Montag, 27. Juni 2011


Kitty, Daisy & Lewis
Die zweite Meinung

Unser lieber R-man zeigte sich ja kürzlich nicht wirklich begeistert vom neuen Kitty, Daisy & Lewis-Album, kündigte aber gleichzeitig eine Gegendarstellung/Konterreview von Freund Whirlyjoe an. Der ist jedoch zurzeit mit wichtigeren Dingen beschäftigt, meinte aber einen Top-Ten-Kandidaten des Jahres 2011 zu hören und fand Album zwei deutlich besser als das erste.

Ich stürze mich jetzt mal todesmutig in die freigewordene Meinungslücke, hatte inzwischen auch genügend Zeit mir eine eigene Meinung zu bilden und lande mal wieder irgendwo im diplomatisch wertvollen Mittelfeld.

An zu hohen Erwartungen kann Smoking In Heaven bei mir schon mal nicht scheitern – ich hatte schlicht keinerlei Erwartungen. Das Erstlingswerk von K,D&L fand sich zwar in meiner Jahres-Bestenliste, aber gar so oft habe ich es in letzter Zeit dann doch nicht gehört. Ohne den Niedlichkeits-Faktor der drei Blagen wäre das Album auch sicherlich nicht international dermaßen abgefeiert worden, wie es der Fall war. Live gefiel mir der Charme und die Spielfreude der Rasselbande zwar sehr aber das ständige Instrumenten-Gewechsele und –Gestimme ging mir arg auf den Keks. 

Mutig und sehr begrüßenswert finde ich die Tatsache, dass sich die drei nicht an einem zweiten Aufguss versucht haben und ein komplett selbstgeschriebenes Werk vorlegen. Neu sind zudem Ska- und Funk-Einflüsse. Das finde ich größtenteils wundervoll, das hat Groove, macht Spaß und selbst die Trompete von Eddie ‚Tan Tan‘ Thornton nervt nur selten aber jetzt kommt das große ABER: was um Himmels Willen sollen diese Jams auf einem Album? 

Sowas gehört in den Proberaum, nicht auf die Bühne und schon gar nicht auf einen Tonträger! 
Hätte man all dieses selbstverliebte Gedaddel weggelassen hätte es ein wundervolles, konzentriertes Album gegeben, das mit geschätzten 35 Minuten immer noch lang genug gewesen wäre. Den Spruch vom breitgetretenen Quark spare ich mir, aber nie passte er so gut wie hier. 

Mein erstes Hörerlebnis mit Track 8 What Quid?:
1.„cooler Groove“ 
2.“singt da denn niemand?“ 
3. „aha, ist wohl ein knackiges Meters-style Instrumental“ 
4. „jetzt ist’s aber mal gut!“ 
5.“danke, das reicht!“ 
6.“siebenminutendreissig???“ 
… sorry, aber sowas hätte man ersatzlos weglassen können! 

Im Cover bekommt man erklärt welches tolles Original-Vintage-Equipment für die Aufnahmen benutzt wurde, da passt es wirklich nicht ein Album mit über 60 Minuten Spielzeit abzuliefern, dass dann mind. 20 Minuten zu lang ist. Auch hier passt ein Großeltern-Spruch: „Hier wäre Weniger Mehr gewesen.“


Also gebe ich hier abschliessend R-man recht: Die Songs sind zum Teil definitiv zu lang, die Instrumentals überflüssig!             ….und ich gebe auch Joe recht: Besser, frischer, eigenständiger als das Debut ist das trotzdem!    

…und dann bastelte ich mir eine hübsche Best Of aus beiden Alben und hörte nur noch die.

(K-Nut)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Freunde des gehobenen Dub-Reggae,
wenn möglich, besucht die Jungs von Fat Freddy's Drop auf einer ihrer Konzerte der aktuellen Tour in Europa. War gestern beim Deutschland-Tourauftakt in Offenbach und was die Jungs dort abgeliefert haben, war extra-klasse. Ein fantastischer, über zwei Stunden dauernder Trip mit allen Facetten und Spielarten des Reggae und ein tobendes Publikum von Anfang bis Ende. Insbesondere der Posaunist hat schon dermaßen hohe Alleinunterhaltungs-Qualitäten, daß man Joe Dukie teilweise kaum mehr wahrnimmt. Hab keinen im Publikum gesehen, der irgendwann noch ruhig da stand.

Midnight Marauder aka Black Caesar

Anonym hat gesagt…

Mal schauen, ob ich es morgen in die Berliner Columbiahalle schaffe.

Sind das nicht süße Zahnlücken im neuen KD&L Video?
Ich find die neue Platte klasse. Die Länge der Stücke hatte mich zunächst auch sehr verwirrt, aber nach mehrmaligen Hören komm ich zum Schluss, dass die Geschwister ein neues Genre erfunden haben, eine Art "extended vintage whatever music" wie seinerzeit im Dub-Reggae, als die Tracks länger und länger wurden. Ich find es mutig, Jams auf Platte zu pressen. Man hört den Spass an der Sache. Nur 60 min. auf Doppel-LP find ich unschön. Die Ska-Tracks hatte man z.B. auf eine Extra-EP pressen können. Wie dem auch sei, das Album läuft bei mir rauf und runter...
An-Dréad

Anonym hat gesagt…

knutster: sei nicht so hart zu den kinders, ich freu mich die im september live zu sehen...
BadaBing!