Donnerstag, 22. Oktober 2009

Celestial:

Jonathan Richman live

Letzten Sonntag habe ich es endlich geschafft, einen meiner ganz großen Helden auf der Bühne zu sehen: Jonathan Richman. Als Typ schon immer der ewig jugendliche Romantiker, als Songwriter einer für die Ewigkeit – finde ich jedenfalls. Heute ist er 58 Jahre alt, die man ihm nun wirklich nicht ansieht. Letztes Jahr hat er ein ebenso grandioses wie untergegangenes Album („A Que Venimos Sino A Caer“) vorgelegt, jetzt spielt er eine kleine Tour allein mit Drummer Tommy Larkins, ein wahrhaft legendärer Typ, der schon bei Giant Sand, Naked Prey, Green on Red, Vic Chesnutt, Friends of Dean Martinez gespielt hat. Bitter: nur circa 80 Leute fanden sich in der Schorndorfer Manufaktur ein, die sollten ihr Kommen aber nicht bereuen. Auf der ziemlich großen Bühne stand nur ein schlichtes Drumkit, und zwar ganz vorn am Bühnenrand. Auftritt Jonathan mit Gitarrenkoffer und Teebecher. Die ersten Töne: „Egyptian Reggae“ und schon hatte der bestens aufgelegte Meister sein kundiges Publikum im Griff. Es folgten viele Hits und ein paar neuere Songs, gerne auch auf spanisch gesungen, gespielt mit einer schlichten Wandergitarre, ohne Haltegurt und unverstärkt nur über ein zweites Mic in Hüfthöhe, das er im Überschwang der guten Laune aber oft ignorierte. Und der Mann spielt eine brillante Gitarre. Und er tanzt sehr gerne und ausgiebig. Dazu bedient er kleine Percussion-Rasseln und verbreitet ungehemmt gute Laune. Und zwar so forsch, dass mein Nachbar schon eventuell überdosierte Stimmungsaufheller vermutet hat. Ich denke aber, dass er einfach einen Überschuss an körpereigenen Endorphinen hat – jedenfalls amüsiert er sich prächtig, tanzt immer wieder ausgelassen und hat das Publikum fest im Griff. Gedankt wurde es mit beseeltem Dauergrinsen und reichlich Applaus. Aber auch musikalisch war es fantastisch, gerade auch wegen Drummer Larkins, der maulfaul und stoisch an JJ Cale erinnerte und einen sensationell minimalistischen Groove einbrachte. Dem hätte ich allein schon stundenlang zuhören können. Zusammen mit Jonathans ansteckender Euphorie und so lustigen („I Was Dancing In A Lesbian Bar“) wie meisterlichen („Pablo Picasso“) Songs verging die Zeit dann wie im Flug. Als Zugabe schließlich ein ganz ernsthaftes Leonard Cohen-Cover und alle waren rundum glücklich. Für mich dieses Jahr das beste Konzert außerhalb der Beverunger Eisarena. Danke an Chris für die schnellen Fotos. (Whirlyjoe)

Kommentare:

Chris hat gesagt…

...sehr gut beschrieben Joe da kann ich nix mehr hinzufügen...ähhh doch, die Kürbissuppe im Lokal vorm Konzert war auch ganz großes Kino :-)

Sgt. Rembo hat gesagt…

Hier off-topic - aber wohin soll ich mit meinem Kummer!??!

Nein! Bitte nicht! Dies ist ein Aufruf! Das Shake Baby Shake darf nicht sterben!

Bitte schickt diese (oder ähnliche) Zeilen an reinhard@glitterhouse.com und agentur.bruemmer@t-online.de, bombardiert den, die, das shake-baby-shake blog (http://www.shake-baby-shake.blogspot.com/), ruft Freunde und Bekannte dazu auf, um das Shake-Baby-Shake zu kämpfen. Jammert! Weint! Kämpft! Flucht! Lasst uns versuchen, die beiden Macher zur Umkehr zu bewegen. Bitte. Danke.

Wie die Macher des Shake Baby Shake, der (fast) monatlichen Tanz- und Feiersause im Beverunger "Stadtkrug", jüngst verlauten ließen (und wie dem Plakat für das November-SBS zu entnehmen ist), soll die Institution der Lebensfreude, die Bambule für die Guten, der Spaß ohne Sperrstunde, der Gipfel des guten Geschmacks nur noch zwei mal stattfinden. Im November und im Dezember. Dann soll Schluss sein. Zumindest "erstmal".

Was das heißt, dürfte klar sein: eine Abwertung des Standortes Beverungen. Und eine Katastrophe für meine persönliche Lebenswelt sowieso. Das darf doch nicht wahr sein!

Daher mein Appel: Reinhard und Axel, gebt euch einen Ruck! Lasst uns nicht hängen! Bitte! Macht weiter! Und alles wird wieder gut.

Also bitte: Geht in euch! Macht euch deutlich, dass vielen, vielen Leuten das Shake-Baby-Shake ans Herz gewachsen ist. Dass etwas fehlen würde, und zwar etwas Einzigartiges, wenn ihr aufgebt. Lasst es bitte weiterhin krachen, beschert den Leuten weiterhin Vergnügen, macht diese Welt weiterhin zu einem besseren Ort. Wir zählen auf euch!

Verzweifelt,

Rembert

chrispop hat gesagt…

x2

Anonym hat gesagt…

äh, warum wollen die denn aufhören?