Donnerstag, 4. Oktober 2012
Abt.: Wanted!
Steppin' Hot - Fourteen 60's Soul Sizzlers
Dieses wunderschöne Stück Großvinyl hatte der gute Patrick in der ersten Spoonful Nacht dabei. Das Ding sizzled tatsächlich wie Hölle und ich hätte es gerne mein Eigen genannt. Ist aber nicht zu finden. Ein vernünftiger Vinyl-Rip würde es auch erstmal tun. Aber dazu braucht man das Original. Falls jemand der Leser das Teil im Schrank stehen hat, bitte ich um kurze Meldung. Thanks. (R-man)
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Abt.: Normalerweise nicht.
Ray im TV
Gestern das erste Mal Ray gesehen, die Ray Charles Bio. Normalerweise reisse mich nicht um solche Musiker-Bios, deshalb habe ich ihn ja auch noch nicht gesehen. Aber da ich kein Sky habe und Bayern gegen diese Mannschaft aus dem tiefsten Russland nicht sehen kann, habe ich eben Ray eingeschaltet. Und: war absolutet Klasse! (R-man)
Samstag, 29. September 2012
Marcel Bontempi, Pt. 2
Vor kurzem haben wir an dieser Stelle noch die Old Mad Witch Ep gelobt, nun ist die Big Fat Spider 45 auf Migraine dran. Noch garnicht so alt, aber die auf 500 Stück limitierte Single dürfte in Bälde Stück für Stück ein Heim gefunden haben. Hat sich nämlich rumgesprochen, dass der Montesas Frontman ganze Arbeit abliefert. Wie man auf dem Video sieht/hört. Leider nur 2 Tracks, aber trotzdem unverzichtbar.
Für Kurzentschlossene: Dr. Bontempi's Snake Oil Co. spielt heute abend in Frankfurt im Orange Peel anlässlich der Wild Cat Night. Und seit gestern gibt es das Dynamite Magazin beim Zeitungshändler eures Vertrauens, u.a. mit Bontempi Story. Empfehlung. Durchweg. (R-man)
Freitag, 28. September 2012
Abt: Sommerzurückbringer!
Trains, Boats And Planes – Finest Rocksteady Vol. 3
Hmmm, der Sommer ist vorbei, aber bei diesen Sounds holt man sich die Sonne in das Leben zurück.
Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es ist, 80 Minuten Rocksteady am Stück spannend zu halten. Zu viel Durchschnitt wurde damals produziert, die Bandmaschinen hatten scheinbar keine Stop-Taste. Aber was die Leute um Panza, den Selector von Supersonic hier zusammengepackt haben, ist die absolute Tabellenführung. 30 Tracks, leicht gemixt, aber einzeln anwählbar. Smoothe Grooves, sehr seelenvolle Vocals, gerne auch im Trio und dahinter das wunderbar-einzigartige Shacka-Shacka – eigentlich instrumental ohne Fehl, aber einzig und wegen der rudimentären Aufnahmetechnik eben mit Dreck und Schweiss und eben nicht so glatt gebügelt wie die Songs aus Hitfabriken wie Motown.
Natürlich finden sich hier bekannte Namen wie Prince Buster, die Paragons, Ken Boothe, Larry Marshall und andere, aber eben nicht mit den Hits, sondern mit Fundstücken, die eben nur ein Selector und Sammler hat. Und wie das hier verwoben wurde, das ist schon einmalig und ganz ganz groß... alleine die Sequenz aus dem Acapella Intro der Minstrels (Lonely Girl), das Glen Adams dann in den richtigen Song überführt, danach Claire Rene mit I Want You, direkt gefolgt von Donnie Elbert's Without You und It's So Hard Without You von Patsy. Liest sich doof? Ist grosse Kunst. Das Herz schmilzt dahin. Kommt zudem im nicen Cover! Ein Herzerwärmer, if there ever was one! (R-man)
Gibt’s hier!
PS: Abteilung „auch nicht schlecht“: die beiden Vorgänger Hot Shot und Awake theTown!
Donnerstag, 27. September 2012
Abt.: die letzten in buntem Vinyl!
Beat From Badsville
Trash Classics From Lux & Ivy’s Vinyl Mountain, Vol. 1
Fresh on Stag-O-Lee! Doppel-10-inch und Teil einer neuen Serie mit 50s-Tunes, die im Umfeld der Cramps-Head-Honchos immer wieder auftauchten (Radio-Shows, Interviews, Pre-Show-Tapes etc.), den Sound der Band mitgeprägt haben und entsprechend ungezähmt, aber auch exotisch und wacky daher kommen. Compiliert von Dave Henderson (Mojo/Righteous Records), der auch die Linernotes verfasste, ist dieses 24-Track Werk unterteilt in Lip Curling Rock & Roll (Hayden Thompson, Gene Matais…), Crazy Mixed Up Sounds (Versatones, Jack Judge…), Instrumental Madness (The Noblemen, The Dynamos…) und Ghoulish Exotica (Bob Luman, The Carnations…) – jeweils 6 Songs pro Thema/Seite. Alles schön schräg und rockin‘. Das Extraklasse Artwork stammt von Marcel Bontempi (Montesas). (R-man)
PS: Der Mailorder unseres Vertrauens hat noch die letzten der ultralimitierten Farb-Vinylauflage (eine 10“ in rot, die andere blau - seeehr schick) und nur dort gibt es eine CD-Version dazu (bedruckte CD-R im Vinylreplika-Faltblatt Cover). Wenn das mal kein Angebot ist.
Mittwoch, 26. September 2012
Coming soon on Stag-O-Lee!Adolphe Sex Et Ses Machines – Machines EP 7“
Im Augenblick in Arbeit und in Kürze das Licht der Welt erblickend: ein wunderschönes Stück Kleinvinyl mit 4 Songs der belgischen Band Adolphe Sex Et Ses Machines. Mindestens zwei dieser Herren standen erst vor kurzem auf der OBS Bühne – der Herr rechts auf der Bank ist Sänger Matt Hardison und in der hintersten Reihe der zweite von rechts ist Nico Leonard, ersterer Vorsteher der Moon Invaders und Caroloregians, letzterer Drummer bei beiden Bands und Eigner des Pum Pum Hotel Studios in Charleroix. Zwei der Tracks – Burnt Toast And Coffee und Come On Home Baby – wurden bereits auf der Soul Of Pum Pum Hotel Compi veröffentlicht, verdienen aber diesen Spezialrelease. Denn es handelt sich hier um zwei brandheisse 50er Rhythm`n´Blues Coverversionen der Extraklasse. Dazu zwei mordmässige Instrumentals, wobei Come On Home Baby eigentlich das Tittyshaker Video verpasst bekommen hat, das Machines verdient hätte (hier aber auch ziemlich grossartige Kombi aus Motorradsport und Frauenprügelei). Traurigerweise muss hinzugefügt werden, dass Gitarrist Max Schmitt (hinten rechts) zwei Tage nach dem OBS bei einem Autounfall ums Leben kam. (R-man)
Dienstag, 25. September 2012
Abt.: Dance the Spoonful!
