Motel California
Crosby, Stills, Nash & Young
Déjà Vu (1970)
Schöne Idee von Whirlyjoe. Da kann ich alter Knochen (mittlerweile 51 Lenze) eine Zeitreise unternehmen und davon schwafeln, dass früher sowieso alles besser war.
Denn 1970 war ein einschneidendes Jahr für mich, was meine musikalische Prägung angeht. Bis dahin hatte ich mich hauptsächlich an den US- und GB-Charts orientiert, verehrte Elvis nach seinem 68er-Comeback und sog alles, was in der Sendung Hit Line International auf Radio Bremen gespielt wurde, auf. Dann sah ich im TV einen Bericht über das Woodstock Festival von 1969 und war von den eingestreuten Songschnipseln von Jefferson Airplane, Sly and The Family Stone, Jimi Hendrix und Crosby, Stills & Nash wie elektrisiert.
Meine Vorstellungen von einem guten Song wurden quasi auf den Kopf gestellt. Obwohl die Lieder nicht im ursprünglichen Sinne catchy waren, traten sie bei mir tiefe Emotionen los. Ich hörte verwegene Melodiebögen, außergewöhnliche Instrumentierungen und Arrangements, in sich verschlungene Instrumentalpassagen und leidenschaftlichen Gesang. Und ich sah Leute, die sich einen Dreck um Konventionen im Aussehen und Auftreten kümmerten und mir damit das Gefühl von Freiheit und Rebellion gegen muffige, kleinkarierte Normen gaben. Außerdem nahmen sie ihre Kunst ernst und lebten ihre Ideale. Dieses Gesamtkonz
ept imponierte mir und machte mich neugierig auf mehr. Also suchte ich im Radio nach Sendungen, die diese eindringliche, leidenschaftliche Musik präsentierten. Da gab es damals tatsächlich noch Formate, bei denen ganze Alben gespielt wurden. Bei einer solchen Sendung (auch auf Radio Bremen) lernte ich dann auch Déjà Vu kennen.
Gleich der Opener Carry On ließ mich mit einem glücklichen Grinsen zurück, so als hätte ich den heiligen Gral gefunden. Diese treibenden Rhythmus-Gitarren, der perfekte Harmonie-Gesang und die eingeschobenen, ständig variierten Gitarren-Licks ergaben einen eigentümlichen Sound, den ich so nicht für möglich gehalten hatte und der mich förmlich ans Radio bannte. Da ich die Sendung auf mein Tonband aufnahm, konnte ich nun die LP einem Dauer-Hörtest unterziehen und feststellen, dass sie noch einiges mehr zu bieten hatte.
CSN&Y sind hier mehr als nur die Summe ihrer Teile. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten brachten ihre Erfahrungen aus den Vorgängerbands ein (Crosby: The Byrds; Stills & Young: Buffalo Springfield; Nash: The Hollies) und trieben sich trotz etlicher Ego-Trips während der Aufnahmen gegenseitig zu Höchstleistungen an. Sie präsentierten Folk-Rock zwischen Hippie-Lässigkeit, Country-Eleganz und Psych-Rock-Virtuosität. Die Songs sind abwechslungsreich, teilweise zerbrechlich (Helpless, 4+20), leichtfüßig (Teach Your Children, Our House), verspielt (Déjà Vu), kraftvoll rockend (Almost Cut My Hair, Woodstock, Everybody I Love You) oder verschachtelt (Country Girl), spiegeln aber ein durchgängig harmonisches Lebensgefühl wider. Dabei waren nur Helpless, Woodstock und Almost Cut My Hair als wirkliche Band-Sessions entstanden. Die anderen Stücke waren Solo-Nummern mit Beteiligung des einen oder anderen Gruppen-Mitglieds.
Alle Akteure befanden sich in einer kreativen Hochphase und brillierten kurz vor und nach Déjà Vu mit Meisterwerken, die zum Sammlungsaufbau geeignet sind:
David Crosby – If I Could Only Remember My Name (1971)
Stephen Stills – Stephen Stills (1970)
Graham Nash / David Crosby - Graham Nash / David Crosby (1972)
Neil Young & Crazy Horse – Everybody Knows This Is Nowhere (1969)
Neil Young – After The Goldrush (1970).
