Peter HtH
Jedes Jahr die gleiche Gewissensfrage: mache ich bei dem Jahrespoll mit oder nicht?
Die Themen mit denen ich mich am meisten beschäftige sind entweder zu alt um in die Liste aufgenommen zu werden oder sie sind zu neu und noch nicht oft genug gehört um ein fundiertes Urteil abzugeben. Dann bleibt die Befürchtung, daß ich Wichtiges vergessen habe. Schließlich ist das Jahr lang und mein Gedächtnis wird im Alter immer kürzer.
Da es mir aber sehr viel Spaß macht die Listen anderer Leute zu lesen, möchte ich kein Spielverderber sein und mitmachen. Ohne Rangfolge was mir in 2009 im Musikbereich Spaß bereitet hat:
Die Alben:
Bob Dylan – Together through life
Ja, der olle Bob hat´s immer noch drauf und wird scheinbar, wie guter Wein, im Alter immer besser. Tief im Sound der 50er Jahre verwurzelt, mit tollen Begleitmusikern rumpelt es durch die Songs und wirkt doch ganz aktuell.
The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project - We are only riders
Ganz neu auf Glitterhouse konnte ich die Platte doch schon seit ½ Jahr rauf und runter hören. Ein Ohrwurm reiht sich an den anderen.
Michael J.Sheehy – With these hands
Gut, live ist Sheehy noch besser und hie und da wünschte ich mir den Einsatz eines drumsets. Die Platte ist perfekt und sehr „warm“ produziert, vielseitig und hat ein tolles Konzept.
Tinariwen – Imidiwan : Compagnions
Tuareg Wüsten Blues vom Allerfeinsten. Sehr psychedelisch, gitarrenorientiert und eigentlich gar nicht soooo afrikanisch.
The Death Letters – The Death Letters
Darüber wurde schon alles gesagt. Unbedingt live sehen !!!
The Fabulous Penetrators – With Love
Herzerfrischend rumpeln sich die Jungs durch den Garagensound aus London.
Van Morrison – Astral Weeks Live
Das Original Studio Album findet sich immer unter meinen Top 5 all time. Ich hätte nie geglaubt, daß es Van nochmal schafft das feeling des Originals , vor allem live, nochmals zu erfassen. Unglaublich gut kommt seine Stimme rüber, begleitet von phantastischen Musikern
Leonard Cohen – Live in London
2008 in Lörrach wurde es mein Konzerterlebnis des Jahres. Die im gleichen Jahr in London aufgezeichnete CD/DVD beweist mir, daß Cohen in großer Würde alt geworden ist.
Martha Wainright – Sings Edith Piaf
Martha nimmt sich eher unbekannte Songs meiner Lieblings Chanseuese und interpretiert sie frisch und mit viel Charme.
Neil Young – Dreamin' man Live '92
Noch ein alter Sack in meinen Charts. Aber was kann schöner sein als in der Vorweihnachtszeit am brennenden Kamin zu sitzen und sich des Lebens zu freuen und Neil singt dazu alleine mit seiner akustischen Gitarre ?
Außer Konkurrenz :
Tamikrest – Adagh und Dirtmusic - BKO
Beide Alben sind noch nicht veröffentlicht und werden von Glitterhouse im Februar respektive April 2010 der Öffentlichkeit präsentiert. Ich hatte die wunderbare Gelegenheit die Entstehung beider Alben von Demoversionen über die Aufnahmesessions bis hin zum Mixen und Mastern hautnah und persönlich als Executive Producer mitzuerleben. Tamikrest ist keine Welt- oder Afrika-Musik im herkömmlichen Sinne. Das ist Wüstenblues gemischt mit Reggae und anderen westlichen Musikstilen, psychedelischen Beatles, stark gitarrenorientiert mit einer fundierten politischen Aussage. Und dieser irrwitzige Bass! Von kompetenten Kennern der Szene bereits heute als DIE Sensation für 2010 angekündigt und ebenbürdig in die gleiche Liga wie Tinariwen eingestuft (meiner Meinung nach sind sie sogar besser).
Dirtmusic gehen noch einen Schritt weiter und verbinden ihre Version von Rockmusic (urban , sphärisch, düster, abgefahren) mit Tamikrest als Backing Band zu einem neuen Genre.
Diese Alben habe ich mit Abstand am meisten gehört in 2009; schade, daß sie erst Anfang 2010 veröffentlicht werden und in den nächsten Jahrescharts wahrscheinlich vergessen werden.
Weiterhin außer Konkurrenz (weil Eigenlob bekanntlich stinkt):
V.A. - Got no chains The songs of The Walkabouts
Zum 25. Jubiläum meiner Lieblingsband haben 15 Künstler ihre (zum Teil sehr) eigenen Versionen einiger Walkabouts-Klassiker, aber auch unentdeckte Perlen aus ihrem Fundus interpretiert. Alleine schon der Eröffnungssong von Chris Cacavas, „Grand Theft Auto“ reicht mir, um das Album ganz oben zu plazieren. Aber, wie gesagt, ich habe das selbst produziert und Eigenlob stinkt.
Die Konzerte:
Unangefochtener Spitzenreite ist und bleibt der Stag-O-Lee Shakedown im August. Das Gesamtpaket war umwerfend und wenn ich unbedingt eine Band hervorheben müßte, wären das Kitty, Daisy & Lewis.
Das abgefahrendste Konzert habe ich im Juli in Bamako, Mali erlebt: Tamikrest zeitweise mit Chris Eckman an der Gitarre. Abgefahren und herausragend.
Das emotional berührendste Konzert war der „Allstar“-Auftritt der „Got no chains – The songs of The Walkabouts“ CD release Party in meiner bescheidenen Kellerbar. Auf der Bühne standen u.a. Chris Eckman, Carla Torgerson, Chris Cacavas, Terry Lee Hale, Al DeLoner, und Gary Heffern. Das ging allen ans Herz.
Eli „Paperboy“ Reed
Gleich zweimal beim SXSW Festival in Austin gesehen und weil's so schön war noch einmal im Sommer in Hannover mit den phantastischen Right Ons im Vorprogramm
Nicht unerwähnt bleiben sollen: das immer wieder phantastische OBS (meine Höhepunkte : Baskery und Chris Eckman & The last side oft he mountain band), Cut in the hill gang , Big John Bates, Scott Matthew, Downpilot, Todd Thibaud, Michael J.Sheehy, Chris Cacavas.
Film:
Ich bin kein großer Filmgucker aber „Adams Äpfel“ blieb mir in Erinnerung.
Buch :
Das Sterben des Bunny Monroe von Nick Cave , hat zwar nix mit Musik zu tun, ist aber ein rabenschwarzer irrwitziger Roman des Ausnahmekünstlers.
Mittwoch, 23. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Peter HtH
Jedes Jahr die gleiche Gewissensfrage: mache ich bei dem Jahrespoll mit oder nicht?
Die Themen mit denen ich mich am meisten beschäftige sind entweder zu alt um in die Liste aufgenommen zu werden oder sie sind zu neu und noch nicht oft genug gehört um ein fundiertes Urteil abzugeben. Dann bleibt die Befürchtung, daß ich Wichtiges vergessen habe. Schließlich ist das Jahr lang und mein Gedächtnis wird im Alter immer kürzer.
Da es mir aber sehr viel Spaß macht die Listen anderer Leute zu lesen, möchte ich kein Spielverderber sein und mitmachen. Ohne Rangfolge was mir in 2009 im Musikbereich Spaß bereitet hat:
Die Alben:
Bob Dylan – Together through life
Ja, der olle Bob hat´s immer noch drauf und wird scheinbar, wie guter Wein, im Alter immer besser. Tief im Sound der 50er Jahre verwurzelt, mit tollen Begleitmusikern rumpelt es durch die Songs und wirkt doch ganz aktuell.
The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project - We are only riders
Ganz neu auf Glitterhouse konnte ich die Platte doch schon seit ½ Jahr rauf und runter hören. Ein Ohrwurm reiht sich an den anderen.
Michael J.Sheehy – With these hands
Gut, live ist Sheehy noch besser und hie und da wünschte ich mir den Einsatz eines drumsets. Die Platte ist perfekt und sehr „warm“ produziert, vielseitig und hat ein tolles Konzept.
Tinariwen – Imidiwan : Compagnions
Tuareg Wüsten Blues vom Allerfeinsten. Sehr psychedelisch, gitarrenorientiert und eigentlich gar nicht soooo afrikanisch.
The Death Letters – The Death Letters
Darüber wurde schon alles gesagt. Unbedingt live sehen !!!
The Fabulous Penetrators – With Love
Herzerfrischend rumpeln sich die Jungs durch den Garagensound aus London.
Van Morrison – Astral Weeks Live
Das Original Studio Album findet sich immer unter meinen Top 5 all time. Ich hätte nie geglaubt, daß es Van nochmal schafft das feeling des Originals , vor allem live, nochmals zu erfassen. Unglaublich gut kommt seine Stimme rüber, begleitet von phantastischen Musikern
Leonard Cohen – Live in London
2008 in Lörrach wurde es mein Konzerterlebnis des Jahres. Die im gleichen Jahr in London aufgezeichnete CD/DVD beweist mir, daß Cohen in großer Würde alt geworden ist.
Martha Wainright – Sings Edith Piaf
Martha nimmt sich eher unbekannte Songs meiner Lieblings Chanseuese und interpretiert sie frisch und mit viel Charme.
Neil Young – Dreamin' man Live '92
Noch ein alter Sack in meinen Charts. Aber was kann schöner sein als in der Vorweihnachtszeit am brennenden Kamin zu sitzen und sich des Lebens zu freuen und Neil singt dazu alleine mit seiner akustischen Gitarre ?
Außer Konkurrenz :
Tamikrest – Adagh und Dirtmusic - BKO
Beide Alben sind noch nicht veröffentlicht und werden von Glitterhouse im Februar respektive April 2010 der Öffentlichkeit präsentiert. Ich hatte die wunderbare Gelegenheit die Entstehung beider Alben von Demoversionen über die Aufnahmesessions bis hin zum Mixen und Mastern hautnah und persönlich als Executive Producer mitzuerleben. Tamikrest ist keine Welt- oder Afrika-Musik im herkömmlichen Sinne. Das ist Wüstenblues gemischt mit Reggae und anderen westlichen Musikstilen, psychedelischen Beatles, stark gitarrenorientiert mit einer fundierten politischen Aussage. Und dieser irrwitzige Bass! Von kompetenten Kennern der Szene bereits heute als DIE Sensation für 2010 angekündigt und ebenbürdig in die gleiche Liga wie Tinariwen eingestuft (meiner Meinung nach sind sie sogar besser).
Dirtmusic gehen noch einen Schritt weiter und verbinden ihre Version von Rockmusic (urban , sphärisch, düster, abgefahren) mit Tamikrest als Backing Band zu einem neuen Genre.
Diese Alben habe ich mit Abstand am meisten gehört in 2009; schade, daß sie erst Anfang 2010 veröffentlicht werden und in den nächsten Jahrescharts wahrscheinlich vergessen werden.
Weiterhin außer Konkurrenz (weil Eigenlob bekanntlich stinkt):
V.A. - Got no chains The songs of The Walkabouts
Zum 25. Jubiläum meiner Lieblingsband haben 15 Künstler ihre (zum Teil sehr) eigenen Versionen einiger Walkabouts-Klassiker, aber auch unentdeckte Perlen aus ihrem Fundus interpretiert. Alleine schon der Eröffnungssong von Chris Cacavas, „Grand Theft Auto“ reicht mir, um das Album ganz oben zu plazieren. Aber, wie gesagt, ich habe das selbst produziert und Eigenlob stinkt.
Die Konzerte:
Unangefochtener Spitzenreite ist und bleibt der Stag-O-Lee Shakedown im August. Das Gesamtpaket war umwerfend und wenn ich unbedingt eine Band hervorheben müßte, wären das Kitty, Daisy & Lewis.
Das abgefahrendste Konzert habe ich im Juli in Bamako, Mali erlebt: Tamikrest zeitweise mit Chris Eckman an der Gitarre. Abgefahren und herausragend.
Das emotional berührendste Konzert war der „Allstar“-Auftritt der „Got no chains – The songs of The Walkabouts“ CD release Party in meiner bescheidenen Kellerbar. Auf der Bühne standen u.a. Chris Eckman, Carla Torgerson, Chris Cacavas, Terry Lee Hale, Al DeLoner, und Gary Heffern. Das ging allen ans Herz.
Eli „Paperboy“ Reed
Gleich zweimal beim SXSW Festival in Austin gesehen und weil's so schön war noch einmal im Sommer in Hannover mit den phantastischen Right Ons im Vorprogramm
Nicht unerwähnt bleiben sollen: das immer wieder phantastische OBS (meine Höhepunkte : Baskery und Chris Eckman & The last side oft he mountain band), Cut in the hill gang , Big John Bates, Scott Matthew, Downpilot, Todd Thibaud, Michael J.Sheehy, Chris Cacavas.
Film:
Ich bin kein großer Filmgucker aber „Adams Äpfel“ blieb mir in Erinnerung.
Buch :
Das Sterben des Bunny Monroe von Nick Cave , hat zwar nix mit Musik zu tun, ist aber ein rabenschwarzer irrwitziger Roman des Ausnahmekünstlers.
Peter HtH
Jedes Jahr die gleiche Gewissensfrage: mache ich bei dem Jahrespoll mit oder nicht?
Die Themen mit denen ich mich am meisten beschäftige sind entweder zu alt um in die Liste aufgenommen zu werden oder sie sind zu neu und noch nicht oft genug gehört um ein fundiertes Urteil abzugeben. Dann bleibt die Befürchtung, daß ich Wichtiges vergessen habe. Schließlich ist das Jahr lang und mein Gedächtnis wird im Alter immer kürzer.
