Montag, 1. November 2010

Abt.: The real nitty gritty! Soulshaker - Vol. 7/Various Artists Alter Falter, mit Vol. 7 der Soulshaker Serie hat das Record Kicks Label die Latte aber nochmal enorm hoch gelegt. Scheint eine gute Phase für „Deep Funk, Soul and Jazz Dance from today’s scene“ zu sein, denn gleich der Opener ist das beste Stück des Jahres – His Voice von Elder William Smith – ein jubilierender Baptisten-Prediger und seine Gemeinde gospelt vor röchelndem Deep Funk! Meine Fresse, welch ein Hammer (der eigentlich 2009 in Neuseeland auf einer 7“ mit 200er Auflage erschien)! Mit Soul/Funk der exzellenten Sorte geht es stringent weiter: The Liberators, Ray Harris & Fusion Experience, The Underbelly, Dojo Cuts, Kokolo Afrobeat Orchestra, The Third Coast Kings, Shaolin Temple Defenders und die Diplomats Of Solid Sound (phänomenales neues Album am 5.11.) liefern einen Knaller nach dem anderen, durchweg bärenstark, ein Dancefloor-Mix der Extraklasse. Die spanischen Pepper Pots kommen uns dann mit glasklarem Motown Pop-Soul, es gibt einen Remix des coolen Bring Down The Birds der Crabs Corporation und hinten raus wird es dann etwas soul-jazziger mit dem Hi-Fly Orchestra (und Covay/Cropper’s Sookie Sookie), Roy Ellis & The Teenager und den Baker Brothers. Zudem sind 12 von 17 Tracks irgendwie exklusiv oder zumindest erstmals auf CD. Das Vinyl muß sich mit 12 Tracks begnügen! Fuck yeah – Daumen hoch! Time to get down, this is the real nitty gritty! (R-man) LP/CD

Sonntag, 31. Oktober 2010

Sharon Jones vs. James Brown
Folgender Konzertbericht aus München landete gestern in den Comments. Da soll er nicht versauern. Tommy Soprano, here we go: Hi, kein foto, nur ein kurzer Bericht aus München. Es war... wie soll ich es sagen? Also, ich kenne jetzt die Wahrheit. Die einzige richtige Wahrheit über Sharon Jones. Sie hat es lang für sich behalten können, aber an diesem Abend konnte sie es nicht mehr vor mir verbergen. Ich kenne jetzt die Wahrheit! Sie hat... also, Sharon Jones hat (das muss aber jetzt wirklich unter uns bleiben)... Sharon Jones HAT JAMES BROWN VERSCHLUCKT! So, jetzt ist es raus. Und ganz ehrlich, das war ein echtes Konzerthighlight. Das mag ich nicht mal als Retro-Soul (oder wie auch immer das heute genannt wird) bezeichnen, weil dieses kleine Energiebündel das einfach so richtig lebt und einfach so MACHT. Sie hatte das Publikum sofort im Griff, hatte sich dreimal Kerle aus dem Publikum auf die Bühne geholt zum Tanzen und so alle ziemlich schnell um den Finger gewickelt. Und ich hab diese ganze Show geliebt: Die "Haus-Band" des Labels, die Aufwärmnummern, die Ansagen des Conferenciers und Bandleaders, die spontanen "bring it down, band" und "wait a minute"-Einlagen. Das war mein bestes Soulkonzert seit James Brown vor zehn (?) Jahren in Ingolstadt. Die Dap-Kings machten so richtig auf Understatement, so dass Sharon Jones einfach nur im Mittelpunkt stehen konnte. Wo sie auch hingehört, aber dabei hat sie keine Sekunde überheblich gewirkt und keine Sekunde wirklich Luft geholt. Der Beleuchter, der für ihren Spot verantwortlich war, ist manchmal kaum hinterher gekommen. Also, wer die Gelegenheit hat, sollte sie sich ansehen auf ihrer nächsten Tour. Und ich schwörs, die Frau hat James Brown verschluckt. Ganz ehrlich, kann gar nicht anders sein. (Tommy Soprano) Und das hier ist ein ziemlicher Hammer: Sharon Jones & The Dap-Kings live in Nancy am 15.10.2010. Offensichtlich gefilmt von Arte und mit 100 Minuten ein ganzes Konzerterlebnis!!!!

Samstag, 30. Oktober 2010

Grosse Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus! The Stag-O-Lee Shakedown feat. Miraculous Mule Im Dezember beehrt Michael J. Sheehy und seine Band Miraculous Mule good old Germany - und zwar als Quartett in diesen illustren Kaschemmen: 02.12. Köln - Chlodwig Eck 03.12. Dortmund - Subrosa 04.12. Beverungen - Stadtkrug Der Eintritt ist durchweg frei, auch im Stadtkrug (auch wenn auf dem Flyer noch schlappe 3 Euro gefordert werden - das hat sich durch den unnachahmlichen Einsatz unseres Wirtes Lollo erledigt). Wenn das mal kein Angebot ist... Die Band selbst legt drumherum auf und beim Shakedown in Beverungen prügeln sich gefühlte 8 Plattenleger um die Wheels Of Steel, um der hoffentlich zahlreich erscheinenden Meute mit 50s Rhythm & Blues, 60s Soul, Rock`n´billy, Garage & then some einzuheizen. Da gibt es keine Zeit zum Warm-Up, da kommen direkt die Favoriten auf den Teller. So wie mein aktueller Neufund. Was Miraculous Mule so zaubern, das kann man hier teilweise nachhören. Am besten mit Run On anfangen, dann Prettiest Train usw. Eine ganz exzellente Band, ein magisches Konzert... be there... (R-man) PS: Der Flyer kann durch Doppelklick vergrössert werden! (Thanx Chrispop)

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Gainsbourg! Ich komme gerade aus dem Kino: das französische Biopic über das Leben des großen Serge ist tatsächlich ziemlich gut gelungen. Der Comic-Künstler Joann Sfar geht bei seinem Regiedebüt eher unkonventionelle Wege, erzählt sprung- und anekdotenhaft und hat auch keine Angst vor surrealistischen Puppen-Sequenzen im Stil von Spike Jonze. Ganz erstaunlich ist unbedingt der bislang nur als Theaterschauspieler bekannte Hautdarsteller Eric Elmosnino – ich hätte nie gedacht, dass irgendein Schauspieler das Unikat Gainbourg auch nur annähernd verkörpern kann, aber hier meint man wirklich, Serge zu sehen – und auch singen zu hören. Im Gespräch für die Rolle war ja tatsächlich auch Serges Tochter Charlotte, was wiederum an den Besetzungscoup mit Kate Blanchett als Bob Dylan im ja bekanntlich ebenfalls sehr gelungenen Dylan-Pic „I’m Not There“ erinnert hätte. Des Meisters Gespielinnen schneiden unterschiedlich ab: Sara Forestier gibt die naive France Gall sehr überzeugend, auch Laetitia Casta gibt mit Löwenmähne eine durchaus glaubwürdige Brigitte Bardot, lediglich Lucy Gordon scheitert am Versuch, Jane Birkin zu sein. Dramatischerweise nahm sich die Britin kurz nach den Dreharbeiten das Leben. Ein wenig sentimental darf man auch angesichts der letzten Rolle von Claude Chabrol werden, der hier einen leidgeprüften Musikproduzenten auf ganz unnachahmliche Weise gibt. Fazit: der Film mit dem allzu plumpen deutschen Untertitel „der Mann der die Frauen liebte“ ist eine eigenwillige Hommage an einen ganz Großen, weit weg von handelsüblichen Hollywood-Feelgood-Bios. Trailer Das Original Der legenäre TV-Skandal (Whirlyjoe)

