Dienstag, 25. Juni 2013

We're open!

The new kid on the Webshop-Block ist eigentlich ein alter Hase mit 30 Jahren Erfahrung in der Platten-Trüffelsuche. Und was ist ein Label wie Stag-O-Lee denn ohne eigenen Webshop? 
Ein Nichts, korrekt. Das ändert sich nun, denn nun sind wir endlich WER.
Aber wir wollen nicht sein wie die anderen.

Denn Wir sind eigentlich Ich und als 1-Mann-Unternehmen im höheren Mannesalter muss man seine Kräfte einteilen. Und eben nur Dinge anbieten, die andere vielleicht nicht anbieten.  Außer sie sind unverzichtbar. Sonst haben wir das Unverzichtbare, das die anderen nicht haben. Und wenn wir nur ein paar hundert Artikel im Shop haben, so sind sie doch per Hand selektiert und stehen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in meinem Plattenschrank.
Im Stagoleeshop gibt es rarste 7”inches, limitiertes/farbiges Stag-O-Lee Vinyl, die geniale Spoonful-Serie (mittlerweile 74 Volumen!), Geschenke (ja, tatsächlich) so was schräges wie die Precious Sounds Umschläge, Direktimporte von undurchsichtigen Dealern aus dem United Kingdom, Früh-90er Kozik Poster, ausgewähltes 2nd Hand Zeugs und was uns sonst alles wichtig und eben unverzichtbar erscheint!
Kommt doch mal vorbei! Und obwohl die Stag-O-Lee Label-Webseite in englisch gehalten ist, ist der Mailorder sowohl in deutsch als auch in englisch zu erreichen. Einfach ganz oben in der Leiste die Präferenz wählen, wenn man nicht sowieso direkt richtig gelandet ist.

Wir sehen uns... 
Beste Grüße R-man

Stag-O-Lee zum hören:

Dienstag, 28. Mai 2013

...und noch ein kleiner feiner Soundcloud-Fund:



Funky, fuzzy, free Download
(K-Nut)

Montag, 27. Mai 2013

Ein guter Start in die Woche

Da geistert seit Tagen ein kleiner Easy-Listening Song durch meinen Kopf und hilft mir den verlängerten Winter zu ertragen.



(ich las irgendwo die Melodie sei bei den Beatles geklaut  -  macht aber nix!)
Wer's mag: Free Download inklusive.

(K-Nut)

Sonntag, 26. Mai 2013



Whirlyjoe: Um vier Uhr gingen mir im Stadtkrug die Platten aus, dazu das viele Bier und schon hat man am nächsten Morgen den Surprise Act verpasst. Dabei wusste ich, um wen es sich handelt, hatte Murder By Death auch in allerbester Erinnerung. Tja, das Alter…
Zu Crocozebrá dann doch noch leicht verkatert ins Gelände gestolpert – hat mir richtig gut gefallen, eingängig, unprätentiös und sehr sympathisch. Denen ist noch Einiges zuzutrauen.

K-Nut: Da ging es mir leider genauso. Ich hatte leichte Startprobleme am Sonntag und war erst zu den letzten Klängen der (sehr guten) Murder By Death auf dem Platz. Schade!
Crocozebrá haben mir dann hervorragend gefallen! Strahlender Sonnenschein und ein Haufen hoch-sympathischer und -musikalischer junger Menschen auf der Bühne. Erneut ein perfekter Start in den Tag.

Die Sonne verwandelte dafür den Matsch in einen zähen, klebrigen und stinkigen Sumpf.

Whirlyjoe: Christine Owman war dann schon ein eigentümlicher Programmpunkt. Eigentlich war ich für ihre doch recht ambitionierte bis experimentelle Musik gar nicht motiviert, habe dann aber doch mit wachsendem Interesse zugehört. 
Schon sehr eigenwillig, was die Schwedin da performt – je wilder desto besser. 
Die verschwurbelten Vocoder-Sounds hat sie vielleicht ein wenig überstrapaziert, aber ihr finales Headbangen am Bühnenrand vor erstarrtem Publikum hatte wirklich was Mutiges. Daumen hoch für Christine Owman!

K-Nut: Ich glaube da habe ich mehrfach "Kunstkacke" in meinen Bart gemurmelt. Dafür möchte ich mich hiermit förmlich entschuldigen. Aber das war weder für das herrliche Sommerwetter noch für meine leicht träge Grundstimmung das richtige Unterhaltungs-Programm. Das hat mich überfordert und ich hätte wohl eher was für meine niederen musikalischen Bedürfnisse gebraucht. Mea culpa! - aber: Daumen runter!

Whirlyjoe: Torpus & The Art Directors kriegen von mir alle Sympathiepunkte, auch wenn es zweifellos an künstlerischer Eigenständigkeit fehlt. Wie sie aber alles an zauselig-bärtigem Indie-Folk zwischen Mumford & Sons, Fleet Foxes und Band Of Horses zusammenrühren, hat vor allem den jüngeren Teil des Publikums völlig zu recht begeistert. Dazu dieser strahlende Sonnenschein – endlich war alles wie immer beim OBS!

K-Nut: Da ich die von Dir genannten Bands alle furchtbar langweilig finde, hatte ich nicht viel erwartet.
Aber die Begeisterung der Band und die Stimmung, die von ihr ausging, haben mich dann doch gepackt. Erstaunlicherweise erwischte ich mich dabei (mit meiner frisch zurückgekehrten Stimme) leise "Oh My Sweet Carolina" mitzusingen. Ein schöner OBS-Moment! (zumindest für mich - meine direkten Nachbarn habe ich nicht befragt...)
The Desoto Caucus
Whirlyjoe: The Desoto Caucus aus Dänemark hatte ich bis zu ihrem Auftritt noch gar nicht gehört, fand ich aber sehr gelungen. Auch weil ihre entspannt-atmosphärische Cosmic Americana (plus viel Talk Talk und ein wenig Spain) endlich auch mal wieder den OBS-Veteranen im Publikum gefallen haben dürfte. 

K-Nut: Auf dieses neue Glitterhouse-Signing hatte ich mich sehr gefreut. Zu Recht, wie sich herausstellte. Sehr lässige, klassische aber doch eigenständige Americana-Klänge mit tollen psychedelischen Keyboard- und Gitarren-Soli. Einige wenige Calexico-Anklänge meine ich auch herausgehört zu haben.
Das aktuelle Glitter-Vinyl war dann auch ruckzuck ausverkauft. Wird also im Mailorder bestellt.