Da es mir aber sehr viel Spaß macht die Listen anderer Leute zu lesen, möchte ich kein Spielverderber sein und mitmachen. Ohne Rangfolge was mir in 2009 im Musikbereich Spaß bereitet hat:
Die Alben:
Bob Dylan – Together through life
Ja, der olle Bob hat´s immer noch drauf und wird scheinbar, wie guter Wein, im Alter immer besser. Tief im Sound der 50er Jahre verwurzelt, mit tollen Begleitmusikern rumpelt es durch die Songs und wirkt doch ganz aktuell.
The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project - We are only riders
Ganz neu auf Glitterhouse konnte ich die Platte doch schon seit ½ Jahr rauf und runter hören. Ein Ohrwurm reiht sich an den anderen.
Michael J.Sheehy – With these hands
Gut, live ist Sheehy noch besser und hie und da wünschte ich mir den Einsatz eines drumsets. Die Platte ist perfekt und sehr „warm“ produziert, vielseitig und hat ein tolles Konzept.
Tinariwen – Imidiwan : Compagnions
Tuareg Wüsten Blues vom Allerfeinsten. Sehr psychedelisch, gitarrenorientiert und eigentlich gar nicht soooo afrikanisch.
The Death Letters – The Death Letters
Darüber wurde schon alles gesagt. Unbedingt live sehen !!!
The Fabulous Penetrators – With Love
Herzerfrischend rumpeln sich die Jungs durch den Garagensound aus London.
Van Morrison – Astral Weeks Live
Das Original Studio Album findet sich immer unter meinen Top 5 all time. Ich hätte nie geglaubt, daß es Van nochmal schafft das feeling des Originals , vor allem live, nochmals zu erfassen. Unglaublich gut kommt seine Stimme rüber, begleitet von phantastischen Musikern
Leonard Cohen – Live in London
2008 in Lörrach wurde es mein Konzerterlebnis des Jahres. Die im gleichen Jahr in London aufgezeichnete CD/DVD beweist mir, daß Cohen in großer Würde alt geworden ist.
Martha Wainright – Sings Edith Piaf
Martha nimmt sich eher unbekannte Songs meiner Lieblings Chanseuese und interpretiert sie frisch und mit viel Charme.
Neil Young – Dreamin' man Live '92
Noch ein alter Sack in meinen Charts. Aber was kann schöner sein als in der Vorweihnachtszeit am brennenden Kamin zu sitzen und sich des Lebens zu freuen und Neil singt dazu alleine mit seiner akustischen Gitarre ?
Außer Konkurrenz :
Tamikrest – Adagh und Dirtmusic - BKO
Beide Alben sind noch nicht veröffentlicht und werden von Glitterhouse im Februar respektive April 2010 der Öffentlichkeit präsentiert. Ich hatte die wunderbare Gelegenheit die Entstehung beider Alben von Demoversionen über die Aufnahmesessions bis hin zum Mixen und Mastern hautnah und persönlich als Executive Producer mitzuerleben. Tamikrest ist keine Welt- oder Afrika-Musik im herkömmlichen Sinne. Das ist Wüstenblues gemischt mit Reggae und anderen westlichen Musikstilen, psychedelischen Beatles, stark gitarrenorientiert mit einer fundierten politischen Aussage. Und dieser irrwitzige Bass! Von kompetenten Kennern der Szene bereits heute als DIE Sensation für 2010 angekündigt und ebenbürdig in die gleiche Liga wie Tinariwen eingestuft (meiner Meinung nach sind sie sogar besser).
Dirtmusic gehen noch einen Schritt weiter und verbinden ihre Version von Rockmusic (urban , sphärisch, düster, abgefahren) mit Tamikrest als Backing Band zu einem neuen Genre.
Diese Alben habe ich mit Abstand am meisten gehört in 2009; schade, daß sie erst Anfang 2010 veröffentlicht werden und in den nächsten Jahrescharts wahrscheinlich vergessen werden.
Weiterhin außer Konkurrenz (weil Eigenlob bekanntlich stinkt):
V.A. - Got no chains The songs of The Walkabouts
Zum 25. Jubiläum meiner Lieblingsband haben 15 Künstler ihre (zum Teil sehr) eigenen Versionen einiger Walkabouts-Klassiker, aber auch unentdeckte Perlen aus ihrem Fundus interpretiert. Alleine schon der Eröffnungssong von Chris Cacavas, „Grand Theft Auto“ reicht mir, um das Album ganz oben zu plazieren. Aber, wie gesagt, ich habe das selbst produziert und Eigenlob stinkt.
Die Konzerte:
Unangefochtener Spitzenreite ist und bleibt der Stag-O-Lee Shakedown im August. Das Gesamtpaket war umwerfend und wenn ich unbedingt eine Band hervorheben müßte, wären das Kitty, Daisy & Lewis.
Das abgefahrendste Konzert habe ich im Juli in Bamako, Mali erlebt: Tamikrest zeitweise mit Chris Eckman an der Gitarre. Abgefahren und herausragend.
Das emotional berührendste Konzert war der „Allstar“-Auftritt der „Got no chains – The songs of The Walkabouts“ CD release Party in meiner bescheidenen Kellerbar. Auf der Bühne standen u.a. Chris Eckman, Carla Torgerson, Chris Cacavas, Terry Lee Hale, Al DeLoner, und Gary Heffern. Das ging allen ans Herz.
Eli „Paperboy“ Reed
Gleich zweimal beim SXSW Festival in Austin gesehen und weil's so schön war noch einmal im Sommer in Hannover mit den phantastischen Right Ons im Vorprogramm
Nicht unerwähnt bleiben sollen: das immer wieder phantastische OBS (meine Höhepunkte : Baskery und Chris Eckman & The last side oft he mountain band), Cut in the hill gang , Big John Bates, Scott Matthew, Downpilot, Todd Thibaud, Michael J.Sheehy, Chris Cacavas.
Film:
Ich bin kein großer Filmgucker aber „Adams Äpfel“ blieb mir in Erinnerung.
Buch :
Das Sterben des Bunny Monroe von Nick Cave , hat zwar nix mit Musik zu tun, ist aber ein rabenschwarzer irrwitziger Roman des Ausnahmekünstlers.
Dienstag, 22. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Chris
Der Chris meldet sich im Blog leider nicht so oft wie er sollte, denn der Bursche, ein waschechter Franke im Stuttgarter Exil, dazu OBS-Veteran seit ganz vielen Jahren, lebt den Rock’n’Roll-Lifestyle wie sonst niemand, den ich kenne. Keiner besucht mehr Konzerte, keiner hat mehr Durchblick im Indie-Dschungel und niemand sonst kennt all die wichtigen jungen Bands immer schon Monate oder Jahre vorher. Legendär sind seine kommunikativen Fähigkeiten, konsequent sucht er das gute Gespräch mit den Musikern. Kurz: der Mann kennt sich aus. (Whirlyjoe)
Das hier hat er uns übermittelt:
Platte des Jahres:
Mumford & Sons - Sigh No More
Ein Naturereignis mit hymnischen Melodien und Harmoniegesang, Erntedankfest für die Ohren, einmal angeschubst, entwickeln diese Songs eine schier unfassbare Eigendynamik. Ganz, ganz großes Kino irgendwo zwischen Folk, Americana und Bluegrass.
Alle anderen ohne bestimmte Reihenfolge…
Dear Reader - Replace Why With Funny
Vordergründig verträumt klingende, aber hinterrücks traurig-abgründige Popmusik, perfekt arrangiert. Wer nicht schon dieser wunderbaren Platte erlegen ist, der verfällt ihnen spätestens, wenn er den beiden in live begegnet.
Pete Doherty - Grace/Wastelands
So kaputt wie Peter Doherty auch sein mag – er ist für mich einer der größten Songwriter seiner Generation. Dies beweist er mit diesem Album eindrucksvoll. Großartige Melodien in wundervollen kleinen Songs. Musik als Therapieform?
Bill Callahan - Sometimes I Wish We Were An Eagle
Einfache Instrumentierung, schnörkellose Songs, eine beeindruckende Stimme: fertig ist ein fabelhaftes Album, das wieder einmal die Klasse von Bill Callahan unter Beweis stellt. Mit einem Wort: wunderschön!!!
The Dead Weather – Horehound
Schwerer Electric-City-Blues trifft auf psychedelischen Heavy-Rock. Ein höllisches Groove-Monster jagt das nächste, schwere Riffs treffen auf bittersüßen Gesang. Wie in der Glitterhouse-Besprechung geschrieben: Ein Rausch zum Hirn-Freiblasen.
Antony & The Johnsons - The Crying Light
Fragile Klangkunst, von einem Orchester dargeboten, zwischen opulentem Pathos und sphärischem Minimalismus pendelnd. Großartig, wundervoll, erhaben!!!
Emily Jane White - Dark Undercoat
Morbider Charme. White driftet in ruhige, manchmal schon fast depressiv wirkende Balladen, country-angehauchte Stücke oder chansonähnliche Lieder ab. Großartiges Debüt, bei dem die Fixpunkte ihrer Musik hauptsächlich im klassischen Folk, im Jazz und im Blues liegen.
Titus Andronicus - The Airing Of Grievances
Verzweiflung, Wut und Leidenschaft – das sind die Pole, zwischen denen die Musik von Titus Andronicus pendelt. Die Songs reißen mit, haben Herzblut und Finesse. Man hört Connor Oberst auf Punkrock, Arcade Fire nur roher und verzerrter, Springsteen, Hold Steady oder die Pogues. Ganz ganz großer Sport !!!
The Big Pink - A Brief History Of Love
Shoegaze/Nu-gaze gemischt mit Electro, Indie, Britpop und einer kleinen Brise Hype. Das Ganze selbst produziert. Wahnsinns Album!!! Die Einflüsse: Hier ein wenig Phil Spector, da ein bisschen My Bloody Valentine und im Hintergrund grollt bedrohlich der Doom. Ihr Sound ist nicht wirklich greifbar, was ihn unbeschreiblich großartig macht.
The XX - The XX
Weniger ist mehr. Ab sofort wird die Heimfahrt spannender als der Clubbesuch selbst: The XX liefern nämlich den perfekten Soundtrack für Nachtfahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr - erschöpft, melancholisch, restalkoholisiert.
Soap & Skin - Lovetune For Vacuum
Völlig verwirrt und berauscht von diesen kristallklaren Liedern. Herrlich traurig, bezaubernd schön oder eben nur pubertärer Weltuntergangskitsch. Diese Platte spaltet ihre Hörerschaft. Ich finde sie traurig und bezaubernd schön.
The Decemberists - The hazards of love
Das wohl innovativste Album des Jahres. The Decemberists beleben die Idee des Konzeptalbums wieder. Musikalisch mal Psychedelic-Rock, mal Folk, dann heftige Gitarrensolos und immer wieder die sich wiederholenden tollen Melodien. Ein mächtiges Werk.
The Pains Of Being Pure At Heart - The Pains Of Being Pure At Heart
Zuckersüße Popmelodien über dreckige Gitarren und schloddernden Bass gelegt. Der Sound getränkt in Melodien, Arrangements und Produktion von 80er-Jahre-Bands wie The Cure, The Jesus & Mary Chain, My Bloody Valentine. Großartig!!!
Ein Naturereignis mit hymnischen Melodien und Harmoniegesang, Erntedankfest für die Ohren, einmal angeschubst, entwickeln diese Songs eine schier unfassbare Eigendynamik. Ganz, ganz großes Kino irgendwo zwischen Folk, Americana und Bluegrass.
Alle anderen ohne bestimmte Reihenfolge…
Dear Reader - Replace Why With Funny
Vordergründig verträumt klingende, aber hinterrücks traurig-abgründige Popmusik, perfekt arrangiert. Wer nicht schon dieser wunderbaren Platte erlegen ist, der verfällt ihnen spätestens, wenn er den beiden in live begegnet.
Pete Doherty - Grace/Wastelands
So kaputt wie Peter Doherty auch sein mag – er ist für mich einer der größten Songwriter seiner Generation. Dies beweist er mit diesem Album eindrucksvoll. Großartige Melodien in wundervollen kleinen Songs. Musik als Therapieform?
Bill Callahan - Sometimes I Wish We Were An Eagle
Einfache Instrumentierung, schnörkellose Songs, eine beeindruckende Stimme: fertig ist ein fabelhaftes Album, das wieder einmal die Klasse von Bill Callahan unter Beweis stellt. Mit einem Wort: wunderschön!!!
The Dead Weather – Horehound
Schwerer Electric-City-Blues trifft auf psychedelischen Heavy-Rock. Ein höllisches Groove-Monster jagt das nächste, schwere Riffs treffen auf bittersüßen Gesang. Wie in der Glitterhouse-Besprechung geschrieben: Ein Rausch zum Hirn-Freiblasen.
Antony & The Johnsons - The Crying Light
Fragile Klangkunst, von einem Orchester dargeboten, zwischen opulentem Pathos und sphärischem Minimalismus pendelnd. Großartig, wundervoll, erhaben!!!
Emily Jane White - Dark Undercoat
Morbider Charme. White driftet in ruhige, manchmal schon fast depressiv wirkende Balladen, country-angehauchte Stücke oder chansonähnliche Lieder ab. Großartiges Debüt, bei dem die Fixpunkte ihrer Musik hauptsächlich im klassischen Folk, im Jazz und im Blues liegen.
Titus Andronicus - The Airing Of Grievances
Verzweiflung, Wut und Leidenschaft – das sind die Pole, zwischen denen die Musik von Titus Andronicus pendelt. Die Songs reißen mit, haben Herzblut und Finesse. Man hört Connor Oberst auf Punkrock, Arcade Fire nur roher und verzerrter, Springsteen, Hold Steady oder die Pogues. Ganz ganz großer Sport !!!
The Big Pink - A Brief History Of Love
Shoegaze/Nu-gaze gemischt mit Electro, Indie, Britpop und einer kleinen Brise Hype. Das Ganze selbst produziert. Wahnsinns Album!!! Die Einflüsse: Hier ein wenig Phil Spector, da ein bisschen My Bloody Valentine und im Hintergrund grollt bedrohlich der Doom. Ihr Sound ist nicht wirklich greifbar, was ihn unbeschreiblich großartig macht.