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Brandneu: Monsters Of Funk & Soul/Various Artists Hach, es ist wie Heimkommen, wenn man diese schöne Compilation des Düsseldorfer Unique-Labels hört. Der Sound meines Sommers in kompakter Form, geschmackssicher ausgewählt und in Form gebracht.
Monsters Of Funk & Soul ist eine beliebte Partyreihe in und um Düsseldorf herum, wo Leute wie Eddie Piller und Label-Chef Henry Storch – eben, Funk- und Soul-Monster auflegen. Genau am heutigen Tag meines Review-Schreibens gibt es sogar ein Auswärtsspiel in Hamburg mit unseren allerliebsten Bands vom Stag-O-Lee Shakedown: The Sweet Vandals und Gizelle Smith & The Mighty Mocambos!
Alles richtig gemacht, auch mit dem Album: wir hören zeitgenössische Lieblings-Bands wie Laura Vane & The Vipertones, The Soul Snatchers, Al Supersonic & The Teenager, Glen Anthony Henry, Osaka Monorail mit authentischen Oldschool-Sounds zwischen klassischem Motown und schwitzendem JB-Funk, letzteres bringen natürlich die famosen Sweet Vandals aus Spanien am allerbesten, denn „Mama’s Got A Brandnew Bag“! Fast vergessen hatte ich ja „Sunny“ in der coolen Brasil-Funk-Version von Eli Goulart E Banda Do Matto. Monströs schweißtreibend und irre tanzbar! Tracklisting: 01. Laura Vane & The Vipertones - Am I Dreaming? 02. Soul Snatchers - Good & Plenty 03. Al Supersonic & The Teenagers - Lean On Me 04. Plenty Enuff - Shoot The Birds 05. The Sweet Vandals - Papa’s Got A Brand New Bag 06. Malente - Funk The Rich 07. Osaka Monaurail - Quick Sand 08. Glen Anthony Henry - I Don’t Know 09. Al Supersonic & The Teenagers - You Don’t Have To Love Me 10. Eli Goulart Et Banda Do Mato – Sunny 11. The Sweet Vandals - Charlie Love 12. Osaka Monaurail - Soulful Strut 13. Wondertronix - Make You Happy 14. Laura Vane & The Vipertones - I Can’t Move No Mountains 15. Fab Guiro! - I Feel Fine 16. Homewreckers - Home Wreckers
...gibt's hier .
(Whirlyjoe)

Montag, 25. Oktober 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties Grace Jones – I’m Not Perfect (1986)
Frau Jones ist in diesem Blog ja wohlgelitten, aber ob ich sie auch als goldenen Soulmoment der 80er platzieren kann?
Ich versuch’s mal mit dieser m.E. nicht ausreichend gewürdigten Nummer von 1986, passenderweise und unüberhörbar von Chic’s Nile Rodgers produziert, dessen Gitarre hier das Geschehen bestimmt.
Grace selbst ist ja nun alles andere als eine klassische Soulstimme, hier möchte ich sie aber wirklich für ihren Gesang loben, das hat Kraft und Ausdruck und ist gerade auch im Vergleich zu zeitgenössischen Souldiven von Whitney Houston bis Anita Baker doch erstaunlich ungekünstelt – wo an der Frau doch ansonsten absolut alles so dermaßen artifiziell ist.
(Whirlyjoe)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Multimedial: Babylon Central Hätte man Eric Hilton, der einen Hälfte von Thievery Corporation so etwas zugetraut? Der DJ und Producer erweist sich hier nämlich als viel versprechender Regiedebütant und liefert einen sehenswerten Spielfilm ab. Den gibt es hier als DVD in der englischsprachigen Originalversion (ohne Untertitel), dazu den kompletten Soundtrack als Audio-CD, beides ist ganz hervorragend gelungen, wie ich finde. Der Film erzählt die Geschichte zweier dauerkiffender DJs in Washington DC, die in eine politische Intrige stolpern, auch weil sich einer der Protagonisten in eine arabische Prinzessin verliebt. Das ist mit einfachen filmischen Mitteln erstaunlich flüssig und wunderbar kurzweilig umgesetzt. Und die Musik dazu ist super, denn Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Hilton zeichnet natürlich auch für den Soundtrack verantwortlich. Der ist stark reggae-lastig, nur drei der 17 Tunes stammen von Thievery Corporation selbst. Dafür gibt es reichlich Roots & Dub von u.a. Max Romeo, The Revolutionaries, Bad Brains (DC Homies!) und Butch Cassidy Soundsystem, Rare Grooves von Dorothy Ashby, Tony Hatch und Mike James Kirkland, aber auch zeitgenössischen Funk & Soul von El Michels Affair und Nostalgia 77. Das läuft herrlich süffig zusammen und funktioniert auch ohne Spliff und Filmbilder ganz prächtig. Schaut euch nur mal diese lustige Szene an, der Traum eines jeden Plattenkäufers: Trailer: Interview mit Eric Hilton: (Whirlyjoe)

Sonntag, 17. Oktober 2010

Abt. Brandneu plus Bonus:
Belleruche - 270 Stories Britisches Trio auf Tru Thoughts mit dem bereits dritten Album. Und erneut auf einem etwas anderen Trip, als sonst vom britischen Frestyle-Soul/Funk/Jazz-Label gewohnt. Denn hier wird schon erstaunlich minimalistisch musiziert: Gitarrist Ricky Fabulous bedient häufiger den Bass als seine bluesig-dreckige Gitarre (die ist aber auch noch da!) und DJ Modest klingt fast durchgehend wie ein richtiger Drummer, sogar richtig rumpelig und garagig, wie Belleruche überhaupt fast immer wie eine echte Band frisch aus der Garage klingen.
Sängerin Kathrin deBoer, die auch schon für Bonobo, DJ Vadim und TM Juke gesungen hat, ist eine rockigere Version von Alice Russell, was insgesamt eben weit mehr nach kompakter Rockband als nach entrücktem NuJazz-Kollektiv klingt. Es scheint so, als ob die Band ihren Sound nach etlichen Experimenten gefunden hat, mit „Clockwatching“ gibt es sogar einen knackigen Hit in Richtung Rock-Disco a la Gossip. Dazu gibt es hier einen coolen Remix von Azaxx. Und hier holt man sich einen ziemlich guten Mix von DJ Modest ab, das Spektrum reicht von Cher über Roots Manuva bis zu Gil Scott-Heron und Fred McDowell. (Whirlyjoe)

Samstag, 16. Oktober 2010

Abt.: Nicht mehr ganz neu, aber dann doch irgendwie... C.W. Stoneking – Jungle Blues Das Zweitwerk des Australiers mit amerikanischen Eltern gibt es eigentlich schon seit zirka 2008, aber da er erst jetzt so richtig in Europa Fuß fasst, wurde es just noch einmal veröffentlicht. Nach seinem Debüt auf Voodoo Rhythm nun auf seinem eigenen King Hokum Label. Ein ganz spezieller Sound, den ich beim ersten Durchlauf superöde fand und der mich mittlerweile so fasziniert, daß ich Jungle Blues drei Mal hintereinander höre. Denn wenn man sich darauf einlässt, entführt Stoneking den Hörer für 40 Minuten in eine andere Welt und eine andere Zeit. Zurück in die 20er Jahre, um genau zu sein. Die Orte der anderen Welt sind mannigfaltig: windschiefe Holzhütten im Mississippi Delta, verruchte Hafenkneipen in Port Of Spain/Trinidad, das Labor eines Voodoo Doktors in New Orleans oder dekadente Jazz-Parties in den Kellern von Chicago. Wer jetzt noch kein Bild hat, den will ich jetzt mal mit Tom Waits verlinken, der zumindest ansatzweise als Vergleich taugt - oder man schaut sich besser gleich das erstklassige Jungle Blues Video an. Aber Stoneking klingt strikt old-timey und hat das Ganze auch klanglich schön rauh belassen. Er singt dazu mit knarziger, leiernder Stimme von Jahren im Knast, erzählt Geschichten vom größten Lügner aller Zeiten und Vögeln, die faustgrosse Spinnen fressen. Bei einigen Songs begleitet er sich nur mit sparsam gezupften Dobrotönen oder einem rachitisch-klapprigen Banjo, bei anderen hören wir den genialen Jim White (Dirty Three) am Schlagwerk und vor allem das ausser Kontrolle geratene Primitive Horn Orchestra, eine vor allem aus Tuba, Posaune und Klarinette bestehenden Blaskapelle zwischen New Orleans Marching Band und einer Truppe alkoholkranker Versager, die auf einem abgewrackten Karibik-Ausflugsdampfer ihr Gnadenbrot bekommt. Das ist Uralt-Blues, 20er Jahre Jazz, Mardi Gras, Vaudeville, Calypso, hier schreit ein Baby, dort krächzt ein Papagei und im abschließenden The Greatest Liar (für das der Engländer das Wort „hilarious“ erfunden hat) bekommt man eine Idee, daß das auch live vorzüglich funktionieren kann. Vorzugsweise in einer runtergekommenen Hafenkaschemme mit jeder Menge zwielichtigem Volk, der Rum fließt in Strömen, Stoneking ist in der Form seines Lebens, irgendwann gefällt einem sogar die einbeinige Prostituierte, plötzlich sitzt ein Affe auf deiner Schulter und am nächsten Morgen wacht man mitten auf See auf... (R-man) cd