Besonders gefreut habe ich mich über die Penetratoren Liam und Crispin, die den Weg durch die Schlammhölle nicht scheuten um sich von uns zu verabschieden - und das in ihren weißen Tanzschühchen! 
Luv you, guys!

Mighty Mike OMB

Nicht zu vergessen, der gute Mighty Mike, der aus Schlamm- und Modder-Gründen auf den zeitraubenden Aufbau seines bespielbaren Motorrades verzichten musste. Selbst zum Soundcheck (gut 90 Minuten vor seinem ersten Set) fanden sich zahlreiche applaudierende Menschen ein, so dass die Meute mit einer ausgespielten Nummer "besänftigt" werden musste.
Da noch kein Gaffa-Tape erfunden wurde, dass auf Matsch klebt, musste Mikes "Edelroadie" beim eigentlichen Auftritt öfter mal auf die Knie um die wandernde Fußmaschine festzuhalten. Dafür gab es hochverdienten Sonder-Applaus.
Gewohnt souverän und hochunterhaltsam spielte sich Mike durch seine Blues-Stomper und brachte so, als perfekter Ausgleich zu Frau Owman, mein musikalisches Gleichgewicht wieder in die Waage.

Whirlyjoe: Extralob auch an den netten Menschen, der dem auf dem Boden kauernden, die Fußmaschine von Hand fixierenden Helfer gleich ein frisches Bier gereicht hat – that’s the Spirit!


The Flaming Stars
The Flaming Stars kannte ich auch nicht, sie wurden mit aber von verlässlichen Gewährsleuten dringend empfohlen. Den Auftritt der coolen Londoner fand ich dann aber ein wenig saftlos, ähnlich wie bei Nick Waterhouse. Da fehlt einfach das letzte Quäntchen Rotzigkeit. Gefällt mir auf Platte tatsächlich besser.


K-Nut: Da bin bin ich ja bekennender Fan und war dementsprechend enttäucht, dass die Flaming Stars nicht zum OBS16 kommen konnten. Leider ging die prägnante Orgel etwas im Mix unter, aber ansonsten war dieses Set einfach großartig. Habe allerdings von einigen gehört ihnen wäre das Konzert zu verhalten bzw. gedämpft gewesen. Das fand ich (anders als bei Herrn Waterhouse) aber gerade gelungen. Dieses Musizieren mit leicht angezogener Handbremse, um dann im entscheidenden Moment richtig Gas zu geben, beherrschen die Herrschaften (wieder: anders als Herr Waterhouse) perfekt.
Bin glücklich diese Band dann doch mal live erlebt zu haben!

Whirlyjoe: Come – für mich das spannende Highlight des Festivals. Dabei war abzusehen, dass sie für 75 Minuten nicht genügend gute Songs haben. Die wenigen Knaller haben aber gereicht, um mich in schwebende Verzückung zu versetzen. Ja sogar das eine oder andere Tränchen stieg mir (wie wohl so manchem altgedienten Glitterhäusler) in die Augen. Dass der teils zäh-laute Psycho-Blues kein Stimmungshighlight ist, kann ich aber auch verstehen. Dennoch: für mich die erhabene Krönung des OBS 17.

K-Nut: Ganz offensichtlich habe ich in den Neunzigern nicht (nur) die richtige Musik gehört. So sind z.B. Come und Codeine völlig spurlos an mir vorüber gegangen. Umso dankbarer bin ich da den Menschen von Numero und Glitterhouse für das Wiederhervorholen dieser Schätze! 
Ein wundervolles Glitter-Vinyl/CD-Paket und ein fantastischer intensivster Auftritt! Alleine dafür hätte sich die Anfahrt gelohnt! Danke!

Whirlyjoe: Blaudzun? Nun ja, die letzte Band des Festivals hat vor vollem Auditorium eigentlich immer leichtes Spiel, da konnte auch der durchaus charismatische Holländer wenig falsch machen. Das Publikum fraß ihm aus der Hand, die neue Lightshow kam glänzend zur Geltung, da will ich nicht allzu streng sein, obwohl der Typ letztlich nur einen oder zwei richtige Songs geboten hat. Der Rest ist lauwarme Luft episch inszenierten Indie-Folks mit an- und abschwellender Dynamik statt Songs und Melodien. Hat aber trotzdem gut funktioniert und mit Erfolg den neuen Regen bis nach Konzertende verdrängt.

K-Nut: Blaudzun durfte ich zwar aus allernächster Nähe erleben, aber dies nur weil die Band im Laufe der Nacht am Nebentisch in Harry's Imbiss saß.
Den Auftritt habe ich aus mehreren Gründen komplett verpasst. Kann ich allerdings anhand deiner Beschreibung nicht wirklich traurig finden.
Anschliessend liessen wir uns ziellos durchs Beverunger Nachtleben treiben, da der Stadtkrug leider geschlossen blieb. 

Whirlyjoe: Das klingt aber nach einer uferlosen, exzessiven Odyssee….
Bleibt als Fazit: das siebzehnte OBS war musikalisch ein wenig durchwachsen, den Kurs der stilistischen Verbreiterung unterstütze ich aber nach wie vor von ganzem Herzen. Geländeerweiterung und strukturelle Veränderungen waren alle zum Guten, die Organisation wie immer eine geschlossene Team-Leistung von bewundernswerter Perfektion. Heißen Dank wie immer an alle Beteiligten, ihr seid Helden!



K-Nut: "OBS - Jetzt noch breiter!" Das Motto für 2014?
Das Programm war tatsächlich noch kunterbunter als gewohnt, und ich habe erstmalig eindeutig die "Musik für ältere Herrschaften" bevorzugt. Ansonsten stimme ich dir zu 100% zu! 


Ganz sicher ist unsere Rückschau eine sehr subjektive und nicht immer lässt die Mitarbeit am Stag-Stand genügend Aufmerksamkeit und eine angemessene Würdigung aller auftretenden Bands zu. 
Sicher ist: Das Gesamt-Paket OBS ist noch immer unübertroffen vielseitig. Wer hier nicht seine neue Lieblingsband, neue und alte Freunde findet, von der liebe- und aufopferungs-vollen Organisation restlos beeindruckt ist, der macht irgendwas falsch!

