgehauen - der helle Wahnsinn !!!

baszdy hat gesagt…

Sehr sehr schöne Liste, Chris! Hut ab! Wie Whirlyjoe bereits sagte: "Der Mann kennt sich aus."

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
unity and freedom hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Chris hat gesagt…

@Whirlyjoe...das ich mich hier nicht so oft melde hat einzig damit zu tun das hier doch meist andere Musik besprochen wird, die mir zwar gut gefällt, bei der ich mich aber nicht so gut auskenne :-))

...ansonsten vielen Dank fürs posten !!!

Nur das beste wünsche ich allen !!!