Freitag, 15. Oktober 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties Secret Weapon – Must Be The Music (1981) Einer meiner Alltime-Faves aus den 80ern. Die 12-Inch habe ich vor vielen Jahren aus einem New Yorker Keller geborgen, zusammen mit einem Stapel essentieller Oldschool-Rap-Scheiben, wofür ich heute noch vor Dankbarkeit auf die Knie sinken könnte. Diese Nummer war mir zunächst ein bisschen zu discoid, ist mir bis heute aber schwer ans Herz gewachsen. Funky, aber laidback, der Slap-Bass nicht zu aufdringlich, die Stimme endlich mal cool und nicht so süßlich-penetrant, dazu die zur Abwechslung auch naturalistisch klingenden Handclaps. Zwischendurch wird auch gerapt, warum nicht bei siebeneinhalb Minuten Laufzeit. Letztlich blieben Secret Weapon ein One-Hit-Wonder, obwohl Projektchef (= Sänger, Komponist und Bassplayer) Jerome Prister (Jahrgang 1959) auch heute noch aktiv zu sein scheint. Die Maxi erschien wohl nur im Neutralcover, daher auch noch das dazu gehörende Album, weil es sich auch ganz gut in K-Nuts geschmackvoller Cover-Galerie machen würde. (Whirlyjoe)

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Edenless-Partytime: The Bambi Molesters Letzten Freitag war es endlich mal wieder so weit: Peter HtH lud zum Feiern in seinen schwäbischen Edenless-Partykeller, mit an Bord hatte er die famosen Bambi Molesters, Surf-Kings aus Kroatien, seit mittlerweile 15 Jahren around und zuletzt mit dem tollen neuen Album As The Dark Wave Swells auf Glitterhouse Records. Gibt es übrigens hier, auch als Vinyl! Ich hab mein Exemplar zur Zeit jedenfalls immer in der DJ-Kiste. Trotz des zeitgleich stattfindenden Nationalkicks gegen die Türkei war der Keller bestens gefüllt und die Stimmung bombig, der Kühlschrank randvoll, dazu gab es diesmal auch noch köstliche bayrische Bier- und kroatische Longdrink-Spezialitäten – danke Chris & Filip! Die Band war klasse, mit kompaktem, knackig lautem Sound, Twang & Reverb galore, souverän die Tempi wechselnd, so dass auch Surf-Laien schnell merkten, dass Surf Music eben nicht immer gleich klingt. Dazu gab es diesmal mit zusätzlichem Sax und Trompete vehemente Brass-Verstärkung, was dann einen coolen Morricone- bis Calexico-Touch ergab. Man spielte zwei rasante Sets, am Schluss sogar den Pulp Fiction-Hit von Dick Dale als Zugabe fürs Volk. Mit Bandchef Dalibor Pavicic sprach ich danach noch ewig lang über das Dasein als Punk, später dann auch als Surf-Leuchtfeuer im Post-Jugoslawien, der Mann erwies sich als kompetenter Kenner von Musik, Kino und Kultur, dazu als extrem sympathischer Typ, der aber Wert darauf legt, eben nicht ausschließlich auf das Surf-Ding festgelegt zu werden, was das neue Album ja auch (ansatzweise) beweist. Nach dem eigentlichen Konzert dann wie immer buntes Partytreiben, Plattenauflegen, Essen & Trinken, auch die unvermeidlichen Stuttgart 21-Diskussionen zogen sich (in friedlicher Atmosphäre) bis in den frühen Morgen. Und beim offiziellen Konzert im Stuttgarter Laboratorium am Samstag waren die über hundert Gäste dann auch restlos begeistert: es gab stehende Ovationen! Super war’s mal wieder, ganz heißen Dank an Peter & Claudia, eine furiose Band und ein wunderbares Publikum. Und dem Gastgeber ist dann auch zuzustimmen, dass die in Stuttgart ja mittlerweile unvermeidliche Parole „oben bleiben“ zugunsten einer Kellerparty dann ausnahmsweise für ein paar Stunden außer Kraft gesetzt werden musste. (Whirlyjoe)

Sonntag, 10. Oktober 2010

Oh man, another one bites the dust... R.I.P. Solomon Burke Solomon Burke ist am Sonntag im Alter von 70 Jahren auf dem Weg zu einem Konzert in den Niederlanden gestorben. Eine Sprecherin des Flughafens von Amsterdam-Schiphol bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Tod des als "König des Soul" bekannten Sängers. Ob Burke, der gemeinsam mit der niederländischen Gruppe De Dijk am Dienstagabend in Amsterdam ein Konzert geben sollte, im Flugzeug oder erst am Flughafen gestorben sei, konnte die Sprecherin am Sonntagmorgen nach der Ankunft seines Flugzeugs aus Los Angeles nicht sagen. Der 1940 in Philadelphia geborene Star des Rhythm'n Blues und des Soul war vor allem für sein Lied "Everybody Needs Somebody to Love", das später von den Rolling Stones nachgespielt wurde und 1980 zum Titelsong des Films "Blues Brothers" wurde. Schon sein erstes 1956 erschienenes Album "Christmas Present from Heaven" war ein Riesenerfolg und verkaufte sich eine Millionen Mal. Im Jahr 2001 wurde der Sänger, dessen Stil vom Gospel inspiriert ist, in die "Hall of Fame" des Rock'n Roll aufgenommen. 2002 erhielt er den Grammy für das beste Blues-Album für "Don't give up on me". Der tief gläubige Sänger, der nebenbei nicht nur als Prediger auftrat, sondern auch ein Bestattungsunternehmen leitete, war der Vater von 21 Kindern und Großvater von 90 Enkeln. (thanks to whoever put it in the comments)

Samstag, 9. Oktober 2010

Abt.: Brandneu
Robert Owens - Art
Heute möchte ich euch mal wieder etwas anders gelagerte Musik empfehlen, die es mir zuletzt wirklich sehr angetan hat – diesmal auch wieder mit einem hochoffiziellen Download-Link. Dieses opulente, auf Compost erschienene Doppel-Album trägt seinen Titel völlig zurecht: Robert Owens’ Musik ist große Kunst. Und er hat mittlerweile einen ganz eigenen, individuellen Sound gefunden. Obwohl man seine Roots als butterweiche Soul-Stimme für Larry Heards wegweisendes Projekt Fingers Inc. aus den späten 80ern hier schon deshalb durchhört, weil Heard fast die Hälfte der Tunes produziert hat. Und wie! Keiner spielt so locker und luftig mit dem Erbe von Chicago House, verbindet smoothe Grooves fernab von jeder 4/4-Stumpfheit mit perlenden akustischen Gitarren, wunderbar fließenden, sich im Raum verlierenden Sounds – laidback ist gar kein Ausdruck für CD Nr.1, auf der auch die von Atjazz produzierten Nummern in ähnlicher Weise funktionieren. Genauso gut kommt Owens ebenso deepe wie süßliche Soulstimme auch auf der zweiten CD zur Geltung, die das Tempo anzieht, ohne deshalb gleich ausschließlich auf den Dancefloor zu zielen. Das Genre ist hier superschlanker Deep House, gerne mit kleinen Gitarrenkürzeln und dubbigem Vibe. Die Beats sind kühl, elegant und extrem hypnotisch, darüber liegt diese warme Karamellstimme, zusammen ein unwiderstehlicher Trip mit höchstem Feelgood-Faktor. A work of Art, fürwahr. Hier kann man sich einen (leider nicht einen der drei besten) Tracks holen, es lohnt sich aber trotzdem. Download link (Whirlyjoe)