The XX - The XX
Weniger ist mehr. Ab sofort wird die Heimfahrt spannender als der Clubbesuch selbst: The XX liefern nämlich den perfekten Soundtrack für Nachtfahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr - erschöpft, melancholisch, restalkoholisiert.
Soap & Skin - Lovetune For Vacuum
Völlig verwirrt und berauscht von diesen kristallklaren Liedern. Herrlich traurig, bezaubernd schön oder eben nur pubertärer Weltuntergangskitsch. Diese Platte spaltet ihre Hörerschaft. Ich finde sie traurig und bezaubernd schön.
The Decemberists - The hazards of love
Das wohl innovativste Album des Jahres. The Decemberists beleben die Idee des Konzeptalbums wieder. Musikalisch mal Psychedelic-Rock, mal Folk, dann heftige Gitarrensolos und immer wieder die sich wiederholenden tollen Melodien. Ein mächtiges Werk.
The Pains Of Being Pure At Heart - The Pains Of Being Pure At Heart
Zuckersüße Popmelodien über dreckige Gitarren und schloddernden Bass gelegt. Der Sound getränkt in Melodien, Arrangements und Produktion von 80er-Jahre-Bands wie The Cure, The Jesus & Mary Chain, My Bloody Valentine. Großartig!!! Montag, 21. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Axel
Hallo Freunde,
also diese Jahr hab' ich wirklich nicht viel über Neuerscheinungen zu sagen und bin noch mittendrin am graben vor 1970 - möglichst auf 7" - aber das hatten wir ja schon mal erzählt...
Live und im Studio haben überzeugt: The Death Letters - Jungs mit Zukunft, benannt nach einem Son House Titel ...hier nochmal das Video
Genau wie Michael J Sheehy and the Hired Mourners: Loose Variation On A Near Miss Video
Da ich Fat Freddys Drop zum ersten Mal live erleben durfte, konnte ich es auch mit Heike genießen - und die Platte ist auch gut.
Gefreut habe ich mich über Joss Stone, die nach Ihrer dritten, richtig schlechten Platte, zumindest mit Track 4 - 10 wieder an die ersten beiden CDs anknüpfen konnte: "color me free" mit 4-10 von der neuen 4. CD und dann noch je 50% von 1 und 2 = best of 75 min !!
White Lies For The Dark Times ist auch nicht schlecht: Ben Harper & Rentless 7
Die schlechten Beispiele von alten Hasen, die nicht aufhören wollen, kennen wir auch -Booker T. (furchtbar die neue) - Neil Young sollte auch aufhören - aber es gibt ja auch Ausnahmen: Van Morrison (da kann ich Joe nur beipflichten) und auch Altmeister Bob Dylan hat uns immer noch etwas zu sagen.
Als Scarlet Johansson Fan (also mehr Leinwand) freute ich mich über die Zusammenarbeit mit dem großartigen Pete Yorn.
Fast vergessen hätte ich noch Shawn Lee - Soul in the hole
Aber keine Platte habe ich nach dem Erscheinen so oft gehört wie "Lee Fields & The Expressions" my world
Viel wichtiger sind natürlich die Sampler - wer will schon eine ganze Platte von einem Interpreten hören - aber hier geht es wie gesagt, nicht um Neuerscheinungen - viele schöne Compilations von KENT und Chess fanden in mein Regal - last but not least alle Spoonful - der Hammer - Platte des Jahres mit Abstand: Spoonful 26 Chills & Fever 31 sizzling tunes Popcorn Style !! one of it
Aber unser r-man ist uns auch weit voraus und gräbt schon in den 50ern ...
Und so etwas hätte ich gern zu Weihnachten auf 7" - ich glaube von spoonful 11 ...
schöne Sache mit youtube ...
take care
axel
und wer jetzt seinem Schatz auch die erste Shake Glöckchen Shake mal mit Tracklisting auf den iPod bringen will/muss - (morgen gibt's Wichtel Weihnachtsfeier in der Praxis) ich hab' die Tracks mal über CDDB zur Verfügung gestellt - war schwer genug zu lesen, von unserem Jungspund Chris mit den guten Augen - macht halt keine CD Cover für alte Männer ...
Gute Besserung von uns Allen!
also diese Jahr hab' ich wirklich nicht viel über Neuerscheinungen zu sagen und bin noch mittendrin am graben vor 1970 - möglichst auf 7" - aber das hatten wir ja schon mal erzählt...
Live und im Studio haben überzeugt: The Death Letters - Jungs mit Zukunft, benannt nach einem Son House Titel ...hier nochmal das Video
Genau wie Michael J Sheehy and the Hired Mourners: Loose Variation On A Near Miss Video
Da ich Fat Freddys Drop zum ersten Mal live erleben durfte, konnte ich es auch mit Heike genießen - und die Platte ist auch gut.
Gefreut habe ich mich über Joss Stone, die nach Ihrer dritten, richtig schlechten Platte, zumindest mit Track 4 - 10 wieder an die ersten beiden CDs anknüpfen konnte: "color me free" mit 4-10 von der neuen 4. CD und dann noch je 50% von 1 und 2 = best of 75 min !!
White Lies For The Dark Times ist auch nicht schlecht: Ben Harper & Rentless 7
Die schlechten Beispiele von alten Hasen, die nicht aufhören wollen, kennen wir auch -Booker T. (furchtbar die neue) - Neil Young sollte auch aufhören - aber es gibt ja auch Ausnahmen: Van Morrison (da kann ich Joe nur beipflichten) und auch Altmeister Bob Dylan hat uns immer noch etwas zu sagen.
Als Scarlet Johansson Fan (also mehr Leinwand) freute ich mich über die Zusammenarbeit mit dem großartigen Pete Yorn.
Fast vergessen hätte ich noch Shawn Lee - Soul in the hole
Aber keine Platte habe ich nach dem Erscheinen so oft gehört wie "Lee Fields & The Expressions" my world
Viel wichtiger sind natürlich die Sampler - wer will schon eine ganze Platte von einem Interpreten hören - aber hier geht es wie gesagt, nicht um Neuerscheinungen - viele schöne Compilations von KENT und Chess fanden in mein Regal - last but not least alle Spoonful - der Hammer - Platte des Jahres mit Abstand: Spoonful 26 Chills & Fever 31 sizzling tunes Popcorn Style !! one of it
Aber unser r-man ist uns auch weit voraus und gräbt schon in den 50ern ...
Und so etwas hätte ich gern zu Weihnachten auf 7" - ich glaube von spoonful 11 ...
schöne Sache mit youtube ...
take care
axel
und wer jetzt seinem Schatz auch die erste Shake Glöckchen Shake mal mit Tracklisting auf den iPod bringen will/muss - (morgen gibt's Wichtel Weihnachtsfeier in der Praxis) ich hab' die Tracks mal über CDDB zur Verfügung gestellt - war schwer genug zu lesen, von unserem Jungspund Chris mit den guten Augen - macht halt keine CD Cover für alte Männer ...
Gute Besserung von uns Allen!
Sonntag, 20. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Peter Felkel
Freund Whirlyjoe zitiert anlässlich seiner Jahrescharts Frank Sinatra: "It Was A Very Good Year". Ich rufe einen meiner main men, Mr. George Jones, in den Zeugenstand. Mr. Jones, bitte: "It was a good year - for the roses". Okay, aber - so schränke ich ein - nicht so sehr für die Musik, die Literatur, das Kino. Im Ernst: Es gibt so viele öde, fantasielose, uninspirierte Plattenbücherfilme, dass man manchmal weinen möchte. Doch unter all dem Schutt begraben liegen doch noch Schätze, die der Entdeckung wert sind - und all des Lobs und Preises, die sie verdienen. So möge der Countdown denn beginnen:
10. Willard Grant Conspiracy - Paper Covers Stone: Glitterhouse's own um den im Wortsinn überragenden Robert Fisher haben das Kunststück geschafft, aus einem Album älterer, neu eingespielter Songs ein Meisterwerk zu machen - zauberhaft, unter die Haut gehend, strictly acoustic, zum Heulen schön.
09. Rosanne Cash - The List: Songs, her daddy taught her. Auf einer Bustour durch die Südstaaten vor vielen, vielen Jahren gab - so geht die Legende - Johnny Cash seinem Töchterchen eine Liste mit den seiner Meinung nach 100 herausragendsten amerikanischen Liedern. Zwölf davon hat Miss Rosanne jetzt aufgenommen, darunter Bob Dylans "Girl From The North Country", Merle Haggards "Silver Wings" oder Hank Snows "I'm Moving On", Jeff Tweedy, Bruce Springsteen, Elvis Costello und Rufus Wainwright liehen helfende Händchen. Ach, herrlich.
08. Bob Dylan - Together Through Life: Der Meister hat den South-of-the-border-Blues, feiert das Unterwegssein, das Leben, die Liebe und den ganzen Rest, dazu schwelgt David Hidalgos Akkordeon, die Band musiziert so tight und lakonisch wie Clint Eastwood in seinen besten Zeiten agierte. Was war das für eine Freude, als Mr. Dylan vor zwölf Jahren mit "Time Out Of Mind" reüssierte. Seither scheint er mit jedem Album noch besser zu werden. God bless.
07. The Unthanks - Here's The Tender Coming: Zwei Alben lang sorgten die Schwestern Rachel und Becky unter dem Moniker Rachel Unthank & The Winterset unter Freunden englischer Folkmusic für glänzende Augen und höherschlagende Herzen. Jetzt lassen die Ladies auch Jungs mitspielen, doch an der Magie ihrer wundervoll gesungenen und sparsamst instrumentierten Tunes hat sich nichts geändert. Hear the angels sing.
06. Steve Earle - Townes: Lieder von Townes covern dürfen nur wenige - Emmylou natürlich, auch Willie. Ein ganzes Album mit Songs des neben Dylan größten amerikanischen Songwriters ever aufnehmen darf nur einer: Mr. Steve Earle. Es ist ein Werk der Liebe geworden, randvoll mit herzergreifenden Versionen unsterblicher Songs. Und wenn nötig stelle ich mich auf den Kaffeetisch jedes x-beliebigen Zweiflers und sage ihm das ins Gesicht.
05. The Death Letters - The Death Letters: Eine der Entdeckungen des wunderbaren (und schändlich unterbesuchten) Stag-o-lee-Festivals - hat man mir gesagt. Da verpasse ich an zwei Tagen nur eine Band, und anschließend erzählen mir Whiryljoe, Knut und Chrispop unisono, sie hätten die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen. Ich habe "nur" das Album gehört, aber - oh, boy - wenn das die Zukunft ist, muss uns nicht bange sein. Zwei holländische Youngster schreiben Son House, Hendrix und Led Zeppelin fort, als gäb's kein Morgen mehr. Yeah, yeah, yeah!
04. Peter Doherty - Grace/Wastelands: Der Mann hat nicht viele lichte Momente, aber wenn, dann sind sie gleißend. Und Songs schreiben kann er, dass nur so eine Art hat. "Grace/Wastelands" ist das Album, das - Achtung! Großes-Wort-Alarm! - Ray Davies, Morrissey und Paul Weller als Solisten nie geschafft haben. Wer "Last Of The English Roses", "I Am The Rain", "Broken Love Song" und all die anderen gehört hat und immer noch nicht begreift, dass hier ein Genius am Werk ist, muss zur Strafe zehn Mal am Stück Coldplays "Viva La Vida" hören.
03. Element Of Crime - Immer da wo du bist bin ich nie: Sven und die Seinen sind - man verzeihe das platte Wortspiel - in ihrem Element, rauher diesmal in Text und Musik, kantiger auch, mehr Velvet Underground als Chanson. Aber immer noch und immer wieder gelingen den Berlinern Songs von atemberaubender Schönheit und betörender Poesie. Der süße Sound der Großstadt.
02. Van Morrison - Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl: Die Überraschung des Jahres. Seit fast 30 Jahren, präzise seit dem Album "Common One" hat man den Mann aus Belfast nicht mehr so singen hören wie bei der Neuaufführung seines Jahrhundertwerks "Astral Weeks" (aus meiner Sicht neben "Exile On Main Street" von den Stones, "On The Beach" von Neil Young, "Our Mother The Mountain" von Townes van Zandt und "The Band" von The Band das beste Album mit populärer (?) Musik, das je erschienen ist). Für das, was ich da höre, fehlen mir schlicht die Worte. Darum: Hören heißt verstehen.
01. Wilco - Wilco (The Album): Ein neues Meisterwerk von der - neben Radiohead - derzeit so ziemlich einzigen Rockband für denkende Menschen, wenn man mir diese snobistische Einlassung verzeihen möge. Jeff Tweedy und seine magnifizenten Begleiter, allen voran der ganz und gar fabelhafte Gitarrist Nels Cline, haben (vorerst) allen Krautrock- und Electronica-Experimenten abgeschworen und spielen amerikanische Rockmusik, die um Traditionen weiß und sie auch verstanden hat, aber doch ganz im Hier und Heute existiert. Hats off to Wilco.
Zum Abschluss noch ein paar kurze Listen:
Meine liebsten Werkschauen bzw. Kompilationen des Jahres:
1. Neil Young - The Archives Vol. 1
2. The Beatles - The Beatles Stereo Box Set (Man kehrt immer zu seiner ersten Liebe zurück, heißt es.)
3. Can You Dig It? Vol. 1 & 2 - The Music And Politics Of Black Action Films 1968 - 75 (Danke, Whirlyjoe!)
4. Graham Nash - Reflections
5. Kraftwerk - Der Katalog
Meine liebsten Bücher des Jahres:
1. Stuart O' Nan: Alle, alle lieben dich
2. David Foster Wallace: Unendlicher Spaß
3. Richard Stark (alias Donald E. Westlake): die vier in diesem Jahr erschienenen Werke mit Parker, dem so vornamen- wie skrupellosen, gewiss aber coolsten Verbrecher der US-Krimiliteratur
Meine liebsten Filme des Jahres:
1. Quentin Tarantino: Inglourious Basterds
2. Clint Eastwood: Gran Torino
3. David Fincher: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Das Schlusswort gebührt Van the man: "It ain't why why why, it ain't why why why. It just is. That's all."