Spoonful - Vol. 62/Sin City Jukebox 8
Für die, die die Geschichte nicht kennen bzw. vergessen haben: Ein Jahr vor dem Hurrikan Kathrina traf ich in New Orleans zufällig (er war mein Taxifahrer) Herb Franklin, den ich im Laufe der Woche immer wieder mal traf und der mir so manche Story erzählte. Vor allem von der Sin City Bar, die er in den 50er und 60er Jahren in Biloxi Mississippi betrieb und von den 7“-Singles aus seiner Jukebox, die er alle behalten hat. Und Jahre danach war es endlich so weit (Kathrina hatte zwischenzeitlich sein Haus komplett zerstört): er hatte jemanden gefunden, der seine Sammlung (10.-15.000) langsam digitalisiert und schickt in unregelmässigen Abständen CDs mit zirka 50 Tracks, aus denen ich 80 Minuten auswähle…
Und nun zu Vol. 8: Nicht zu fassen, welche Schätze Herb Franklin noch in seinem Keller hat! Das 8. Volumen, compiliert aus den 45ern, die in den 50ern und 60ern in seiner Bar in Biloxi MS in der Jukebox liefen, schlägt alles. Durchweg tanzbar, mit enormem Groove und einer fast 50:50 Mischung aus pechschwarzem Rhythm & Blues und weißem Rock & Roll. Zwischen zwei Instrumentals - dem treibenden Jaguar der Sidewinders und dem stimmungsvollen Harlem Nocturne in der Version der Viscounts - findet sich eine extreme Hitdichte mit hohem Fundstückfak-tor. Das einzigartige Brown Eyes von Young Jessie, das süchtigmachende Chick Safari von (yes!) Bill Haley, die schlichtweg grandiose I’ve Got A Feeling Version von Tawny Reed, der Nellie Rutherford Tune (welch ein Burner!), El Tecolote von Calvin Cool (der Name hält, was er verspricht), Fats Domino (yes! yes!) geht direkt in die Beine (If You Don’t Know What Love Is), die Dimples Version von Felton Jarvis dafür stramm nach vorne und eigentlich könnte ich über jeden Track ein Buch schreiben. Während wir sonst die Auswahl und Reihenfolge getroffen haben, lag Vol. 8 direkt korrekt in der Post - der alte Herb entwicklet ungeahnte Qualitäten. Ein, wenn nicht das Highlight der Sin City Jukebox Serie!
Gibt es hier oder noch etwas preiswerter (also fast geschenkt) unter spoonful (gmx) net - die Gesamtliste mit allen Covern und kurzen Beschreibungen gibt es hier!
Montag, 24. September 2012
The Spirit Of Talk Talk
Passend zum einsetzenden Herbst-Wetter kommt dieses musikalische Wunderwerk: ein Tribute-Album für die großartigen Talk Talk. Und wo Tributes sonst gerne und häufig lieblos zusammengestoppelte Cover-Versionen beinhalten, macht diese Do-CD einen durch und durch liebevollen und durchdachten Eindruck.
Dazu gibt es ein fettes Buch, eine eigene facebook- und eine wunderschöne home-page.
Dicke Empfehlung!
(K-Nut)
Passend zum einsetzenden Herbst-Wetter kommt dieses musikalische Wunderwerk: ein Tribute-Album für die großartigen Talk Talk. Und wo Tributes sonst gerne und häufig lieblos zusammengestoppelte Cover-Versionen beinhalten, macht diese Do-CD einen durch und durch liebevollen und durchdachten Eindruck.
Dazu gibt es ein fettes Buch, eine eigene facebook- und eine wunderschöne home-page.
Dicke Empfehlung!
(K-Nut)
Sonntag, 23. September 2012
Hörner
Demnächst an meiner Wand, links vom Elvis Bild. Für rechts ist ein weiteres mit der Aufschrift Mom in Arbeit. Freut sich der Vegetarier in mir. Wenn alles komplett ist, gibt es ein Gesamtbild. Unterstützt den Künstler! (R-man)
Samstag, 22. September 2012
Reverberation
Eher durch Zufall bin ich während meiner täglichen Arbeit
über die Reverberation Mixes gestossen. Und zwar auf der Seite der Allah-Las,
einer Band aus L.A., die des Öfteren mit Nick Waterhouse tourt, sich das Label
mit ihm teilt (Innovative Leisure), aber nicht wie Waterhouse im 50er
Rhythm`n´Blues, sondern eher im klassischen kalifornischen Psychedelik Pop
unterwegs sind.
Auf deren Bandseite, die ein wenig wie ein Blog aufgebaut
ist, finden sich allerlei nette Fotos (ähem), eine interessante MC mit Instrumentals
und mittlerweile 27 je 30-minütige Mixe (die man streamen oder downloaden kann) unter dem Titel Reverberation, die mal
so:
1. Jorge Ben - Comanche2. Father John Misty - I’m Writing A Novel
3. Ty Segall & White Fence - Easy Ryder
4. Los 007 - No Te Puedo Encontrar
5. J.J. Cale - Tijuana
6. Big Star - The India Song
7. Further - J.O. Eleven
8. Davy Jones & the Lower Third - I Dig Everything
9. Ric Menck - The Bicycle Song
10. Jackson C. Frank - Can’t Get Away From My Love
11. The Stone Roses – Tightrope
Oder auch so
1. David Kilgour - Blueprint
2. F.J. McMahon - Five Year Kansas Blues
3. Gary Farr & The T. Bones - Give All She’s Got
4. The Humblebums - Mary Of The Mountains
5. Tennent & Morrison - Fog In The Future
6. John Cale - Cable Hogue
7. Jerry Jeff Walker - Well of the Blues
8. Richard & Linda Thompson - The Calvary Cross
9. Slapp Happy - Blue Flower
aussehen können. Ganz interessant, wenn man auf sowas steht. Enjoy! (R-man)
Freitag, 21. September 2012
Abt.: Veranstaltungshinweis
The Great Crusades meets The Stag-O-Lee Allstars
Am Samstag, dem 06. Oktober feiert der ClubMusik sein 10-jähriges Bestehen in der Forstwirtschaft in Forst bei Bevern. Eine Veranstaltung, die man unbedingt unterstützen sollte, sorgt der Verein doch seit nunmehr einem Jahrzehnt dafür, dass die Musiklandschaft im Weserbergland nicht völlig verkarstet.
Mit den Great Crusades konnte man für die Feierlichkeiten den korrekten Headliner verpflichten, davor werden Jonathan Kluth und Daniel Nordgren & Band ordentlich anheizen. Vorher, in den Pausen und nach den Gigs werden drei der Stag-O-Lee Allstars auflegen und versuchen, den Post-Gig-Blues zu verscheuchen!
Da sein ist alles! Wird feucht und fröhlich! (R-man)
Donnerstag, 20. September 2012
Abt.: More Bass!
Lee “Scratch” Perry & Friends
Disco Devil/The Jamaican Disco Mixes
Wie das Leben so spielt. Ohne meine tägliche Dosis an jamaikanischer Musik gehe ich nicht ins Bett. Am liebsten natürlich Rocksteady und early Reggae bis zirka 1972. Als ich neulich aber an einem Ikea Möbelstück schraubte, habe ich die Studio One Disco Mix CD reingeschoben, die Soul Jazz vor Jahren veröffentlichte, und mich am Erfindungsreichtum jamaikanischer Produzenten erfreut. Und keine 12 Stunden später stolperte ich im www über die Lee Perry Doppel-CD-Sammlung, die offensichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit frisch erschienen ist. Und zwar auf Trojan, das nun im Hause Universal vor sich hindümpelt und scheinbar nur noch ein 1-Mann-Unternehmen ohne jegliche Promotionhilfe ist. So kann‘s gehen. Jedenfalls: Disco Devil (eine Version von Max Romeo’s gigantischen Chase The Devil), der Titeltrack von Lee „Scratch“ Perry ist dabei einer meiner absoluten Favoriten, also war die Freude groß!
Und jetzt
mal keine Angst vor dem Wort Disco! Im Prinzip haben die Jamaikaner in der
zweiten 70er Hälfte nur die Erfindung der 12“-Maxi aufgegriffen, um die
ursprünglichen 3-Minuten Tracks mit der Version auf eine 12“ zu pressen, damit
beim Soundsystem stramm durchgetanzt werden konnte. Die Version war meistens
der Dub, der zuvor auf 7“-B-Seite zu finden war, manchmal gepaart mit
DJ-Toasting. Auf jeden Fall sehr oft sehr abgefahren und weit davon entfernt,
irgendeinen Rhythmuspart endlos zu wiederholen (wie bei den US Maxis). Die
Pressungen hielten sich im überschaubaren Rahmen, wahrscheinlich wurden
größtenteils Kleinauflagen für die Sound Systems und Dancehalls gefertigt. Yep!