Danke an Alle! Wir kommen wieder! 

(Whirlyjoe & K-Nut)

Samstag, 25. Mai 2013




K-Nut: Mick Flannery war mal wieder ein perfekter mittäglicher Einstieg - da kämpfe ich ja meist gegen einen leichten Hangover. Dabei mag ich eher sanfte Töne. Der Starkregen vom Vortag hatte sich in einen dauerhaft niederrieselnden Landregen verwandelt - der Rasen in eine knöcheltiefe Matschwüste.
Daniel Norgren

Whirlyjoe: Stimmt, am Samstag hat es ja erst mal auch noch geregnet. Da war ich aber noch frühstücken – mit frischem Rührei von Heike, da kann man schon einmal einen Barden verpassen….

K-Nut: Warum Daniel Norgren neben einer hervorragend gespielten Gitarre auch noch das rudimentäre Schlagzeug bedienen muss, verstehe ich nicht wirklich. Personalkosten können es  nicht sein: er leistet sich einen Keyboarder, der die meiste Zeit neben der Bühne verbrachte.
Daniel Norgren hatte ich ja schon im Vorprogramm der Great Crusades erleben dürfen. Da bin ich hin und weg! Schüchtern-expressiver Psychedelic Southern Blues (doch, das geht!)

Gar nicht genug loben kann man den exzellenten Bassmann: Großartiges, songdienliches Spiel und erstklassiger Harmoniegesang. Toll! 

Whirlyjoe: Volltreffer. Von den Bands, die ich noch nie gesehen habe, mein diesjähriger OBS-Favorit. Grandios sind diese langen, fast stehenbleibenden Gitarrensoli – extrem hypnotisch! Und richtig, der Upright Basser sang die allerschönsten Harmonies. Großartiges Album auch, die Nummer auf der OBS-Compilation ist aus meiner Sicht sehr unglücklich ausgewählt. Herrn Norgren wünsche ich den größtmöglichen internationalen Erfolg! Und hey – es hat aufgehört zu regnen!

K-Nut: Auftritt Fabulous Penetrators; offensichtlich gut erholt vom Stadtkrug-Besuch legten die vier ein tolles Set auf die Bühne. Den zweiten Gitarristen vermisse ich nicht im Geringsten. Was Crispin da auf seiner wunderschönen Gretsch zaubert reicht für zwei. Die Band ist deutlich gereift und Liams "Schüchternheit" bezüglich der "Ballade" ist auch nicht  mehr nötig. Sitzt! Ein sehr energiereiches und erfrischendes Set.

The Fabulous Penetrators
Whirlyjoe: Die sind ja inzwischen richtig gute Freunde der SBS-Crew geworden, da ist es mit Objektivität natürlich nicht weit her. Dennoch: sie werden tatsächlich immer besser: tighter, souliger. Die Hits kann man mitsingen, die schräge Performance sitzt. Und später war Crispin ganz glücklich, dass ich mich an Boogie-Rock a la ZZ Top erinnert fühlte. Billy Gibbons ist einer seiner ganz großen Helden… Fabulous Penetrators kommen bei mir wie Daniel Norgren aufs Siegertreppchen.

K-Nut: Die folgende Caroline Keating war da natürlich ein heftiger Break. (Ich werfe mal klischeehaft Tori Amos und Kate Bush in die Runde.) Ich fand's wunderhübsch - aber mehr leider auch nicht. Das liegt jedoch eindeutig an mir: Bei wunderhübscher Musik wird meine Aufmerksamkeits-Spanne irgendwie immer kürzer.
 
Whirlyjoe: Mit dem Album konnte ich ja gar nichts anfangen, aber das Mädchen hat tatsächlich eine umwerfende Bühnenpräsenz. Extrem selbstbewusst und unkompliziert gut gelaunt, hatte sie das Publikum fest im Griff – was sicher auch an ihrem attraktiven Äußeren lag. Von meinen Jungs auf dem Campingplatz entbrannte nicht nur einer in Liebe….

K-Nut: ...Boy Division - ...was soll ich dazu sagen?
Entweder bin ich für diese Band zu doof, zu humorlos, zu linkskonservativ oder zu alt (ich vermute alle vier Möglichkeiten treffen zu), aber dieses Spiel mit mir unverständlich ausgesuchten Coverversionen, Fascho-Outfit und nervendem Megaphon-Gegröhle geht mir unglaublich auf den Geist. Verstehe ich einfach nicht! - und mir fehlt auch jeglicher Antrieb das verstehen zu wollen. Vielleicht erklärt mir das ja mal jemand in einem ruhigen Moment... (...Rembert?)


Whirlyjoe: Du linkskonservativ? Dachte du bist Kölschtrinker?! Boy Division muss man glaube ich nicht so ernst nehmen. Mir hat‘s gefallen, wie sie Klassiker der Pop- und Punkgeschichte boydivisioniert haben. Also zerhackt und plattgehauen. Das „Fascho-Outfit“ ist doch ein Zitat vom Zitat der oft zitierten Punk-Geschichte – ethische Bedenken kann man da durchaus mit Bier runterspülen, mein Lieber. Zwanzig Minuten fand ich genau richtig.


Skinny Lister
K-Nut: "Ethische Bedenken" wollte ich gar nicht anbringen. Ich bleibe aber dabei: Verstehe ich nicht, gefällt mir nicht. Und zerhackte und plattgehauene Musik brauche ich in meinem Leben genau so wenig wie Kölsch!

Skinny Lister spielten anschliessend Traditionals und eigene (schwache) Songs und wirkten dabei wie eine Vorschulklasse mit 'ner Buddel voll Rum. Mir war das leider alles viel zu inszeniert und aufgesetzt. Volltrunken in einem kleinen Pub mag das funktionieren, aber mir war das zu künstlich. Die Folkklassiker habe ich alle schon besser gehört, die eigenen Songs waren mir zu schwachbrüstig und in der Buddel war wahrscheinlich Mate-Tee...


Whirlyjoe: Hat mich nicht so interessiert, war dann auch so wie erwartet. Pogues in sehr light, aber doch grundsympathisch und nach Boy Division die notwendige Gutelaune-Band.

K-Nut: Die haben mir dann tatsächlich hinten auf der kleinen Publikums-Bühne deutlich besser gefallen.

Mit We Invented Paris ging's wieder deutlich bergauf. (Die Elektronik-Sprengsel fand ich sogar sehr gelungen.) Nettes Set für junge Menschen.