Dejà Vu war meine Einstiegsdroge und ein Katalysator, um in den Westcoast-Sound einzutauchen. Danach entdeckte ich dann erst Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service, Grateful Dead, Spirit, Love und Moby Grape. Aber auch Jackson Browne. The Byrds, Buffalo Springfield und The Flying Burrito Brothers.
Die Musik hat den Zahn der Zeit sehr gut überstanden und ist hiermit (nicht nur) den Spätergeborenen zum Kennenlernen empfohlen und kann hier als remasterte Version geordert werden.
ept imponierte mir und machte mich neugierig auf mehr. Also suchte ich im Radio nach Sendungen, die diese eindringliche, leidenschaftliche Musik präsentierten. Da gab es damals tatsächlich noch Formate, bei denen ganze Alben gespielt wurden. Bei einer solchen Sendung (auch auf Radio Bremen) lernte ich dann auch Déjà Vu kennen.
Gleich der Opener Carry On ließ mich mit einem glücklichen Grinsen zurück, so als hätte ich den heiligen Gral gefunden. Diese treibenden Rhythmus-Gitarren, der perfekte Harmonie-Gesang und die eingeschobenen, ständig variierten Gitarren-Licks ergaben einen eigentümlichen Sound, den ich so nicht für möglich gehalten hatte und der mich förmlich ans Radio bannte. Da ich die Sendung auf mein Tonband aufnahm, konnte ich nun die LP einem Dauer-Hörtest unterziehen und feststellen, dass sie noch einiges mehr zu bieten hatte.
CSN&Y sind hier mehr als nur die Summe ihrer Teile. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten brachten ihre Erfahrungen aus den Vorgängerbands ein (Crosby: The Byrds; Stills & Young: Buffalo Springfield; Nash: The Hollies) und trieben sich trotz etlicher Ego-Trips während der Aufnahmen gegenseitig zu Höchstleistungen an. Sie präsentierten Folk-Rock zwischen Hippie-Lässigkeit, Country-Eleganz und Psych-Rock-Virtuosität. Die Songs sind abwechslungsreich, teilweise zerbrechlich (Helpless, 4+20), leichtfüßig (Teach Your Children, Our House), verspielt (Déjà Vu), kraftvoll rockend (Almost Cut My Hair, Woodstock, Everybody I Love You) oder verschachtelt (Country Girl), spiegeln aber ein durchgängig harmonisches Lebensgefühl wider. Dabei waren nur Helpless, Woodstock und Almost Cut My Hair als wirkliche Band-Sessions entstanden. Die anderen Stücke waren Solo-Nummern mit Beteiligung des einen oder anderen Gruppen-Mitglieds.
Alle Akteure befanden sich in einer kreativen Hochphase und brillierten kurz vor und nach Déjà Vu mit Meisterwerken, die zum Sammlungsaufbau geeignet sind:
David Crosby – If I Could Only Remember My Name (1971)
Stephen Stills – Stephen Stills (1970)
Graham Nash / David Crosby - Graham Nash / David Crosby (1972)
Neil Young & Crazy Horse – Everybody Knows This Is Nowhere (1969)
Neil Young – After The Goldrush (1970).
Dejà Vu war meine Einstiegsdroge und ein Katalysator, um in den Westcoast-Sound einzutauchen. Danach entdeckte ich dann erst Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service, Grateful Dead, Spirit, Love und Moby Grape. Aber auch Jackson Browne. The Byrds, Buffalo Springfield und The Flying Burrito Brothers.
Die Musik hat den Zahn der Zeit sehr gut überstanden und ist hiermit (nicht nur) den Spätergeborenen zum Kennenlernen empfohlen und kann hier als remasterte Version geordert werden.
Ach ja: ich bekam die LP dann zu Weihnachten geschenkt. Bei 5 Mark Taschengeld die Woche und einem Preis von ca. 20 Mark pro LP war es fast unerschwinglich, so was zwischendurch zu finanzieren. Früher war also doch nicht alles besser…. (Heino Walter)












