Und nun zu
Disco Devil: Bombe! Bässe! Roots Reggae durch den Discowolf gedreht! 18 lange
Tunes, die Lee Perry zwischen 1977 und `79 für den Tanz hinschraubte. Und Lee
Perry war der Meister dieses Fachs, wobei der spezielle Sound seines Black Ark
Studios zur Einzigartigkeit beitrug. Was der Mann dort mit minimaler Ausrüstung
zauberte war so radikal, dass Lloyd „Bass Culture“ Bradley ihn den „Salvatore
Dali des Dub“ taufte. Scratch sagte selbst über sein Equipment: „It was only
four tracks written on the machine, but I was picking up twenty from the
extraterrestral squad...“. Ob nun Max Romeo, Junior Murvin, The Congos oder die
Heptones ist egal. Das hier ist ein durchgängiger Trip in eine ganz eigene
musikalische Sphäre. Auf Basssssswellen wirst du dorthin transportiert und
verbringst 140 wunderbare Minuten an einem anderen Ort. Und wenn die vorbei
sind, dann werden deine Augen leuchten und die ersten Worte werden sein: „Mehr
Bass!“ (R-man)
PS: Ist wie
gesagt unter dem Radar veröffentlicht worden und als Doppel-CD nicht mal teuer!
Mittwoch, 19. September 2012
Abt.: Direkt an die Tailfeather!
Spoonful - Vol. 61/The Paisley Fog's Primitive Platters
Die Spoonful Brotherhood hat prominenten Zuwachs bekommen! Denn der „Paisley Fog“ ist niemand Geringerer als Fuzztones Boss Rudi Protrudi, der in seiner Wahlheimat Berlin ja des Öfteren als DJ tätig ist. Auf The Paisley Fog’s Primitive Platters hat er vollständig auf seine 60s Punk/Garage Wurzeln verzichtet und eine stimmige Party CD compiliert, die, wie es sich für einen Musiker seiner Gattung gehört, direkt an die niederen Instinkte apelliert - sprich: Magengrube, Tanzbein, Tailfeather und Wohlfühlzentrum im Hirn!
Die Namen der hier vertretenen Künstler sind keine Unbekannten, aber wer jetzt eine Kopplung mit den üblichen Verdächtigen bzw. Hits erwartet, der liegt komplett falsch. Denn die Tunes, die Rudi ausgegraben hat, waren mir von eben diesen Acts fast durchweg völlig unbekannt. Und das macht diese Compi so enorm spannend! Mit dabei Sides von John Lee Hooker, Screamin’ Jay Hawkins, Jerry Lee Lewis, Gene Vincent, Lazy Lester, Mickey Gilley, Charlie Feathers, Dale Hawkins, Bo Diddley, Silas Hogan, Johnny Guitar Watson, Howlin’ Wolf, Slim Harpo, Jimmy Reed, LaVerne Baker, Big Maybelle, Esquerita und einige mehr. Das schlägt, wie man lesen kann, seine Wurzeln zwischen Rhythm & Blues und Rock & Roll, mit ein paar Abstechern in das Rockabilly Grenzgebiet! Ein ganz feines Teil, welches wir hier stolzest präsentieren dürfen. Natürlich ist Rudi auch für das exzellente Artwork zuständig! (R-man)
Gibt es hier oder noch etwas preiswerter (also fast geschenkt) unter spoonful (gmx) net - die Gesamtliste mit allen Covern und kurzen Beschreibungen gibt es hier!
Dienstag, 18. September 2012
Nick Waterhouse trifft Daryl Hall
Hall & Oates dürften in meiner Plattensammlung ein paar Zentimeter einnehmen. Gekauft vor Ewigkeiten und in irgendeinem Keller in einem von vielen Kartons entsorgt. Ich versuche die ganze Zeit zu ergründen, was ich damals gut an denen fand bzw. warum sie mir irgendwie sympathisch waren.
Dary Hall jedenfalls hat seine Kohle ganz gut angelegt und sich ein schönes Holzhaus gekauft mit einem grossen Musikzimmer, in dem man schon mal bis zu 10 Musiker aufbauen kann. Und ein Aufnahme- und Kameratean, denn mittlerweile gibt es 58 Episoden von Live From Daryl's House. Daryl Hall hat eine Gruppe sehr kompetenter Musiker um sich versammelt und lädt sich für jede Show einen Gast ein - bei #58 war es Nick Waterhouse, der sich anfangs ganz schön in die Hose machte, im Laufe der Session aber merklich auftaute. Das Ergebnis der zirka 45-minütigen Show sind mehrere Waterhouse Tunes live, ein Daryl Hall Song und der Klassiker Hit The Road Jack. Dazwischen Interviews, eine Waterhouse Bio, Crabcake kochen und ein gemeinsames Dinner.
Sehr kurzweilig und für Waterhouse Fans ein echtes Schmankerl. Sehen Sie hier!
Montag, 17. September 2012
The Great Jester Wild!
Ich schrob es schon einmal in diesem Blog, aber eigentlich müsste man alle 3 Tage darauf hinweisen. Dass nämlich unter jesterwild.com bis dato 50 DJ-Mixe von zirka je einer Stunde zu finden sind, die durchweg von einer extrem hohen Qualität sind, die in dieser Dichte einzig ist. Wenn man auf sowas steht: "Brilliant music out of the 50's, 60's and early 70's. You will find R&B, Popcorn, Soul, Latin, Ska, Exotica, Rockabilly and a touch of other styles."
Hier sind die ganz grossen DJs und Sammler am Start und ich kann eigentlich nicht genug bekommen von diesen Mixen. Eigentlich ist seit der Entdeckung der Seite immer irgendwas davon in Reichweite - entweder als gebrannte CD oder auf einem erbsengrossen USB-Stick (Frevel, I know), der in meinem Autoradio steckt.
Diese Mixe sind zudem eine mordsmässige Motivation für die Spoonful Compilation Crew, denn hier wird mal klargestellt, dass wir erst an der Oberfläche kratzen. Highly recommended! (R-man)
Sonntag, 16. September 2012
Marcel Bontempi, Part 1
Als Blogger fühlt man sich ja nachgerade dazu verpflichtet, kleine Perlen zu finden und unter die Meute zu bringen, so klein sie auch sein mag (die Meute). Fast wie zu alten Fanzine-Zeiten, als man die Postcard Singles von Aztec Camera (natürlich vor allen anderen) entdeckte, oder die Stepford Husbands, The Bongos oder was weiß ich noch...
Marcel Bontempi kannte ich nur als Chef der Montesas, die südlich von Kassel ihr Domizil haben, und sich durch harte Arbeit und gute Platten einen exzellenten Ruf erspielt haben. Mr. Bontempi ist zudem ein großer Künstler/Zeichner/Grafiker/Maler - einige seiner Arbeiten sieht man hier!
Und seit einiger Zeit ist er auch Solo unterwegs. Seine Old Mad Witch 7"-ep hat mich letztes Jahr sowas von den Socken gehauen, dass ich folgendes verfasste: Absolute BOMBE. Der Montesas Frontmann liefert hier vier geniale Cover ab – Train Of Sin (Bill Haley), Train To Satanville (Gin Gilette), Race With The Devil (Gene Vincent) und der unglaubliche Titelcut von Dave Gardner (Mörderdrums!). Jede Version dem Original ebenbürtig oder besser. Ein GIGANTISCHES Billy/ R&B-Kleinod. Tolles Cover vom Meister selbst. Auf Witchcraft Int’l und wie alle schwer limitiert.
Und da er auch noch kleine Videos zu seinen Releases schnitzt, kann man auch mal reinhören, bevor man seine wohlverdienten Euronen für dieses must-have-Kleinod raustut! Marcel Bontempi Part 2 folgt in Kürze! (R-man)
Samstag, 15. September 2012
Rock Steady, Krautsalat und Strawberry Lime!
Ein Reisebericht: Vor etwas über eine Woche durfte ich erstmals an einer musikalischen Bootstour durch den Hamburger Hafen teilhaben. Seit Facebook bekommt man ja verstärkt mit, was man verpasst und eine Barkassentour mit der MS Hedi (oder in dem Fall dem Schwesterschiff Claudia) stand schon lange auf meiner Liste.