Freund Whirlyjoe zitiert anlässlich seiner Jahrescharts Frank Sinatra: "It Was A Very Good Year". Ich rufe einen meiner main men, Mr. George Jones, in den Zeugenstand. Mr. Jones, bitte: "It was a good year - for the roses". Okay, aber - so schränke ich ein - nicht so sehr für die Musik, die Literatur, das Kino. Im Ernst: Es gibt so viele öde, fantasielose, uninspirierte Plattenbücherfilme, dass man manchmal weinen möchte. Doch unter all dem Schutt begraben liegen doch noch Schätze, die der Entdeckung wert sind - und all des Lobs und Preises, die sie verdienen. So möge der Countdown denn beginnen:
10. Willard Grant Conspiracy - Paper Covers Stone: Glitterhouse's own um den im Wortsinn überragenden Robert Fisher haben das Kunststück geschafft, aus einem Album älterer, neu eingespielter Songs ein Meisterwerk zu machen - zauberhaft, unter die Haut gehend, strictly acoustic, zum Heulen schön.
09. Rosanne Cash - The List: Songs, her daddy taught her. Auf einer Bustour durch die Südstaaten vor vielen, vielen Jahren gab - so geht die Legende - Johnny Cash seinem Töchterchen eine Liste mit den seiner Meinung nach 100 herausragendsten amerikanischen Liedern. Zwölf davon hat Miss Rosanne jetzt aufgenommen, darunter Bob Dylans "Girl From The North Country", Merle Haggards "Silver Wings" oder Hank Snows "I'm Moving On", Jeff Tweedy, Bruce Springsteen, Elvis Costello und Rufus Wainwright liehen helfende Händchen. Ach, herrlich.
08. Bob Dylan - Together Through Life: Der Meister hat den South-of-the-border-Blues, feiert das Unterwegssein, das Leben, die Liebe und den ganzen Rest, dazu schwelgt David Hidalgos Akkordeon, die Band musiziert so tight und lakonisch wie Clint Eastwood in seinen besten Zeiten agierte. Was war das für eine Freude, als Mr. Dylan vor zwölf Jahren mit "Time Out Of Mind" reüssierte. Seither scheint er mit jedem Album noch besser zu werden. God bless.
07. The Unthanks - Here's The Tender Coming: Zwei Alben lang sorgten die Schwestern Rachel und Becky unter dem Moniker Rachel Unthank & The Winterset unter Freunden englischer Folkmusic für glänzende Augen und höherschlagende Herzen. Jetzt lassen die Ladies auch Jungs mitspielen, doch an der Magie ihrer wundervoll gesungenen und sparsamst instrumentierten Tunes hat sich nichts geändert. Hear the angels sing.
06. Steve Earle - Townes: Lieder von Townes covern dürfen nur wenige - Emmylou natürlich, auch Willie. Ein ganzes Album mit Songs des neben Dylan größten amerikanischen Songwriters ever aufnehmen darf nur einer: Mr. Steve Earle. Es ist ein Werk der Liebe geworden, randvoll mit herzergreifenden Versionen unsterblicher Songs. Und wenn nötig stelle ich mich auf den Kaffeetisch jedes x-beliebigen Zweiflers und sage ihm das ins Gesicht.
05. The Death Letters - The Death Letters: Eine der Entdeckungen des wunderbaren (und schändlich unterbesuchten) Stag-o-lee-Festivals - hat man mir gesagt. Da verpasse ich an zwei Tagen nur eine Band, und anschließend erzählen mir Whiryljoe, Knut und Chrispop unisono, sie hätten die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen. Ich habe "nur" das Album gehört, aber - oh, boy - wenn das die Zukunft ist, muss uns nicht bange sein. Zwei holländische Youngster schreiben Son House, Hendrix und Led Zeppelin fort, als gäb's kein Morgen mehr. Yeah, yeah, yeah!
04. Peter Doherty - Grace/Wastelands: Der Mann hat nicht viele lichte Momente, aber wenn, dann sind sie gleißend. Und Songs schreiben kann er, dass nur so eine Art hat. "Grace/Wastelands" ist das Album, das - Achtung! Großes-Wort-Alarm! - Ray Davies, Morrissey und Paul Weller als Solisten nie geschafft haben. Wer "Last Of The English Roses", "I Am The Rain", "Broken Love Song" und all die anderen gehört hat und immer noch nicht begreift, dass hier ein Genius am Werk ist, muss zur Strafe zehn Mal am Stück Coldplays "Viva La Vida" hören.
03. Element Of Crime - Immer da wo du bist bin ich nie: Sven und die Seinen sind - man verzeihe das platte Wortspiel - in ihrem Element, rauher diesmal in Text und Musik, kantiger auch, mehr Velvet Underground als Chanson. Aber immer noch und immer wieder gelingen den Berlinern Songs von atemberaubender Schönheit und betörender Poesie. Der süße Sound der Großstadt.
02. Van Morrison - Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl: Die Überraschung des Jahres. Seit fast 30 Jahren, präzise seit dem Album "Common One" hat man den Mann aus Belfast nicht mehr so singen hören wie bei der Neuaufführung seines Jahrhundertwerks "Astral Weeks" (aus meiner Sicht neben "Exile On Main Street" von den Stones, "On The Beach" von Neil Young, "Our Mother The Mountain" von Townes van Zandt und "The Band" von The Band das beste Album mit populärer (?) Musik, das je erschienen ist). Für das, was ich da höre, fehlen mir schlicht die Worte. Darum: Hören heißt verstehen.
01. Wilco - Wilco (The Album): Ein neues Meisterwerk von der - neben Radiohead - derzeit so ziemlich einzigen Rockband für denkende Menschen, wenn man mir diese snobistische Einlassung verzeihen möge. Jeff Tweedy und seine magnifizenten Begleiter, allen voran der ganz und gar fabelhafte Gitarrist Nels Cline, haben (vorerst) allen Krautrock- und Electronica-Experimenten abgeschworen und spielen amerikanische Rockmusik, die um Traditionen weiß und sie auch verstanden hat, aber doch ganz im Hier und Heute existiert. Hats off to Wilco.
Zum Abschluss noch ein paar kurze Listen:
Meine liebsten Werkschauen bzw. Kompilationen des Jahres:
1. Neil Young - The Archives Vol. 1
2. The Beatles - The Beatles Stereo Box Set (Man kehrt immer zu seiner ersten Liebe zurück, heißt es.)
3. Can You Dig It? Vol. 1 & 2 - The Music And Politics Of Black Action Films 1968 - 75 (Danke, Whirlyjoe!)
4. Graham Nash - Reflections
5. Kraftwerk - Der Katalog
Meine liebsten Bücher des Jahres:
1. Stuart O' Nan: Alle, alle lieben dich
2. David Foster Wallace: Unendlicher Spaß
3. Richard Stark (alias Donald E. Westlake): die vier in diesem Jahr erschienenen Werke mit Parker, dem so vornamen- wie skrupellosen, gewiss aber coolsten Verbrecher der US-Krimiliteratur
Meine liebsten Filme des Jahres:
1. Quentin Tarantino: Inglourious Basterds
2. Clint Eastwood: Gran Torino
3. David Fincher: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Das Schlusswort gebührt Van the man: "It ain't why why why, it ain't why why why. It just is. That's all."Samstag, 19. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Black Caesar
Brendan Benson – My old familiar friend
Brendan – wieder allein am Werk. Großer Songschreiber und guter Arrangeur, leider immer noch ohne den großen Durchbruch und entsprechende Würdigung. Eigentlich fast mein Album des Jahres, weil ausfalls-los gut.
The Whitest Boy Alive – Rules
Erlend Oye’s elektronisch-fluffige Dance-Variante zu den Kings of Convenience. Wie immer sehr entspannt und doch äußerst lebendig. Bringt einen gut in den Tag!
Sophia – There are no goodbyes
Dieser Mann haut Dinger raus, Wahnsinn! Weltschmerz, Melancholie etc. das kann er wie kein anderer, daneben aber auch großartige Melodien und Arrangements. Nebenbei noch mein Konzert des Jahres (da gibt er auch noch hin und wieder den guten alten God-Machine-Rocker)!
Brendan – wieder allein am Werk. Großer Songschreiber und guter Arrangeur, leider immer noch ohne den großen Durchbruch und entsprechende Würdigung. Eigentlich fast mein Album des Jahres, weil ausfalls-los gut.
The Whitest Boy Alive – Rules
Erlend Oye’s elektronisch-fluffige Dance-Variante zu den Kings of Convenience. Wie immer sehr entspannt und doch äußerst lebendig. Bringt einen gut in den Tag!
Sophia – There are no goodbyes
Dieser Mann haut Dinger raus, Wahnsinn! Weltschmerz, Melancholie etc. das kann er wie kein anderer, daneben aber auch großartige Melodien und Arrangements. Nebenbei noch mein Konzert des Jahres (da gibt er auch noch hin und wieder den guten alten God-Machine-Rocker)! Yo La Tengo – Popular songs
Nachdem ich die letzten Jahre ein paar Alben ausgelassen habe, hab ich hier mal wieder glücklicherweise zugelangt. Wenig Noise, stattdessen traumhaft schöner, psychedelischer Pop.
Madness – The liberty of Norton Folgate
Tolles Spätwerk der britischen Ska-Popper. Natürlich nicht mehr der Nutty-Sound der frühen Jahre, aber schöne Pop-Songs in typischer Madness-Manier gewandet.
Lambchop – OH (Ohio)
War als Beilage in einem Musikmagazin natürlich kurzzeitig das Gesprächsthema Nr.1 in der Musikwelt. Nichtsdestotrotz wieder ein Album auf hohem Niveau aus dem Hause Wagner
Sophie Hunger – Monday’s Ghost
Polly Jean Harveys kleine Schwester aus der Schweiz. Betörende Stimme, laut und still und immer mit viel Atmosphäre.
The Pains of being pure at heart – same
Na ja, wer früher mal dem Shoegaze gehuldigt hat, freut sich auch heute noch über solche, durchwegs gelungenen Plagiatoren. Keine Frage der Originalität, viel mehr der Nostalgie.
Friska Viljor – For new beginnings
Neulich schon im Konzertbericht von Whirlyjoe (Tour hab ich leider verpasst). Mitreissender, schräger Indiefolk aus Schweden, vorgetragen von zwei sympathischen Waldschraten
Air – Love 2
Fast schon wieder so wie man sie lieb gewonnen hatte.
Bombay Bycicle Club - I Had the Blues, But I Shook Them Loose
Noch kleine, feine, britische Band, aufgefallen mit ein paar sehr netten Eps, jetzt mit ihrem ersten Longplayer
Airborne Toxic Event – same
Auch ein gelungenes Debut einer neuen Indie-Band aus LA
Dangermouse/Sparklehorse – Dark night of the soul
Kam noch kurz vor dem Jahreswechsel so rein geflogen., auch über einen eigenartigen Vertriebsweg. Schönes, mehr Sparklehorse-lastiges Kooperationswerk mit vielen bekannten Namen
Sweet soul music:
Country got soul 2
Endlich hab ich sie auch noch gekriegt!
Message soul
Mal wieder was souliges aus dem Hause Trikont. Auf die politischenMessages habe ich nicht so gehört. Aber den Neo-Soul und/oder RnB von Indie Arie, Erykah Badu und Anthony Hamilton fand ich schon immer spitze!
Hangin’ around with the lads
Meine persönliche Lieblings-Compilation dieses Jahr! Eigenlob stinkt nicht!
Freitag, 18. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
baszdy
01. Savoy Grand - Accident Book
Sie rauben mir aufs Neue den Atem und erobern (mal wieder) mein Herz im Sturm. Erhabene Kunst ist das, fern jeglicher Kategorisierung. Einfach nur wunderschön! Die beste Band auf Glitterhouse. Und die beste Band der Welt in meinem Herzen. Album des Jahres!
02. The Antlers - Hospice
Im Prinzip das Pendant zu Bon Iver's letztjährigem "For Emma, Forever Ago". Denn da, wo bei Bon Iver die Dielenbretter ächzen, geht hier alles in sphärischen Noisemomenten auf. Aber im Kern sind das behutsam komponierte Folksongs, die zu Tränen rühren vermögen. Versprochen!
03. Mumford & Sons - Sigh No More
Das ist sie jetzt aber wirklich: die Folkplatte des Jahres! Und zwar Folk im Sinne von Folk. Hier finden sich tatsächlich Versatzstücke des traditionellen Irish Folk, ohne dass die Band sich in Klischees zu verlieren droht. Das alles angereichert mit etwas Bluegrass und Melodien, die dich in die Knie zwingen. Inklusive Kontrabass und Banjo und fleetfoxischen Harmoniegesängen. Direkt aus dem Pub in den Club. Das soll ihnen erstmal einer nachmachen!
04. The Low Anthem - Oh My God, Charlie Darwin
Zwischen Folk(-rock) und Rumpelblues der Marke Tom Waits. Und dann taucht da immer wieder diese Neil Young-Gedächtnismundharmonika auf. Groß! "To Ohio" ist ein Hit! Bitte unbedingt antesten!
05. Dear Reader - Replace Why With Funny
Wunderschönes Debut dieser südafrikanischen Band. Indie-Folkpop at its best! Tolles Songwriting, angereichert mit herzerweichenden Streicher- und Chorarrangements. Und obendrauf eine Sängerin, in deren Stimme man sich einfach verlieben muss!
06. Dinosaur jr. - Farm
Ich hatte den Glauben an die Stromgitarre schon ein wenig verloren, da kommen Dinosaur jr. mit "Farm" um die Ecke und geben ihn mir zurück. Danke, Jungs! Hier darf das Gitarrensolo auch mal wieder herzhaft ausufern ohne in allzu muskulösem Muckertum zu ersaufen. "Farm" ist ein Rockbrett, das dir die Schuhe auszieht. Inklusive massig großartiger Melodien. Klasse!