Whirlyjoe: Hat mich nicht so interessiert, weshalb ich mich anderweitig unterhalten habe.

Nick Waterhouse
K-Nut: Auf Nick Waterhouse hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, war aber (anders als viele Mitstreiter) nie ein überzeugter Fan des Albums. Die relative Eintönigkeit der Platte fand sich aber gottseidank nur in der ersten Hälfte des Auftritts wieder. Sehr cool, sehr souverän, vielleicht etwas zu schweißfrei. Und Rhythm'n'Blues hörte man ja auf dem OBS auch noch nicht. Hat großen Spaß gemacht!
...und dass der Boy Division-Gitarrist die Band auf dem Balkon dermaßen abgefeiert hat, 
hat ihm einige Sympathiepunkte gerettet.(...wahrscheinlich sind das alles nette Jungs?!?)
Nick Waterhouse -Zugabe-

Whirlyjoe: Da war ich dann doch sehr gespannt. Auf jeden Fall ein guter Zug, mal was tanzbar-R&B-lastiges auf die OBS-Bühne zu stellen. Die fast immer arg latente Funkiness ist ja wohl gewollt, passend zum coolen Styler-Image.
Aber irgendwie ist es doch schade, dass die Musik nie so richtig explodiert, weshalb ich das Set dann auch nur so dreiviertelgut fand. Etwas vergossener Schweiß könnte Nick nicht schaden.
Bewundernswert mal wieder der kundige Pete F. an meiner Seite: nach dem zweiten Song meinte er, dass Waterhouse wohl viel Van Morrison gehört habe – fand ich in dem Moment ja nicht, kurz danach beglückte uns der Künstler aber gleich mit zwei gecoverten Songs des Meisters. Respekt mein Lieber!

K-Nut: Dry The River (ich zitiere mich jetzt selbst:) waren gut, bis zu dem Augenblick, an dem der Gesang einsetzte. Das war leider sehr, sehr früh. Dieser gepresste Falsett-Gesang gefiel mir schon auf Tonträger nicht. Live vertrieb mich das Gequieke sehr schnell vom Gelände. Ich fand allerdings eine wunderbare Zufluchtsstätte im geliebten Stadtkrug, in dem wir, mit tatkräftiger Unterstützung der Fabulous Penetrators, den Tag ausklingen liessen. Danke an alle Beteiligten für diese unvergessliche Nacht.

Whirlyjoe: Dry The River erwiesen sich leider als Problembär im OBS-Line-Up. Dabei fand ich die letztes Jahr beim kleinen Club-Konzert recht gut, mit fettem, gitarrenbreitem Indie-Folk-Sound. Rockstar-Allüren zeigten sie aber schon damals, als sie nach einer knappen Dreiviertelstunde mitten drin aufhörten. Beim OBS dann leider als einzige Band ein katastrophaler Sound – wir standen zentral zwischen Bühne und Mixer, ich hörte nur Bass, keine Gitarren, keine Geige (erst Minuten später optisch erkannt) dafür aber diese inzwischen leider extrem penetrante Kirchenchorknaben-Stimme.
Nach drei Songs zogen wir uns entnervt zum Plausch in den hinteren Garten zurück.

Hat der Sänger nicht erzählt, dass sie gerade fünf (!) Monate im Studio waren? Das hat doch seit Genesis und den Eagles in den 70ern nie mehr jemand gemacht….

Dafür war es im Stadtkrug dann tatsächlich wieder lustig. Voller denn je, was der guten Laune aber keinesfalls schadete. Und mit Herrn K-Nut alte Hits auflegen, ist immer wieder Ehre und Vergnügen!

K-Nut: Das Vergnügen war ganz meinerseits. ...und die Ehre sowieso!
Angeblich soll ich ja sogar getanzt und mit Liam und Pete F. "Twist & Shout" gesungen haben...
Eigentlich unvorstellbar - allerdings war meine Stimme am nächsten Tag erst einige Stunden nach mir auf dem Gelände.

Freitag, 24. Mai 2013



Whirlyjoe: Da ist er wieder, der Post-OBS-Blues. Diesmal begleitet er das Entschlammen von Winterstiefeln, Regenklamotten und eigentlich allem, was man im erweiterten Glitzergarten über Pfingsten so dabei hatte. Denn ja, es hat geregnet.

K-Nut: Den Stand-Aufbau am trockenen Freitag-Vormittag erledigten wir dank einsetzender Routine in Rekordzeit. Und da die Warm-Up-Party im Stadtkrug mal wieder wunderschön aber dank allerstrengster Auflagen eher gedämpft ausfiel, waren wir sogar beinahe ausgeschlafen. 

Whirlyjoe: Am Freitag gab es erst anhaltenden Landregen, der dann von einem Gewitter mit Starkregen unterbrochen wurde, um dann bis Konzertende gemütlich weiter zu regnen. Die erwähnte Geländeerweiterung in die Nachbarschaft (der Bauhof, auf den man früher beim Pinkeln schaute, gleich hinter der Schreinmauer) halte ich für eine rundum gelungene Sache: mehr Platz, bessere Verteilung und eben auch ein schlammfreies Terrain. Da darf man dann ruhig ein paar Tickets mehr verkaufen, vor der Bühne war es jedenfalls auch bei den Topacts nie unerträglich voll.

K-Nut: Das neue Areal ist dem Festival ganz sicher sehr zuträglich, machte aber durch eine leichte Jahrmarkts-Atmosphäre den kuscheligen OBS-Charme der vergangenen Jahre etwas zunichte. Alles in allem überwiegen aber sicher die Vorteile - also nix zu meckern! 

Whirlyjoe: Zu den Freitag-Bands kann ich mich kurz fassen, denn der
Eimer (unterm Dach!)
Sturzregen ließ nicht nur mich in der am gewohnten Platz errichteten Stag-O-Lee-Erlebniswelt Zuflucht suchen.
Das war aber nur für kurze Zeit ein trockenes Vergnügen, denn die eigentlich als Sonnenschutz konzipierte Dachkonstruktion erwies sich als zunehmend wasserdurchlässig. Vinyl und CDs mussten vielhändig geschützt werden, in der drangvollen Enge blieb die Laune aber bestens, auch weil der R-Man souveräne Reggae-Nummern vom kleinen Soundsystem droppte.