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties Nona Hendryx – Nona Als Hardcore-Fan der Talking Heads habe ich mir damals natürlich auch die (ansonsten ungeliebten) Live-Alben sowie die Solo-Alben von Jerry Harrison gekauft. Hier fiel mir die großartige Stimme von Nona Hendryx zum ersten Mal auf. Neben den Heads war für mich Bill Laswells Material eine der prägendsden Bands der 80er. Als dann 1983 das Solo-Album "Nona" erschien und ich auf dem Cover "produced by Material & Nona Hendryx" las hab‘ ich das Ding natürlich blind gekauft. (Zu diesem Zeitpunkt war mir die Vorgeschichte von Nona Hendryx bei Labelle völlig unbekannt.) Ich halte diese LP auch heute noch für einen absoluten Lichtblick im manchmal doch recht finsteren 80s-Soul-Keller. Allerdings wird man Nona Hendryx mit dieser Kategorisierung auch nicht wirklich gerecht. "Nona" beginnt mit einem astreinen Elektro-Disco-Funker mit fettem Kashif-Synth-Bass, dann über eine eher funk-rockige Nummer zum Höhepunkt des Albums: Keep It Confidential, großes Kino mit Promi-Besetzung. (Der Song wurde dann wohl irgendwann mal wegen seines Textes eine Hymne in Gay-Bars.) Danach ein schräges Violinen-Intro von Laurie Anderson zu einer wunderschönen funky Ballade. Seite zwei startet mit einem hochklassigen Designer-Reggae à la Grace Jones, danach ein klassischer Material-Funk-Rocker (mit Vocoder und Bratz-Gitarre). Zur zweiten tollen Reggae-Nummer flötet und trötet Olu Dara ein schaurig-schönes Intro, zum Abschluss gibt’s wieder funk-rockiges. So wirr, wie sich das lesen mag, ist das Album aber überhaupt nicht. Obwohl Bill Laswell nur auf einem Song Bass spielt ist seine Handschrift durchgängig erkennbar. (Leider auch durch die deftig-platschigen DMX und OBX Drum-Sounds). Für den größten Zusammenhalt sorgt natürlich die fantastische Stimme von Frau Hendryx! Ein wenig Musiker-Namedropping gefällig? Kashif, Ronnie Drayton, Carmine Rojas, Bernie Worrell, Jamaladeen Tacuma, Nile Rodgers, Tina Weymouth, Kim Clarke, Laurie Anderson, Sly Dunbar, Bill Laswell, Michael Beinhorn, Olu Dara, …. Das Folge-Album war nach ähnlichem Strickmuster, mit ähnlicher Besetzung gefertigt. Auch ne Material-Produktion - taugt durchaus! Danach das (für mich langsam traumatisch) ziemlich doofe dritte Album. Auch hier eigentlich gute Menschen am Werk: Bernard Edwards (of Chic-Fame) produziert und die creme de la creme der US-Muckerschaft musiziert. Ich sag‘s jetzt mal so: Wer Believer für die beste Chic-LP hält oder gar Power Station mag, wird hier glücklich! Ich eile derweil weiter zu Album vier: Produziert von Dan Hartman, Jellybean Johnson/Flyte Tyme und Mic Murphy & David Frank (aka The System), Rap-Einlagen, ein mittelguter Prince-Song, Gastgesang von Peter Gabriel. Und diesmal klingt die Musik so fies, wie sich das jetzt liest. An dieser Stelle habe ich dann den Kontakt zu Frau Hendryx abgebrochen. Es folgten noch seltsame Musik-Projekte und Alben, das habe ich aber nicht mehr richtig verfolgt. Die aktuelle Homepage macht mir auch eher Sorgen. Fazit: Tolle Frau, tolle Stimme, zwei tolle Alben! Und hier muss ich nachtragen, dass ich bis heute davon ausging, dass "Nona" das Debut-Solo-Album sei. Stimmt aber nicht! Das Debut heisst "Nona Hendryx", erschien 1977, hat ein tolles Cover und wird Ende Oktober wiederveröffentlicht – und ich dumme Nuss habe es natürlich schon jetzt vorbestellt… (K-Nut)

Dienstag, 5. Oktober 2010

It's time for The Shakedown... Morgen ist es wieder so weit - eine neue Folge der allseits beliebten The Shakedown Show beim Webradio Byte.FM. Die Stunde steht im Zeichen von "soulfull Blues & Gospel", was das genau bedeutet ist mir noch nicht klar, denn ich werde aus einem größeren Fundus auswählen und dann mal sehen, welche Richtung die Show nehmen wird. Ganz sicher spiele ich ein paar Songs von Miraculous Mule, der neuen Band von Michael Sheehy und seinem Bruder Patrick. Rough Mixes zwar, aber saucooles Zeug. Drumherum stricke ich ein paar passende Tunes von Michael's Mix-CDs aus dem Spoonful Box-Set, lasse meine Essential Gospel Anthology zu Worte kommen und wenn es mir dann irgendwann zu religiös/leidend wird, dann droppe ich die schier grandiosen Blues Buster und wenn noch zeit bleibt ein paar Tunes aus der A Rocket In My Pocket Compilation auf Ace - The Hipster's Guide To Rockabilly Music! Aber vielleicht kommt auch alles anders?!? Also: Mittwoch, dem 6.10. um 14 Uhr hier auf Play drücken! (R-man)

Montag, 4. Oktober 2010

Stag-O-Lee Shakedown - Die Nachlese
So ganz viel gibt es nicht zu schreiben über den Shakedown im Beverunger Stadtkrug vom letzten Samstag. Das Publikum war anfangs recht überschaubar, was zum Teil aber auch an diversen Gegenveranstaltungen in unserer kleinen Wesermetropole lag. Also legte ich erstmal freestyle los und cruiste durch das Spoonful-Sound Universum. Mir macht das ja persönlich immer viel Spass, am Anfang gerade auflegen zu können was man will, ein paar Deep Soul-Granaten zu zünden und die eine oder andere Neuentdeckung zu droppen - wie die Voodoo Working Version der Seatsniffers oder das Mento-style Rehab von den Jolly Boys.
Axel übernahm dann sehr motiviert, schließlich war er mit zehn LPs, zweihundert 7"-es und einer Stange Compilation-CDs angetreten. Irgendwann frönte er seiner neuentdeckten Liebe - Big Band-Sound der späten 40er/frühen 50er, was Wirt Lothar dann kragenplatzend mit "Geht das hier den ganzen Abend so weiter? Die Gäste beschweren sich schon!" quittierte. Da wollte ich eigentlich meinen Koffer schon packen, aber Axel und ich haben nach dem Anschiss doch eher massenkompatibler aufgelegt, feige, alte DJ-Huren, die wir sind.
Also mehr Klassiker, mehr Tempo, mehr Soul. Was natürlich auch keinen der Musik-Kenner im Publikum wirklich in Schwung brachte. Ab Mitternacht wurde es dann langsam voller und gegen 1 Uhr morgens dann gut gefüllt. Getanzt hat zwar niemand, aber der Vibe war doch ganz angenehm. Natürlich alles zu spät, das sind ja Ausgehzeiten wie in Berlin oder Lissabon, eine Katastrophe.
Ich habe mich dann gegen 2 Uhr verdrückt, weil meine fast 16-jährige Tochter die ganze Umgegend zureiherte und ich irgendwie für den Abend doch am Ende der Fahnenstange angekommen war. Als ich draussen auf das Taxi wartete, hörte ich mit Genugtuung, dass DJ Axel nicht vom rechten Spoonful-Pfad abwich. Ab dann ging bei ihm wahrscheinlich wieder alles per Autopilot - Stirn glatt gestrichen, die Augen auf Schlitzgröße verkleinert und ab geht die Lutzi.
Am 4. Dezember muß die Meute allerdings deutlich früher eintreffen, sonst setzt es was. (R-man)

Samstag, 2. Oktober 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties fürs Auge ...ich musste beim Stöbern für unsere aktuelle Serie ja des öfteren mal laut lachen. Hier seht Ihr warum: (K-Nut)

Freitag, 1. Oktober 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties Dennis Edwards – Don’t Look Any Further Dennis Edwards hatte ja eine mehr als glorreiche Vergangenheit bei den Temptations: 1968 ersetzte er David Ruffin und sang auch in der grandiosen Norman Whitfield-Psychedelic-Soul-Phase, bis er sich 1977 im Streit von Motown trennte und eine eher bescheidene Solokarriere startete, unterbrochen von der einen oder anderen saftlosen Temptations-Reunion. Allein brachte er 1984 als echten Erfolg eigentlich nur dieses Duett mit Siedah Garrett zustande, das wieder einmal von einer wirklich mächtigen Bassline lebt, die garantiert jeder schon gehört hat. Interessant ist ja die erstaunlich metallische Gitarre, die aber immer nur angedeutet wird, wohl eine Folge von Eddie Van Halens Intermezzo bei Michael Jackson. Was ist das eigentlich für eine Sprache, in der die da zeitweise singen? (Whirlyjoe)