07. The Whitest Boy Alive - Rules
Mensch, das groovt wie Hölle! Die reinste Freude ist das! Und dazu diese überaus warme sympathische Stimme Erlend Oyes, die man schon bei den Kings of Convenience lieben gelernt hat. Wem bei "1517" nicht das Tanzbein zuckt, der dürfte wohl überhaupt keine Empfindungen mehr haben. Bitte auch unbedingt live ansehen!
08. Tiny Vipers - Life On Earth
Ein eigenwilliges und hochgradig faszinierendes Stück Songwriterkunst auf Sub Pop. Stimmlich irgendwo zwischen Joanna Newsom und Kristin Hersh angesiedelt, werden hier bis aufs Gerippe reduzierte Folksongs dargeboten. Dunkel, hypnotisch und außergewöhnlich.
09. Bowerbirds - Upper Air
Sie haben mich nicht enttäuscht. Schon das letztjährige "Hymns For A Dark Horse" hatte es damals in meine Jahres-Top10 geschafft. Und im Prinzip machen sie da weiter, wo sie aufgehört haben. Verschachtelte Arrangements, eigenwilliges Instrumentarium und ihr spröder Charme machen die Bowerbirds zu etwas ganz Besonderem. Songs, irgendwo im Grenzfeld von Bon Iver und den Fleet Foxes. Absolut zeitlos!
10. The XX - XX
Diese junge Band und ihr Debutalbum hatte ich eigentlich gar nicht auf der Rechnung. Dann doch mal reingehört und ich war fasziniert: von dieser Schlurfigkeit und Gelangweiltheit der beiden Stimmen, diesen bis aufs Allerallernotwendigste entschlackten Songs und der dunklen unterkühlten Atmosphäre. Eine Platte, die auf ihre Art konkurrenzlos dasteht dieses Jahr. Und eine Platte wie ein nächtlicher Spaziergang durch die verregnete Stadt.
Ansonsten u.a. in 2009 noch viel gehört (in ungeordneter Reihenfolge):
Various Artists - Dave Godin's Deep Soul Treasures Vol. 1; Various Artists - New Breed R&B With Added Popcorn; Feist - Let It Die; Sigur Rós - ( ); Neil Young - On The Beach; Alberta Cross - Broken Side Of Time; Fever Ray - s/t; Gonzales - Solo Piano; Alela Diane - To Be Still; Antony & The Johnsons - The Crying Light; Josh Rouse - 1972 & Nashville; Bigbang - Poetic Terrorism; The Doors - L.A. Woman; Leonard Cohen - New Skin For The Old Ceremony; Menahan Street Band - Make The Road By Walking; Radiohead - OK Computer & Kid A; The Notwist - Neon Golden; R.E.M. - Automatic For The People; Magic Sam - West Side Soul; Judee Sill - Abracadabra: The Asylum Years; The Velvet Underground - s/t; ...
Gelesen 2009:
Bob Seymore - The End / Der Tod von Jim Morrison
John Peel - Memoiren einer DJ-Legende
J. R. Moehringer - Tender Bar
Jack London - König Alkohol
Mark Oliver Everett - Glückstage in der Hölle
Sarah Kuttner - Mängelexemplar
A. F. Th. van der Heijden - Fallende Eltern
Vorschau 2010:
2010 verspricht schon jetzt großartig zu werden: Ein neues Radiohead-Album soll erscheinen, im Februar kommen die neuen Alben von Midlake und Fionn Regan in die Läden. Aber allein der 22. Januar 2010 schießt den Vogel ab: 3 potentielle Jahreshighlights auf einen Schlag! Tindersticks - Falling Down A Mountain, Tocotronic - Schall & Wahn und Eels - End Times. Das lässt mein Herz höher schlagen!
baszdy
01. Savoy Grand - Accident Book
Sie rauben mir aufs Neue den Atem und erobern (mal wieder) mein Herz im Sturm. Erhabene Kunst ist das, fern jeglicher Kategorisierung. Einfach nur wunderschön! Die beste Band auf Glitterhouse. Und die beste Band der Welt in meinem Herzen. Album des Jahres!
02. The Antlers - Hospice
Im Prinzip das Pendant zu Bon Iver's letztjährigem "For Emma, Forever Ago". Denn da, wo bei Bon Iver die Dielenbretter ächzen, geht hier alles in sphärischen Noisemomenten auf. Aber im Kern sind das behutsam komponierte Folksongs, die zu Tränen rühren vermögen. Versprochen!
03. Mumford & Sons - Sigh No More
Das ist sie jetzt aber wirklich: die Folkplatte des Jahres! Und zwar Folk im Sinne von Folk. Hier finden sich tatsächlich Versatzstücke des traditionellen Irish Folk, ohne dass die Band sich in Klischees zu verlieren droht. Das alles angereichert mit etwas Bluegrass und Melodien, die dich in die Knie zwingen. Inklusive Kontrabass und Banjo und fleetfoxischen Harmoniegesängen. Direkt aus dem Pub in den Club. Das soll ihnen erstmal einer nachmachen!
04. The Low Anthem - Oh My God, Charlie Darwin
Zwischen Folk(-rock) und Rumpelblues der Marke Tom Waits. Und dann taucht da immer wieder diese Neil Young-Gedächtnismundharmonika auf. Groß! "To Ohio" ist ein Hit! Bitte unbedingt antesten!
05. Dear Reader - Replace Why With Funny
Wunderschönes Debut dieser südafrikanischen Band. Indie-Folkpop at its best! Tolles Songwriting, angereichert mit herzerweichenden Streicher- und Chorarrangements. Und obendrauf eine Sängerin, in deren Stimme man sich einfach verlieben muss!
06. Dinosaur jr. - Farm
Ich hatte den Glauben an die Stromgitarre schon ein wenig verloren, da kommen Dinosaur jr. mit "Farm" um die Ecke und geben ihn mir zurück. Danke, Jungs! Hier darf das Gitarrensolo auch mal wieder herzhaft ausufern ohne in allzu muskulösem Muckertum zu ersaufen. "Farm" ist ein Rockbrett, das dir die Schuhe auszieht. Inklusive massig großartiger Melodien. Klasse!
07. The Whitest Boy Alive - Rules
Mensch, das groovt wie Hölle! Die reinste Freude ist das! Und dazu diese überaus warme sympathische Stimme Erlend Oyes, die man schon bei den Kings of Convenience lieben gelernt hat. Wem bei "1517" nicht das Tanzbein zuckt, der dürfte wohl überhaupt keine Empfindungen mehr haben. Bitte auch unbedingt live ansehen!
08. Tiny Vipers - Life On Earth
Ein eigenwilliges und hochgradig faszinierendes Stück Songwriterkunst auf Sub Pop. Stimmlich irgendwo zwischen Joanna Newsom und Kristin Hersh angesiedelt, werden hier bis aufs Gerippe reduzierte Folksongs dargeboten. Dunkel, hypnotisch und außergewöhnlich.
09. Bowerbirds - Upper Air
Sie haben mich nicht enttäuscht. Schon das letztjährige "Hymns For A Dark Horse" hatte es damals in meine Jahres-Top10 geschafft. Und im Prinzip machen sie da weiter, wo sie aufgehört haben. Verschachtelte Arrangements, eigenwilliges Instrumentarium und ihr spröder Charme machen die Bowerbirds zu etwas ganz Besonderem. Songs, irgendwo im Grenzfeld von Bon Iver und den Fleet Foxes. Absolut zeitlos!
10. The XX - XX
Diese junge Band und ihr Debutalbum hatte ich eigentlich gar nicht auf der Rechnung. Dann doch mal reingehört und ich war fasziniert: von dieser Schlurfigkeit und Gelangweiltheit der beiden Stimmen, diesen bis aufs Allerallernotwendigste entschlackten Songs und der dunklen unterkühlten Atmosphäre. Eine Platte, die auf ihre Art konkurrenzlos dasteht dieses Jahr. Und eine Platte wie ein nächtlicher Spaziergang durch die verregnete Stadt.
Ansonsten u.a. in 2009 noch viel gehört (in ungeordneter Reihenfolge):
Various Artists - Dave Godin's Deep Soul Treasures Vol. 1; Various Artists - New Breed R&B With Added Popcorn; Feist - Let It Die; Sigur Rós - ( ); Neil Young - On The Beach; Alberta Cross - Broken Side Of Time; Fever Ray - s/t; Gonzales - Solo Piano; Alela Diane - To Be Still; Antony & The Johnsons - The Crying Light; Josh Rouse - 1972 & Nashville; Bigbang - Poetic Terrorism; The Doors - L.A. Woman; Leonard Cohen - New Skin For The Old Ceremony; Menahan Street Band - Make The Road By Walking; Radiohead - OK Computer & Kid A; The Notwist - Neon Golden; R.E.M. - Automatic For The People; Magic Sam - West Side Soul; Judee Sill - Abracadabra: The Asylum Years; The Velvet Underground - s/t; ...
Gelesen 2009:
Bob Seymore - The End / Der Tod von Jim Morrison
John Peel - Memoiren einer DJ-Legende
J. R. Moehringer - Tender Bar
Jack London - König Alkohol
Mark Oliver Everett - Glückstage in der Hölle
Sarah Kuttner - Mängelexemplar
A. F. Th. van der Heijden - Fallende Eltern
Vorschau 2010:
2010 verspricht schon jetzt großartig zu werden: Ein neues Radiohead-Album soll erscheinen, im Februar kommen die neuen Alben von Midlake und Fionn Regan in die Läden. Aber allein der 22. Januar 2010 schießt den Vogel ab: 3 potentielle Jahreshighlights auf einen Schlag! Tindersticks - Falling Down A Mountain, Tocotronic - Schall & Wahn und Eels - End Times. Das lässt mein Herz höher schlagen!
Donnerstag, 17. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
An-Dréad
Dieses Jahr bin ich unbewusst dem allgemeinen Trend gefolgt und hab mir mehr Konzerte angeschaut als Platten zugelegt. Deshalb hier zwei Top 10 Listen, jeweils mit meiner Lieblingsplatte und der spektakulärsten Show, alles weitere ohne bestimmte Rangfolge:
1. Bill Callahan – Sometimes I Wish We Were an Eagle
Smog hatte ich seit Jahren nicht mehr auf meiner Rechnung, aber dieses Album ist der große Wurf. Diese unglaublichen Songs haben mich das ganze Jahr begleitet.
Balmorhea – All is Wild All is Silent
Jungspund-Kollektiv aus Texas irgendwo zwischen Lambchop und Penguin Café Orchestra.
Panorama-Americana als Kammerpop. Welch effektive Spielfreude!
BLK JKS – After Robots
Die Platte zur WM aus Johannesburg. So muss Afro-Rock klingen. Der Desert Blues von Tinariwen hat’s leider nicht in die Top 10 geschafft, aber wir warten ja noch auf Tanikrest.
Joe Czarnecki – Watch Now
Ein Amerikaner in Berlin. Ein Mann, eine Gitarre. Mehr braucht es hier nicht. Ein sympathischer Kerl dazu. http://www.myspace.com/theinstrumentalguitarmassacre
Scott Matthew – There’s an Ocean That Divides …
Die Stimme. Dass er sein Debut noch toppen könnte, hatte ich nicht erwartet. Toller Erfolg für das Haus Glitter. Bin dann mal gespannt auf Elva Snow.
Miike Snow – Miika Snow
Intelligente Beats vom Produzenten-Duo aus Schweden, verpackt in hübsche Pop-Songs, denen man sich irgendwann nicht mehr entziehen kann.
Gemma Ray – Lights Out Zoltar!
Folk-Soul-Pop aus dem Hause Sheehy, der nur so klingen kann. Bezaubernd. Was freue ich mich auf den Auftritt beim Orange Blossom Special nächstes Jahr.
Gizelle Smith & Mighty Mocambos – This is Gizelle Smith
Soul Woman of the Year. Eine Augen- & Ohrenweide. Mit Snake Charmer auch eine tolle 7inch-Auskopplung. Really good music from Germany.
Welcome Wagon – Welcome to Welcome Wagon
Die Weihnachtsplatte schlechthin, aus Dezember 2008. Das Beste, was Sufjan Stevens je produziert hat. Aber ist das Pastoren-Ehepaar ein Fake oder gibt es sie wirklich?
XX – XX
Young Marble Giants revisited. So jung, so cool. Zurecht Hype des Jahres.
11. Prefab Sprout – Let’s Change the World With Music
Außer Konkurrenz, da eigentlich schon 1992 aufgenommen. Wunderbarer Titel, wunderschöne Musik. Zeitlos.
Es gab viele schöne Konzerte dieses Jahr, nicht in der Liste: die Arto Lindsay Penny Parade, Big John Bates im Bassy, Horace Andy im HKW, Dubblestandart im Glashaus, Martha Rose im West Germany, Soulsavers im Postbahnhof, Kaki King im Magnet Club, Soap & Skin im Sophiensaal, Billy Childish im Monarch (alle Berlin), Mirah & Tara Jane O’Neil im King Georg Köln, die Right Ons aus Spanien im Luxor Köln, etc. Hier aber die Top 10:
1. Wildbirds & Peacedrums – Prater, Berlin
Eine Stimme, ein Schlagzeug. Singen, Schreien, Flüstern, mit den Füßen in den Bühnenboden stampfen. Das alles dann zur einer rhythmischen Kunstform gebracht. Einmalig.
Mulatu Astatke & Heliocentrics – Astra, Berlin
Der äthiopische Großmeister am Xylophon mit dem australischen H/Triphop-Kollektiv auf dem Gipfel der kontrollierten Improvisationskunst. Auch zum Tanzen.
Balmorhea – Schokoladen, Berlin
Die jungen Texaner auch live und auf kleinster Bühne eine Offenbahrung. Die Wüste lebt.