K-Nut: Die eigentlich tollen Dächer sind ja nun auch schon 10 Jahre alt und Konstrukteur Titto erwies sich am Samstag als super-hilfsbereiter Retter in der Not und bewahrte uns vor dem  kompletten Absaufen. Ein Extra-Hurra für den Mann! Da sind nächstes Jahr noch ein paar Freibier fällig! 

Whirlyjoe: Die erste Band Evening Hymns aus Kanada nahm ich als angenehme Beschallung freudiger Wiedersehenszeremonien wahr, kurz: wir haben es verquatscht.

K-Nut: Die fand ich als Einstieg perfekt! Würde ich behaupten da andächtig gelauscht zu haben, wäre das allerdings gelogen. Da gab es doch zuviele parallele Hugs and Kisses.

Whirlyjoe: Die Steaming Satellites aus Österreich gingen dann im Gewitter unter, was ich mitbekam, gefiel mir allerdings sehr gut, denn es war hypnotisch-schwerer Space-Rock.

K-Nut: Ich stehe ja auf solchen vintage Synthie-Quatsch, tolle Grooves stellenweise - gab's so auch noch nicht. Sehr erfrischend! Da höre ich 100%ig nochmal rein.

The Treetop Flyers
Whirlyjoe: Die britischen Westcoast- und Softrocker Treeptop Flyers spielten mit sonnigen Harmonies gegen dunkle Wolken und riesige Pfützen an – ich fand sie angenehm leichtgewichtig und irgendwie genau richtig.
Pünktlich zu Slim Cessna's Auto Club nahm der Regen dann noch mal zu und ich Reißaus. Hatte ich ja vor zwei Jahren schon erlebt und wird sicher nicht mehr meine Lieblingsband. Also früh ins Bett, Stadtkrug geschwänzt und bestens ausgeschlafen in den zweiten Festival-Tag hinein.


Slim Cessna's Auto Club
K-Nut: Das haben bada bing! und ich genau umgekehrt gehandhabt: Wir nutzen eine Regenpause während der Treetop Flyers, um uns trockenzulegen und dann zu Slim Cessna wieder vor der Bühne zu sein (wir lieben diese Irren!). Der Plan ging insofern auf, dass wir trocken hin und zurück kamen, aber pünktlich zu unserer Rückkehr der Starkregen wieder einsetzte. Und ganz so lange haben wir es dann doch nicht mehr ausgehalten.
Für solche Wetterverhältnisse war ich kleidungstechnisch in diesem Jahr doch deutlich zu optimistisch unterwegs....

Whirlyjoe: Aber jammern wir nicht: nach etlichen trockenen OBS-Jahren musste das wohl wieder sein. Die am Freitag entstandene Schlammwüste wurde von den zumeist wasserdicht verpackten Gästen mit heiterer Gelassenheit ertragen, am Samstag blieb es trocken und der Sonntag war sogar sonnig und warm.

K-Nut: Auf welchem Festival warst Du denn? Am Samstag hat es bis in den Nachmittag munter weitergeregnet. Fangopackung für den Rasen - und der aufgeschüttete Rindenmulch war innerhalb kürzester Zeit in die Matsche eingetrampelt. 
Man sah tapfere barfüssige Tänzer, komplett wasserdichte Gummistiefel-Träger (Beverungen war auf diesem Sektor vollständig ausverkauft) und wetterresistente Chucks-Fans.  

Im Stadtkrug legten wir dann einen etwas strammeren Riemen auf die Orgel. Trotz deutlich weniger Lautstärke war er gut besucht und es war sehr lustig. Drei Viertel der Penetrators machten ihre Aufwartung, es wurde sogar fleissig getanzt.

...und wer braucht schon Schlaf?

Mittwoch, 17. April 2013




Stag-O-Lee unterwegs

Im Sommer wird der fahrbare Stag-O-Lee Plattenstand nicht nur das OBS beglücken, sondern auch einige weitere Festivals besuchen, um die heissen Scheiben direkt zum Kunden zu bringen. Heiß her geht es erst im Juli (Hangar Rockin', Sjock, Burg Herzberg) und da im Juni gähnende Leere herrschte, haben wir uns kurz entschlossen, dass Muddy Roots Europe Festival in Waardame/Belgien zu besuchen.


Dass Tav Falco Panther Burns am Sonntag als Headliner auftritt, hat die Entscheidung noch positiv beeinflusst. Zudem spielt eine weitere mögliche Stag-O-Lee Band beim Muddy Roots mit eventueller Releaseparty vor Ort – fröhliches Rätselraten.

Das Line-Up sieht ziemlich rustikal aus, das Ganze findet von Freitag bis Sonntag (14.-16. Juni) um den Cowboy Up Saloon drumrum (also Outdoors mit Zelt) statt und verspricht „the best voodoobilly honky tonkin' ass shakin' low down dirty rockabilly hillgrass swamp waltzin' farmageddon MUDDY ROOTS MUSIC good ol' time this side of the pond!!!!“ zu werden.

Ich mag es fast glauben...

(R-man)

Montag, 15. April 2013

Montag, 8. April 2013

Music For Dancefloors - The KPM Library
Various Artists

Vielleicht der Klassiker der britischen Library Music – schon mehrfach wiederveröffentlicht – diesmal in einer beachtlichen Deluxe-Version auf strut.
Es geht also um „Funktionsmusik“ als Hintergrund für TV, Film und Radio, lediglich in Kleinstauflagen in Vinyl gepresst und eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedacht.
Mittlerweile sind solche Produktionen aus den 60ern und 70ern aber ein schönes Sammlerthema geworden – gerade auch für avancierte DJs, die ihren Spaß an den schnittigen Instrumentals zwischen Jazz und Funk haben.
Und auch als Sample-Quelle wird das Material gerne genutzt – u.a. von Bigshots wie Jay-Z, Madlib oder Dangermouse. Keith Mansfield’s “Funky Fanfare” (hier leider nicht drauf) fand sich sogar auf Tarantinos „Kill Bill“-Soundtrack.

