Samstag, 17. Mai 2008

Orange Blossom Special 12
Die Nächte


Donnerstag direkt nach dem Job losgefahren, bin ich um 22:00 gleich vor dem Stadtkrug aus dem Auto geklettert. Das warme Wetter ließ sogar ein wenig „Aussengastronomie“ zu, so dass ich die ersten netten Menschen schon vor dem Eingang begrüßen konnte. Erstmalig schon zum Vorglühen am Donnerstag aufgelaufen, war ich über den doch recht gut gefüllten Stadtkrug angenehm überrascht. Axel legte entspannt groovende Sounds auf. Der Großteil des Abends ging dann mit erfreuten Wiedersehens-Gesprächen (und –Getränken) mit überaus liebenswerten Leuten aus Beverungen, Stuttgart, Lauenförde, Berlin, Nürnberg usw. drauf. Im Laufe des Abends spielten dann noch Wolam ein schön krachiges Set im Nebenraum. (Vorher las wohl noch Stefan Maelk, aber da befand ich mich noch auf der Autobahn.)

Nach dem Gig legte R-Man noch ein Weilchen Spoonful auf um sich dann zu verabschieden, da er früh am nächsten Morgen M.J.Sheehy und die Band abholen musste. Danach versuchte ich die Tanzfläche zu füllen, was mir aber nur sehr kurzfristig mit Duffy’s Mercy gelang. Irgendwann legte ich dann vor lauter Verzweiflung einen The Killers-Remix auf und konnte damit eine volle Tanzfläche an Axel übergeben. Der hielt das angenehm junge Publikum dann noch ganz locker stundenlang bei Laune und in Bewegung.

Freitag stießen dann auch Whirlyjoe und Chrispop zur Truppe und nach einem sehr gut besuchten und musikalisch hervorragendem Freitag-Abend auf dem Festival-Gelände ging’s dann im Stadtkrug munter weiter. Ingolf und Fruity Mulati komplettierten dann den auflegewilligen Haufen neben den Decks, so dass schon gelästert wurde es müssten wohl bald DJ-Wartemärkchen ausgegeben werden.

Ab dann verschwimmen meine Erinnerungen an die einzelnen Abende ein wenig. Es gab tolle Einzel-Sets von Chrispop, Axel und Will Twynham (dem Bassisten von Mary Epworth, der mit einem kleinen Karton voller Singles kam) und wunderbare Ping-Pong-Sets: R-Man+Patrick, Patrick+Michael, Joe+Peter F., Ingolf+Fruity Mulati, Joe+R-Man, Joe+K-Nut. Und das alles vor und mit einem ausgelassenen, wild dauertanzenden Publikum aus OBS-Besuchern, SBS-Stammgästen, Glitter-Personal und Dorfjugend in einer süchtigmachenden Atmosphäre aus Alkohol, Schweiß und Glückshormonen. Und mitten im Gewühl immer zahlreiche OBS-Künstler, lachend, plaudernd, trinkend, tanzend.

Wurden von uns noch am Abend zwei Musiker auf der Bühne als peinliche Poser bezeichnet, erwiesen sich gerade diese im Stadtkrug als tanzwütige, kontaktfreudige Nettmenschen. (Dafür erwies sich ein, auf der Bühne sehr unauffälliger, skandinavischer Drummer im Stadtkrug als äußerst anstrengende Nervensäge.)

...und aufgelegt wurde eigentlich alles! Spoonful, Disco, Reggae, Sixties Beat, Rock, Funk, alles ging! Als sich eine reizende junge Dame bei mir Duffy, Madonna und Britney wünschte und mir versicherte das wäre beim letzten Shake Baby Shake auch alles gelaufen, wollte ich ihr nicht wirklich glauben, musste mich aber eines besseren belehren lassen. (Den ersten Wunsch konnte und wollte ich ihr aber erfüllen. Duffy + Amy W. liefen überhaupt jeden Abend und es war mir ein besonderes Vergnügen echte OBS-Veteranen dazu tanzen zu sehen.)

Zu Joes großer Erleichterung blieb der Großteil meiner 12“Maxis im Kasten und während unser erstes gemeinsames Set noch ein klein wenig hakelte, lief unser Rock-Set am Samstag schon ziemlich flüssig. In ewiger Erinnerung werden mir die allerliebsten Fader-„Diskussionen“ zwischen Joe und R-Man bleiben, die auch schon mal zu beherzten Eingriffen in fremde Sets führten (manchmal mit durchaus hörbaren Folgen).

Von diesen vier grandiosen Tagen und Nächten werde ich sicher noch sehr lange zehren. Joe bezeichnete das OBS12 als best OBS ever. Das würde ich vom live-musikalischen Standpunkt aus nicht unbedingt unterschreiben wollen, aber die Aftershow-Parties, die neuen und alten Freunde, die Atmosphäre und nicht zuletzt das Wetter werden kaum zu toppen sein.
Es war GROSSARTIG!

DANKE an: R-Man (für alles), Rembert (für ein fantastisches OBS; es geht auch ohne die ganz großen Namen!), Lothar, Barbara und das famose Stadtkrug-Team (für die sensationelle Gastfreundschaft), Joe (den coolsten und besten „sonderbaren Typen“ (O-Ton Joe) überhaupt), Peter F. (sowieso), das ganze Glitter-Team und natürlich Heike und Axel, die besten Gastgeber der Welt (mindestens!). (K-nut)

Freitag, 16. Mai 2008

Orange Blossom Special 12
Die Tage


Das war was. Best OBS ever, jedenfalls aus meiner Sicht. Für mich war es allerdings erst das fünfte Mal. Peter Felkel schreibt uns dieses Jahr leider keine seiner emotionsgeladenen Zusammenfassungen, der Mann ist im Stress - was man ihm aber zumindest beim OBS niemals anmerkt. Einen ausführlichen Konzertbericht hat wie jedes Jahr der gute Ulrich Maurer für Gästeliste.de geschrieben - schaut mal rein, hier erfährt man alle Fakten, kriegt reichlich Fotos und diesmal auch ein paar Videos!

Letztlich finde ich das Konzertprogramm eigentlich immer gleich gut: die bekannten Namen rocken so gut, wie man das erwarten darf und die Newcomer überraschen oft auf ganzer Linie, so auch diesmal. Übers Wetter will ich nicht lange reden: konnte es besser kommen? Haben wir uns auch alle verdient, auch wenn die klassische Rindenmulchaura vor der Bühne schon ein wenig gefehlt hat. Statt eigenwilliger Gummistiefelmode diesmal also bleiche Waden zu Hotpants, gekrönt von teils kühnen Kopfbedeckungen, das alles mit etwas Sonnencreme ganz ohne Sonnenbrand zu überstehen. Einfach herrlich. Unter diesen Bedingungen kann man dann tatsächlich noch mehr und auch konzentrierter Musik hören, außerdem kann man guten Gewissens viel Trinken, empfiehlt ja jeder Arzt.

Entsprechend gut besucht waren die Bierausschänke und der bewährte Kühlschrank backstage, ohne dass man in den drei Tagen ernsthafte alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zu beklagen hatte, sieht man mal von einem bestimmten schwedischen Drummer ab. Sowas gehört eben auch zu einer gewachsenen Festivalkultur, wie auch die organisatorische Perfektion des Ganzen, das ja dann verdientermaßen doch noch ausverkauft war.

Daher gleich mein tief empfundener Dank an alle Macher und Malocher: der Sound war einfach perfekt, und zwar überall auf dem Gelände. Beim Bierholen musste man nie lange warten und alle waren immer so freundlich und gutgelaunt. Wie Christoph backstage das Catering und die Getränkeversorgung managt, ist einfach nur verehrungswürdig. Da wird tatsächlich das nachgefüllte Bier nicht sorglos oben in die Kühlbox gelegt, sondern ganz unten rein gepackt, dass niemand auch etwas Lauwarmes trinken muss. Er und sein Team sehen leider nur ganz wenig von den Konzerten, wie auch Ingolf mit seiner Crew in der Merchandise-Garage - die Armen. Erwähnte ich schon die bequemen Kopfstützen an der Pinkelrinne? Gelebte, praxisnahe Innovation.

Unsere Anreise verlief wie fast immer aus Stuttgart: mit fettem Stau, diesmal Kassel statt Würzburg. War dann angesichts des besten OBS-Freitags seit Menschengedenken schnell vergessen. Nach herzlichster Begrüßung durch all die alten Freunde gleich mehrere ganz feine Bands auf der Bühne: die von Chrispop zurecht gehypten the Audience mit souverän schwankendem Sänger und sattem Indie-Disco-Approach, oder auch die nur scheinbar unpassenden Belgier von Girls in Hawaii, ein gelungener Tribute an das freitags ja immer etwas jüngere Publikum.