BLK JKS – Volksbühne, Berlin
Beim Auftritt musste ich ständig an Thin Lizzy (minus der Polyrhythmik) denken. Eine afrikanische Rockband sieht man nicht alle Tage.
Bill Callahan – Ampere, München
Diese stoische Intensität kannte ich bis dahin nur von Songs: Ohia und Savoy Grand.
Absolute Stille im Publikum. Intensiv.
Efterklang – Festsaal Kreuzberg
Das Animal Collective aus Dänemark. Den brillianten Kammerfolk mit Chor (auch zum Mitsingen) gibt’s auch auf der aktuellen LP/DVD „Performing Parades“.
Hauschka & Dakota Suite – Dot Club, Berlin
Der sympathische Pianist aus Düsseldorf, gerne auch mit Streichquartett, überzeugt bei wirklich jedem Konzert. Dakota Suite so minimalistisch wie nie.
Natalie Merchant – Roter Salon, Berlin
Ein Wunschtraum hat sich mir mit diesem “Geheimkonzert” vor 100 Leuten erfüllt. Was für eine Frau, was für ein extrovertierter Auftritt. Exklusives Material vom nächsten Album.
Myriad Creatures – diverse Orte, Berlin
Stag-O-Lee kompatibles Beat-Quartett aus London, in Berlin lebend. Kinks & Faces lassen grüßen. Schon fürs OBS vorgeschlagen. Mit Sailorgirl im Cafè Zapata. No solo tango!
Michael J. Sheehy & Hired Mourners – Café Zapata, Berlin
Die Sheehy-Brüder hab ich schon gefühlte 10 mal gesehen. Aber die neue Rhythmusgruppe mit 19-jährigem Bassisten ist eine Wucht. Danke Patrick fürs Backstage Bier!
4 Festivals hab ich besucht: Stag-O-Lee Shakedown in Beverungen mit Death Letters, Gizelle Smith und den Sweet Vandals aus Spanien, das OBS mit Kristopher Aström, Miserable Rich und den Real Ones aus Norwegen, Rock am Ring mit Juliette Lewis und Madness (auf den großen Bühnen), Kitty Daisy & Lewis im Coca-Cola-Tent, sowie das Berlin-Festival in Tempelhof mit Saint Etienne, Telepathe und den großartigen WhoMadeWho. Uff.
Silvester feier ich noch einmal mit Kitty Daisy & Lewis im Admiralspalast in Berlin!
1. Bill Callahan – Sometimes I Wish We Were an Eagle
Smog hatte ich seit Jahren nicht mehr auf meiner Rechnung, aber dieses Album ist der große Wurf. Diese unglaublichen Songs haben mich das ganze Jahr begleitet.
Balmorhea – All is Wild All is Silent
Jungspund-Kollektiv aus Texas irgendwo zwischen Lambchop und Penguin Café Orchestra.
Panorama-Americana als Kammerpop. Welch effektive Spielfreude!
BLK JKS – After Robots
Die Platte zur WM aus Johannesburg. So muss Afro-Rock klingen. Der Desert Blues von Tinariwen hat’s leider nicht in die Top 10 geschafft, aber wir warten ja noch auf Tanikrest.
Joe Czarnecki – Watch Now
Ein Amerikaner in Berlin. Ein Mann, eine Gitarre. Mehr braucht es hier nicht. Ein sympathischer Kerl dazu. http://www.myspace.com/theinstrumentalguitarmassacre
Scott Matthew – There’s an Ocean That Divides …
Die Stimme. Dass er sein Debut noch toppen könnte, hatte ich nicht erwartet. Toller Erfolg für das Haus Glitter. Bin dann mal gespannt auf Elva Snow.
Miike Snow – Miika Snow
Intelligente Beats vom Produzenten-Duo aus Schweden, verpackt in hübsche Pop-Songs, denen man sich irgendwann nicht mehr entziehen kann.
Gemma Ray – Lights Out Zoltar!
Folk-Soul-Pop aus dem Hause Sheehy, der nur so klingen kann. Bezaubernd. Was freue ich mich auf den Auftritt beim Orange Blossom Special nächstes Jahr.
Gizelle Smith & Mighty Mocambos – This is Gizelle Smith
Soul Woman of the Year. Eine Augen- & Ohrenweide. Mit Snake Charmer auch eine tolle 7inch-Auskopplung. Really good music from Germany.
Welcome Wagon – Welcome to Welcome Wagon
Die Weihnachtsplatte schlechthin, aus Dezember 2008. Das Beste, was Sufjan Stevens je produziert hat. Aber ist das Pastoren-Ehepaar ein Fake oder gibt es sie wirklich?
XX – XX
Young Marble Giants revisited. So jung, so cool. Zurecht Hype des Jahres.
11. Prefab Sprout – Let’s Change the World With Music
Außer Konkurrenz, da eigentlich schon 1992 aufgenommen. Wunderbarer Titel, wunderschöne Musik. Zeitlos.
Es gab viele schöne Konzerte dieses Jahr, nicht in der Liste: die Arto Lindsay Penny Parade, Big John Bates im Bassy, Horace Andy im HKW, Dubblestandart im Glashaus, Martha Rose im West Germany, Soulsavers im Postbahnhof, Kaki King im Magnet Club, Soap & Skin im Sophiensaal, Billy Childish im Monarch (alle Berlin), Mirah & Tara Jane O’Neil im King Georg Köln, die Right Ons aus Spanien im Luxor Köln, etc. Hier aber die Top 10:
1. Wildbirds & Peacedrums – Prater, Berlin
Eine Stimme, ein Schlagzeug. Singen, Schreien, Flüstern, mit den Füßen in den Bühnenboden stampfen. Das alles dann zur einer rhythmischen Kunstform gebracht. Einmalig.
Mulatu Astatke & Heliocentrics – Astra, Berlin
Der äthiopische Großmeister am Xylophon mit dem australischen H/Triphop-Kollektiv auf dem Gipfel der kontrollierten Improvisationskunst. Auch zum Tanzen.
Balmorhea – Schokoladen, Berlin
Die jungen Texaner auch live und auf kleinster Bühne eine Offenbahrung. Die Wüste lebt.
BLK JKS – Volksbühne, Berlin
Beim Auftritt musste ich ständig an Thin Lizzy (minus der Polyrhythmik) denken. Eine afrikanische Rockband sieht man nicht alle Tage.
Bill Callahan – Ampere, München
Diese stoische Intensität kannte ich bis dahin nur von Songs: Ohia und Savoy Grand.
Absolute Stille im Publikum. Intensiv.
Efterklang – Festsaal Kreuzberg
Das Animal Collective aus Dänemark. Den brillianten Kammerfolk mit Chor (auch zum Mitsingen) gibt’s auch auf der aktuellen LP/DVD „Performing Parades“.
Hauschka & Dakota Suite – Dot Club, Berlin
Der sympathische Pianist aus Düsseldorf, gerne auch mit Streichquartett, überzeugt bei wirklich jedem Konzert. Dakota Suite so minimalistisch wie nie.
Natalie Merchant – Roter Salon, Berlin
Ein Wunschtraum hat sich mir mit diesem “Geheimkonzert” vor 100 Leuten erfüllt. Was für eine Frau, was für ein extrovertierter Auftritt. Exklusives Material vom nächsten Album.
Myriad Creatures – diverse Orte, Berlin
Stag-O-Lee kompatibles Beat-Quartett aus London, in Berlin lebend. Kinks & Faces lassen grüßen. Schon fürs OBS vorgeschlagen. Mit Sailorgirl im Cafè Zapata. No solo tango!
Michael J. Sheehy & Hired Mourners – Café Zapata, Berlin
Die Sheehy-Brüder hab ich schon gefühlte 10 mal gesehen. Aber die neue Rhythmusgruppe mit 19-jährigem Bassisten ist eine Wucht. Danke Patrick fürs Backstage Bier!
4 Festivals hab ich besucht: Stag-O-Lee Shakedown in Beverungen mit Death Letters, Gizelle Smith und den Sweet Vandals aus Spanien, das OBS mit Kristopher Aström, Miserable Rich und den Real Ones aus Norwegen, Rock am Ring mit Juliette Lewis und Madness (auf den großen Bühnen), Kitty Daisy & Lewis im Coca-Cola-Tent, sowie das Berlin-Festival in Tempelhof mit Saint Etienne, Telepathe und den großartigen WhoMadeWho. Uff.
Silvester feier ich noch einmal mit Kitty Daisy & Lewis im Admiralspalast in Berlin!
Mittwoch, 16. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Heino Walter
Das Foto zeigt den 2. Teil der Serie DAS NICHT VORHANDENE
PLATTENZIMMER. Letztes Jahr konnte man mich an gleicher Stelle vor einem CD-Regal mit Black Music sehen, das in eine ehemalige Tür eingebaut wurde. Platzmangel macht erfinderisch. Dieses Jahr gestatte ich den Lesern einen Blick ins elterliche Schlafzimmer. Hier ist eine Wand mit Tonträgern vollgestellt. Links die LP`s und Box-Sets. Daneben 2 großartige Drömme CD-Schränke von IKEA.
Nun aber zu den Jahrescharts: Musikalisch war 2009 bei mir von einigen Inspirationen geprägt, die mich dazu brachten, Hintergründe zu erforschen, mehr zu erfahren, Bekanntes neu zu entdecken und den Horizont zu erweitern.
Allen voran die Spoonful Zusammenstellungen. Hier tat sich ein unglaublicher Reichtum an berauschenden, mitreißenden, beglückenden, süchtig machenden, energiegeladenen Emotionen auf, dass es eine Wonne ist. Absolute Pflicht. Und dass ich selber ein Volumen zusammenstellen durfte (# 28 Get It On), dieses Erlebnis lässt sich sowieso nicht toppen.
Durch den Spoonful-Genuss habe ich mich aufmuntern lassen, mich mit dem Chess-Sound näher zu befassen. Zunächst las ich das Buch WIE CHESS DEN BLUES VERGOLDETE von NADINE COHODAS. Eine gut recherchierte Abhandlung, so scheint es. Mit vielen Fakten und wenig Spekulationen. Etwas sehr sachlich geschrieben, aber trotzdem flüssig zu lesen. Nach der Lektüre ist man sich jedoch nicht sicher: war Leonard Chess ein Menschenfreund, der seine Musiker fair behandelte oder hat er sie letztlich im Stil eines Kleinkriminellen über den Tisch gezogen? Um das Thema abzurunden, kam der Kinofilm CADILLAC RECORDS grade richtig. Hier hat man zwar nur wenige Eckpunkte der Story des Buches aufgegriffen, aber diese werden unterhaltsam in einen Gesamtzusammenhang gebracht. Die volle Chess-Dröhnung habe ich mir dann mit Chess Chartbusters Vol. 1 – 6 verschafft. Eine tolle Übersicht mit (fast) allen Hits und einigen Entdeckungen (Sugar Pie DeSanto) für wenig Geld beim Mailorder meines Vertrauens aus Beverungen.
Tja, ich bin wirklich niemand, der bei jeder Gelegenheit behauptet, früher sei alles besser gewesen, aber der Sound, der in den CHESS- oder SUN-Studios entstand, war schon einzigartig. Aber es gibt natürlich auch heute noch Musiker, die sich am damaligen Klang orientieren und versuchen, ein hohes Energielevel zu transportieren und dabei authentisch zu sein. Dazu gehören sicherlich auch BLACK JOE LEWIS & THE HONEYBEARS. Ihr Album TELL`EM WHAT YOUR NAME IS! vereinigt die besten Tugenden des STAX-Soul mit verschwitztem Rhythm And Blues. Gewürzt wird das Ganze mit einem Schuss Garagen-Rock und James Brown-Funk. Eine explosive Mischung. Zu den Vorbildern von BLACK JOE LEWIS gehören gesangstechnisch HOWLIN`WOLF und WILSON PICKETT. Da kann man sich vorstellen, in welche Richtung das abgeht.
Noch mal zurück in die Vergangenheit: Durch eine Story für das großartige Fanzine ROADTRACKS hatte ich mal wieder Gelegenheit, viel und ausführlich BUFFALO SPRINGFIELD zu hören. Natürlich kenne ich die Band seit Jahrzehnten, aber ich war erstaunt, wie frisch und unverbraucht sie immer noch rüberkommen. Dabei mochte ich jetzt das immer ein bisschen in den Hintergrund geratene Debut noch lieber als die hochgelobte 2. Scheibe aus dem Summer of Love. Stephen Stills und Neil Young stachelten sich durch ihre Konkurrenz als Songwriter zu Höchstleistungen an. Sie sprühten vor Ideen und hatten auch die Fähigkeit, diese so umzusetzen, dass sie ihrem Folk- und Country-Gerüst völlig neue Akzente verpassten. Eine wahrlich wegweisende, zeitlose Band.
Da kam es genau zur rechten Zeit, dass von Stephen Stills` MANASSAS eine Resteverwertung mit dem Titel PIECES veröffentlicht wurde. Und gleich mit dem ersten Track WITCHING HOUR war sie wieder da, die Gänsehaut, die sich auch damals anno 1972 einstellte, als ich das MANASSAS Doppelalbum von einem Mitschüler abkaufte und wochenlang nichts anderes mehr hörte. In diesem Jahr war PIECES eine willkommene Ergänzung für meinen Westcoast-Abstecher.
Meine liebste aktuelle Veröffentlichung war 2009 bisher WILCO (THE ALBUM). Welch eine Entwicklung hat diese Band um JEFF TWEEDY hinter sich. Sie begannen als UNCLE TUPELO-Abspaltung im Americana-Sound und kamen über BIG STAR beeinflusste Epen und artifiziellen Rock zu diesem alle Schritte subsumierenden neuen Werk. Hier entfernen sie sich wieder von den komplizierten Songgebilden ihrer letzten beiden CD`s. Sie bauen zwar immer noch wohldosiert Glam-, Psychedelic- und Krautrock-Widerhaken ein, sind aber insgesamt melodischer und straffer als zuletzt. Es machte Spaß, das Gesamtwerk dieser Band noch mal Revue passieren zu lassen, weil jede ihrer CD`s auf eigentümliche Weise interessant und herausragend ist.