Gespielt wurden die Nummern von echten Studiocracks , die Produktionen sind herrlich druckvoll und immer kristallklar. Wenn nicht ausnahmsweise Madeline Bell singt, bleiben die Nummern rein instrumental, stilistische Schlenker gehen in Richtung Dub Reggae (von Dennis Bovell!) und Latin.
Meine Favoriten stammen nach wie vor von so coolen Typen wie John Cameron, Alan Moorhouse und Francis Coppieters (okay, nie gehört).
Als Bonus gibt es eine Extra-CD mit einem Konzert der alten Helden (aka KPM Allstars) im Londoner Jazz Café anno 2000. Und die Herren klingen wirklich superknackig, als Zugabe spielen sie ein cooles Medley aus den Erkennungsmelodien der wichtigsten britischen TV-Sportsendungen wie „The Big Match“.

Sowas sollte man hierzulande auch mal machen…

(Whirlyjoe)

Mittwoch, 3. April 2013

Andrea Schroeder live in Köln
 
Sofern es sich nicht um gerade unglaublich angesagte Acts handelt ist der Kölner gerne mal ein etwas zäher Konzertgänger. So fanden sich zu Andreas Gastspiel im Studio 672 des Kölner Stadtgartens gerade mal (geschätzte) 40-50 Besucher ein.
 
Hatte ich insgeheim auf ein Vorprogramm mit Musik von Jesper Lehmkuhl gehofft -die beiden Farmen-CDs mag ich ja sehr-, gab stattdessen Hello, Piedpiper den Support. Obwohl ein "kölscher Jung", hatte ich von ihm noch nie etwas gehört. Und wenn mich sonst der, inzwischen recht häufig zu beobachtende, Einsatz eines "jungen Mannes mit Gitarre" eher Richtung Bar treibt, schaffte es dieser Herr in kürzester Zeit mich gebannt vor der Bühne zu halten.
Folkiges zur Wandergitarre gehört eher nicht zu meinen Vorlieben, aber sehr gelungen eingesetzte "Live-Samples" und Loops, schöne Songs und eine wirklich tolle Stimme (plus gekonntes Pfeifen) begeisterten offensichtlich nicht nur mich.

An dieser Stelle gilt es auch das anwesende Publikum zu loben: Während der Songs mucksmäuschenstill und äußerst aufmerksam. Das fiel nicht nur dem Künstler angenehm auf.
...und das sollte während des Abends auch so bleiben.

In der Umbau-Pause (und nach dem Konzert) lernte ich noch zwei tapfere blog-Leser kennen. Schön, wenn man da auch mal Leute persönlich kennenlernt. Gruß an Ralf und Sven.

Auftritt Andrea Schroeder und ihre fabelhafte Band. Der dunkle Keller-Club bot da schon das deutlich passendere Ambiente als der sonnige Glittergarten für diese düsteren und stellenweise getragenen Klänge. Der größte Teil des Sets bestand logischerweise aus Songs vom Album. (Blackbird sei hiermit nochmals dringend empfohlen.) Neu und auffallend war das sich ständig steigernde, repetitive Ghosts Of Berlin. Überhaupt gefielen mir die dynamischeren Stücke in dieser kleinen Besetzung besonders gut.
...und die Herren können auch so richtig laut!

Dave Allens Bass (nein, nicht der von Gang Of Four), Chris Hughes Drums, Jesper Lehmkuhls Gitarre und Andrea Schroeders Shrutibox ließen die Streicher-Dramaturgie von z.B. Paint It Blue fast überflüssig wirken. - wobei diese Arrangements auf Tonträger natürlich durchaus ihre Wirkung haben.

Als Zugabe gab es dann die beiden deutschsprachigen Titel Kälte und die großartige Coverversion von Bowies Helden sowie ein hübsches "Gutenachtlied" für die leider spärlichen aber begeisterten Zuhörer.

Fazit: Große Empfehlung für die restlichen Tourdaten:

03.04.2013 DE - Frankfurt - Das Bett
(für Kurzentschlossene)

04.04.2013 DE - München - Milla Club
05.04.2013 DE - Berlin - Frannz
09.04.2013 DE - Bonn - Pantheon
10.04.2013 DE - Nürnberg - Künstlerhaus
12.04.2013 DE - Stuttgart - Laboratorium
17.04.2013 DE - Leipzig - Moritzbastei
                                        18.04.2013 DE - Hannover - Lux

Hello, Piedpiper könnt Ihr zudem im Vorprogramm von Nieve Nielsen am 8.April im Pauken und Trompeten in Münster erleben. Lohnt sich also doppelt!

(K-Nut)

Samstag, 30. März 2013


Das shake-baby-shake-Team wünscht ein frohes Osterfest!

Mehr gruselige Osterhasen gibt's HIER.

Donnerstag, 28. März 2013



Crime & The City Solution - American Twilight

Irgendwie das richtige Comeback zur richtigen Zeit. Neulich noch die mehr als Appetit machende Retrospektive („An Introduction To… A History Of Crime“), dann die erfreuliche Meldung, dass neuerdings Glitterhouse-Held David Eugene Edwards (16 Horsepower, Woven Hand) als fester Gitarrist an Bord ist, und jetzt das erste Studioalbum der ehemaligen Australier und Berliner seit 23 Jahren, neuerdings sind sie in Chicago beheimatet.
Von alten Besetzungen sind neben Mastermind Simon Bonney auch Bronwyn Adams (Violine) und Alexander Hacke (Gitarre, Ex-Einstürzende Neubauten) dabei, dazu kommen Danielle De Picciotto, Drummer Jim White (Ex-Dirty Three, Cat Power), Troy Gregory (Witches) und Matthew Smith (Volebeats).
 
Auf den ersten neuen Songs klingt das dann auch ausgesprochen dicht und breitwandig, mit mehreren Instrumenten- und Gesangslagen übereinander geschichtet. Aber schnell schält sich dann der brüchig-postmoderne Blues heraus, wie ihn in einer parallelen Karriere ja auch Nick Cave mit den Bad Seeds inszenierte. Crime & The City Solution sind aber dreckiger, sumpfiger und  expressiver.
Der Vibe ist gewohnt dunkel und dramatisch, am schönsten fallen die melancholischen Balladen aus, die mich ein wenig an Nikki Sudden erinnern, der einst mit dem verstorbenen C&TCS-Gitarristen Rowland S. Howard ja ein wirklich epochales Album aufgenommen hat. Sie können aber auch Rumpel-Punk mit brachialem Motörhead-Bass, gar kein Problem.
 
Comeback klar gelungen, was sind schon 23 Jahre.
 