Samstag dann gleich in die Vollen trotz erster erlebter Nachtschicht im Stadtkrug: die frühen Biere sind beim OBS ja immer die besten. Meine Tages-Highlights: Rykarda Parasol mit hervorragendem Glitterhouse-Album im Rücken, optisch etwas stylish, vor allem ihre beiden Jungs an Bass und Gitarre waren schwere Poser, bei denen ich immer an Olli Schulzens letztjährige Satiren denken musste. Lustigerweise war dann aber die ganze Band dermaßen basisnah und die weiteren Nächte auch im Stadtkrug wild am Tanzen, dass es doch eine einzige Freude war.

Dann natürlich Michael Sheehy und die leicht umbesetzten Hired Mourners (jetzt mit Geigerin), diesmal völlig verdient zur Prime Time. Auch wenn die Musik nur selten richtig rockt, sind Michael und Pat einfach saucoole Rockstars mit Seele. Das Publikum war zurecht gebannt. Vom herrlich schrägen Scott Matthew sah ich leider nicht mehr viel, die Pflicht im Stadtkrug mahnte zum Aufbruch. Dort kommt man dann gerne erst bei Tageslicht wieder raus, erfreut über maßlose Tanzbegeisterung zu alten Hits, aber auch reichlich rarem bis seltsamem Rare Groove- und Spoonful-Zeug. K-Nut übernehmen sie.

Wer muss da schon schlafen? Sonntag um halbeins stand schließlich Mary Epworth (Ex-Hired Mourners) mit ihrer Band auf der Bühne. In der wärmenden Mittagssonne spielte sie einen schönen Set zwischen Folk, Soul und Blues, vielleicht wird sie ja mal die neue Holly Golightly? Als Zugabe dann eine schlicht atemberaubende Version von „Four Horsemen“ der ollen Aphrodite’s Child (feat. Demis Roussos!), neben mir stand ähnlich ergriffen der hartgesottene Musikexpress-Schreiber Peter Felkel und sprach aus, was auch mir gerade in den Sinn kam: genau das war der magische OBS-Moment 08 mit nachgewiesener Gänsehaut-Garantie. Wow. Am nächsten Morgen um vier im Stadtkrug trauten wir uns dann auch, Mary unsere Begeisterung kundzutun, was sie dann angesichts so enthusiastischer älterer Männer doch auch sehr rührte….

Nach Mary Epworth dann das einzige verpasste Konzert (Gisbert zu Knyphausen - selbst R-Man hat es gefallen), weil ich mit K-Nut dann doch noch das Frühstück bei unseren unschlagbaren Gastgebern Heike und Axel (legendärer SBS-Resident) nachholen wollte. By the Way: wenn man derart königlich residiert, kann das OBS ja nur super werden - ich habe die Unterkunftskarriere in Beverungen jedenfalls bis ganz nach oben geschafft: vom Campingplatz über das Hotel Kuhn und die Hochzeitssuite bei Schübeler nun in die Lauenförer Privat-Residenz, besser geht es nicht. Sagte ich schon danke?

Bis nachmittags halbvier dann mit kühlem Bier in der Hand die Weser entlang bis zum Festival spaziert um Scout Niblett zu sehen. Auf dieser immer schönen Wegstrecke trifft man übrigens regelmäßig Musikerprominenz in mehr oder weniger gelöstem Zustand, Michael Sheehy hielt sogar Zwiesprache mit der niedlichen kleinen Schafherde. Scout Niblett wurde von Rembert übrigens als eher schwierig und kantig angekündigt, war sie dann aber nur bedingt. Allein mit ihren Autoschlüsseln um den Hals, ihrer herrlich lauten E-Gitarre und dem beinahe komatösen Drummer (der aber Wumms hatte) entwickelte sich das für mich schönste Konzert des Festivals. Man muss sich da schon drauf einlassen, aber wenn man ganz vorne steht, Cat Power und Sylvia Juncosa mag und Althea & Donnas „Uptown Top Ranking“ auch ohne Reggae-Beat erkennt, ist man im Himmel. Später dann das vorgezogene Finale, als R-Man und Rembert sich The Great Crusades auf die Bühne holten, um AC/DC zu gröhlen und selbst die coole Rykarda mit aufs Schlagzeug drosch.

Apropos Moderation: R-Man und Rembert waren ja mal wieder so was von in Bestform, ich wüsste nicht, wie man angemessener durch ein solches Festival führen kann. Und der über drei Tage gestreckte Witz war diesmal wieder echt knorke. What else? Wir standen vorm Schrein und hatten alle keine Ahnung, um wen es sich handelt - auch der Hinweis mit dem Wifebeater-Shirt erschloss sich erst später. Der umfassend gebildete Peter Felkel wusste aber bescheid: Ike Turner war’s, der ja bekanntlich den Rock’n’Roll erfunden hat.

Nochmal ganz heißen Dank an alle Macher, DJs, Gäste und Freunde aus allen Ecken Deutschlands, von der Glitterhouse-Crew vor allem Rembert fürs coole Programm und die souveräne Gesamtleitung (OBS muss weitergehen!), dazu natürlich auch dem Stadtkrug-Team um Barbara und Lothar, die wie niemand anders Extrem-Gastronomie mit Sonne im Herzen bewältigen. Chapeau.

Ach ja: die hübschen Bilder hat K-Nut gemacht, ein hervorragender Fotograf, kühner DJ und rundum guter Junge. Die leicht verwackelten sind von mir. (Whirlyjoe)

Donnerstag, 15. Mai 2008

Do The Popcorn!

Popcorn ist ein ungefähr 1969 in Belgien (of all places) entstandener Musikstil, der DooWoop, Soul und Rhythm`n´Blues mixte – also musikalisch ungefähr die Zeit von 1955-1965 abdeckte. Ausgangspunkt war die nur Sonntag nachmittags geöffnete Popcorn Disothek in Vrasene (ein alter Bauernhof – siehe Bild), in dem sich später tausende Popcorn Fans trafen.

Durch diesen Erfolg verbreitete sich Popcorn in ganz Belgien und wurde später auch von Northern-, Mod- und Soul-Fans anderer Länder als eigene Stilrichtung anerkannt. (Nicht nur) in Belgien gibt es bis heute an jedem Wochenende irgendwo eine Popcorn-Night.

Das Tempo bewegte sich vorwiegend im Midtempobereich und auf der Tanzfläche entwickelte sich ein ganz eigener, eher swingender Tanzstil. Den Großteil der Titel kann man problemlos an einem Spoonful-Abend auflegen. Am besten überzeugen kann man sich mittels dieser Boppin Rhythm And Blues Compilation. Ganz feines Zeug. I love it! (R-man)

Mittwoch, 14. Mai 2008

Post OBS-Blues

Noch sind wir nicht wieder richtig auf dem Damm. Nach 4 wirklich exzellenten Tagen und Nächten, die ich um zirka 6 Uhr am Sonntag morgen mit Music von John Miles stilsicher beendet habe (mit hands-in-the-air-Reaktion), bin ich heute geistig zu leer, um irgendwas vernünftiges zu posten.

K-Nut und Whirlyjoe haben eine Nachlese versprochen, die sicher in den nächsten Tagen fertig wird. Dann geht es hier regulär weiter... see ya. (R-man)

Dienstag, 13. Mai 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 20
Beck – Paper Tiger


Jetzt ist es tatsächlich schon 14 Jahre her, dass Beck mit der Folk-Blues-Hip-Hop-Slacker-Hymne Loser einen Überraschungshit landete. Seitdem ist er für mich ein Musiker mit (mindestens) 2 Gesichtern geblieben. Auf der einen Seite sind da seine eher zappeligen, rhythmusbetonten Stücke, auf der anderen Seite kann er aber auch sehr introvertierte, kunstvolle Songs schreiben. Ich bevorzuge die ruhigen, am Folk geschulten Arbeiten des Beck Hansen, der ja nach der Bremer Biermarke benannt worden sein soll. Deshalb finde ich auch seine Alben Mutations von 1998 und vor allem Sea Change von 2002 am besten.

Sea Change wurde von Radiohead-Produzent Nigel Godrich perfekt in Szene gesetzt. Die Produktion ist transparent, detailverliebt und luxuriös. Die Songs haben Hirn und Herz. Sind sie im Spannungsfeld zwischen Roy Harper, spätem Scott Walker und Nick Drake angesiedelt. Sea Change ist ein durchgängig hochklassiges, stilsicheres, abgehangenes Werk mit vielen psychedelischen Referenzen geworden. Ein verkanntes Meisterwerk, wenn man mich fragt.

Paper Tiger hat eine melancholische Grundstimmung, die ständig aufrüttelnde Impulse erhält. Der Song überrascht gegen Ende dadurch, dass die opulenten, teilweise gegen den Strich gebürsteten Streicher den Lead-Part von der E-Gitarre übernehmen. Völlig irre. (Heino Walter)

track 20.