BUDDY & JULIE MILLER sind sowohl Solo als auch zusammen eine Bank (darf man diese Umschreibung für Garantie oder Sicherheit überhaupt noch guten Gewissens benutzen?), wenn es um verlässliches Songwriting geht. Die können gar keine schlechten Platten machen. WRITTEN IN CHALK ist erst die 2. CD des Ehepaares. Man hört der Scheibe an, dass sie schon seit Jahren eng verwurzelt musizieren und sich blind verstehen. Die Songs strahlen eine wohlige Behaglichkeit aus, wenn es sich um Balladen und Midtempo-Nummern handelt. Die Rocker sind herzhaft und kantig gespielt und ohne Schnörkel knackig arrangiert. Im Country-Folk-Umfeld gibt es kaum bessere Referenzen als die Millers. Wo Buddy oder Julie Miller draufsteht, ist auch Qualität drin.
Erinnert sich noch jemand an die FELLOW TRAVELLERS? Jener Formation, die in den 90er Jahren so einzigartig Folk und Country mit Reggae verband? Deren Vordenker, Sänger und Gitarrist war JEB LOY NICHOLS. STRANGE FAITH AND PRACTICE ist bereits sein 7. Solo-Album und seine zweite Veröffentlichung in 2009 nach PARISH BAR vom Januar. Man lauscht wieder seiner charakteristischen, näselnden, beruhigenden, warmen Stimme und ortet ihn stilistisch zwischen dem Folk-Jazz eines TERRY CALLIER oder JOHN MARTYN, der Astral Weeks Phase von VAN MORRISON, dem smoothen Reggae eines BIM SHERMAN, den introvertierten Tönen eines DAVID SYLVIAN und den schwebenden Gebilden von MARK HOLLIS. Das neue Album wurde mit Londoner Jazz-Musikern und einem Streichquartett eingespielt, was auch prägend ist. Es gibt ihm einen seriösen, erwachsenen Anstrich, nimmt aber auch ein wenig die verführerische Leichtigkeit früherer Aufnahmen. JEB LOY NICHOLS zeigt wieder, dass er ein außergewöhnlicher Songwriter mit Mut zur Veränderung und damit auch zum Risiko ist. Er scheut ausgetretene Pfade und traut sich an ungewöhnliche Sounds und Verbindungen. Man hat auch das Gefühl, da ist noch mehr drin. Nichols ist talentiert genug, weiter zu reifen. Große Klasse, der Mann.
Das Debutalbum des Kanadiers DOUG PAISLEY trägt ganz schlicht seinen Namen. Es ist eine ganz entspannte, intime Angelegenheit geworden. Die Spannung liegt dabei in der Souveränität und Reife des Liedgutes, das tief unter die Haut geht. Man hat das Gefühl, der Mann kann Steine zum Weinen bringen, so ergreifend ist seine Musik. Aber er präsentiert uns kein sentimentales Gejammer, sondern herzerwärmende, gefühlvolle, abgeklärte Songs. Die Arrangements sind dabei luftig gehalten, da ist viel Platz zwischen den Noten. Noch ist er ein Geheimtipp, aber seine Klasse müsste ihm eigentlich schon bald mindestens einen anerkannten Insiderstatus einbringen. So war er schon mit BONNIE PRINCE BILLY auf Tournee und man kann sich gut vorstellen, dass sie sich gut ergänzt haben. Beim Hören fühlt man sich mitunter an den frühen TOM RUSH, an den Texaner GUY CLARK, an ERIC ANDERSEN, aber auch an NEIL YOUNG`s AFTER THE GOLDRUSH erinnert. Wenn das keine erstklassigen Referenzen sind…
Besagter BONNIE PRINCE BILLY alias WILL OLDHAM hat 2009 meinen Song des Jahres veröffentlicht: BEWARE YOUR ONLY FRIEND, der Opener seines Albums BEWARE. Eine inbrünstige Hymne, der bei man sich kaum zu atmen traut, wenn sie läuft. Man möchte die andächtige Stimmung nicht stören. Perfide ist dabei, dass der morbide Text im Kontrast zur spirituellen Musik steht. Das ganze Album ist durchtränkt von feinem, abwechslungsreichem Hillbilly-Gospel-Folk. Oldhams leicht brüchiger Gesang schwebt als feste Konstante darüber und bildet einen weiteren Kontrapunkt. Sehr diffizil und anregend das Ganze.
Es gab noch einige CD`s, die es aus meiner Sicht verdient hätten, hier genannt zu werden, wie z.B. die Werke von BILL CALLAHAN, JIM FORD; BOOZOO BAJOU, FAT FREDDYS DROP und YO LA TENGO. Aber es sollte ja eine Top 10 werden, da muss man Prioritäten setzen.
In diesem Sinne: Keep on rockin`in a free world……in 2010!!
Montag, 14. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Whirlyjoe
Das heilige Listenwesen zum Jahresende, Zeit zu innerer Einkehr, besinnlicher Selbstreflexion und festlicher Archivwühlerei. Dazu die furchtbare Angst, auch dieses Jahr wieder ganz wichtige Platten zu vergessen – es ist ein Kreuz. Macht aber auch saumäßigen Spaß, sich an die beste Musik des Jahres zu erinnern und diese dann fernab von allem Hörstress, den der Job als Glitterhouse-Redakteur so mit sich bringt, zu genießen.
Ich schicke mal voraus, dass meine Nennungen eher etwas weiter weg vom hier beliebten SBS-Spoonful-Sound landen, weil ich diesen speziellen Sound eben eher aus Compilations und Blogs destilliere und seltener aus regulären Alben, auf die ich mich hier mal konzentrieren will.
Hier also meine Album-Top-10 2009, diesmal ganz ohne Ausreden in wertender Reihenfolge:
1. Decemberists - The Hazards Of Love
Das war schon relativ früh im Jahr klar, dass dieses Album nicht zu toppen sein wird. Die komplexe Fusion aus zartem Folk und hartem Rock gebiert Songs von meisterlicher Schönheit, wobei mir am besten die deutlichen Bezüge zu Heart gefallen, deren besten Song „Crazy On You“ sie gerne kongenial auf der Bühne covern. Hat mich gleich beim ersten Hören mitten ins Herz getroffen.
2. The Clientele - Bonfires On The Heath
Werden tatsächlich mit jedem neuen Album noch besser. Was für wissende, in sich ruhende Songs, die glamourösen Pop, polierten Blue Eyed-Soul und das Beste von Prefab Sprout zu einem funkensprühenden Album zwischen Pop-Euphorie und mondäner Soul-Eleganz machen, angereichert mit Pedal Steel und Orchestrierungen, alles perfekt dosiert.
3. Speech Debelle - Speech Therapy
Deepest Soul Music, auch wenn man formal HipHop dazu sagen müsste. Hier hört man keinen elektronischen Ton, sondern luftige, handgespielte, tendenziell jazzige Arrangements im Laidback-Modus, darüber Speech Debelles sanften Rhymeflow, butterweich, herzerwärmend und sehr, sehr elegant.
4. Jonathan Richman - A Que Venimos Sino A Caer
Der ewige 16-Jährige klingt auf spanisch noch charmanter, seine neuen Songs gefallen mir fast noch besser als seine unsterblichen Klassiker. Der Mann transportiert wie kein anderer Enthusiasmus und Lebensfreude mit seinen sonnigen, luftigen und doch so weisen Songs – heute mehr denn je.
5. Van Morrison - Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl
Ein triumphaler Wurf, gegen jede vernünftige Erwartung. 40 Jahre später beweist The Man dann doch noch mal seine einsame, unerreichbare Klasse, mit der denkbar schönsten, versponnensten und irgendwie seltsamsten Musik seiner langen Karriere. Dabei singt er wie ein Gott, was mich zu Tränen rührt.
6. Scott Matthew - There Is An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage That's So Violent To Cross It Could Mean Death
Der erst mal so gar nicht Glitterhouse-kompatible Singer/Songwriter konnte mit diesem ebenso persönlichen wie traumhaft schönen Kammer-Pop ja fast überall punkten – zurecht, denn dieser sanfte Flow aus überirdischer Stimme, Piano, Bläser und Streichern sucht seinesgleichen. Große Kunst, keine Frage.
7. Air - Love 2
Ebenso mondän und elegant wie gewollt leichtgewichtig, schlicht und auch ein wenig kitschig – das können nur diese beiden Franzosen mit dem ganz eigenen 70er-Revival-Sound. Love 2 wirkt unglaublich ausgeruht und klar strukturiert, greift den fluffigen Flow des Debüts ebenso auf wie das fantastische Air-produzierte Charlotte Gainsbourg-Album vom letzten Jahr.
8. Berry - Mademoiselle
Dieses Jahr habe ich mit staunender Begeisterung mehr französische Musik denn je gehört, und von den neuen Produktionen ist dies die schönste. Das Fräulein und der sanfte, hochmelodiöse Singer/Songwriter-Pop sind zum Verlieben, der Sound ist herrlich luftig und transparent, die akustischen und elektrischen Gitarren perlen schwerelos, der Groove entsteht durch ganz wenig Percussion. Berrys Stimme ist außergewöhnlich einnehmend, frisch, sanft und ausdrucksstark zugleich und definitiv charismatisch. Nouvelle Pop Francaise in Perfektion.
9. Fat Freddys Drop - Dr. Boondigga & The Big BW
Okay, das Debütalbum hat letztlich ganz knapp die Nase vorn, aber auch dieser Zweitling des neuseeländischen Groove-Kollektivs ist ein hypnotischer Burner zwischen Reggae, Funk, Soul und etwas House. Der Vibe ist (meistens) laidback, aber doch untergründig brodelnd und upliftend, die Arrangements so unglaublich schlank und reduziert, obwohl hier wieder knackiges Gebläse für die allerbesten Momente sorgt.
10. Antony & The Johnsons - The Crying Light
Das ist schlicht wunderschön. Kammer-Pop ohne Angst vor Schmalz, Kitsch und großen Gefühlen. Ein höchst emotionaler, expressiver, exaltierter Sänger lässt die Grenzen zwischen Rock, Oper und Kunstlied verschwinden. Ein großer Romantiker.
Bei neuen 7-Inches hat mich die inbrünstige Formatliebe nicht ganz so stark erwischt wie manchen SBS-Kollegen, aber auch ich weiß: Singles sind super. Gerade auch zum Auflegen. Meine Neuerwerbungen in dem Bereich sind trotzdem eher zufällig, hervorheben will ich aber mal diese hier:
Soul Snatchers - Good & Plenty / Soul To Soul
Laura Vane & The Vipertones - Steam
Kylie Auldist - It’s On / Made Of Stone
Death Letters - Schizophrenic
Konzerttechnisch war ich dieses Jahr gar nicht mal so träge, dennoch lässt sich das Erlebte hier leicht zusammenfassen: OBS war großartig, Stag-O-Lee Shakedown der Hammer. Außerhalb Beverungens fand ich diese hier noch sehr vergnüglich:
Jonathan Richman
Friska Viljor
Twilight Sad
Ludella Black & The Masonics
Cut In The Hill Gang
Fabulous Penetrators
Baskery
Downpilot
Calexico
Scott Matthew
Chris Cacavas
Art Brut
Deerhoof
Magnolia Electric
Paul Armfield
Bei der Gelegenheit werde ich auch wieder meine liebsten Kinofilme los.
Triumvirat:
Milk (Gus Van Sant)
Antichrist (Lars von Trier)
Das weiße Band (Michael Haneke)
und dabei finde ich von Trier und Haneke normalerweise ungenießbar.
Auch gelungen:
Slumdog Millionaire (Danny Boyle)
Gran Torino (Clint Eastwood)
Cadillac Records (Darnell Martin)
Sunshine Cleaning (Christine Jeffs)
Drag Me To Hell (Sam Raimi)
Zerrissene Umarmungen (Pedro Almodovar)
Inglorious Basterds (Quentin Tarantino)
Public Enemies (Michael Mann)
Taking Woodstock (Ang Lee)
Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (Tony Scott)
Um es mit Frank Sinatra zu sagen: It was a very good year.
Sonntag, 13. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
badabing!
Nachdem Dank unserer Regierungen zahlreiche heftige Turbulenzen und Zukunftsängste aufgetreten sind, hoffe ich, dass es nächstes Jahr nicht so knüppeldick kommt wie befürchtet. Allerdings fällt eine richtige Nennung von TOP-Ereignissen diesem (ja fast vergangenen) Jahr doch recht schwer, doch da bin ich pflichtbewusst ein "guter Soldat“:
Das Liveerlebnis des Jahres eindeutig, auch wenn ich hier alleine stehe, Leonard Cohen am 1. Juli in Köln. Ein Hochamt!
Meine TOP-Drei Cds:
Bob Dylan - Together Through Life
Element of Crime - Immer Da Wo Du Nicht Bist
Gemma Ray - Lights Out Zolltar
Sportereignis des Jahres:
1. FC Köln-Sieg Karneval in München
(das muß einfach mit rein)
Comeback des Jahres (das wundersamste seit Lazarus):
Eindeutig das von Gunter Gabriel, immerhin gefallen mir auf seiner CD drei Stücke.
Anschaffung des Jahres:
XBOX 360
Spiel des Jahres:
Call of Duty Modern Warfare 2
Enttäuschung des Jahres:
Wieder nix mit der Spurverbreiterung (schon eingetragen) am Kraftfahrzeug!
Nächstes Jahr wird alles besser!
Meine TOP-Drei Cds:
Bob Dylan - Together Through Life
Element of Crime - Immer Da Wo Du Nicht Bist
Gemma Ray - Lights Out Zolltar
Sportereignis des Jahres:
1. FC Köln-Sieg Karneval in München
(das muß einfach mit rein)
Comeback des Jahres (das wundersamste seit Lazarus):
Eindeutig das von Gunter Gabriel, immerhin gefallen mir auf seiner CD drei Stücke.