(Whirlyjoe)

 

Mittwoch, 27. März 2013

Out now on Stag-O-Lee!
Vol. 1 & 2 of a brandnew compilation series on limited 10“-vinyl - compiled by Duke JensOMatic! Call it wild R&B, primitive Rockabilly, frantic Jive, Gospel-Bop or Proto-Soul – the Kids just wanna dance!

To get both volumes for 25 Euros incl. postage (specify coloured or black vinyl) write to spoonful@gmx.net for further instructions!



Dienstag, 26. März 2013


The Late Jason Molina by Christine Owman and The Wave Pictures

Dass Jason Molina (Songs: Ohia, Magnolia Electric Co.) trauriger weise mit nur 39 Jahren gestorben ist, hat sich inzwischen in der Blogosphere herumgesprochen.

Wie sehr Molina Fans und auch andere Musiker beeindruckt hat, lässt sich auch daran erkennen, dass schon kurz nach seinem Tod gleich mehrere Künstler spontan seine Songs aufnahmen – u.a. auch Glitterhouse-Künstlerin Christine Owman, die sich mit „Tigress“ gleich meinen absoluten Lieblingssong vorgenommen hat.

http://soundcloud.com/christineowman/tigress-by-jason-molina-cover

Einfach nur ergreifend ist aber das Projekt, das die wundervollen britischen Wave Pictures aus der Taufe gehoben haben: nämlich ein ganzes Album mit gleich neun Molina-Songs in der Interpretation der Wave Pictures bzw. deren Mastermind David Tattersall, so oder so ein Bruder im Geiste Molinas. Schon vor geraumer Zeit geplant, um den erkrankten Molina finanziell zu unterstützen, werden die Songs nun leider zu einem postumen Tribute-Album, dessen Erlös seiner Familie zugutekommt.

Kann man hier streamen oder kaufen:

http://thesongsofjasonmolina.bandcamp.com/album/the-songs-of-jason-molina

Und die Songs sind einfach nur fantastisch, von den Wave Pictures mit Anmut und Würde interpretiert, herzerwärmend und zu Tränen rührend. Dass Tattersall ein verkanntes Genie ist, wurde an dieser Stelle ja schon öfters erwähnt, aber wie er seine begnadeten Gtarrensoli in Molinas Song-Monumente einbaut, ist einfach nur begnadet gut. An der Wurlitzer ist übrigens der befreundete Darren Hayman von Hefner zu hören.

Ich empfehle auch, Tattersalls sehr persönliche Linernotes zum Projekt zu lesen.

Dank an Christian für den Hinweis.

(Whirlyjoe)

Montag, 25. März 2013

Der SBS-Live-Doppel(s)pass: Mama Rosin


Am Freitag in Bonn auf der Bühne, Samstag in Stuttgart und heute schon bei SBS im Blog: die Schweizer Cajun-Rock’n’Roller Mama Rosin.

Ich habe ja keine Ahnung, wo der Unterschied zwischen Cajun und Zydeco liegt, war mir aber sicher, dass der frankophil-folkige Sound aus den tiefsten Sümpfen Louisianas stammt, gespielt von inzüchtigen Nachfahren französisch stämmiger Einwanderer. Aber doch nicht aus Genf? Okay, dort ist die Schweiz ja auch französischsprachig – aber wer die drei Burschen von Mama Rosin auf der Bühne sieht, denkt jedenfalls mal gar nicht an eidgenössische Spießigkeit. Erst mal sieht man nur Haare: prächtig gelockte Matten zieren die Häupter der beiden Frontmänner, die E-Gitarre und Akkordeon spielen und dazu ganz famos Harmony singen und dabei nach waschechtem Mississippi-Delta klingen. Dazu stimmt auch der wuchtige Beat des (kurzbehaarten) Drummers.

Zydeco ist die "schwarze" Weiterführung von Cajun. Während beim Cajun eher countrylastiges Gefiedel vorherrscht kommen beim bluesinfizierten Zydeco hauptsächlich Akkordeon und Waschbrett zum Einsatz. Also ist Mama Rosin (wenn man sie denn irgendwo festmachen will) eher eine Zydeco-Band. 

Mama Rosin spielen Zydeco in der Garagenrock-Variante, ihr hervorragendes neues Album „Bye Bye Bayou“ wurde in New York mit Promi-Producer Jon Spencer aufgenommen – es hätte soundmäßig aber auch Dan Auerbach von den Black Keys sein können. Die ersten drei Alben erschienen bei Voodoo Rhythm Records, dem Label des umtriebigen Reverend Beat-Man – zweifellos auch ein Gütesiegel.

Wild Mustang
Im Bonner BLA fand der immerhin schon 37. Bonn Stomp statt, eine großartige Club-Konzert-Reihe des umtriebigen Col. Dirk G. - eine sichere Bank, wenn es um augelassene, trashige Sounds geht. Als ersten Act des Abends durften der weit angereiste R-man, badabing! und ich eine One Man Band namens Wild Mustang bestaunen. Der junge Mann bediente eine historische Drummachine, ein Mini-Keyboard und eine selbstgebaute Gitarre. Das Keyboard bediente er während des Gitarrespielens mit der Kopfplatte. Gesanglich war das Ganze , nun ja... gewöhnungsbedürftig - aber wir hatten 'ne Menge Spaß (auch wenn es darum ging die Cover-Versionen zu erkennen).

Mama Rosin
Zu den letzten Tunes von Wild Mustang stieß dann auch der gute Mighty Mike zu uns. Der Bursche hatte am Freitag Geburtstag und hätte sich mit Sicherheit eine wesentlich schlechtere Location für diesen Anlass aussuchen können.
Zum Konzert-Start von Mama Rosin war die Bonner Lärm Anstalt dann auch voller gut gelaunter Menschen. Der erste Song war noch etwas verhalten, aber das sollte sich ganz schnell ändern.

Beim Konzert im Stuttgarter Goldmarks war der Laden bis zum Konzertbeginn dann doch auch sehr ordentlich gefüllt und die zunächst etwas hüftsteifen Schwaben brauchten zwei, drei Songs zum Auftauen – dann wurde aber gut getanzt und jeder Song euphorisch beklatscht. Denn die Jungs sind nicht nur supersympathisch, sondern zeigten auch eine wirklich unbändige Spielfreude. Gleich mehrfach kam ein stählernes Waschbrett zum Einsatz, unser Freund Peter Weber wäre vor Ergriffenheit in die Knie gegangen. Vor allem die schnellen Songs kommen extrem rasant und dynamisch rüber, das dominante Akkordeon zum Glück nie im stumpfen Polka-Beat a la Pogues landend, sondern irgendwie funky und immer extrem druckvoll.