Donnerstag, 8. Mai 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 19
Barrabas - Fly Away


Nachdem der Folk-Faktor hier ein wenig in den Hintergrund gerückt ist, wage ich mich nun auf ganz dünnes Eis. Track 19 kommt von einer spanischen Formation über die man eigentlich einen ganzen Roman schreiben könnte. Der „Erfinder“ von Barrabas war Fernando Arbex, der u.a. als Mitglied von Los Brincos, einer spanischen Antwort auf die Beatles zumindest in interessierten Kreisen ein wenig Berühmtheit erlangte. Nach dem Brincos-Split gründete er Barrabas, eine Formation, in der er seine Vorstellungen von einem Gemisch aus Psychedelic Rock, Latin, Funk und Disco verwirklichen wollte. Auf dem ersten Album war Arbex noch als Sänger, Schlagzeuger und Produzent beteiligt, danach nur noch als Songwriter, „Musical Director“ und Produzent. Die ersten drei LPs sind auch durchaus zu empfehlen, wenn auch etwas durchwachsen. Die z.T. etwas schlagerhaften Songs und ein reichlich überambitionierter Sänger mindern den Genuss stellenweise erheblich.

Fernando Arbex löste die Band Mitte der 70er auf um sie Anfang der 80er mit nahezu komplett neuem Personal wiederzubeleben. Ab da lieferten sie eigentlich ausschliesslich sortenreine Disco-Produktionen ab. Arbex verdiente sich nach dem endgültigen Aus von Barrabas noch ein wenig zu seiner Altersversorgung mit Songwriting und Produktionen hinzu. So gehen Der Junge mit der Mundharmonika und Soley Soley auf sein Konto. 2003 verstarb Arbex.

Fly Away stammt vom 3. Album Soltad A Barrabas (1974), auch erschienen als Release oder Barrabas, und steht für die frühen psychedelischen Momente der Band, ohne einen guten Groove vermissen zu lassen. (k-nut)

Tune 19.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Da freut sich der Modernist!

Das 3. Volumen dieser von der New Untouchables Gruppierung präsentierten und von DJ Rob Bailey compilierten Serie ist frisch draussen, aber derzeit nur teuer über The UK zu bekommen. Die erste Ausgabe mit 25 raren und tanzbaren Dancefloor-Juwelchen ist seit einiger Zeit ausverkauft und steigt im Wert - um die 40 britische Pfund wird das Werk teilweise gehandelt. Neben groovigen Tracks von Howard Carpendale und Knut Kiesewetter finden sich einige Franzosen und natürlich viele britische Acts. Highlights für mich: Pipps, the Marmalade, Steve Ellis, Don Fardon, der Knut und Phil Wainman. Alles zwischen Freakbeat, Mod-Sounds, R&B, Garage-Punk und anderen groovigen Sixties-Sounds.

Dig it! (R-man)

Dienstag, 6. Mai 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 18
The Zombies -
Girl Help Me

Konsequent unterschätzte Band um Colin Blunstone, Chris White und Rod Argent. Schon ihre klassischen Hits sind bis heute einfach göttlich geblieben (She’s Not There, Time Of The Season), es gibt aber noch reichlich gutes Zeug zu entdecken – zum Beispiel auf ihrem psychedelischen Opus Magnum Odessey & Oracle von 1968, dessen CD-Reissue (dieser Tage soll zum 40. Geburtstag eine weitere edle Neuauflage als Doppel-Digipak erscheinen) randvoll mit Bonus-Tracks gepackt wurde – darunter auch dieser hier: auf Anhieb eher unscheinbar, mehr Pop als Psych, mit Nikki Sudden-Gedächtnis-Gitarre und dieser grandiosen Stimme von Blunstone.

Wie gewohnt gibt es beim führenden Mailorder im Weserbergland eine reiche Auswahl an Zombies-Tonträgern, im Zweifelsfall empfehle ich diese hier. Und Kinofreunde verweise ich auf „Dear Wendy“ von Thomas Vinterberg; ein einsames Kino-Highlight von 2005, das an mehreren Stellen diverse Zombies-Songs präsentiert, die auch dort glänzend zur Geltung kommen. Problemlos als DVD zu beschaffen. (Whirlyjoe)

Track 18.

Montag, 5. Mai 2008

shake baby shake im Mai

Das Mai-shake baby shake ist gelaufen und da ich wegen attackierender Birkenpollen aussetzen mußte, überlasse ich das Fazit dem Axel, der mit Ingolf den Abend beschallt hat:

"toller Abend - ca. 70% Frauen - insg. ca. 50% unter 20 Jahre. entspanntes auflegen mit 1 h sets - alle Räume gut gefüllt und immer wieder ne tanzende Meute - füllt sich spät zwischen 23-24 Uhr, ansonsten ein sbs Selbstläufer ..."

Um 4 Uhr hat Wirt Lothar wohl den Sound runtergedreht, trotz reichlich feierwütiger Gäste. Wahrscheinlich wollte er sich auf das kommende Wochenende vorbereiten - von Donnerstag-Sonntag steigt im Stadtkrug ab Mitternacht die Orange Blossom Special Afterparty. Recht hoch wirds hergehen mit internationalen Gästen wie Whirlyjoe, K-Nut, Chrispop, Michael, Patrick, Peter F. und anderen. (R-man)

Sonntag, 4. Mai 2008

Sonntag Morgen Mix

Ich habe ihn gerade mal durchlaufen lassen und auch wenn musikalisch der eine oder andere Brocken leicht quer runter ging, so war es doch genau der richtige Sound für einen sonnigen Sonntag morgen - der Laurel Canyon betitelte Mix mit "groovy 70's sofrtrock/M.O.R.". Erstellt von der Berliner DJ-Gruppierung um die Bungalow Leute.

Der Mixer schreibt selbst dazu: "for some time now i dig deeper and deeper into the 70's world of softrock/M.O.R., the music that i connect to california radio stations, that you listened to in the early seventies while driving desert highways on the westcoast of the USA with some big car in a very slow tempo (i produced this mix like a 70's radio show with jingles, commercials etc...). For me this contains no irony at all, this is BIG MUSIC, with big compositions, big arrangements and over all bands with (extremly) BIG EGOS. I guess I am not alone with this hidden passion, as recently lots of modern bands are influenced by softrock (some without admitting...): a.o. Gonzales, Midlake, Phoenix, Zoot Woman, Air, Josh Rouse, Republic of Loose, Sebastian Tellier, Beyond The Wizard's Sleeve, Black Ghosts, Tele or The Autumn Defense discovered this recognizable "warm" sound for themselves."

Und hier ist das Tracklisting und der Link (runterscrollen):

01. AM/FM Intro
02. CHICAGO - Saturday in the park
03. BROWNING BRYANT - Liverpool fool
04. DOOBIE BROTHERS - What a fool believes
05. LIVINGSTONE TAYLOR - I'll come running
06. FIFTH DIMENSION - Magic in my life
07. BOZ SCAGGS - Georgia
08. DANNY KORTCHMAR - for sentimental reasons
09. ARETHA FRANKLIN - Until you come back to me (that's what i'm gonna do)
10. RUPERT HOLMES - Get outta yourself
11. ACE - How long has this been going on
12. AMBROSIA - Holdin' on to yesterday
13. CARPENTERS - Calling occupants of interplanetary craft1
4. MARIA MULDAUR - Midnight at the Oasis
15. BOB MCGILPIN - I'll always come a runnin'
16. GEORGIE FAME - Peaceful
17. BABY GRAND - Bring me your broken heart
18. SEALS & CROFT - Peaceful
19. PHILAMORE LINCOLN - Temma Harbor
20. COLIN BLUNSTONE - I don't beleive in Miracles
21. Bad Pizza Geno's commercial Outro

Enjoy & let the sunshine in. (R-man)

Samstag, 3. Mai 2008

Spoonful im Subrosa

Auf dem Weg zur World Domination mußte Spoonful erst einmal eine mittelschwere Schlappe einstecken. Unsere Party im Subrosa am Vorabend des 1. Mai interessierte nämlich nur schlappe 20 Leutchen. Das war schon ein mittelschwerer Schlag in die Magengrube und bei der Aufarbeitung bzw. Fehlersuche pendelten wir zwischen Selbstzweifel und die-Welt-ist-Scheisse.

Zumindest hatte ich einen tollen Tag mit Michael und Patrick, zwei der liebenswertesten Menschen auf diesem Planeten. Ich hatte sie neulich mal „the ultimate in laissez-faire“ genannt und mittlerweile bin ich mir sicher, daß sich irgenwann mal ein Jamaikaner in ihren irischen Stammbaum geschlichen hat. Grundgute, super herzliche Typen mit unglaublichem Humor und Soon-Come-Mentalität. Was will man mehr?

So sassen wir also im Subrosa in Dortmund und warteten auf die Massen, die letztendlich nicht kamen. Schauten Chelsea gegen Liverpool und legten nicht auf, sondern Spoonful #15 als Warm-Up in den Player. Irgendwann gingen Michael und Patrick dann auf die Bühne und spielten einen wirklich famosen Set mit vielen „sad songs“, darunter monumentale Coversionen von Lovesick/Dylan und Townes (da hatte ich dann eine Idee). Gegen Ende legten sie nochmal einen Zahn zu und da hatte ich dann eine zweite Idee. Insgesamt war es ein toller Gig eines wirklich nicht genug zu lobenden Künstlers.

Eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust, danach noch aufzulegen, aber wir hatten es ja angekündigt, also zogen wir es durch. Die ersten Tunes dropte ich noch alleine, aber recht schnell stieß Patrick dazu, dessen ansteckender Enthusiasmus genau zur rechten Zeit kam. Da Michael etwas müde war, spielte ich mit Patrick gut zwei Stunden Ping-Pong. Und Boy, hat das Spass gemacht. Im Prinzip durchreisten wir in diesen Stunden den gesamten Spoonful Kosmos und stoppten tatsächlich an jedem Stern – ob es nun John Lee Hooker oder Funkadelic war, Keef Hartley oder die Chocolate Watchband, Joe Tex auf +5 oder ein früher Lenny Kravitz Tune (von dem gleich 2 Leute wissen wollten, was das denn sei). Irgendwann droppte Patrick einen Hip-Hop Tune (der Refrain „nuts on my chin“ wurde von Patrick inbrünstig mitgerappt) und siehe da, es funktionierte. Gut, daß ich mit Pharaohe Monch von meiner Box-CD was zum nachlegen hatte. Irgendwann übergab ich an der wieder erstarkten Michael und zog mich zufrieden zurück.
Der Abend hätte ein paar mehr Zuschauer verdient. Ich bin sicher, sie hätten ihren Spass gehabt. (R-man)

Freitag, 2. Mai 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Track 17
Mu – Too Naked For Demetrius


Vom klassischen ersten Album (1971) von Mu könnte man jeden Song auf ein Psych-Folk-Mixtape nehmen. Die Band bestand vor allem aus Sänger und Songwriter Merrell Fankhauser und dem Gitarristen Jeff Cotton, der zuvor unter dem Namen Antennae Jimmy Semens bei Captain Beefheart's Magic Band spielte.

Nach dem unglaublichen ersten Album zog die Band nach Maui und startete dort eine Bananen- und Papaya-Plantage, um ihre Musik zu finanzieren. Der Sound der Band wurde akustischer und war klar vom neuen Leben geprägt. Ihre Aufnahmegeräte empfingen extraterristische Geräusche und offensichtlich sahen sie auch ein paar UFOs, die um den mystischen Haleakala Vulkan kreisten. Letztendlich denke ich, dass sie einfach nur gute Drogen hatten und völlig entspannt waren. 1974 löste sich Mu dann wieder auf.

Too Naked For Demetrius, das ich letztlich gewählt habe, ist mit 2:34 Minuten ein recht kurzes Instrumental. Es hätte tatsächlich 3-5 andere Songs treffen können, aber ich denke, der Space-Blues passt ganz gut an diese Stelle des Mixtapes. Die Mu und End Of An Era Alben kann ich vorbehaltlos empfehlen. (R-man)

Mittwoch, 30. April 2008

Spoonful in Dortmund!
Heute ab 19.30 Uhr im Subrosa zu Dortmund. Plattenlegen mit R-man, Michael & Patrick. Live-Gig von Michael J. Sheehy und seinem Bruder Patrick (on stage ca. 20.30 Uhr). Danach ganz große DJ-Kunst der Spoonful-London Filiale. Da sein... (R-man

Dienstag, 29. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 16
Julian Cope – 1995


Nachdem meine Kollegen mit ihren letzten Beiträgen den A Message From The Stars-Kosmos kreativ und großartig erweitert haben, war ich mir nicht sicher, in welcher Form ich den Faden weiterspinnen sollte. Schließlich kamen 3 Titel in die engere Wahl, über die ich intern abstimmen ließ, da sie mir alle gleich wertvoll und wichtig sind.

Zur Auswahl standen:
Buffalo Springfield – Questions (federnder elektrischer West-Coast-Folk)
Mimi & Richard Fariña – Reno Nevada (Hippie-Folk mit Jazz Flair)
Julian Cope – 1995 (halluzinogener Psychedelic Pop).

Die Wahl fiel auf Julian Cope, einen sympathischen Spinner, dessen Karriere Ende der 70er Jahre als Mastermind der Liverpooler Neo-Psychedelic-Pop-Band The Teardrop Explodes (welch ein schöner, phantasievoller Bandname!) begann. Die Band hatte 1981 mit der Single Reward einen Top-Ten-Hit in Großbritannien und Julian Cope wurde zum Teenie-Idol. Er verkraftete die Popularität nicht, konsumierte massenhaft LSD und löste die Formation nach der zweiten tollen LP Wilder auf. Solo wandelte er fortan auf den Spuren von Syd Barrett und Kevin Ayers und schrieb Psych-Pop-Kleinode zwischen Melancholie und Hysterie. Er posierte auf dem Cover von Fried nackt im Schildkrötenpanzer und wurde musikalisch zunehmend verschrobener. Bei seinen zahlreichen Inkarnationen als z.B. Droolian, Brain Donor oder Queen Elizabeth deckt er ein weites Spektrum, das von feingliedrigem Pop bis zu brutalem Noise-Rock reicht, ab. Seine Genialität blitzt dabei immer wieder auf. Cope ist Experte für prähistorische Kulturen, Garagenrock der 60er Jahre, Krautrock und Rock aus Japan. Zu allen diesen Themen veröffentlichte er auch Essays und Bücher.

Ein Highlight im Schaffen des Künstlers stellt das Album Julian Cope presents 20 Mothers dar. Es präsentiert 20 Songs, die alle Facetten der musikalischen Vorstellungen des Julian Cope enthalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den von Mellotron- und Moog-Synthesizer-durchtränkten Kompositionen, zu denen auch der ausgewählten Titel 1995 gehört. (Heino Walter)

Montag, 28. April 2008

Abt.: Brandneu
Quiet Village
Silent Movie


Mit drei schwerst limitierten Maxis für das coole Whatever We Want Label sorgte das britische Duo um Crate-Digger Joel Martin und Produzent Matt Roberts (auch als Radio Slave unterwegs) seit 2005 im Untergrund für Furore. Fünf der sechs Maxi-Tracks sind hier vertreten (nur Drax fehlt), die zusammen mit 7 weiteren Tunes eine höchst interessante, aber schwerst klassifizierbare Stunde Musik bieten.

Den Bandnamen entliehen sie dem Lounge/Easy/Space-Age/Exotica-König Martin Denny und dessen Sound hallt hier in Ansätzen durch, ohne aber in Muzak abzugleiten. Im Prinzip sind die Grenzen hier völlig verschwommen, nur Leute mit mächtigen Plattensammlungen und richtig guten Ohren werden hier erkennen, was gesampelt, geklaut oder nachgespielt wurde, oder was auf dem eigenen Mist gewachsen ist. Die Idee zu Utopia dürfte von Andreas Vollenweider geborgt sein, Pillow Talk sind die besten Momente eines Alan Parsons Project Songs, Can’t Be Beat hat die Streicher von Days Of Pearly Spencer zur Grundlage, man hört Möwen und Meeresrauschen, Dub und Disco, fluffigen Downbeat der Wiener Schule, gesampelte Soulstimmen, Acid-Rock, Library Music – all das wurde mit bewundernswerter Leichtigkeit zu einem ganz speziellen Sound geschnürt, den man am ehesten noch mit „Balearic“ umschreiben könnte, hätte der Begriff einen besseren Beigeschmack.

Entspannt, aber doch fesselnd, voller magischer Momente und richtig guten Songs, locker fließend, aber doch auf den Punkt. Silent Movie ist ein kleines Wunderwerk, ein Mixtape-Spender erste Grades und garantiert in meiner Jahres-Endabrechnung ganz oben zu finden. (R-man)

PS.: Das Vinyl ist einfach und hat 9 der 12 CD Tracks an Bord.

Sonntag, 27. April 2008

Serge Gainsbourg

Die Franzosen lieben ihn kompromisslos, hierzulande verbindet man mit seinem Namen wohl meistens das legendäre Duett mit seiner Muse Jane Birkin. Dabei hat der Mann Unmengen von Songs komponiert, Platten produziert (von Chanson bis Soundtrack), war auch im Filmbusiness erfolgreich (von Drehbuch bis Regie, natürlich auch als Schauspieler) – und als Typ eine echte Marke. Vor einigen Jahren wurden fast alle seiner wichtigen LPs als CD und auch als Vinyl wiederveröffentlicht, die eine oder andere Perle habe ich mir dabei nicht entgehen lassen. Wobei mir der junge Serge mit seinen angejazzten Chansons ebenso gefällt wie der mittlere im Rausch der Psychedelica. Die erste Phase deckt die Compilation „Du Jazz Dans Le Ravin“ übrigens hervorragend ab, für die zum Teil ziemlich angetörnten Produktionen der späten 60er sollte man zu diesem zum Glück auch hierzulande verfügbaren US-Import zurückgreifen, den es (sogar als Doppel-Vinyl!) natürlich hier zu erstehen gibt: Les Annèès Psychedeliques: 1966-1971.