Nun ergab es sich, dass der Cole Slaw Club zur Tour lud als ich zufällig nach Hamburg musste und da ich einige der DJs dem Namen nach kannte, gab es kein Halten mehr. Das Boot dreht normalerweise 4 Runden, legt jede Stunde an und man kann je nach Gusto zu- oder aussteigen - oder mal eine Runde aussetzen. Bereits am Start um 19 Uhr 30 waren gefühlte 60 Soulies, Mods und Liebhaber der frühen jamaikanischen Musik am Start (100 passen wohl gedrängt drauf auf die Nussschale) und ich kann euch sagen, was Schöneres kann es an einem lauen Sommerabend kaum geben. 50s R&B traf auf Soul auf Ska/Rocksteady/early Reggae - die DJs wechselten alle 20 Minuten und so blieb der Sound schön frisch. Durchweg auf hohem Niveau, inklusive einiger Spoonful Kracher, wobei mir die jamaikanischen Sets von Kev Casino am allerbesten gefallen haben. Dazu hat vielleicht die etwas krachige Anlage an Bord beigetragen, die den Charme eines Soundsystems Ende der 60er in Jamaika versprühte. Grandioser Abend, der nach Wiederholung schreit!
Die Afterparty im Indra litt leider unter zu kurzfristiger Ansage und dementsprechend dünnen Besuch, aber Mr. Casino und Rudi Get Smart droppten noch einige echte Perlen, bevor mir das alles zu Northern wurde. Und da man bis dahin ordentlich gebechert hatte, war es Zeit für die Koje, die in dem Fall nur einen Steinwurf weit weg war.
Am nächsten Morgen hatte ich natürlich alle Namen und Titel, die ich mir am Vorabend merken wollte, vergessen. Als Tourist geht man ins Schanzenviertel, wo wir dann erstmals im Selekta Shop landeten, einem Spezialisten für Jamaika Sounds, der aber auch mit 50s Rhythm & Blues und Artverwandtem ganz gut ausgestattet ist. Der Eigner, ein gewisser Ingo, präsentierte sich an diesem vormittag in Topform (soll aber immer so sein) und spielte mir gut gelaunt einen Tune nach dem anderen vor und fachsimpelte, was das Zeug hielt. So wohl habe ich mich in einem Plattenladen lange nicht mehr gefühlt und ich kann nur jedem raten, dort mal vorbei zu schauen.
Der erste Tune, den Ingo droppte, war dann auch gleich ein vergessener Favorit aus dem Indra: Hey There Lonely Girls von den Minstrels, im Original Ende der 60er auf Merritone erschienen und gerade auf dem japanischen Dub Store Label wiederveröffentlicht. Mit Acapellaversion auf der B-Seite. Absolut himmlisch, man höre oben! Weiche Knie galore!
Der Samstag endete dann im 20 Flight Rock, wo wir 4 Stunden an der Theke hockten, Astra und Strawberry Lime verklappten und uns an der exzellenten Mischung aus Rhythm & Blues, Rock & Roll und Rockabilly, sowie dem Leben an sich (Tatsache!), erfreuten. Klasse Laden, klasse Abend, klasse Stadt. Hamburg, wir lieb ich dir! (R-man)
Freitag, 14. September 2012
Abt.: so gut wie neu!
Spoonful - Vol. 60/Ahbe Casabe
Als alter Blog-Slacker habe ich natürlich auch die letzten Spoonful Volumen sträflich vernachlässigt bzw. einfach nicht gefietschert. Eine Scharte, die über die nächsten Wochen ausgebessert wird. Muss sein, denn auch nach Langzeitbeschallung kann man voller Stolz sagen, dass die von der Spoonful-Crew zusammengestellten Compilationen ganz weit vorne sind!
Und wer noch einen Beweis dafür braucht, dass Spoonful immer besser wird, der liegt bei Ahbe Casabe genau richtig. Der kleine Bruder von Mo’ Taters (#41) und Gibble Gobble (#45) ist wie diese mit „(Even Mo’) Exotica, Mambos, Popcorn & Tittyshakers“ untertitelt. Dabei ist die Mischung aus Moody Widescreen Popcorn (also soulful R&B), greasy Tittyshaker-Instrumentalen, lässig groovenden Mambos und exotischen Leftfield-Fundstücken fast noch besser gelungen als bei den Geschwistern. Eigentlich haben fast alle Stücke einen leichten Exotica-Touch, aber ohne den üblich seichten Muzak-Sound, sondern durchweg mit hohem Haltbarkeitsdatum und für eine nachmittägliche Pool-Party ebenso tauglich wie für den abendlichen Dancefloor. Schon der Opener: das Claus Ogerman Orchestra - Green Onions auf halber Geschwindigkeit, aber sooo cool. Oder Charles Ganimian, der mit Daddy Lolo den Oriental Rock & Roll von der Leine lässt, oder Shock Treatment von den Invaders (böses Voodoo-Instrumental), das grandiose On A Tropical Island von Anna Valentino und sogar Connie Francis ist dabei (mit Eighteen - ein unbeschreiblich gegen den Strich gebürsteteten Tune). Herb Zane lässt unnachahmlich die Perser twisten (The Persians Twist) - monumental und saurar! Joe Valino’s Popcorn-Juwel Everything I Touch Turns To Gold kann einen ebensowenig kalt lassen wie das abschließende, von leichter Jazzgitarre getragene Shadow Street von Kip Tyler. Und der Instrumental-Take von Unchain My Heart der Les Formidables geht direkt in die Beine, so wie Lucky Me von Chance Halliday direkt ans Herz geht („I was such an ugly kid, when the girls came by I ran and hid“). Muss ich Swing Low Sweet Cadillac (Aggie Dukes), Mr. Johnny Q (The Bobettes), Get Your Enjoys (Eunice Davis) und all die anderen noch erwähnen? Sehr, sehr genial wie das alles zusammengeht. Ein musikalischer Multi-Orgasmus. Und nochmal zum Mitschreiben: hochkalibriger Mix aus Mambo, R&B und Popcorn - keine Fahrstuhlmusik, sondern tanzbar und ready for the dancefloor! (R-man)
Gibt es hier oder noch etwas preiswerter (also fast geschenkt) unter spoonful (gmx) net - die Gesamtliste mit allen Covern und kurzen Beschreibungen gibt es hier!
Donnerstag, 13. September 2012
Dancecrasher
Nicht nur ein Klassiker von Alton Ellis, bei dem es um
einen Rudie geht, der einen Dance aufmischt, sondern auch der Name einer sehr
guten Webseite, bei der es nach eigenen Aussagen um „Jamaican
music from the sixties and early seventies including ska, rocksteady and reggae“
dreht. Also genau die Phase, auf die ich immer mal wieder ganz extrem abfahre und
die im Augenblick gar meine Musikwelt zu mindestens 50% bestimmt.
Auf Dancecrasher bekommt man die
Vollbedienung! Aktuelle Neuerscheinungen werden kompetent vorgestellt, wobei
Neuerscheinungen in diesem Zusammenhang eben Reissues oder Compilations
klassischer Werke sind. Seien es die Trojan-Releases, die immer mal wieder
ohne Ankündigung tröpfeln, oder Platten aus dem Hause Blood & Fire, Pressure Sounds oder wer
sonst noch so mitmischt. Dazu jede Menge Info über oft limitierte 7“-Repros (das
gute Dub Store Zeug zB) – und das (fast) immer mit Soundfiles.
Sehr interessant auch die Listung der
100 greatest Rocksteady Tunes, die sich langsam dem Ende nähert. Das wird
exzellent präsentiert, wie man hier bei Platz 8-10 sehen kann. Die Top-7 werden
Stück für Stück nachgereicht.