Donnerstag, 30. September 2010

Miraculous Mule
Ein Update...
Hatten wir neulich schon mal, Miraculous Mule, die neue Truppe um die McCarthy Brüder Michael (unten rechts) und Patrick (unten links), von denen sich der eine (mütterlicherseits) Sheehy nennt, weil das rockiger klingt. Als Crazy Bal'heads & Shotgun gestartet wollten sie sich in Honky Tabernacle Choir umbenennen, sind dann aber irgendwie (keiner kann sich erinnern) bei Miraculous Mule gelandet. Was mir mittlerweile sogar recht seidig von der Zunge geht. Mit dabei: der alte Sheehy-Drummer Ian Burns (hinten links), Backing-Vokalistin Alex Petty (Mitte; sonst Gemma Ray) und Harmonica-Mann Nick Foot (sonst Gemmy Ray Drummer).
Ich hatte ja neulich im Blog nach Auftrittsmöglichkeiten gefragt, damit der Stag-O-Lee Shakedown im Beverunger Stadtkrug überhaupt finanzierbar ist. Es hat sich auch was getan, am Donnerstag (2.12.) gastiert die Band im Chlodwig-Eck in Köln. Soll BAP sein Wolfgang seine Stammkneipe (gewesen) sein, vielleicht schaut er ja auf eine Session vorbei? Arrangiert wurde das von Blogwart K-Nut (ein dickes Danke dafür). Am Freitag (3.12.) steht dann wahrscheinlich Dortmund - Subrosa auf dem Programm und das Highlight folgt ganz sicher am Samstag, dem 4. Dezember - beim Shakedown im Stadtkrug zu Beverungen. Neben Miraculous Mule als Liveband werden zirka 8 DJs vor Ort sein, die unsere Dorfkneipe garantiert in einen Hexenkessel verwandeln werden, denn bei diesem Andrang gibt es keine Zeit für Geplänkel, da müssen direkt die heissesten Tunes gedroppt werden.
Das Maultier war auch bereits im Studio und vor ein paar Tagen habe ich 11 ruffe Mixe erhalten, nach dessen Goutierung (oder Goutation?) mir erstmal die Kinnlade runtergefallen ist. Tatsächlich eine erstklassige, zeitgemässe und geschmackvolle Mischung aus Harry Smith seiner Anthology Of American Folk Music Box, PreWar Blues, dem Katalog von Chicago's Chess Label, Alan Lomax mit dem Mikro im Cottonfield, religiösen Acapella-Einpeitschungen in Südstaaten-Gottesdiensten, Superfuzz Bigmuff (auf einigen Tunes), sowie die Southside, die Crossroads und die falsche Seite der Bahnschienen. In Töne gegossen. Oh Lord, I been hoodood (frei nach Dr. John).
Vielleicht wird Stag-O-Lee noch dieses Jahr fünf oder sechs der Tracks auf einer schwerst limitierten 10" veröffentlichen. Nächstes Jahr gibt es eine zweite Session und vielleicht eine weitere 10" und dann irgendwann vielleicht mal ein richtiges Album. Keine Hektik, sondern organisches Wachsen ist angesagt. Viele Pläne und Ideen stehen im Raum, aber es bleibt abzuwarten, ob bei den Brüdern das irische Blut in Wallung gerät oder sich der jamaikanische Zweig der Familie (den ich ihnen ob ihrer Soon-Come-Mentalität angedichtet habe) letztlich doch wieder durchsetzt. (R-man)
Abt. Brandneu Hidden Orchestra – Night Walks Ganz neu bei Tru Thoughts: dieses epische Soul Orchestra des Schotten Joe Acheson – Multiinstrumentalist, Produzent, Arrangeur – der hier deutlich auf den Spuren von Jason Swinscoe (Cinematic Orchestra) und Gilles Peterson (Heritage Orchestra) wandelt.
Es geht also um episch orchestrierte Breitwand-Arrangements in überwiegend elegischer Stimmung und mit latentem Jazz-Vibe (Piano, Upright Bass, Fender Rhodes, plus authentischem Jazz-Drumming mit laidback Funky-Touch). Blueprint für das extrem gediegende Sounddesign sind einerseits die „Jazz meets the Symphony“-Projekte von Jazzern wie Gil Evans oder Lalo Schifrin, andererseits der exquisit arrangierte Hochglanz-Sound von 4Hero.
Die Tunes verzichten weitgehend auf Vocals (obwohl die dank Julia Biel wunderschön geraten), verlassen sich viel mehr auf entspannt groovende, zumeist opulente Orchesterpassagen (überwiegend Streicher und Woodwinds), üppig, schwelgerisch und verschwenderisch inszeniert und in der Wirkung irgendwo zwischen Soul, Kammermusik, Jazz und Filmmusik zu verorten. Wer sich also schon vom Cinematic Orchestra fesseln ließ, ist hier genau richtig. Wer jetzt neugierig auf diesen wirklich ungewöhnlichen Sound geworden ist, sollte mal in diesen lohnenden Podcast reinhören, der zumindest auf mich eine ungeheuer kontemplative Wirkung hat.
(Whirlyjoe)

Dienstag, 28. September 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties Luther Vandross - Never Too Much (1981) Diese kleine Serie ist von uns ja durchaus ernst gemeint, ich habe aus jener soultechnisch eher dunklen Epoche nicht mehr viele Platten behalten, Luthers erstes erfolgreiches Soloalbum nach Jahren des Backgroundsingens für David Bowie, Roberta Flack, Carly Simon, Donna Summer, Bette Midler und Barbra Streisand habe ich aber noch – vor allem wegen diesem Song. Der Mann kann zweifellos singen, auch wenn das ganz im Geist der Zeit ein wenig süßlich ausfällt. Richtig gut gefällt mir aber – bis auf den aufdringlichen Bass – die Instrumentierung mit einer minimalistischen Funk-Gitarre, diesen mächtigen Piano-Akkorden und den unter Kontrolle gehaltenen Streichern. Ansonsten gilt: ein guter Song ist eben ein guter Song. Berüchtigt sind ansonsten seine Duette mit Janet Jackson und Mariah Carey. Letzteres hat Vandross überlebt, nicht allerdings einen Schlaganfall, der ihn 2005 das Leben kostete. (Whirlyjoe) Der späte Luther ist ja tatsächlich furchtbar gewesen, ohne Zweifel! Da ich aber nur ungerne Platten verkaufe, nenne ich noch stolze sieben (sic!) Vandross-Alben mein eigen. Die Dinger werden in der Tat von mal zu mal gleichmäßig flacher und (noch) süßlicher. Ich würde aber so weit gehen zu behaupten, dass die ersten drei LPs noch heute halbwegs goutierbar sind.
Der „aufdringliche Bass“ stammt übrigens von Marcus Miller, Luthers Co-Produzenten und späterem Spannmann von Miles Davis. Der Mann hat ja unter Jazz-Muckern und Dicke-Daumen-Bassisten einen Ruf wie Donnerhall. Und der slapt sich halt durch sämtliche Uptempo-Nummern, die mir aber deutlich besser gefallen, als die klebrigen Balladen. Wirklich schön sind wirklich die transparenten Arrangements, die trotz z.T. üppiger Instrumentierung, immer sehr viel Luft lassen. Während ich dies hier schreibe läuft das dritte Album „Busy Body“, da muss ich aber doch ein Stück zurückrudern; das ist auch schon recht synthetisch und steril. Sollte der Funkbass von Herrn Miller dann doch eher zu den Pluspunkten der ersten zwei LPs zählen?
Wer also seine Luther Vandross-Sammlung um die Alben drei bis sieben im Bestzustand ergänzen möchte: Großzügige Gebote werden in den comments entgegengenommen! (K-Nut)

Sonntag, 26. September 2010

Stag-O-Lee Shakedown am 02. Oktober
Nächste Woche um diese Zeit ist er schon gelaufen, der Shakedown im Stadtkrug. Nach ein paar Monaten Pause, Anfang Juni waren wir zuletzt dort zu Gast, werden wir unseren local hangout wieder einmal mit 50s & 60s Wildstyle beschallen. Resident Chrispop ist leider anderweitig beschäftigt, sodaß ich den Abend mit Sir Axel alleine bestreiten werde, was bei den ordentlichen Ausgrabungen der letzten Zeit kein Problem sein wird. Wie gewohnt am Samstag ab 21 Uhr, der Eintritt ist wie immer frei. See you there. (R-man)