Neben der coolen und absolut DJ-tauglichen Nummer aus dem Video („Requiem Pour Un Con“ aus dem Film „Le Pacha von Georges Lautner) finden sich hier überwiegend Soundtrack-Arbeiten, zum Teil ohne Vocals, dazu auch sichere Hits wie „Bonnie And Clyde“ (trotz des Titels kein Soundtrack), vieles davon ausgesprochen rares Zeug. Klasse sind auch mehrere Instrumental-Tunes, hier Bonus-Beats genannt, womit man dann seine eigenen Tunes am Rechner basteln kann (wenn man kann - Chrispop?) (Whirlyjoe)

Samstag, 26. April 2008

Soul & Reggae Flyer

Als Flyer-Fan habe ich mich über diese Webseite ganz besonders gefreut. (R-man)

Freitag, 25. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 15
Shuggie Otis –
Aht Uh Mi Hed


Meine fußballerische Praxis beschränkt sich ja auf’s Barfuß-Kicken mit guten Kumpels am holländischen Nordseestrand. Deswegen überlasse ich die Fußball-Metaphern besser mal Joe und R-Man. (Meinen heutigen Mixtape-Beitrag würden die beiden wahrscheinlich als Flügelwechsel bezeichnen.)

Musikalisch zumindest springen wir von britisch angehauchter American Cosmic Music zu funky West Coast Klängen. Shuggie Otis kam durch die Wiederveröffentlichung seines 3. Albums Inspiration Information nochmal zu später Bekanntheit. Im Original erschien das Album 1974, ging aber, seiner Zeit weit voraus, relativ klanglos unter. Wiederveröffentlicht wurde es 2001 von David Byrnes Luaka Bop-Label.

Inspiration Information wurde von Shuggie Otis, dem Sohn von Johnny Otis, im Alleingang geschrieben, produziert und (abgesehen von den Orchester-Beiträgen) eingespielt. Immer wieder schön finde ich die primitive aber perfekt eingesetzte Timmy Thomas-Gedächtnis-Beat Box. (k-nut) (was macht Shuggie heute eigentlich so? will R-man wissen)

track 15.

Donnerstag, 24. April 2008

DFA Dance Party
Museum of Modern art NYC
01-03-2008

In conjunction with the exhibition Color Chart: Reinventing Color, 1950 to Today, PopRally invites you to bring the color chart to life on the dance floor with an amazing lineup of DJs from DFA Records.

Featuring DJs:
Juan Maclean
T&T (Tim Goldsworthy & Tim Sweeney)
Holy Ghost!
Justin Miller & Jacques Renault

Color Chart, which explores artists’ use of ready-made color—from paint chips to colored tape—features works by forty-four modern and contemporary artists, including Gerhard Richter, Andy Warhol, Damien Hirst, and Angela Bulloch. PopRally presents an exclusive preview of this monumental exhibition before its official opening to the public.
A wide spectrum of cocktails will be served. Wear your boldest and brightest colors and get ready to DANCE!

Wer schon immer mal wissen wollte was die DFA-Posse so auflegt, wenn sie einen zünftigen DJ-Abend bestreiten, der sollte hier mal reinhören. Leider ohne James Murphy...

Mittwoch, 23. April 2008

Spoonful im Subrosa

Auch auf die Gefahr hin, dem ständigen Blog-Besucher auf den Senkel zu gehen, aber ein vorletztes Mal will ich noch drauf hinweisen, auf die große Spoonful Party im Subrosa zu Dortmund. Und zwar genau am 30. April, also Mittwoch in einer Woche. Das schöne daran ist, daß am nächsten Tag der 1. Mai und somit ein Feiertag ist. Um 19.30 Uhr werde ich die ersten relaxten Records spinnen, irgendwann werden Michael Sheehy und Patrick McCarthy dazustossen. Später spielen die beiden einen Duo-Set und nach wird nochrichtig Party gemacht. Die Jungs bringen ihre Platten mit und wer sie mal hinter dem DJ-Pult erlebt hat, der wird verstehen, warum ich darauf bestanden habe, die Decks auf der Bühne aufzubauen.

Es wäre schön, wenn ihr möglichst zahlreich erscheinen würdet. Ich suche gerade meine Platten für den Abend zusammen, daß Spoonful Zeug liegt schon da, jetzt müssen die Lücken gefüllt werden und ein paar Überraschungen eingepackt werden. Die Fieber-Version von Daliah Lavi ist definitiv spielbar... (R-man)

Dienstag, 22. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 14
Western Electric –
Faithless Disciple


Ganz klar: R-Man ist bei dieser Veranstaltung der Typ mit der Spielführerbinde, dazu auch noch Spielertrainer und Zeugwart in Personalunion. Wenn so einer in einem eigentlich taktisch diszipliniert geführten Match das Kommando zum Auflösen der Viererkette gibt, um deutlich mehr Druck nach vorne zu machen, folge ich als Defensivkünstler (gelernter Vorstopper) natürlich gerne. Seine Steilvorlage auf den Flügel konnte ich ziemlich atemlos knapp vor der Eckfahne erreichen – jetzt muss die Flanke in den Strafraum segeln, der wieselflinke und immer brandgefährliche K-Nut lauert bereits am Elfmeterpunkt. Zum Glück ist der Typ vor dem Kasten ein Mann ohne Nerven.

Meine Hereingabe ist ein Song von einem 2000er Album, das ich seinerzeit von einem obskuren Label namens Glitterhouse erhalten habe. Kopf der Band war Sid Griffin (Long Ryders, Coal Porters), der seine ewige Verehrung für Gram Parsons und die Byrds hier mit dezenten TripHop-Beats verband, die man auf dieser Nummer allerdings nicht hört. Der Bass ist allerdings deutlich funky und verträgt sich trotzdem hervorragend mit der Pedal Steel, dem schönsten Instrument der Welt – der Song an sich klingt für mich deutlich brit-folky, womit ich das schon noch mit den (diffusen) Kriterien für unser Mixtape in Übereinstimmung bringen kann. Gram Parsons wird ja das Wort von der Cosmic American Music zugeschrieben, hier ist man relativ nah dran. (Whirlyjoe)

track 14.

Montag, 21. April 2008

Free Wally!

Nachdem das Veto von Whirlyjoe gegen den A Message From The Stars-Beitrag von R-Man für ein wenig Unruhe im Online-Mixtape-Team gesorgt hat, möchte ich kurz zur Wiederauferstehung des „hinterrücks gemeuchelten“ Wally Badarou beitragen.

Wally wuchs als Kind eines Diplomaten-Ehepaares aus Benin in Frankreich auf. In seiner Musik verbindet er seine afrikanischen Wurzeln mit zeitgenössischen und klassischen europäischen Einflüssen. Als bedeutendes Mitglied der Hausband des Compass Point-Studios war er unter anderem für folgende Interpreten (mitunter soundbestimmend) aktiv: Joe Cocker, Mick Jagger, Grace Jones, Robert Palmer, Marianne Faithfull, Herbie Hancock, Robin Scott "M" (Pop Muzik), Talking Heads, Foreigner, Power Station, Melissa Etheridge, Sly and Robbie, Black Uhuru, Jimmy Cliff, Lizzy Mercier Descloux, Gregory Isaacs, Manu Dibango und Miriam Makeba.
Als Produzent und inoffizielles 5. Mitglied bei war er Level 42 dabei und produzierte Fela Kuti, Salif Keita, Wasis Diop, Trilok Gurtu und Carlinhos Brown.

Im Gegensatz zu seinen fantastischen Beiträgen zu den oben genannten, zum großen Teil zeitlosen Veröffentlichungen, finde ich seine Solo-Werke meist ziemlich durchwachsen. Das liegt meines Erachtens an den typischen 80er-Jahre-Synth-Sounds, die heute jede Supermarkt-Heimorgel im Alleingang abspult. So muss ich ja auch (trotz meiner Wally-Sympathien) gestehen, dass ich meinen ersten Eindruck zu R-Man’s Beitrag mit den Worten „Softporno-Soundtrack mit Buschtrommeln“ formuliert habe. Die reine Beschränkung auf Tasteninstrumente hat die Badarou-Solowerke in meinen Ohren nicht unbedingt in Würde altern lassen.

Wem es gelingt sich in die Zeit der Entstehung dieser Songs zurückzuversetzen, wird sicher viel Spaß beim Anhören haben. Den folgenden Track hab‘ ich von 12“-Vinyl nur für Euch gerippt; es handelt sich um den Soundtrack zu „Kiss Of The Spiderwoman“ Novela Das Nove von 1985.

Fazit: Wally gehört definitiv zu den Guten auf dieser Welt! (k-nut)

wally

Bei youtube finden sich auch zahlreiche wally-clips, z.B. hier. (…und auch mal nach „Running For Our Lifes“ von Marianne Faithfull schauen, das hat er mitgeschrieben und produziert.)

Sonntag, 20. April 2008

Back from the Grave:
Mother Earth - Stoned Woman


Gerade entdeckt: Mother Earths 1991er Meilenstein Stoned Woman gibt es neuerdings als Ace/BGP-Reissue, remastered & expanded wie man heute so schön sagt, mit fünf Bonustracks, darunter My Sweet Lord von George Harrison – wie immer auch hier.

