Freitag, 8. März 2013

Vorankündigung:
 
Charles Bradley - Victim Of Love

Endlich. Zwei Jahre nach seinem sehr späten Debütalbum ist jetzt das zweite Album des größten lebenden Soul-Sängers da. Wieder auf Daptone, wieder mit Producer Thomas Brenneck und der famosen Menahan Street Band eingespielt.
 
Nur zur Erinnerung: 2011 erschien mit „No Time For Dreaming” das tatsächlich erste echte Album des damals schon 63-jährigen vom Leben gebeutelten Soulshouters, der sich u.a. als James Brown-Imitator durchschlagen musste. Er ließ sich aber nicht unterkriegen und schaffte via Daptone doch noch den späten Karrieresprung.
Seither tourt er triumphal durch die Welt und jeder liebt Charles Bradley – ein Mann mit riesigem Herz und ganz viel Seele. Ich durfte ihn letztes Jahr live erleben, ganz klar mein Konzert des Jahres.
 
Jetzt also das neue Album. Stimmlich ist er tatsächlich noch besser geworden. Was für eine raue Deepness, Dramatik, rohe Kraft – ganz unglaublich. Damit rettet er auch die ersten Nummern des Albums, die mich noch nicht so ganz packen wollen. Zur Albummitte kommt dann aber etwas Neues (Altes) ins Spiel, nämlich Psychedelic Soul im authentischen Curtis Mayfield- und Norman Whitfield-Stil, wie einst bei den Temptations oder Undisputed Truth. Wow, das klappt hervorragend!
Bleibt aber auch nur eine Episode, bis dann in der zweiten Albumhälfte ein Highlight das andere jagt. „Love Bug Blues“ mit Chormädels und Flöte und im supertighten und ultratransparenten Menahan Street-Sound – was für eine sagenhafte Band! – auch im feinen kleinen „Dusty Blue“-Instrumental.
Noch besser sind dann „Where Do We Go From Here“: dunkel-dräuend, mit schwerer Acid-WahWah im Hintergrund, dann kommen zum Break diese verehrungswürdigen Bläser und Mister Charles Bradley ins Spiel – Gänsehaut pur. Und erst „Hurricane“ – im unwiderstehlichen unteren Midtempo-Groove, diesen magischen Gitarrenlicks namenloser James Brown-Gitarristen, inbrünstigem Gospel-Vibe und Handclaps.

Victim Of Love” ist das erhoffte wie erwartete Meisterwerk, an dem sich jedes Soulalbum in diesem Jahr messen lassen wird.
 
(Whirlyjoe)

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