Samstag, 25. September 2010

Abt.: Brandnew & Rockin' Jim Jones Revue – Burning Your House Down Hey! Kick out the fuckin’ jams! Genau zwischen dem furiosen MC 5 Debüt und dem eher rock`n´rolligen Zweitling Back in The USA positioniert sich Bringing The House Down, das zweite Album des Londoner Quintetts um den ehemaligen Thee Hypnotics-Sänger Jim Jones. Die Truppe stürmt hier in 33 Minuten durch 11 Songs und nimmt dabei keine Gefangenen, sondern hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Hochoktaniger Detroit Garage-Punk mit Rock`n´Roll-Piano (!), zwei hart arbeitenden Gitarristen und einer Rhythmusgruppe unter Volldampf! Heftig, durchweg uptempo und ständig im roten Bereich! Der Star ist ganz klar der Namensgeber, wenn man sich einen Frontmann malen könnte, er würde wie Jim Jones aussehen. Der dazu mit einer Reib-eisenstimme ausgestattet ist, die er locker eine Stunde an ihre Grenzen bringen kann. Ein R&R-Screamer wie Rob Tyner mit etwas mehr Soul! Die Frage, ob sie ihre mörderische Liveenergie (unbedingt hingehen) auf Platte konservieren konnten, stellt sich keine Sekunde. Das haben sie 1:1 geschafft und wer das satt (und wesentlich besser als das Debüt) produzierte Album überstanden hat, wird trotz klassischer Plattenlänge erstmal ausgepowert sein und die Luftgitarre in die Ecke stellen. Play loud! (R-man) lp/cd und 7" + non-lp-b-side

Freitag, 24. September 2010

Abt.: Brandnew & Rockin' Keb Darge & Little Edith - Legendary Rockin' R&B “Ganz weit vorne” sei Keb Darge, meint das Label BBE im Info zu dieser Veröffentlichung, unterschlägt dabei aber, daß zB die Stompin’ Serie schon zehn (oder mehr) Jahre alt ist und Meister Keb, bei all seinen Meriten, wahrlich nicht der erste ist, der Rockin R&B kompiliert (in letzter Zeit allerdings beinahe inflationär). Hier zusammen und immer schön Ping-Pong mit Little Edith, eine DJ-ane und/oder Sammlerin, über die ich so garnichts herausfinden konnte. „A Collection of Ultra Rare Black Rockers from the 50s and early 60s” ist der Untertitel dieser 20-Track-Compilation, die ganz sicher einen Rock & Roll-Dancefloor in Schwung bringen kann. Anfangs war mir das etwas zu tief in der ersten 50er Hälfte verhaftet, zu Rock`n´Rollig, aber nach dem 5. Durchlauf (gerne auch laut) hat sich das Gros der Tunes dann doch positiv in meinen Gehörgängen festgesetzt. Fraglos ist es heutzutage schwierig, noch unbekannte und echte Juwelen zu Tage zu fördern, aber Keb und Esther haben ihr Bestes geben und sich mehr als wacker schlagen. Mit Johnny Guitar Watson, Big Maybelle, Lonesome Lee, Junior Wells und reichlich obskure Obskuritäten. (R-man) cd + 2-lp

Donnerstag, 23. September 2010

Vinyl im Handwerk Mein Kumpel Udo – übrigens ein waschechter OBS-Veteran – betreibt
eine Werkstatt als Steinbildhauer, wo ich gelegentlich mit anpacken darf. Ich sag euch: ein toller Job, auch wenn ich das meinen alten Knochen nicht täglich zumuten wollte. Mit dieser Sache habe ich aber gar nichts zu tun: seit der letzten Werkstatt-Fete hat der Chef den alten Thorens-Plattenspieler gleich in der Werkstatt stehen lassen, mitsamt einer Kiste guten alten Vinyls. Jetzt staubt alles gnadenlos zu, das lässt sich bei der Steinverarbeitung im selben Raum nicht vermeiden, aber wir können statt des I-Pods zwischen Sägen, Meiseln und Schleifen eben immer auch die eine oder andere Platte auflegen und über die PS-starke Hausanlage hören. Mittlerweile knirscht es teilweise ganz schön in den Rillen, aber man kann der Versuchung eben nicht widerstehen. Blog-Häuptling R-man war übrigens auch schon auf ein Bier bei uns, als er letztes Jahr die Fischnetz-Deko und das alte Boot für den Shakedown in der Eisarena aus unserem Lager abgeholt hat. Hau rein, Udo! (Whirlyjoe)

Dienstag, 21. September 2010

Time For The Shakedown Am Mittwoch, den 22. September um 14 Uhr auf Byte.FM - 60 Minuten The Shakedown. Yours truly bietet je zwei Tracks der neuen Stag-O-Lee Veröffentlichungen von Cut In The Hill Gang und Tokyo Sex Destruction. Dazu ein paar aktuelle Record Kicks Scheibchen (Diplomats Of Solid Sound, Trio Valore), ein paar beherzte Griffe in die Archive - Garnett Mimms, Sugar Pie DeSanto, The Equals - und hinten raus einmal Elvis, einer der so klingt (Don Ellis & The Royal Dukes) und In The Ghetto in der Solomon Burke Version. (R-man)