Beim Tonträger geht das dann ein wenig in Richtung Black Keys meets Attwenger, live klingt es aber nach sattem Rock’n’Roll – eben mit würzigem Cajun-Flavor. Das Publikum war zu Recht begeistert, forderte etliche Zugaben (darunter eine gekonnte CCR-Nummer) und alle waren rundum glücklich. Nicht nur ich hatte nach dem Konzert den Eindruck, dass Mama Rosin eine perfekte Band für ein zukünftiges Orange Blossom Special-Festival wären – war denn Chef-Booker Rembert zufällig auch in Bonn dabei, Knut?

Ich fand auch die swampigen Sounds am zwingendsten. Das gelungene CCR-Cover Run Through The Jungle fiel in dem Kontext kaum auf. Ebensowenig wie Alan Vegas Jukebox Baby, das sie in eine wilde Party-Nummer eingebaut hatten.
Mama Rosin auf dem OBS wäre ein Traum, da waren wir uns alle einig! (Rembert war zwar auch in Bonn, war aber mit Crossroads beschäftigt.)

Das aktuelle Abum gibt es hier. 

(Whirlyjoe + K-Nut)

Samstag, 23. März 2013

Dangerous Minds diggin' for nuggets

Die tapferen Seitenmacher von Dangerous Minds haben sich freundlicherweise die Mühe gemacht möglichst viele youtube-clips zu Songs/Bands der Nuggets-Compilation zu finden.
Da sagen wir mal brav Danke! 
Die beiden Beiträge finden sich hier und hier.
(Leider sind mal wieder einige clips in Deutschland gesperrt...)

(K-Nut)

Donnerstag, 21. März 2013

Sun Ra - A Space Odyssey

Zum immer herausfordernden Thema Sun Ra gibt es leider wenig brauch- und bezahlbare Compilations – bis auf diese hier.
Für mich mal wieder eine Gelegenheit, mich dem ebenso spannenden wie faszinierenden Thema anzunähern.

Es geht um die frühen Jahre des Meisters vom Saturn, angefangen in den 40ern, als er noch ganz bürgerlich als Sonny Blount mit Blues- und R&B-Artists wie Wynonie Harris, Lil Green, Dorothy Donegan oder Red Saunders spielte – und zwar ein eher konventionelles, aber immer lässig rollendes Jazz-Piano. Auch ein paar Doo-Wop-Nummern gibt es zu hören.
Ab der zweiten CD kommen dann aber Produktionen unter eigenem Namen, die ich mal zwischen Jazz Noire, Hard-Bop und Exotica verorten will – darunter einige seiner ersten Singles (!) auf seinem eigenen Saturn-Label.
Fast immer cool swingend, aber durchaus schon mit spacigen Elementen. Für rootsbewussten Jazz eben ganz schön psychedelisch. Die Track-Selection stammt vom britischen Musikjournalisten Kris Needs, der auch die Linernotes geschrieben hat. Seine Auswahl kann ich nicht wirklich beurteilen, wohl aber, dass diese drei Longplay-CDs im Digipak ein ebenso spannender wie kurzweiliger Trip durch Sun Ras Schaffen bis in die frühen 60er mit seinen Meisterwerken “Jazz In Silhouette” und “The Futuristic Sounds Of Sun Ra” sind.
Diesen fiebrigen Groove hat ansonsten wohl kein Jazzer drauf, schon gar nicht diese einzigartig coole Sci-Fi-Aura.

(Whirlyjoe)

Mittwoch, 20. März 2013


Veranstaltungs-Tipp für Freitag

Der Bonn Stomp ist ja ohnehin immer eine Reise wert - auch für Kölner! (ich wohne irgendwo dazwischen) - aber dieses mal gibt es die großartigen Mama Rosin zu bestaunen.
Ich bin ja kein wirklich großer Zydeco-Fan, diese Genfer Version finde ich aber ganz vorzüglich.
Live soll das sogar noch eine Klasse besser funktionieren.
Das aktuelle Mama Rosin-Album hat übrigens ein gewisser Jon Spencer produziert.



Also, wer am Freitag noch nix besseres vorhat (kann ich mir kaum vorstellen): schnell noch 'ne Rest-Karte ordern (order (at) bonnstomp.de) und die große Bühnen-Bambule erleben!
Das BLA findet man in der Bornheimer Str. 20-22. Das Vorprogramm ist übrigens auch bestens besetzt!
...und möglicherweise trifft man sogar ein paar blog-vertraute Gestalten, von denen einer sogar am Freitag Geburtstag hat.

Und wer Stuttgarter ist und nicht bis nach Bonn möchte: Am Samstag kommt Mama Rosin auch zu Euch!

(K-Nut)

Dienstag, 19. März 2013


Mark Ernestus Meets Ben Zabo
Dubwise

Ha, endlich habe ich sie, vom Glitterbeat-Labelboss persönlich überreicht: die auf 500 Exemplare limitierte 12-Inch mit den beiden Dub-Mixes, die der Berliner Produzent Mark Ernestus, ehemals Basic Channel und Rhythm & Sound, Gründer von Hardwax und Kopf hinter der Wax Treatment-Reihe, einer der europäischen Dub-Spezialisten überhaupt, aus dem malischen Afro-Beat der Glitterbeat-Hoffnung Ben Zabo gezaubert hat. Ernestus‘ Weg verlief über Minimal Techno zu dieser ganz speziellen Berliner Dub-Variante und in letzter Zeit zunehmend in Richtung Afrika.

Fürs afrikanische Glitterhouse-Sublabel Glitterbeat hat Ernestus nun zwei Songs des famosen Ben Zabo-Albums sein spezielles Dub-Treatment verabreicht – mit beeindruckenden Ergebnissen, wie ich meine. Das geht dann fast schon ein wenig in die Richtung der Tony Allen-Produktionen mit Doctor L aus den späten 90ern, klingt aber noch deeper, hypnotischer und minimalistischer. „Mali meets Berlin dubwise“, kongenial finde ich ja auch das Video:



Mark Ernestus meets Ben Zabo: Out March 23rd, 2013 on Glitterbeat.
 
(Whirlyjoe)