Zu den Bonus-Songs kann ich nichts sagen, habe aber immerhin meine alte Acid Jazz (das Label)-Original-CD herausgekramt. Lange nicht mehr gehört das Ding, bin aber doch wieder schwer begeistert. Klingt durchaus so, wie das Cover verheißt und war in den frühen Neunziger wohl die rockendste Seite des Acid Jazz-Revivals.

Die Briten darf man nicht mit den Frühsiebziger-Amis um Sängerin Tracy Nelson verwechseln, hier geht es um den Gitarristen und Sänger Matt Deighton und seine wechselnden Mitstreiter (darunter Cracks wie Orgler James Taylor und Producer Ed Piller), wobei auf diesem Album vor allem auch Sängerin Shauna Greene zu erwähnen ist.

Der Sound ist mehr oder weniger purer Funk auf Gitarrenbasis, die Orgeln spielen nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt auch ein, zwei Galliano-Style-Groover, so leicht verdaddelt mit Laidback-Sprechgesang, musste damals wohl auf jedem Talking Loud- und Acid Jazz-Release drauf sein, der Rest ist aber höllisch funky und schweißtreibend. Herausragend vor allem der Titelsong, eine nah am Original orientierte Variation von Brian Auger & Julie Driscolls Indian Rope Man. Das absolute Highlight ist aber The 5th Quadrant, ein sechseinhalbminütiger Trip durch angedubten Funk, mit Shaunas lasziv-verhallten Vocals und dann vor allem Gitarren, Gitarren, Gitarren. Auf jedem Kanal eine, fett mit Wahwah, sich gegenseitig umspielend, antreibend und funky downgettend - ganz klar ein Hammer-Tune! Und das Album seine Wiederveröffentlichung auch allemal wert. (Whirlyjoe)

Freitag, 18. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 13.
Robin Trower -
I'm Out To Get You

Nachdem Whirlyjoe neulich ja meinen Wally Badarou Song (ein 100%er) rausgekickt hat, bin ich hier wesentlich vorsichtiger geworden. Mittlerweile komme ich mir vor wie Hackie Wimmer als Zulieferer, Rackerer und Vorlagengeber, der die Laufwege seiner Mitspieler nicht kennt.

Als öffnenden Pass hatte ich mir jetzt Cybernaut von Tonto's Expanding Head Band oder Black Sand von Brainticket sehr gut vorstellen können. Aber da fehlt es mir im Augenblick an Ego und Durchsetzungskraft. So werde ich meine weiteren Stars-Mixtape-Tape-Beiträge wohl als Mitläufer bestreiten... Dabei hat man mich damals in der 1. Kreisklasse tatsächlich den "weißen Brasilianer" genannt. Als nächstes hatte ich diesen Lexx-Edit von Sweet Green Fields von Seals & Crofts schon hochgeladen und mir Fotos der bärtigen Herren rausgesucht...

Und dann ergab sich eine balearische Lücke. Und der Mut dazu. Auch über die 5 Minuten zu gehen. Und: unser Mix braucht unbedingt ein paar Cojones. Und ein ordentliches Gitarrensolo. Whirlyjoe wird mich hassen. (R-man)

tune 13.

Donnerstag, 17. April 2008

Abt.: Brandneu
Kraak & Smaak
Plastic People

Das war zu erwarten: die Holländer erweisen sich als die verdienten Nachfolger aller funky Dancefloor-Allrounder zwischen Kruder & Dorfmeister und Stereo MC’s. Die Burschen haben echt alles drauf: modernen Funk, groovy Downbeat, House mit Soul. Das Ganze in einem bei aller Floortauglichkeit doch gut gechillten Flow, mit warmen Basslines und edlen Keyboardflächen, dazu abwechslungsreichen Stimmen zwischen Eighties-Style-Falsett a la Prince und schwarzer Soul-Röhre im Stil von Sharon Jones. Flow ist tatsächlich das Zauberwort, die Tunes laufen stromlinienförmig ineinander, sind perfekt produziert und atmen organische Wärme – nicht nur dank beherzten Fender Rhodes-Einsatzes. Wohl auch deshalb, weil die drei Burschen mittlerweile mit Verstärkung als echte Band auch live agieren, den Schritt aus dem reinen DJ-Cirquit also locker vollzogen haben.

In diesem Genre können ihnen bestenfalls noch die vorzüglichen und ganz ähnlich gelagerten Fort Knox Five das Wasser reichen, ansonsten hat dieser zweite Longplayer von Kraak & Smaak (letztes Jahr gab es ja die vorzüglichen Remix-Sessions) alles, um sowohl den Dancefloor als auch die heimische Chillout-Zone zu bedienen. Übrigens auch zu hören: eine fernöstlich angehauchten Downtempo-Version von Man Of Constant Sorrow, das wir ja noch als Oldschool-Country aus O Brother Where Art Thou kennen – doch, die können was. (Whirlyjoe)

Mittwoch, 16. April 2008

Nightclubbing
with Grace Jones

Im Mai wird Grace Mendoza (so ihr schöner Geburtsname) 60 Jahre alt, vermutlich kommen demnächst also einige Würdigungen aus der Blog-Welt. Ich habe zuletzt wieder mehrfach in ihr amtliches Meisterwerk Nightclubbing von 1981 reingehört – was für ein vorzügliches Album, das bis heute völlig alterslos dasteht und auf jedem zweiten Flohmarkt darauf wartet, für fünf Euro (so teuer? die Red.) mitgenommen zu werden.

Ganz im ernst, denn es soll ja immer noch Menschen geben, die Grace für ein seelenloses Kunstprodukt halten, das sich willenlos irgendwelchen geldgeilen Produzenten ausgeliefert hat – schon weil sie als Model ja wohl keine ernsthafte Musikerin sein kann. Solche Vorurteile hat sie meines Erachtens aber ganz schnell widerlegt, gerade weil sie so konsequent an ihrem Image als synthetischer Popstar gearbeitet hat. Auf ihrem Weg aus dem Studio 54 Richtung Jamaika bis hin zur Studio-Hexenküche von Trevor Horn hat sie reichlich gute und keine einzige schlechte Platte gemacht und klang auch immer wie sie selbst: von La Vie En Rose bis Slave To The Rhythm, auch wenn man sich an ihr knarziges Organ gewöhnen muss. Soul hat das allemal.

Nightclubbing entstand 1981 unter der Regie von Island-Boss Chris Blackwell und Alex Sadkin und profitierte vor allem von Sly & Robbie als Rhythm Section, damals ja wirklich noch der ganz heiße Scheiß. Wer aber wirklich den Sound des Albums bestimmt, ist - hol mich der Teufel - Keyboarder Wally Badarou (Ex-Level 42), dem ich zuletzt ja gnadenlos den Dolch in den Rücken stieß, um seine Beteiligung am A Message From The Stars-Mixtape zu verhindern (die beinharten Wally-Fans R-Man und K-Nut zürnen mir noch immer). Zwar betätigt hier auch Bob Marleys Keyboarder Tyrone Downie die Tasten, der ist auf dem Cover aber viel kleiner als Wally gedruckt.

Auf jeden Fall sorgen Sly & Robbies elastische Rhythmen, die plinkernden Gitarren von Barry Reynolds und Michael Chung und eben Wallys federnde Keyboards für diesen unnachahmlichen Nassau-Sound, der ja auch den Tom Tom Club auszeichnete. Großartig und für damals durchaus gewagt ist auch die Songauswahl: Iggy Pops Nightclubbing, Use Me von Bill Withers und Demolition Man von Police, das zeugt doch von Geschmack. In Erinnerung bleiben aber vor allem die drei offensichtlichen Hits des Albums: Walking In The Rain, das deutlich discoide Pull Up To The Bumper und die Astor Piazzolla-Tango-Variation I’ve Seen That Face Before (Libertango).

Fast genauso gut ist übrigens das Vorgänger-Album Warm Leatherette von 1980. Ende der 80er war es mit der musikalischen Karriere dann leider vorbei, an die späte Single Sex Drive von 1993 kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. (Whirlyjoe)

Dienstag, 15. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 12
Findlay Brown –
But You Love Me

Findlay Brown machte eine bewusstseinserweiternde Erfahrung, als er das erste Mal Electric Ladyland von Jimi Hendrix hörte. Bis dahin hatte er nur ein paar Pet Shop Boys Singles zuhause. Danach hörte er auch Iron Butterfly, Love, Spirit und viel Krautrock. Als Psychedelic- und Krautrock-DJ in London brachte er später seine Vorstellungen und Erfahrungen auf diesen Gebieten unter die Leute. Bei seiner eigenen Musik lässt er sich außerdem von Crosby, Stills & Nash, The Band und dem Folk-Poeten Jackson C. Frank („Blues Run The Game“) inspirieren.

Findlay Brown schafft es, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden. Seine Songs können Alt-Hippies wie auch Folktronic-Anhängern gleichermaßen gefallen. Die Schnittmenge seiner musikalischen Sozialisation kann man auf seinem sehr schönen 2007er-Debut-Album Separated By The Sea bewundern.