Top-Seite für den Fan! (R-man)Mittwoch, 12. September 2012
Wildcat Night Weekender
Große Teile (wenn nicht die komplette) shake baby shake Mannschaft
wird beim Wildcat Night Weekender am Freitag (26.10.) und Samstag (27.20.) im
Orange Peel Frankfurt zugegen sein, um bei allerbester Musik die Sau
rauszulassen. Am Freitag spielen Smokestack Lightnin‘ (Klasse
Country-Blues-Soul Quartett aus Nürnberg) und The Excellos (R&B Kracher aus
London in neuer Besetzung), am Samstag heizt Dollar Bill als One-Man-Band mit
seinem extraordinär guten Blues-Stomp vor, bevor Ray Collins Hot Club uns den Rest
geben. Dazu DJs, Verkaufsmeile (u.a. mit Stag-O-Lee Plattenstand) und jede
Menge Äppelwoi. Dienstag, 11. September 2012
Die Wüste lebt...
...vielleicht bald wieder. Aber vielleicht vertrocknet dieser Blog auch ganz. Nichts ist für die Ewigkeit, ein Blog schon mal gar nicht. Lebensumstände verändern sich, Freizeit kann man auch anders einsetzen und sowieso ist alles ganz oft ganz schön Käse.
Aber irgendwie tut es uns dann doch leid und es gibt
natürlich/eigentlich viel zu berichten, wenn man seine Energien mal bündeln
könnte. Wir reden drüber, was aber bedeutet, dass vor allem ich hier wieder
richtig aktiv werden muss. Und dass muss ich dann erst mal mit meinem
Zeitmanager und inneren Schweinehund verhandeln.
Es kann aber gut sein, dass es in Kürze hier wieder richtig
rund geht. Wie zu besten Zeiten. Watch this space. (R-man)Montag, 3. September 2012
Loving On The Flipside / Various Artists
Die Betreiber des Reissue-Labels Now Again nennen den Sound dieser Compilation durchaus kreativ “Sweet Funk” – quasi als Synthese der gängigen Black Music-Klassifizierungen „Heavy Funk“ und „Sweet Soul“.
Ob es sich hier ausschließlich um Single-B-Seiten (also Flipsides) handelt, weiß ich nicht, das Konzept ist aber klar: es geht um rare Soul-Tunes aus den frühen 70ern, verschollene Perlen aus der eher zweiten Soul-Liga, nicht so gelackt und perfekt wie zeitglich in den Stax- und Motown-Manufakturen entstanden, stilistisch aber auch heute noch höchst spannend.
Das macht dann insgesamt 21 Songs aus den goldenen Jahren 1969 bis 1977, die ansonsten nur noch in den Sammlungen obsessiver Soul-Aficionados zu finden sind, mit oft erfreulich ruffem Beat, psychedelischen Effekten und fast alle Gitarren-dominiert, dazu euphorische Harmonies und leidenschaftliches Falsett von Bands wie Darling Dears, The Equatics, Black Conspirators, Rhythm Machine (deren einziges Album auch gerade wiederveröffentlicht wird), Symphonic Four, The Conspiracy oder Hunts Determination Band.
Das Doppel-Vinyl kommt mit einem 80-Seiten-Buch mit Fotos und Infos zu allen Bands. Essentielle Soul History aus dem Underground.
(Whirlyjoe)
Freitag, 24. August 2012
Adrian
Sherwood - Survival & Resistance
Da war ich
dann doch gespannt, wie Mister Sherwood heute so klingt.
Seine Karriere ist ja
schon eigentümlich: in den 80ern schuf er mit On-U Sound als Producer und
Label-Betreiber einen ganz eigenen britischen Dub-Kosmos, dann wurde es
deutlich ruhiger (Produktionspause dank Schuldenchaos), bevor er seit 2003
plötzlich eigene Alben veröffentlicht.
Dies ist jetzt sein dritter Longplayer,
veröffentlicht auf On-U Sound, und er klingt kaum mehr nach Reggae. Sherwoods
ganz eigener Dub Style ist eher kontemplativer Art. Der mächtige Bass rührt
zwar immer unter der Oberfläche, die Beats sind aber abstrakter, entspannter,
sophisticated. Die meisten Tracks bieten sehr relaxte Soundcapes. Mit moody
Klangflächen und klaren, organischen und poiniert-minimalistischen Piano-,
Harmonica-, Cello-, Glockenspiel- oder Akustikgitarrenlinien mit Blues- und
sogar ein wenig Jazz/Bossa-Flavour.
Authentische Kiffermusik ist das nicht mehr. Vielmehr wird man von diesem
reifen Dub-Vibe förmlich eingesaugt. Vieles erinnert in seiner dunklen
Schönheit an Massive Attack, aber auch der Ethno-Dub-Entwurf von Bill Laswell
kommt mir in den Sinn.
Gesungen wird selten (je einmal von Ghetto Priest und der
betörenden Lilli), einige alte Weggefährten wie Skip McDonald und Crucial Tony
sind natürlich auch dabei.
„Survival & Resistance“ ist ein altersreifes, in
sich ruhendes Werk, das ich am heißesten Tag des Jahres nun schon zum vierten
Mal hintereinander höre. Etwas anderes kommt heute jedenfalls nicht mehr auf
meine Ohren.
(Whirlyjoe)
Mittwoch, 22. August 2012
Johnny Otis - That's Your Last Boogie!
Rundum-sorglos-Package
zum kaum zu unterschätzenden Thema Johnny Otis.
Die Triple-CD im Digipak kommt
trotz erfreulich schmalen Preises mit Booklet, Linernotes und discographischen
Angaben, und bietet letztlich alles, was man von dem erstaunlichen
Allroundtalent Otis aus den Jahren 1945 bis 1960 braucht. Und zwar in seiner
Eigenschaft als Musiker, Produzent, Bandleader und Arrangeur, der wohl wie kaum
ein anderes (griechischstämmiges!) Weißbrot die schwarze Musik Amerikas
beeinflusste – von Swing über Bigband-Jazz zu Blues, R&B und
Proto-Rock’n’Roll.
Weshalb wir hier auch viele historische Aufnahmen von so
tollen Acts wie Illinois Jacquet, Wynonie Harris, Jimmy Rushing, Little Esther,
Joe Turner oder Big Mama Thornton („Hound Dog“, yeah!) hören. Besonders gut gefällt
mir, wie Otis als Producer selbst bei eher konventionellen Blues- oder
Swing-Nummern immer wieder eine erstaunlich dreckige E-Gitarre eingebaut hat.
Die
drei randvollen CDs bieten insgesamt 83 Songs, unter denen sich reichlich
Perlen finden – wie gemacht auch für den Spoonful-Kosmos der Stag-O-Lee DJs.
Man höre nur so knackige Kracher wie Johnnys „All Nite Long“ oder „Drill Daddy
Drill“ von Dorothy Ellis.
Die Fantastic Voyage-Compilation mit dem unschlagbaren
Preis/Leistungsverhältnis bietet einen
perfekten Einstieg in das sagenhafte Oeuvre von Johnny Otis, der leider Anfang
des Jahres verstorben ist.
(Whirlyjoe)
Samstag, 11. August 2012
Antibalas - Antibalas
Fünftes Album der unermüdlichen Fela Kuti-Forscher aus New York auf Daptone und von Daptone-Chef Gabriel Roth im labeleigenen Studio aufgenommen.
Das Musiker-Kollektiv rund um die Daptones, TV On The Radio, Menahan Street Band, The Budos Band und eben Antibalas teilt sich zwar diverse Musiker, keine andere Band klingt aber wie die Afrobeat-Helden Antibalas.
Jetzt also nach längerer Pause (der Vorgänger „Security“ erschien bereits 2007) endlich wieder neues Material der elfköpfigen Truppe, und wie gehabt wird hier fast völlig nahtlos der Sound des 1997 verstorbenen Fela Kuti fortgesetzt. Und zwar ganz ohne irgendwelche Modernismen, Electronics oder House-Beats. Angertrieben von einer sensationell leichtfüßigen Rhythm Section, einem mächtigen Orgel-Fundament und fast ausschließlich rhythmisch eingesetzten Gitarren dominieren die satten Bläser das hypnotisch-brodelnde Geschehen.
