Freitag, 19. März 2010

(Foto: Bronzerat Rec.) Gemma Ray Live in Bonn ...gespannt war ich ja schon auf den Auftritt von Gemma Ray mit kompletter Band, hatte ich sie doch bisher nur solo erlebt. So begab ich mich überpünktlich in die Bonner Harmonie, übrigens eine äusserst angenehme Lokalität für Konzerte, Essen und Trinken. Die Zuschauerzahl sollte dann aber ziemlich überschaubar bleiben. Hätte man zudem alle WDR- und Harmonie-Mitarbeiter sowie alle Gästelisten-Kandidaten abgezogen wäre das wohl ein recht intimer Abend geworden. Hatte Gemma schon bei ihrem Solo-Konzert im Kölner Stereo Wonderland den Mikro-Ständer mit Blumen geschmückt so war diesmal die ganze Bühne derart verziert. Die Anzahl, der auf der Bühne herumstehenden Instrumente war ebenfalls beachtlich! Wie erwartet ging es pünktlich auf die Minute los. Sehr überrascht und erfreut war ich über das Erscheinen des Keyboarders, handelte es sich doch um Michael J. Sheehy, der ja auch Gemmas beide Alben produziert hat. Auch hier wurde, wie bei Michaels Alben, sofort der deutliche Unterschied zwischen Studio und Bühne offenbar. Live wesentlich druckvoller, energischer, lauter! Insgesamt 6 Personen auf der Bühne (Michael, nach Eigenaussage noch nervöser als bei seinem eigenen Crossroads-Gig) machten einen im Vergleich zu den Alben heftigen Lärm. - aber was für ein herrlicher Radau! Gemma vor geschätzten 10 Effektgeräten, die sie aber sehr souverain bediente. Selbst die Background-Sängerin hatte zwei Effektgeräte zu bedienen. Als die Band dann kollektiv nach einigen Songs von der Bühne verschwand rechnete der Großteil des Publikums wohl mit einer Solo-Nummer, doch es wurden vier. Gemma Ray sampelte ihre Stimme und Gitarre mehrfach, sang und spielte perfekt zu den geloopten Sounds. Das machte zwar wiederholtes Knien und Gekrabbel vor ihren Effektgeräten nötig, so dass sie für weiter hinten stehende Zuschauer zwischendurch unsichtbar wurde, aber das produzierte Soundgewitter aus Loops, Feedback und Drone war schon recht beeindruckend! Auch diesmal kam für das Saiten-Geschredder wieder ihr imposantes Küchenmesser zum Einsatz. Auffällig die zahlreichen Cover-Versionen, die mir aber durchgängig extrem gut gefielen. Zum Teil recht eigenwillig arrangierte Songs von z.B. Etta James und Alex Harvey und eine tolle Interpretation von "Touch Me I'm Sick" im Solo-Block als reduzierte Blues-Nummer zur Vintage-Beat-Box. Großartig! Die, von Rembert in der Anmoderation zitierte, Beschreibung "Norah Jones taking Amy Winehouse's drugs" passt meiner Meinung nach überhaupt nicht! Mir kommen da eher die Ronettes mit Woven Hand als Backing Band in den Sinn (trifft's aber auch nicht wirklich). Als letzte Nummer der Zugabe (man endet so pünktlich, wie man beginnt) gab's eine wundervolle Version von "Remember - Walking In The Sand" der Shangri-Las. Im Anschluss sprach mich der Tourbegleiter auf mein Stag-O-Lee-Shirt an, er war zum Stag-O-Lee-Shakedown mit Kitty, Daisy & Lewis unterwegs und schwärmte in den höchsten Tönen von diesem Festival. Er erzählte mir auch, dass Gemmas nächstes Album ein reines Cover-Album wird. Ansonsten stehe ich solchen ja eher skeptisch gegenüber, in diesem Fall kann ich's kaum erwarten. "It's A Shame About Gemma Ray" wird das Album heissen und erscheint im Mai. Text dazu gibt's unter anderem hier. Danach gab's den Auftritt von W. Michels, da bin ich aber nach drei Songs dezent verschwunden und war Michael J. Sheehy für die Einladung zum Backstage-Bierchen sehr dankbar. Ich habe mir danach noch zwei Stücke angehört, aber das ist so gar nicht meine Musik. ...irgendwie bin ich für sowas noch zu jung. Gemma Ray und Band brachen kurz darauf nach Brüssel auf um den Flieger nach Austin zu nehmen. Dort bespielen sie zur Zeit das South By SouthWest-Festival. Bleibt also noch ein trifftiger Grund mehr sich umgehend um Karten für's OBS zu bemühen! (K-Nut)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

DAnke lieber k-nut ! sehr schöner Bericht (und behalte bitte deinen jugendlichen elan)
BadaBing!

K-Nut hat gesagt…

..."Jugendlicher Elan"???
Es gibt Tage, da fühle ich mich wie Mitte Vierzig!

Anonym hat gesagt…

ach was! for ever young trällerte schon der gute andre heller.
Badabing!