Sonntag, 19. September 2010

Stag-O-Lee News Ich schrob ja neulich, daß ich diesen Blog über den Sommer auch wegen Stag-O-Lee vernachlässigen musste. Die Berichterstattung über die Fortschritte des Labels bei Stag-O-Lee wird in Zukunft ein festerer Bestandteil dieses Blogs sein, denn man kann ja auch mal die eigenen Veröffentlichungen loben und nicht nur die anderer Labels. Unter www.stag-o-lee.com gibt es eine wie ich finde ordentliche Webseite zu bestaunen. Kleiner Tipp: Player anschmeissen, zweites Fenster öffnen und dort weitersurfen. Der Player geht nämlich leider aus beim Seitenwechsel. Die Alternative wäre ein Pop-Up-Player gewesen, aber das hat man wohlheute nicht mehr so. Wird ja auch oft geblockt und so. Aber hier mal ein kleines Update in Kurzform. Ich werde mir erlauben auf die einzelnen Releases genauer einzugehen, wenn sie dann kommen. Cut In The Hill Gang – Mean Black Cat Auf der Hats Off Boogie 7” zogen sie noch den Hut vor den Bluesgrößen, auf Mean Black Cat covern sie klassische (und nicht so klassische) Songs zwischen Blues, Soul und Rockabilly. Mit dabei John Wesley, Raspelstimme und Keyboarder bei Black Diamond Heavies. Das reicht von heftig-wilden Blues-Rockern wie die Hound Dog Taylor/MC5-Verschmelzung Let’s Get Funky/Black To Comm, über den räudigen Opener von Frank Frost bis zum zweiten 2-in 1 Tune – Fuck the People/ Revolution – The Kills und Spacemen 3 in einem Song. Help Me ist fast ein Boogie, Please Gimme Something erinnert an Suicide (Alan Vega) im Rockabilly Gewand, Rhythm&Bluesig wird’s bei I Wanna Holler und Come On Home, torch-Soulig bei The Right To Love You und John Lee Hooker’s Serves Me Right To Suffer ist in dieser 6-Minuten Version einfach unschlagbar. Mörderscheibe im direkten, rohen Sound! Im November als Quartett (mit John Wesley) auf Tour! (LP/CD. VÖ: 15. Oktober) Tokyo Sex Destruction – The Neighbourhood Stag-O-Lee scheint ein Sammelbecken für Bands mit seltsamen Namen zu werden, aber an diesem Quartett aus Barcelona kann man nicht vorbei. Eigentlich zeigt der Opener Dope & Love schon, wo die Reise hingeht. Explosives Tempo, Sixties-Orgel und Eddie-Hazel-Gedächtnis-Gitarren, von dichten Stakkato-Bläsersätzen nach vorne gepeitscht. Dazu ein Sänger, der seine Lux Interior-Lektionen gelernt hat, aber auch den Soulful-Shouter geben kann. Und richtige Ohrwürmer können sie mittlerweile schreiben und fett Druck reinpumpen, da reiht sich Perle an Perle, durchweg höchst tanzbar, schwitzend, furios. Und immer dann, wenn man denkt, man kollabiert gleich, nehmen sie die Power raus, reiten auf einem Bassgroove und schieben kleine perkussive Interludes ein oder begeben sich auf psychedelisches Doors-Terrain. Nur um im entscheidenden Moment wieder Gas zu geben! Mörderisch! Mit der Power von MC5, dem Soul von Sly & The Family Stone auf 45 und der Dynamik von Jon Spencer im Rücken spielen Tokyo Sex Destruction zackig-upgedateten Garagen-Soul und Rock'n'Roll mit groovender Funk-Kante. Prädikat: schweißtreibend genial. Die Stag-O-Lee Version hat zudem 3 frisch eingespielte Studio Bonustracks. Im November auf Tour! (LP/CD. VÖ: 20. Oktober) Diplomats Of Solid Sound – Hip Drop/I’m Blue (The Gong-Gong Song) Nahezu zeitgleich zum neuen Album auf Record Kicks liefert das Septett aus Iowa City zwei coole Tracks aus dem Archiv für eine Stag-O-Lee 7“, die das Label endlich etwas in Richtung Soul/Funk schiebt. Hip Drop kennt man von The Explosions, geschrieben wurde es von der New Orleans Legende Eddie Bo. Die B-Seite war mal ein Hit für die Ikettes und wurde von Mr. Ike Turner verfasst. Beide Tunes sind exklusiv nur auf dieser 45er zu finden. (7“. VÖ: 20. Oktober) The Fuzztones – Preaching To The Perverted Neueste Erwerbung im Stag-Stall! And proud of it! Das neue Studioalbum wird dieser Tage gemastert und ist laut Rudi Potrudi ihr Meisterwerk. Leider kommt das Album nicht mehr rechtzeitig zur Europatour –die schon am 30.9. in Amsterdam startet – heraus, sondern wird auf Januar 2010 verschoben. Zur Zeit sprechen wir zudem über einige zusätzliche Veröffentlichungen, aber genaues folgt sobald es in trockenen Tüchern ist, wie man so sagt. Shakedown London Da kam es leider zwischen Shakedown Boss Patrick und Club-Booker Peter Parker zu einem Eklat, in dessen Folge der liebe Patrick von der Polizei abgeführt und ein paar Stunden verhört wurde. Natürlich war das dann vorerst auch das Ende unserer Londoner Clubnacht - die Excellos standen schon als Band fest. Nach einem neuen Veranstaltunsgort wurde gesucht, aber das ist auch in einer Stadt wie London nicht einfach, denn Peter Parker’s Rock & Roll Club war wegen der Lage, Größe und den finanziellen Forderungen einfach unschlagbar. Vor zwei Wochen wurde Peter Parker allerdings von seinem Chef entlassen, die PPRC Schilder wurden mittlerweile wohl auch entfernt und ein neuer Booker wurde eingestellt. Wir werden es dort noch einmal versuchen. Shakedown Beverungen Am 2. Oktober findet nach langer Pause wieder ein Shakedown im lokalen Hangout Stadtkrug statt. Leider wird Resident Chrispop als DJ fehlen, aber Sir Axel und ich werden die Meute schon in Schwung bringen. Jede Menge neue Tunes habe ich auf jeden Fall.
Am 04. Dezember feiern wir Geburtstag. Im Dezember vor ein paar Jahren (5?) haben wir mal mit shake baby shake angefangen und nun sind wir als Shakedown wieder vor Ort. Es soll ein spezieller Abend werden, zu dem ich hoffentlich möglichst viele Stag-O-Lee Allstars begrüssen darf – Chrispop sowieso, K-Nut sehr wahrscheinlich, ein zähes Ringen wird es wie jedes Jahr um Whirlyjoe geben. Vielleicht sind ja auch Michael und Patrick da, denn wie bereits vor ein paar Tagen geschrieben, würde ich gerne deren neue Band Miraculous Mule an dem Abend dort auftreten lassen. See you there! Shakedown @ Byte.FM Und noch immer bin ich jeden 2. Mittwoch um 14 Uhr mit einer einstündigen Radioshow auf Byte.FM aktiv. Das war es auf die Schnelle. Frische News immer auf www.stag-o-lee.com! - R-man

Samstag, 18. September 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties Johnny Bristol – If I Can’t Stop You Okay, 1980 war in der Soul-Welt noch nicht alles so scheußlich, wie es im Lauf der Dekade noch werden sollte. Johnny Bristol hatte seine besten Jahre aber schon hinter sich, sein klares Karriere-Highlight war natürlich das 74er Album "Hang On In There Baby" mit dem gleichnamigen Song als auch heute noch zündender Hit.
Davor war Bristol ein Mitglied der Motown-Family, verheiratet mit Iris Gordy und als Produzent und Songwriter für u.a. Stevie Wonder, Diana Ross, Marvin Gaye & Tammi Terrell, Smokey Robinson, Michael Jackson, Martha Reeves, Jimmy Ruffin und Four Tops tätig. Er starb 2004 im Alter von 65 Jahren. Die Karriere kam in der zweiten Hälfte der 70er dann nicht mehr wirklich in Gang, auf diese Perle stieß ich anno 1997 auf der feinen ersten BBE-Compilation „Strange Games And Things“ mit weiteren unverbrauchten Rare Grooves von u.a. Love Unlimited Orchestra, Minnie Ripperton, Father's Children, Gwen Mcrae, Barkays. „If I Can’t Stop You” leidet zwar ein klein wenig an den Saxofonen, ist ansonsten aber ein kleines Arrangement-Wunder (Flöte, Gitarren, Streicher) und beweist vor allem, dass Johnny Bristol ein großartiger Sänger war. (Whirlyjoe)

Freitag, 17. September 2010

Abt.: Brandnew A Rocket In My Pocket - The Soundtrack To The Hipster’s Guide To Rockabilly Music Diese ganze britische Psychobilly-Mischpoke wie die Sting-Rays und Meteors, die man dem Garage-Punk-Fan damals unbemerkt und so nebenbei mit unterjubelte, habe ich auf 7“ so gutg wie komplett. Und die Stray Cats mochte ich natürlich auch, als sie damals rauskamen. Aber sonst habe ich eigentlich immer einen weiten Bogen um Rockabilly gemacht. War einfach nicht bereit dafür, habe aber auch die falschen Sachen angetestet, wenn ich mich mal wieder vorgewagt habe in das Terrain. In der Szene gibt es ja auch unglaublich viel generic shit, Scheuklappen ohne Ende und klischeeversuchte Bands. Erst seit dem Jahr Null der Spoonful Zeitrechnung rutscht der eine oder andere Billykracher rein, Johnny Burnette, oder Elvis oder eben einer dieser unzähligen No Names, der einem direkt die Beine wegfegen. Ein paar ordentliche Compilations gibt es, eine hat Keb Darge mit Cut Chemist als Lost & Found zusammengestellt (und mit Jump Blues gemischt) oder den kompletten Overkill mit der 7-volumigen Untergrund-Doppel-CD-Reihe Big Bad Rochabilly Boppers! Und jetzt A Rocket In My Pocket! 28 Tracks, die der Bezeichnung Rockabilly gerecht werden, also nicht Country, und auch nicht Hillbilly! Mitten drin natürlich ’the cat who started it all’, The King (auch Cover-Star) mit seinem Mystery Train. Im Fokus stehen die Labels Sun, Starday, Meteor oder Columbia, angereichert mit diversen kleineren Imprints wie Lilac. Die CD ist eine saucoole Rockabilly-Einstieg-Collection und Soundtrack zu Max Décharné’s brandneuem 300 Seiten-Buch mit gleichem Titel. „Hepact classics and rockin’ rarities” sagt das Backcover und von Carl Perkins über Johnny Burnette bis Charlie Feathers sind die Klassiker vertreten, aber das Salz in der Suppe sind die No-Name Artists, die alles was sie hatten in ihre 2:20 packten. Das war schon irgendwie Punkrock, wie die da damals rangegangen sind. Dazu gibt es ein Ace-typisches Perfekt-Booklet mit Track-by-Track-Info und Memorabilia. (R-man) cd