Das ergibt dann sechs neue, treibend-tanzbare Songs zwischen sechs und acht Minuten Länge, wobei das einzige kleine Manko von Antibalas die Tatsache ist, dass Frontmann Amayo nicht das Charisma von Fela erreicht. Aber das wäre zweifellos zu viel verlangt. So bleiben Antibalas aber dennoch das Maß aller Dinge in Sachen aktuellem Afrobeat.
(Whirlyjoe)
Donnerstag, 9. August 2012
Folk im Park in Nürnberg
das zweitschönste kleine Festival der Welt
Letzten Sonntag entschlossen wir uns recht spontan, mit Wölzlein-Tours von Stuttgart aus ins Frankenland zu fahren, um nach kompaktem Sightseeing und leckerem Esssen (u.a. glutenfreies Scheufele mit Kloß) bei allerschönstem Sonnenschein am Nachmittag das idyllisch gelegene Festivalgelände im Marienpark zu erreichen.
Selbstredend trafen wir dann nicht nur diverse Leute, die auch schon beim Orange Blossom Special in Beverungen dabei waren, sondern sogar eine offizielle Glitterhouse-Delegation unter Federführung von Rembert S., dessen Aktionsradius sich lustigerweise auf den kleinen Kaffee- und Kuchen-Bereich links neben der Bühne beschränkte, wo man sein Bier auf Tischdeckchen abstellen konnte – mal was anderes als der Balkon der Glitzervilla.
Zur Musik:
Den guten Denis Jones aus Manchester konnten wir schon vor einigen Tagen in Stuttgart begutachten, sehr sehenswert, was der kauzig-bärtige Brite ganz allein auf der Bühne aus seinem elektronischen Equipment mit ausgefeilter Loop-Technik zaubert. Leider traf Jones erst mal ohne seine Technik ein, Air France hatte sein Gepäck verloren, weshalb er zunächst einen Song zur akustischen Gitarre mitten im Publikum spielte. Später am Abend hat es dann auch mit seinem Bühnenauftritt noch geklappt, was nach dem Headliner Other Lives eigentlich sogar sehr stimmungsvoll war.
Sehr gespannt war ich auf Ewert And The Two Dragons aus Estland, die sich tatsächlich als die erhofft indie-poppige und endlos melodiöse Gutelaune-Band erwiesen. Das könnte noch etwas Größeres werden, will ich meinen. Denn sie haben richtige Hits wie den hier zu bieten.
Ein rundum grandioser Auftritt, den man ganz entspannt direkt vor der Bühne geniessen konnte. Das wäre doch mal eine Truppe fürs nächste OBS, Rembert?
Insgesamt war das ein ganz herrlicher Sommer-Sonntag, mit sonnigstem Wetter und keinerlei Gewittergrummeln (wie überall angedroht). Nächstes Jahr sind wir garantiert wieder dabei. Respekt und Komplimente an die Veranstalter. ...und die Brauerei.
(Whirlyjoe)
Samstag, 4. August 2012
Everything is a Remix Part 4 from Kirby Ferguson on Vimeo. ...so, das war's! Hoffentlich habt Ihr gut aufgepasst - morgen wird der Stoff dann abgefragt.
Freitag, 3. August 2012
Donnerstag, 2. August 2012
Dienstag, 31. Juli 2012
Shaolin Afronauts - Quest Under Capricorn
Zweites Album der avancierten Afrobeat-Truppe aus Australien.
Während das Debüt “Flight Of The Ancients” letztes Jahr noch relativ exakt zwischen Fela Kuti und Mulatu Astatke zu verorten war, hat sich der musikalische Horizont mittlerweile ein gutes Stück verschoben. Zwar spielen The Shaolin Afronauts noch immer wie einst in den frühen Siebzigern: groove-betont, brass-lastig-jazzig und fiebrig-treibend, der Vibe ist aber ein anderer. Maßgebliche Referenz ist diesmal Sun Ra, denn hier dominiert ein freifließender Jazzgeist mit der einen oder anderen teils wilden und sehr freien Bläser-Eskapade.
Die Basis fast aller Songs ist aber ein subtiles Fender Rhodes-Piano oder auch mal eine spacige Orgel, über die dann ein brodelnder Groove mir coolen WahWah-Gitarren und leichtem Blaxploitation-Touch gelegt wird, bevor dann fast immer die üppige Brass-Section das Geschehen an sich reißt. Wie diese komplexe, aufregende und innovative Musik inszeniert ist, erinnert deutlich an die Kunst des großen Jazz-Arrangeurs Oliver Nelson („The Blues And The Abstract Truth“), der einst in den 60ern ähnlich subtile und dynamische Klangbilder kreiert hat.
Womit „Quest Under Capricorn“ das Kunststück gelingt, subtile Jazz-Eleganz, psychedelische Voodoo-Beats und ungezügelt nach Freiheit strebende Kreativität unter einen Hut zu bringen.
(Whirlyjoe)
Sonntag, 29. Juli 2012
Samstag, 28. Juli 2012
Ondatrópica
– Ondatrópica
Für Musik
aus Kolumbien ist ja seit geraumer Zeit der großartige Will Holland aka Quantic
unser sehr verlässlicher Gewährsmann.
Für dieses Projekt hat er sich mit Mario Galeano von der der kolumbianischen Band Frente Cumberio zusammengetan. Gemeinsam holten die beiden so ziemlich alle verfügbaren (also noch lebenden) Legenden der kolumbianischen Musikgeschichte in ein ebenso legendäres Aufnahmestudio in Medellín (laut Holland das Studio 1 Kolumbiens), wo diese 26 Nummern strictly analogue (und nicht nur deshalb so fantastisch klingend) aufgenommen wurden.
Und die Mischung aus alt und neu macht den Reiz von Ondatrópica aus, denn selbstredend sind hier auch die jungen Musiker aus Quantics Umfeld dabei (Flowering Inferno etc.), die steinalte Latino-Styles wie Cumbia, Porro, Gaita und Champeta mit nicht ganz so alten wie Boogaloo und karibischem Ska vermischen, gelegentlich angereichert durch Modernes wie dezente HipHop-Beats oder auch mal etwas Latino-Rap.
Die überwiegende Anzahl der Nummern klingt jedoch traditionell, mit brodelnder Percussion, wildem Gebläse, einem immer präsenten Akkordeon und atemloser guter Laune. Die zeigt sich auch im leicht bizarren Cover von Black Sabbaths „Iron Man“.
Es gilt also mehr denn je: wo Quantic drauf steht, ist immer Qualität drin.
(Whirlyjoe)
Für dieses Projekt hat er sich mit Mario Galeano von der der kolumbianischen Band Frente Cumberio zusammengetan. Gemeinsam holten die beiden so ziemlich alle verfügbaren (also noch lebenden) Legenden der kolumbianischen Musikgeschichte in ein ebenso legendäres Aufnahmestudio in Medellín (laut Holland das Studio 1 Kolumbiens), wo diese 26 Nummern strictly analogue (und nicht nur deshalb so fantastisch klingend) aufgenommen wurden.
Und die Mischung aus alt und neu macht den Reiz von Ondatrópica aus, denn selbstredend sind hier auch die jungen Musiker aus Quantics Umfeld dabei (Flowering Inferno etc.), die steinalte Latino-Styles wie Cumbia, Porro, Gaita und Champeta mit nicht ganz so alten wie Boogaloo und karibischem Ska vermischen, gelegentlich angereichert durch Modernes wie dezente HipHop-Beats oder auch mal etwas Latino-Rap.
Die überwiegende Anzahl der Nummern klingt jedoch traditionell, mit brodelnder Percussion, wildem Gebläse, einem immer präsenten Akkordeon und atemloser guter Laune. Die zeigt sich auch im leicht bizarren Cover von Black Sabbaths „Iron Man“.
Es gilt also mehr denn je: wo Quantic drauf steht, ist immer Qualität drin.
(Whirlyjoe)
Mittwoch, 25. Juli 2012
Can - The Lost Tapes
Dass ich das noch erleben darf. Kann mich nicht erinnern, an dieser Stelle bei aller Lobhudelei mal von einer echten Sensation gesprochen zu haben.