But You Love Me beginnt wie ein Folk-Song aus den Elektra-Records-Archiven der Mittsechziger. Dann werden orientalisch anmutende Rhythmen und Geräusche, die wie rückwärts laufende Tonbänder klingen, dazugegeben. Alles Zutaten, die schon in der psychedelischen Ära der Endsechziger eingesetzt wurden. Außerdem sorgt eine monoton-hypnotische Basis dafür, dass der Song nicht ins Ätherische abdriftet. Ein sich ins Hirn fressender Refrain ist dafür verantwortlich, dass man den Song nicht mehr loswird.

Ich glaube, den Mann muss man im Auge behalten… (Heino Walter)

Tune 12.

Sonntag, 13. April 2008

Flohmarkt in
Hameln

Auf dem Weg nach Hamburg sah ich neulich Schilder, die auf einem Samstags Flohmarkt in Hameln hinwiesen. Mit einer knappen Stunde Fahrzeit eigentlich zu weit von meiner Homebase, aber da sich der Samstag morgen mit strahlendem Sonnenschein zeigte, schien die Fahrt entlang der Weser dann wie ein Urlaubstrip. Schließlich war Hameln bisher nicht erkundetes Gebiet und veielleicht löst an diesem Tag ein Niedersachse seine Ray Charles oder Stax-Sammlung auf...

Die Wiese sah dann aber trotz des Wetters eher dünn besiedelt aus und ich dachte, ich würde mit leeren Händen nach Hause fahren müssen. Aber schließlich fand ich noch zwei Plattenstapel. Der erste hatte das übliche Zeug. Phil Collins, Pink Floyd, was sie alle haben. Dazu jede Menge von diesen 70er Best Ofs, die Attention!, Pop Giants, Golden Hour, Hit Road, Star Collection oder Pop Club hießen und eigentlich schon immer ganz ok waren. Für je 1 Euro gingen dann folgende Best Ofs mit: Johnny Nash, Monkees, Manfred Mann (der frühe), Box Tops, Equals, Desmond Dekker, Dr. Hook & The Medicine Show und Animals. Der Dealer meinte, er hätte gut 1.000 LPs und diese hier hätte er alle doppelt. Guter Witz.

Der zweite Stapel brachte dann noch The Real McCoy vonVan McCoy und 20 Super Hits by Tom Jones in der Decca Club Edition.

Jetzt nicht die Riesenbeute, aber der eine oder andere Spoonful Hit findet sich vielleicht doch. Aber erstmal muß ich meine Plattenspieler aus dem Stadtkrug holen... (R-man)

Samstag, 12. April 2008

Spoonful Update

Des shake baby shake Blogs liebstes Kind zieht unaufhaltsam voran. Erst letzte Woche haben wir mit Son Of Spoonful über 50 Tracks neueren Datums zusammengestellt, die man locker unter das bisher compilierte, eher vintage ausgerichtete Material mixen kann. Wenn man furchtlos ist (kleiner Scherz). Was machbar ist und was nicht, müßte ein Feldversuch zeigen.

Dieser Feldversuch wird aber wohl nicht bei der 1. Spoonful Party am 30.4. im Subrosa in Dortmund stattfinden. Michael Sheehy und Patrick McCarthy haben ihre ganz eigene Auffassung vom Spoonful Sound und ich werde da als Mit-DJ keine großen Experimente fahren (obwohl, das Kills Stück könnte man droppen...). Patrick wird auch einige neue Mixe mitbringen, die dann natürlich wieder in meinen Besitz übergehen werden.

Spoonful #13/The Hits ist leider noch immer nicht fertig. Es fehlt einfach an der nötigen Konzentration und der finalen Entscheidung. Dafür haben die vier Spoonful Ur-Compilatoren (Chrispop, K-Nut, Whirlyjoe und R-man) Spoonful #17 so gut wie fertig. Das Werk wird Funky Fly heißen, nach dem genialen Bo Diddley Song. Eine Woche nehme ich mir noch für den richtigen Flow, denn was bisher an Tunage abgeliefert wurde ist ein wahrlich wilder Stilmix, der erstmal gebändigt werden will.

Ein paar der anderen Compilatoren scharren schon wieder mit den Hufen, sodaß es kein Problem sein dürfte, Spoonful #19 relativ schnell nachzuschieben. Es besteht keine Eile, wir nehmen es wie es kommt. Danke in dem Zusammenhang an Chris aus München, der mir gleich 5 wirklich gelungene Mix-CDs schickte. Die werden mir die nächsten Wochen auf jeden Fall versüssen - und die Version von Fever (Fieber) von Daliah Lavi taugt!

Für Spoonful #20 sollte wieder ein Thema her - Ideen sind herzlich willkommen.

Als kleinen Spoonful Bonus gibt es heute Hard-Working Woman von Otis Clay als Teaser. Ein kleiner Deep-Soul Burner, der bisher auf keinem Spoonful Mix verbraten wurde. Enjoy! (R-man)

Freitag, 11. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 11.
The Hypnomen –
Asleep


Ich gehöre ja zu den Menschen, die Drogen ausschließlich aus Pfandflaschen zu sich nehmen und für die „Hippie“ bisher in die Kategorie der Schimpfwörter gehörte. Weinrote Samthosen und das Zündeln mit Räucherstäbchen lösen bei mir nach wie vor Fluchtreflexe aus. Dennoch habe ich mich der mir auferlegten Aufgabe gestellt und mich mutig in das Thema des „Hippie-Folk-Psych-Mix“ vertieft. Das ich dabei im Netz neue musikalische Freunde kennenlerne, habe ich im Vorfeld nicht für möglich gehalten. Neben Songs aus der eigenen Sammlung, die ich als „passend“ befunden habe, stehen nun zwei (für mich) ganz neue Bands ganz oben auf meiner Liste. Diese gehören zwar beide eindeutig in‘s (neo)psychedelische Lager, gefielen mir dennoch so gut, dass ich da doch noch den einen oder anderen Tonträger nachkaufen musste.

Die erste sind die Hypnomen aus Helsinki/Finnland. Die fingen Mitte der 90er als Trash/Surf/Lounge-Duo an, spielten zwischenzeitlich in einer schwedischen Gameshow als Hausband und sind inzwischen als Quintet mit einer Musik unterwegs, die sich nur schwerlich in kurze Worte fassen lässt. Auf den letzten beiden Longplayern hört man latineske Rhythmen, wuchtige Orgeln, Lounge-Sounds, Santana-artiges Gegniedel, einen Song, der eigentlich nur aus einem 4minütigen Schlagzeugsolo (mit Steeldrum-Intro!) besteht, Folkrock mit Groove, ein jazziges Saxophon, spacige Synths, Bratzgitarren, Vogelgezwitscher … liest sich furchtbar? Stimmt! Klingt aber wundervoll!

Nahezu alle Songs sind Instrumentals, nur ab und wann kommen Gastsänger zum Zug. Dieser Song ist einer der wenigen Vocal-Tracks und findet sich auf Crystal Skies (2004). Der Gesang kommt von Jonna Tervomaa und dass der Keyboarder die ein oder andere Doors-Platte im Schrank stehen hat wird offensichtlich. (k-nut)

Track 11.

Donnerstag, 10. April 2008

Hamburg, immer
eine Reise wert!

Gestern war ich beruflich in Hamburg unterwegs und da ich mich mit meinem neuen, mit Esso-Swoops erstandenen Navi, überall hin traue, mußte ich natürlich noch ins Schanzenviertel zum Record shoppen. Bei Burnout gab es nichts zu kaufen, ansonsten ist das ein sehr ordentlicher Laden zwischen 60s Garage, Soul, Funk und Punkrock. Bei Zardoz ging eine John Lee Hooker LP (I Feel Good, mit Lowell Fulson) und eine Neville Brothers 7" in meinen Besitz über.

Bei Rekord gab es dann unerwartet relativ fette Beute. Trotz Beschallung mit übelstem Minimal-Dreck hielt ich so lange aus, bis ich folgende LPs aus den Preiswert-Stapeln zog: Temptations -1990 (73er LP prod. by Norman Whitfield); Bobby Rush - A Man Can Give It...; That's Blues Rock 2-LP (mit Chuck Berry, Mother Earth, John Dummer Blues Band, Cuby & The Blizzards, Junior Wells, Blue Cheer etc.); The Blues 2-LP (Fleetwood Mac, Sunnyland Slim, Chicken Shack, Steamhammer, Son House etc.) und Songs Of Kristofferson (eine Best Of). Alles für 2-3 Euro das Stück. Mit Slam als letzte Station zog ich dann wieder eine Niete. Aber auch so war ich mit der Ausbeute nicht unzufrieden. Gerade meine beiden Blues Doppel-LPs (beide original aus den frühen 70ern) scheinen die eine oder andere positive Überraschung zu bieten.