Donnerstag, 16. September 2010

Spoonful #38 – Prince Koolski’s Royal Sound!
Der Sommer ist vorbei und die Spoonful Crew kommt mit einem Mix, den wir durchaus vor 2-3 Monaten hätten präsentieren können. Aber better late than never, denn so kann man sich den Sommer zurückholen in seine vier Wände. Prince Koolski hat hier jede Menge seiner Rocksteady Favoriten zusammengepackt und dabei durchaus nicht auf die Hits verzichtet, denn Tunage wie Reggae Got Soul (Toots), People Rocksteady (Uniques) und Ba Ba Boom (The Jamaicans) ist eben unverzichtbar für einen guten Flow, Dazwischen gibt es ein paar Dubs, hinten raus etwas Ska und gar einen eigens gebastelten Rewind! Von etwas MC-ing und allerlei Getröte zwischen den Stücken ganz zu schweigen. Aus den Linernotes:
"Sultry Rock Steady and top Reggae hits make this disc a top dance and party collection. Containing many favorite songs like “Ba Ba Boom” and “Cry Tough” and all presented in true digital clarity, this collection is a true greatest hits package that is guaranteed to pack the dance floor, wake the town and rule the nation. Hope you dig – Selector “Prince” R-man" cd

Mittwoch, 15. September 2010

Spoonful #37 – Be Black Baby Unser aller Kumpel Patrick, der Ire mit dem jamaikanischen Blut (wegen seiner lässigen Soon Come-Mentalität) war mal wieder in unserem kleinen Dorf Spoonful zu Besuch. Wie eigentlich immer mit seinem Bruder Michael im Schlepptau, der allerdings grundsätzlich keine Musik mitbringt, sondern stets mit der gleichen Entschuldigung zum Gegenangriff bläst: „Gimme the Spoonful box set and I dj my ass off!“ Nun gut, wir haben ihm dann klar gemacht, dass etwas Entwicklung und frisches Blut in Form von neuen, aufregenden Stücken (die wir zudem nicht kennen) beim nächsten Besuch angesagt ist. Sonst bleiben die Stadttore für ihn geschlossen. Auf Patrick war Verlass, der hat wie gewohnt eine CD da gelassen, aus der ich nun 20 Minuten für Spoonful #37 ausgewählt habe. Wie erwartet, kommt bei ihm Groove vor Tempo und Tunes von Jim Ford, Chubby Checker, Freddie King und Them loten das Spoonful Universum gut aus. Da Chrispop nur Augen für die kleine Felicitas hat, Satellite von Lena reggaefiziert oder alte Kinks-Stücke mit Housebeats unterlegt (Pfui!), haben Whirlyjoe (u.a. Irma Thomas, Little Richard, The 5 Royales und Coconut Woman von Gary US Bonds), K-Nut (Mercy von The Third Degree, Lula Reed, Lonesome Sundown, Betty Harris) und yours truly (Big Maybelle, Albert Collins, Bobby Powell, Belfast Gypsies) den Sack alleine zugemacht. 32 Tunes, CD randvoll, mission accomplished, ain’t no stoppin‘ us now! (R-man) cd

Dienstag, 14. September 2010

Golden Soul Moments Of The Eighties David Joseph - You Can't Hide (Your Love From Me) (Larry Levan Mix) Eigentlich wollte ich hier mal die full length version von Love Vibration von Joe Simon empfehlen, die ich früher mal gedroppt habe und die auf meinem ersten shake baby shake Mix zu finden ist. Aber der Cut ist von `78 und fällt somit raus aus dem Schema. Zwei Tracks weiter in meinem Mix findet sich dann ein gewisser David Joseph mit You Can't Hide (Your Love From Me) von 1981, allerdings im Larry Levan Mix. Was der Paradise Garage DJ daraus gemacht hat, lässt das Original weit hinter sich. Meiner Meinung nach, aber es ist ja auch ein Blog, da wird man noch seine Meinung sagen dürfen. Die Inspirationsquelle: die leider in die ewigen Jadggründe gegangene Choice Serie hat damals wichtige Tracks der 70er, 80er und 90er Dancehistory zurück ins Bewusstsein geführt, jede Folge wurde von einer DJ-Legende kompiliert - von Frankie Knuckles über Danny Tenaglia bis Tony Humphries, von Francois K. über Louie Vega bis Kenny Dope haben alle einen Blick in ihre Plattenkiste gewährt. Unverzichtbarer Stoff! (R-man)
Ich schrieb ja im letzten post von "in entsprechenden Kreisen hochgehandelten Schätzchen"; das David Joseph Album "The Joys Of Life" ist eines davon. Auf dem LP-Cover ist "You Can't Hide (Your Love From Me)" zwar gar nicht erwähnt, es findet sich aber als letzter Song auf der ersten Seite. Tatsächlich ist der LL-Remix der Original Version überlegen, da will ich R-Man gar nicht widersprechen. Der Mann war zuvor als Keyboarder bei Hi-Tension aktiv, und obwohl sein Solo-Album verständlicherweise sehr tastenlastig ist und auch kein Schlagzeuger in den Credits auftaucht, finde ich dass das Ding doch recht organisch klingt. In dieser Hinsicht waren die Brit-Funker ihren amerikanischen Kollegen anscheinend irgendwie überlegen. In diesem Zusammenhang sei auch die etwas früher ansetzende SoulJazzRecords-Compi British Hustle empfohlen, auf der eigentlich nur die wirklich guten Linx fehlen. (K-Nut)

Montag, 13. September 2010

Big Singles! Weihnachten steht vor der Tür und ich wünschte, ich hätte 1.000 britische Pfund locker auf Tasche. Dann würde ich wahrscheinlich It's All Over Now von den Rolling Stones, Good Luck Charm von Elvis Presley und Peggy Sue von Buddy Holly nehmen. In der Grösse wie auf dem Foto natürlich. Eine ziemlich großartige Idee wie ich finde, Singles auf 68x68 cm zu vergrößern, Papiercover nachzudrucken, eine Kunststoffplatte mit Labelnachbau reinzustecken und eine ordentliche Wandhalterung (via Mittelloch) mitzuliefern. Hat mich direkt schwerst begeistert. Trefft Eure Auswahl hier! (R-man)

Sonntag, 12. September 2010

Gizelle Smith & Mighty Mocambos @Soul Inn, Lido Berlin 04.09.2010 Irgendwie schaff ich es nicht , zu den diversen Soul Parties in Berlin zu gehen. Oft hab ich halt etwas anderes vor, oder es ist mir (mittlerweile) zu spät in der Nacht. Letzten Samstag sollte aber der 4. Geburtstag des Soul Inn auf keinen Fall verpasst werden, zumal mit Gizelle Smith und den Mighty Mocambos eine der besten Soul-Livebands (Europas) verpflichtet wurde. Seit dem Shakedown #1 hatte ich diese nicht mehr gesehen. Dynamic Don und Kristian Auth veranstalten seit 2006 jeweils am ersten Samstag im Monat diese Tanzveranstaltung im Kreuzberger Lido am Schlesischen Tor, ein ehemaliges Kino aus den 50ern, also alles rund und holzvertäfelt, mit großem Wintergarten für die Raucher. Ansonsten regiert hier Indierock vom Karrera Klub mit mittelgroßen Konzerten. Leider kam ich so spät, dass ich keine der ersten 50 Mix-CD’s der DJ’s abgreifen konnte. Schade, denn die Puristen legen nur 45’s auf, und zwar ausschließlich Rare Grooves, keine Motown Hits. Gizelle Smith & Mighty Mocambos warteten mit der Show doch noch bis 23:00, da die sehr große Venue (genial ausgeleuchtet mit Diaprojektoren, die 10x20m große Soulshacks an die Wand warfen) erst einmal gefüllt werden wollte. Als gut 300 Leute da waren, ging’s dann los, und wie. Die Mocambos in 10-Mann-Stärke mit Bläsersatz und Backing Vocalists aus London machten mit der Konzertanlage mächtig Druck und müssten eigentlich in der ersten Liga spielen. Kein Halten gab es beim Auftritt von Gizelle Smith herself, sexy as ever mit umwerfenden Entertainer(!)-Qualitäten. Spielfreude gemixt mit entwaffnender Professionalität. Ich habe kaum einen Unterschied zu Sharon Jones & The Dap Kings gesehen oder gehört. Nach der Show wurde strictly Rare Soul aufgelegt, was mich später doch ermüdete. Ein paar Hits oder ein entspannter Rocksteady Tune fehlte mir dann doch. Beim nächsten Live-Konzert bin ich aber wieder dabei. Alles weitere sehr schön hier auf der Soul Inn Webseite. (An-Dréad)