Hier ist sie. Ein Traum wird wahr: das 3CD-Deluxe Box Set im 10-Inch Format mit über drei Stunden unveröffentlichter Can-Musik aus den besten Schaffensphasen. Macht sage und schreibe 30 faktisch neue Can-Tunes direkt aus der Zeitmaschine und in makellosem Sound.
Angemessen ausführlich kommentiert von Tastenmann Irmin Schmidt (Gratulation noch zum 75.!) und einem ausführlichen Essay von Ian Harrison.
Die verschollenen und vergessenen Tapes fanden sich beim Umzug des legendären Can-Studios in Weilerswist und wurden – so sagt man heute – von Irmin Schmidt und Daniel Miller (das Ganze erscheint auf Mute Records) kuratiert. Ganz wichtig: die Tracks aus den goldenen Jahren 1968-1977 sind keine Outtakes, Demos oder Alternativ-Aufnahmen, sondern unveröffentlichte Original-Songs, dazu kommen einige wenige (und sehr lohnende) Live-Aufnahmen (darunter ein fast 17-minütiges „Spoon“-Monster).
Wir hören Can in Höchstform, mit der stoischsten aller Rhythm Sections Holger Czukay und Jaki Liebezeit, Klangforscher Schmidt und dem unglaublichen Gitarristen Michael Karoli, den ich zum Helden dieser Aufnahmen küren möchte. Was für eine präsente, präzise und dennoch säurehaltige Gitarre Karoli einst gespielt hat, ist schlicht atemberaubend. Dazu singen Malcolm Mooney oder Damo Suzuki, wobei sich der ja eher unterschätzte Mooney vor allem beim zehnminütigen „Waiting For The Streetcar“ von 1968 als perfekte Stimme zum funkbetriebenen Mantra-Spacerock erweist.
Es gibt hier aber noch mehr echte Hits zu entdecken, denn die Sammlung besteht eben nicht aus B-Ware, sondern schließt geschmeidig die bislang gar nicht erkannten Lücken zwischen den regulären Alben. Wir hören also überwiegend echte Songs, psychedelische Rocknummern und nur selten das eine oder andere Klangexperiment.
Bleibt nur noch die Frage nach einer angemessen opulenten Vinyl-Edition, die ich bis Weihnachten unterm Baum liegen haben muss.
(Whirlyjoe)
Dass ich das noch erleben darf. Kann mich nicht erinnern, an dieser Stelle bei aller Lobhudelei mal von einer echten Sensation gesprochen zu haben.
Hier ist sie. Ein Traum wird wahr: das 3CD-Deluxe Box Set im 10-Inch Format mit über drei Stunden unveröffentlichter Can-Musik aus den besten Schaffensphasen. Macht sage und schreibe 30 faktisch neue Can-Tunes direkt aus der Zeitmaschine und in makellosem Sound.
Angemessen ausführlich kommentiert von Tastenmann Irmin Schmidt (Gratulation noch zum 75.!) und einem ausführlichen Essay von Ian Harrison.
Die verschollenen und vergessenen Tapes fanden sich beim Umzug des legendären Can-Studios in Weilerswist und wurden – so sagt man heute – von Irmin Schmidt und Daniel Miller (das Ganze erscheint auf Mute Records) kuratiert. Ganz wichtig: die Tracks aus den goldenen Jahren 1968-1977 sind keine Outtakes, Demos oder Alternativ-Aufnahmen, sondern unveröffentlichte Original-Songs, dazu kommen einige wenige (und sehr lohnende) Live-Aufnahmen (darunter ein fast 17-minütiges „Spoon“-Monster).
Wir hören Can in Höchstform, mit der stoischsten aller Rhythm Sections Holger Czukay und Jaki Liebezeit, Klangforscher Schmidt und dem unglaublichen Gitarristen Michael Karoli, den ich zum Helden dieser Aufnahmen küren möchte. Was für eine präsente, präzise und dennoch säurehaltige Gitarre Karoli einst gespielt hat, ist schlicht atemberaubend. Dazu singen Malcolm Mooney oder Damo Suzuki, wobei sich der ja eher unterschätzte Mooney vor allem beim zehnminütigen „Waiting For The Streetcar“ von 1968 als perfekte Stimme zum funkbetriebenen Mantra-Spacerock erweist.
Es gibt hier aber noch mehr echte Hits zu entdecken, denn die Sammlung besteht eben nicht aus B-Ware, sondern schließt geschmeidig die bislang gar nicht erkannten Lücken zwischen den regulären Alben. Wir hören also überwiegend echte Songs, psychedelische Rocknummern und nur selten das eine oder andere Klangexperiment.
Bleibt nur noch die Frage nach einer angemessen opulenten Vinyl-Edition, die ich bis Weihnachten unterm Baum liegen haben muss.
(Whirlyjoe)
Montag, 23. Juli 2012
The C-Types & Rocco Recycle im Sonic Ballroom
Mit BadaBing! und seiner reizenden Gattin beinahe pünktlich im Ballroom einlaufend wurden wir schon an der Tür von Rocco mit den Worten begrüsst: "Da seid Ihr ja endlich! Dann kann ich ja anfangen!".Der Laden war trotz beinahe sommerlichen Aussentemperaturen ordentlich gefüllt.
Rocco legte dann auch gleich mit einer Vehemenz los, als müsse er sein komplettes Repertoire in den etwas enger gesteckten Support-Rahmen packen. Das machte sein Equipment zwar irgendwann nicht mehr mit, aber der coole Hund bewältigte alle technischen Herausforderungen äusserst souverain. So bewies er, dass man durchaus eine Gitarrensaite wechseln, seine HiHat neu verschrauben, Schlagzeug spielen und dazu singen kann - und das alles mehr oder weniger zeitgleich!Als dann auch noch das Funk-Mikro ausfiel "...wohl an den Batterien gespart?" wurde halt kurzerhand in's Schlagzeug-Mikro gesungen.
Ein mal wieder überaus gelungener, kurzweiliger und sympathischer Auftritt der silbernen One-Man-Band.
Nach kurzer Umbau-Pause betraten dann die drei Herren der C-Types die Bühne. Standschlagzeug, Keyboards, Trompete, Theremin und Gitarre, that's it! - und es ist schon beeindruckend welche Sounds die Band aus ihrem überschaubaren Instrumentarium zaubert.Musikalisch verortet sich das zwischen Rock'N'Roll mit Schräglage, groovendem Surf, lauter Filmmusik und leichten TexMex-Sprengseln.
Der C-Types-Sänger machte sich dabei keinesfalls der Publikumsanbiederung schuldig; seine Moderationen bewegten sich zwischen skurilem Genuschel, sanftem Publikumsbashing und etwas wirren Ansagen. Das führte zu zahlreichen Zwischenrufen und irgendwo hinter mir grummelte jemand jedesmal "Was'n Arsch!".
Gefallsucht kann man diesem Mann zumindest nicht vorwerfen...
Musikalisch gab's bei den Männern aus dem MardiGrasBrassBand-Umfeld aber so gar nichts zu meckern:
sehr ansprechende, z.T. gar zwingende und tanzbare Mischung aus allerlei coolen Stilen inkl. zwei schweisstreibenden Zugaben!
Unbedingte Empfehlung - wenn die mal in Eurer Nähe spielen: hingehen!
Aktuell wird wohl auch in den fabulösen Toerag-Studios an neuem Material (und einer 7") gebastelt.
Insgesamt war das also mal wieder ein überaus gelungener und spaßiger Abend mit zwei großartigen Liveacts in einem der besten Clubs in Köln.
(K-Nut)
Sonntag, 22. Juli 2012
Samstag, 21. Juli 2012
Glitterhouse-Classic: The Walkabouts
Aus aktuellem Anlass (der gerade beendeten Europa-Tournee) ein kurzer Bericht zu der maßgeblichen Glitterhouse-Band, die mich nun schon seit fast einem Vierteljahrhundert begleitet.