Generell muß ich sagen, daß wir Spoonful als Genre einfach weiter propagieren müssen. Die elendige Suche zwischen Blues, Garage, Soul und Funk muß aufhören. In spätestens zwei Jahren will ich in jedem Laden ein Extrafach für den coolen Sound sehen - am besten mit unserem Spoonful Logo.

Die Sonne im äußerst angenehmen Schanzenviertel trug zu einem sehr gelungenen und relaxten Tag bei. (R-man)

Mittwoch, 9. April 2008

Abt.: Brandheiß
New Orleans Funk
Vol. 2/Various Artists

“Pflichtplatte” könnte ich schreiben und damit wäre alles gesagt. Denn mal im Ernst, welcher Fan von Soul, Funk oder N’Awlins wird sich dieses von Soul Jazz Records wie gewohnt allerfeinst compilierte Werk entgehen lassen wollen?

Leider ist mein Vorabmuster, welches in einer extra gedruckten Papphülle steckt, nicht ganz zuverlässig, denn Soul Jazz schmeißt das Tracklisting in letzter Minute gerne noch einmal um. So zeigt meine CD 26 Tracks und das Cover schreibt was von 25, allerdings in völlig anderer Reihenfolge.

Ein paar Choons erkenne ich natürlich, den Chicken Strut der Meters, Jimmy Hicks (das toll swingende I’m Mr. Big Stuff), Lee Dorsey (Four Corners) und den Fortune Teller von Benny Spellman. Die Bo Diddley Version von Art Neville kommt mit Gebläse (besser als die Version, die ich kannte) und dann ist mir höchstens noch Gossip von Cyril Neville geläufig. Der Rest sind Ausgrabungen aus dem Schaffen bekannter Künstler wie Allen Toussaint (Tequila), Eddie Bo, Betty Harris und The Gaturs. Dazu finden sich aber auch eher obskure Künstler wie The Prime Mates, Bonnie And Sheila, Johnny Moore, Warren Lee, Porgy Jones (schon fast Jazz-Funk) oder Joe Chopper. Natürlich alle dargereicht im allerfeinsten New Orleans Groove, schön funky ohne dicken Daumen, teilweise gar recht poppig, mit viel Soul und allem, was zu einem richtig feinen Soul-Funk Song dazu gehört.

Und das Beste zum Schluß: Den Kauf alleine rechtfertigt der Track eines gewissen Ray J. Eine absolute Mörderversion von Dr. John’s Right Place, Wrong Time – ganz klar ein zukünftiger shake baby shake Klassiker, den man perfekt hinter den Chrispop Edit von Aaron Neville’s Hercules fädeln kann.

Ganz, ganz großartig und eine Zierde für jedes Plattenregal. Jedes. Immer und überall. (R-man)

cd oder 3-lp (erscheint am Freitag)

Dienstag, 8. April 2008

A Message
From The Stars
Mixtape Song 10
Barbara & Ernie -
Searching The Circle


Wenn man schon im Glitterhouse-Archiv zu diesem einzigen Album von Barbara Massey und Ernie Calabria die Kategorisierung „eigenwillig psychedelisches Folk-Soul-Hybrid“ findet, kann das fürs Sternen-Mixtape ja nicht ganz falsch sein. Erst recht nicht, nachdem der Herr im Haus gerade die Soul-Karte gespielt hat.

Entstanden ist das Prelude To... Album 1972, u.a. mit Keith Jarrett am Piano und weiteren Jazz-Muckern im Hintergrund, die Arrangements stammen von Eumir Deodato, einem großen Meister seines Fachs – besonders gut gefällt mir bei diesem Song ja die seltsame kleine Harfe. Barbara sang zuvor Background u.a. bei Cat Stevens und Quincy Jones, Ernies Gitarre war in den Sechzigern vor allem bei Harry Belafonte und Nina Simone zu hören.

Irgendwo habe ich auch gelesen, dass die Drums dieser Nummer von Smif-N-Wessun gesampelt wurden, was den Wert des ohnehin raren Originals weiter in die Höhe getrieben hat. Mittlerweile gibt es das Album aber als bezahlbaren CD-Reissue, zum Beispiel auch hier. (Whirlyjoe)

tune 10.

PS: "dies ist eine von vinyl-gerippte version aus dem netz, wie man deutlich hören kann. ich finde es ja immer schön, wenn es ein wenig knackt und knistert, aber wenn du magst, kannst du das ja neu von deiner cd ziehen." - schrob Joe. Natürlich haben wir den teuren Vinyl-Rip hochgeladen. Es ist doch schön wenn eine Platte knistert wie Speck in der Pfanne...

Montag, 7. April 2008

Son Of Spoonful
Spoonful ab 1982


Das Thema Son Of Spoonful geisterte ja schon das ein oder andere Mal durch diesen blog. Aufgrund der Vintage-Ausrichtung der bisherigen Mixe entstand ja irgendwann die Fragestellung ob es denn da kein aktuelleres, moderneres Material gäbe, das in den Spoonful-Kosmos passt?Sogar die Frage nach spoonful Hip-Hop tauchte auf.

Nun haben sich acht Compilateure auf die Suche nach entsprechenden Songs gemacht, um diese in 20minütigen Sets auf zwei CDs zu bringen. Es kamen insgesamt 53 Titel zusammen, für die einzig folgende Vorgaben galten: Veröffentlichung ab 1982 (chrispops Geburtsjahr) und spielbar in jedem bisherigen Spoonful-Kontext. Im Vorfeld gab es schon die ein oder andere skeptische Bemerkung: da war vom „Ramschladen“ die Rede, vom „Kaputtmachen“ der Spoonful-Idee…
Nun ist der Spoonful-Nachwuchs also auf der Welt.


Ich hatte mir ja gewünscht, dass das Ganze keine reine Retro-Veranstaltung wird; es sollten vorzugsweise zeitgenössische Sounds von der Spoonful-Idee in der Jetztzeit zeugen. Diesen Wunsch zu erfüllen, gelang weder mir noch allen anderen: der Großteil der Songs würde in den bisherigen Mixen kaum auffallen. Die Aufgabenstellung konnte also nicht zu 100 % erfüllt werden. Die Frage, ob es zeitgenössische (und auch so klingende!) spoonful Songs gibt, muss ich dann wohl mit „kaum“ beantworten. Und was mich nicht wirklich traurig macht: Spoonful bleibt wohl eine Hip-Hop-freie Zone. Alle Beteiligten haben allerdings einen wirklich tollen Job gemacht, da gibt es feisten Gitarren-Rock, schwere Grooves, Billy, Funk, Punk, Garage, feinste Soulburner und dann doch den ein oder anderen elektrischen Beat.

Was auf den ersten Blick auffällt: der allergrößte Teil der Beiträge stammt aus diesem Jahrzehnt. Die 80er und 90er Jahre sind nur äußerst sparsam vertreten. Einzig Heino hat sein Set mit Songs von 1987 – 2000 bestritten. Die anderen sieben haben maximal einen Titel aus dem alten Jahrhundert auf der Setlist.

Das erzielte Gesamtergebnis ist insgesamt ein fantastischer, spannender und abwechslungsreicher Mix in den Randbereichen des Spoonful-Kosmos!!! (….hat da jemand „Spoonful-light“ gesagt?) Ich denke „Sortimentserweiterung“ trifft’s besser als „Ramschladen“ und kaputtgemacht haben wir wohl auch nix.

Ob der Spoonful-Junior mal so groß und stark wird wie sein Papa wird sich zeigen; die Anlagen sind vorhanden und eine Menge Spaß macht der Kleine schon jetzt! (…hoffentlich nicht nur seinen 8 Geburtshelfern.) …und bald darf er dann auch mal mit Papa in die Disco. (k-nut)

#18

Sonntag, 6. April 2008

shake baby shake
im April

Unsere kleine Dorfparty befindet sich weiter auf Kurs. Als ich gestern gegen 9 Uhr im Stadtkrug eintraf, war die Kneipe schon ganz ok gefüllt. Bis 23.30 Uhr gab es eine leichte Steigerung und kurz danach begannen die Massen zu strömen.

Um Mitternacht war der Stadtkrug prall gefüllt und da Axel eine Auszeit nahm, beschallten Ingolf und ich den Abend alleine. Das nächste Mal muß ich meine Box doch etwas moderner packen, denn gegen/mit Ingolf ist schwer auflegen, ist er doch gerade bei den hiphoppigen Dancebeats ganz gut sortiert und sorgte gerade in der ersten Hälfte seiner späteren Sets für eine volle und junge Tanzfläche. Die hatte er allerdings gegen Ende des jeweiligen Sets auch wieder größtenteils entsorgt, sodaß es schwierig für mich war, den richtigen Ansatzpunkt zu finden.

Irgendwie hat es doch geklappt und zwischen Deep Soul, Downbeat, Motown, Duffy und Peace Frog (im Edit) von den Doors kam alles auf die Teller, die die Welt bedeuten.

Als ich um 3 Uhr nach Hause aufbrach, war der Stadtkrug noch gut gefüllt. Zu später/früher Stunde soll sogar Axel noch hinter den Wheels gestanden haben. So muß es sein. (R-man)