Zum Tourbeginn hatten wir das Vergnügen, bei der Generalprobe im privaten Kreis dabei zu sein, denn die Band (beheimatet in Seattle und Ljubljana) traf sich zum Rehearsal im Glitterhouse-Headquarter Süd in Stuttgart. Ein schönes Erlebnis, die Musiker mal wieder im ganz privaten Kreis zu treffen, wobei sich das gespielte Set dann doch wieder zum Wunschkonzert entwickelte, mit den wenigen Gästen quasi mit auf der Bühne. Tolle Sache, danke für die Einladung, Peter.Zum Tourabschluss traten die Walkabouts dann wieder in der Nähe auf (Esslingen am Neckar), diesmal mit den ebenfalls in der Nähe befindlichen Tamikrest anstelle von Andrea Schroeder als Support. Die Wüstensöhne aus Mali spielten ein leider sehr kurzes Akustik-Set, wobei wir Schwaben schon eine Woche vorher das Vergnügen hatten, ein fantastisches Tamikrest-Set vor mehreren tausend Besuchern auf dem Stuttgarter Marktplatz beim Festival der Kulturen zu erleben.
Die Walkabouts hatten danach leichtes Spiel, die knapp 200 Besucher (die anderen Konzerte waren laut Management teils noch deutlich besser besucht) auf ihre Seite zu ziehen – die meisten hatten die Band offensichtlich schon das eine oder andere mal live erlebt.
Das aktuelle Album Travels In Dustland halte ich zwar nicht für ihr bestes Werk, wobei die Reviews insgesamt ja hervorragend waren. Da halte ich mich doch lieber an die alten Songs, von denen vor allem Jack Candy und Grand Theft Auto vom 93er Album New West Motel die klaren Highlights waren.
Die kristallklare Gitarre von Paul Austin harmoniert perfekt mit dem (leider nicht mehr ganz so ruffen) Brett von Chris Eckman, und alle hatten offensichtlich viel Spaß am Spielen. Nach all den Jahren sind Walkabouts-Konzerte für mich zwar auch ein nostalgisches Vergnügen, sie schaffen es aber doch immer wieder, mich voll und ganz mitzureißen – und das seit nun fast 25 Jahren.
Was eben auch daran liegt, dass die Jungs und Mädels eben keine abgehobenen Rockstars sind, sondern ganz normale, superfreundliche Leute.Bei Chris Eckman möchte ich seinen wirklich ansteckenden Enthusiasmus loben, im Gespräch nach dem Konzert erzählte er mit leuchtenden Augen von seinen zukünftigen Projekten in Sachen afrikanischer Musik. Da wird sich bei Glitterhouse in Bälde sehr Erfreuliches tun. Wer das fantastische neue Album von Ben Zabo gehört hat, wird sich darauf ebenso freuen wie ich. Hört euch nur mal diese unglaubliche Gitarrenarbeit an! Das Lob für die hervorragende Produktionsarbeit, die Chris Eckman dabei geleistet hat, nahm er mit berechtigtem Stolz entgegen.
Auf jeden Fall werde ich auch bei der nächsten Walkabouts-Tour wieder dabei sein – eigentlich könnten sie ja auch mal wieder beim OBS auftreten, wie ich finde. Die Fotos hat Eckard gemacht, vielen Dank!
(Whirlyjoe)
Freitag, 20. Juli 2012
David Holmes auf dem Friedhof!
So, meine Lieben! Aus dem Exil zurück. Und hoffentlich in Kürze regelmässiger bis ganz regelmässig.
Ich bin gerade dabei ein musikalisches Bonbon auszupacken, das ich euch nicht vorenthalten möchte. In Hollywood gibt es einen Friedhof, auf dem Filme gezeigt werden. Man wird dazu ermuntert, Decken und Picknick-Körbe mitzubringen. Vorher und nachher wird aufgelegt. Neulich hat das einer meiner alten Helden gemacht - ein gewisser David Holmes, dessen Mixe ich vor gut zehn Jahren sowas von geliebt habe und dessen 2002er Mixalbum Come Get It I Got It ab und zu noch immer aus dem Regal gezogen und gestreichelt wird.
Ein paar Stufen aufwärts ging es danach, als er für die Soundtracks zu Blockbustern wie Out Of Sight und den drei Folgen Ocean's Eleven (+12+13) verantwortlich zeichnete.
Da stand er nun auf dem Friedhof und legte auf und mixte, atmosphärisches Geschwurbel wechselt sich mit atmosphärischen Songs ab, eigentlich ist alles ganz schön atmo. Und ganz schön gut. Das erinnert mich ein wenig an die Late Night Tales von Air oder unser eigenes Mixtape Lazin' On A Sunday Afternnon - nur besser natürlich. Der ganze Mix ist fast 2 Stunden lang und kann hier gestreamt oder in 192 kbsec heruntergeladen werden. Tatsächlich ganz große Klasse wie er sich Zeit nimmt den Mix zu entwickeln, was er alles anspielt und wieder rausnimmt aus dem Mix und welche Atmosphäre (hatten wir schon, I know) er damit entwickelt. Maximum Respekt. (R-man)
Samstag, 14. Juli 2012
Dienstag, 10. Juli 2012
Top Ten 2012 so far...
Whirlyjoe
Can – The Lost Tapes
Mein musikalisches Ereignis des ersten Halbjahres: 30 frische Originaltunes aus den besten Jahren direkt aus der Zeitmaschine, alles bislang unveröffentlicht und selbst die wenigen Live-Aufnahmen sind überragend. Hach….
Auch toll fand ich ansonsten diese hier, ohne Rangfolge.
Allo Darlin’ – Europe
Codeine – When I See The Sun/Complete Recordings
De La Soul – First Serve
First Aid Kit – The Lion’s Roar
Holmes – Burning Bridges
Soul Snatchers – Scratch My Itch
Spain – The Soul Of Spain
Sterne – Für Anfänger
Wave Pictures – Long Black Cars
Whirlyjoe
Can – The Lost Tapes
Mein musikalisches Ereignis des ersten Halbjahres: 30 frische Originaltunes aus den besten Jahren direkt aus der Zeitmaschine, alles bislang unveröffentlicht und selbst die wenigen Live-Aufnahmen sind überragend. Hach….
Auch toll fand ich ansonsten diese hier, ohne Rangfolge.
Allo Darlin’ – Europe
Codeine – When I See The Sun/Complete Recordings
De La Soul – First Serve
First Aid Kit – The Lion’s Roar
Holmes – Burning Bridges
Soul Snatchers – Scratch My Itch
Spain – The Soul Of Spain
Sterne – Für Anfänger
Wave Pictures – Long Black Cars
Montag, 9. Juli 2012
Top Ten 2012 so far...
Black Caesar
Hervorragend:
The Wave Pictures – Long Black Cars
Aus meiner Sicht ihr bislang bestes! Vielleicht etwas besser produziert, aber immer noch rumplig mit prägnantem Gesang, tollen Melodien und vor allem einer exzellenten Solo-Gitarre.
First Aid Kit – The Lion’s Roar
Wen dieser Gesang nicht berührt, hat ein Herz aus Stein!
Django Django – same
Experimenteller, hochklassiger Indie-Pop im Stile der Beta Band mit mindestens drei Turbo-Hits.
Tindersticks – The something rain
Für mich Überraschungsplatte des Jahres bislang. Große Stimmung nach wie vor.
Spiritualized – Sweet heart, sweet light
Als Ex-Spacemen 3-Fan kommt man an Jason Pierce nicht vorbei. Die 7. von ihm mittlerweile. Nicht alle haben gezündet, die aber schon. Allein ‘Hey Jane’ macht den Unterschied.
Beachtlich:
Dexys- One Day I'm Going to Soar, Michael Kiwanuka – Home Again,
Lee Ranaldo – Between the times and the tides, Beach House – Bloom,
The Shins – Port of Morrow, Diagrams – Black Light, AA Bondy - Believers
Bislang verpasst:
Nick Waterhouse, Bobby Womack, Dr.John, Gemma Ray, Spain, Alabama Shakes – wird kurzfristig nachgeholt!
Unverstanden:
Phantom/Ghost
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