Anschaffung des Jahres:
XBOX 360
Spiel des Jahres:
Call of Duty Modern Warfare 2
Enttäuschung des Jahres:
Wieder nix mit der Spurverbreiterung (schon eingetragen) am Kraftfahrzeug!
Nächstes Jahr wird alles besser! Samstag, 12. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
busch-Man
Antony & the Johnsons – The Crying Light
Für mich ganz klar die Platte des Jahres. Was Antony Hegarty hier auf Platte gezaubert hat ist von entrückter, kaum begreiflicher Schönheit: „I'm gonna miss the birds. Singing all their songs. I'm gonna miss the wind. Been kissing me so long.“ Einfach wunderschön.
Fink – Sort of Revolution
Kommt live mit hervorragendem Drummer. Kurioses Erlebnis beim Konzert in Köln: Ich wurde von zwei vor uns stehenden Damen mittleren Alters, Phänotyp Sozialpädagogin, gebeten, doch bitte zwischen [sic!] den Stücken nicht zu reden. Früher war halt doch alles besser …
Fat Freddy’s Drop – Dr. Boondigga& The Big BW
Ist ein wirklicher Knaller. Und hat einen so außergewöhnlichen Groove. Und passte toll zu diesem Sommer rund um den Comer See.
Them Crooked Vultures – dto.
Oh Mann, diese Truppe hat Eier! Frontman Josh Homme, der unfassbare Trommler Dave Grohl und kein Geringerer als John Paul Jones, der alte Rochen, am Bass. Der Altmeister wuchtet den beiden Jüngeren Läufe um die Ohren, dass die bei solch wildem Treiben schier durchdrehen. Hoffe noch auf eine Karte für das Konzert im Palladium …
Air – Love 2
Die Herren Dunckel und Godin entwickeln auf brillante Weise „so etwas wie die Essenz aller Filmmusik der 70er Jahre“, da kann ich mich Whirlyjoe nur anschließen.
Leonard Cohen – Live in London
Den Meister in seiner Abgeklärtheit live erleben zu dürfen war sicherlich einer der absoluten Höhepunkte des Jahres. Laut Platon ist Weisheit dem Menschen überhaupt erst ab dem 50. Lebensjahr möglich und Cohen, dieser wahre Held, findet seine Entsprechung inzwischen nur noch in einem sehr sehr guten Wein. Der wird mit den Jahren ja auch immer exquisiter …
The Soundtrack of our Lives – Communion
Prediger Ebbot Lundberg hat im Konzert einen leicht peinlichen Hang zur großen Geste, das Cover ist entsetzlich hässlich, dieses Doppelalbum hat mich trotz alledem total überzeugt. Übrigens ist das ein sehr guter Bandname ...
Kings of Convenience – Declaration of Dependence
Zweistimmiger Harmoniegesang haut mich in nahezu jedem Kontext um. Beste Platte bislang.
The Dead Weather – Horehound
Zwischenzeitlich des ständigen Hypes um Herrn White überdrüssig geworden bekam ich die Platte geschenkt und wurde schlichtweg umgehauen: großartiger Schweineblues der Extraklasse!
Dylan Mondegreen – The World spins on
„A fresh breathe of Scandinavian air”, wurde über diesen jungen Mann geschrieben. Dem ist eigentlich auch nichts hinzuzufügen. Grandioser Pop.
Grizzly Bear: Veckatimest
Wo wir gerade beim Stichwort Hype sind: Die einschlägige Fachpresse und die versammelte Blog-Community überschlug sich ja geradezu wegen dieser kleinen Band aus den Staaten. Die Platte fand ich nach anfänglichen Zugangsproblemen immer besser. Trotzdem etwas überbewertet.
The Clientele – Bonfires on the heath
Außerordentlich heilsame Musik aus London, die bei mir dieses wohlige Herbst- und Wintergefühl auslöst. Sinnierend den Wolken zuschauen, die Blätter fallen sehen und und und. Feine Popmusik.
Freitag, 11. Dezember 2009
Abt. Papierkram
The Soul of Motown
Good Lord, Weihnachten rückt immer näher – habt ihr denn schon die Geschenke für eure Lieben zusammen? Ich spreche mal schnelle eine Buchempfehlung aus.
Nicht ganz billig, diese Schwarte, es handelt sich immerhin um ein kunstvoll-aufwändiges Werk zum fünfzigsten Geburtstag von Motown Records. Rolling Stone-Redakteur Torsten Groß trägt die wichtigsten Fakten und Anekdoten der umfangreichen englischsprachigen Motown-Literatur gekonnt zusammen, die einzelnen Kapitel sind an insgesamt 15 Songs der wichtigsten Motown-Acts festgemacht, die man sich auch per beiliegender CD zu Gemüte führen kann.
Als strukturierendes Konzept funktioniert dies gut, ansonsten lebt das Buch primär vom visuellen Reiz, denn es bietet kein einziges Foto, dafür aber die wirklich ausgezeichneten, großflächigen und detailverliebten Illustrationen von Alexandra Kardinar und Volker Schlecht, die in ganz eigener Ästhetik ein überzeugend collagiertes Bild der Motown-History liefern. Ich war von der Idee zunächst nicht überzeugt, verlor beim Lesen aber schnell jede Skepsis. Es geht hier also nicht um eine faktenreich-kritische Abhandlung zum Thema Motown, viel mehr um eine leidenschaftliche Labour of Love, die zum Herumblättern und vor allem zum Hören verleitet.
Tracklist:
1. Marvin Gaye & Tammi Terrell - "Aint No Mountain High Enough"
2. Little Stevie Wonder - "Fingertips - Part II"
3. Mary Wells - "My Guy"
4. The Temptations – “Ain’t Too Proud to Beg”
5. The Supremes - "Stop! In The Name Of Love"
6. Smokey Robinson & The Miracles - "The Tears of A Clown"
7. The Temptations - "Papa Was A Rolling Stone"
8. Edwin Starr - "War"
9. The Four Tops - "Reach Out I'll Be There"
10. Jimmy Ruffin - "What Becomes Of The Broken Hearted"
11. Martha And The Vandellas - "Dancing In The Street"
12. Barrett Strong - "Money (That's What I Want)"
13. Gladys Knight & The Pips - "I Heard It Trough The Grapevine"
14. The Marvelettes - "Please Mr Postman"
15. Marvin Gaye - "What's going on"
Torsten Groß (Text), Alexandra Kardinar und Volker Schlecht
(Illustration):
The Soul of Motown
Eine Labelgeschichte in 15 Songs
Hardcover, 160 Seiten, Leineneinband
Durchgehend 4-farbig illustriert, mit Audio-CD
Format 22 x 30 cm
€ 58,- / sfr 93,90
ISBN: 978-3-941378-30-8
(Whirlyjoe)
(Illustration):
The Soul of Motown
Eine Labelgeschichte in 15 Songs
Hardcover, 160 Seiten, Leineneinband
Durchgehend 4-farbig illustriert, mit Audio-CD
Format 22 x 30 cm
€ 58,- / sfr 93,90
ISBN: 978-3-941378-30-8
(Whirlyjoe)Donnerstag, 10. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
K-Nut
Neue Platten:
Gemma Ray – Lights Out Zoltar
Das zweite Album - Liebe auf den ersten Blick.
Spannend, abwechslungsreich, wunderschön und noch besser als das erste!
der unsortierte Rest:
Richard Hawley – Truelove’s Gutter
Nicht mehr ganz so schwelgerisch, dunkler, aber genau so ergreifend wie immer.
Amy Millan – Masters Of The Burial
…eigentlich wollte ich diesen Americana-Kram ja nicht mehr gut finden aber dieses Album ist nahezu perfekt!
Lyle Lovett – Natural Forces
Wie ein alter Freund, der einen einmal im Jahr besucht. Nur wenig verändert, verlässlich und immer ein Grund zur Freude. (...nur die "Rock'N'Roll"-Nummer hab' ich nicht ganz verstanden.)
Soulsavers – Broken
Ein Brocken von einem Album. Lanegan in Hochform. Sunrise als Single gehört aber unbedingt dazu!
Candi Staton – Who’s Hurting Now?
Soul pur, herzergreifend
AIR – Love 2
Zurück in der Form ihrer Anfänge. Hat mich sehr gefreut.
A Certain Ratio – Mind Made Up
Das Comeback des Jahres (und keiner hat’s gemerkt) Düster, athmosphärisch, funky wie vor dreissig(!) Jahren.
Fat Freddy’s Drop – Dr. Boondigga and the Big BW
Hat diesmal etwas gebraucht mit uns; aber irgendwann haben sie einen gepackt und lassen nicht mehr los.
Platz 10 teilen sich sechs Alben:
(oder ist das geschummelt?)
The Death Letters – st und The Right Ons – Look Inside, Now
Machen einfach Spaß! (….live noch mehr!)
Gossip – Music For Men
Die muss man einfach mögen! Macht mich (kurzfristig) 20 Jahre jünger…
Brixton Boogie – Urban Blues
“Little Axe light”: Blues, Samples, Beats, Dub, Soul aus Hamburg
Auch dank Wayne Martin ein rundum gelungenes Teil.
Prefab Sprout – Let’s Change The World With Music
Völlig aus der Zeit gefallen, bekommt aber 100 Sympathie-Punkte!
Mitch Ryder – Detroit Ain’t Dead Yet (The Promise)
Hinter dem potthässlichen Cover verbirgt sich die coolste Alt-Männer-Mucke überhaupt. Herr Ryder mit der Hilfe von Don Was jetzt wieder größtenteils unpeinlich.
Reissues & Compis:
Sugar Pie DeSanto – Go Go Power (The Complete Chess Singles)
Meine Platte des Jahres - heissersehnt!
Memphis 60
Compi des Jahres!
Spät entdeckt:
The Five Aces –Shout & Shimmy (2007)
Fantastischer Retro-Orgel-Groove aus Glasgow
Leider noch nicht gehört:
Savoy Grand und The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project
Mittwoch, 9. Dezember 2009
The 2009 Chronicles
Günter Ramsauer
Tift Merritt – Buckingham Solo
Nur Stimme, Gitarre und Piano. Wenn die Engel im Himmel wie Tift Merritt singen, muss niemand den Tod fürchten! Nuff said!
Bob Dylan – Together Through Life
Mit dem Meister, David Hidalgo (Los Lobos) und den üblichen Verdächtigen an die mexikanische Grenze. Auch seine großartigen Live-Konzerte schwingen hier mit. Die neverending Dylan Geschichte auf hohem Niveau weitergeführt!
Sophia – There Are No Goodbyes
Es ist die betörende Live-Bonus-Disc „The Valentines Day Session“, auf der kein Blatt, kein lyrisches Ich oder sonst was zwischen Robin Proper-Sheppard und den Hörer passt. Das fließt direkt aus seinem Herzen in die Unsrigen! Bewegende Leidenschaft, die zu Tränen rührt!
Simon Joyner – Out Into The Snow
In den Schnee hinausstapfen mit “the greatest songwriter you’ve never heared”, dessen Stimme wie Leonard Cohen auf Valium klingt und die Kompositionen ganz in der Nähe eines Townes Van Zandt, Neil Young und John Cale. Großartig!
Chuck Prophet – Let Freedom Ring
Ein dermaßen stimmiges Album hätte man von dem Ex-Green-On-Red-Mann so nicht erwartet. Sein „Exile On Main Street“, denn diese wunderbare Song-Kollektion funktioniert über eine unangestrengte atmosphärische Dichte und die fetten Stromgitarren!
Soulsavers – Broken
Ein cinemascopisches Werk mit überwiegend Mark Lanegans Stimme und dem schönsten Gene-Clark-Cover, das mir bisher zu Ohren gekommen ist. „Broken“ bringt Americana Noir, Trip Hop, Morricone-Soundtrack und Lee Hazlewood unter einen Hut. Magisch!
Richard Hawley – Truelove’s Gutter
Herrlich zurückgenommen instrumentiert, dazu croont Hawley sonor und dunkel wie ein junger Gott. Musik und Stimme aus schwarzem Samt. Majestätisch und geheimnisvoll!
Cocktail Slippers – Saint Valentine’s Day Massacre
Fünf Zuckerpuppen aus Oslo mit bescheuertem Bandnamen, den die aus Rock, Punk und Girl-Pop gestrickten Songs mit Links wettmachen. Bangles, Blondie und Ramones auf höchstem Niveau vereint. Zauberhaft!
Alexandra Hope – Invisible Sunday
Die junge Francoise Hardy, die frühe PJ Harvey und Shannon Wright in einer Person. Große Augen, Schmollmund und Indie-Rock. Neun Songs lang Zartes und Hartes auf den Punkt gebracht. Rock’n’Roll als Versuchung und Verführung!
The Death Letters – The Death Letters
Rock’n’Roll Brett! Garage-Punk-Blues-Rock von zwei blutjungen Holländern mit Dynamik, Energie und Leidenschaft eingespielt. Wenn der Teufel wie die Death Letters klingt, muss niemand die Hölle fürchten!
AUCH NICHT SCHLECHTER:
ANTONY AND THE JOHNSONS – The Crying Light, CAMERA OBSCURA – My Maudlin Career, ESPERS – III, EILEN JEWELL – Sea Of Tears, CONOR OBERST AND THE MYSTIC VALLEY BAND – Outer South, PETER DOHERTY – Grace/Wastelands, CUT IN THE HILL GANG – Cut Down, MARISSA NADLER – Little Hells, BILL CALLAHAN – I Wish We Were An Eagle, BUILT TO SPILL – There Is No Enemy, KING CREOSOTE – Flick The Vs, BRIMSTONE HOWL – Big Deal. What’s He Done Lately?, ALELA DIANE – To Be Still, THOSE DARLINS – Those Darlins, THE MINUS 5 – Killingsworth, DOWNPILOT – They Kind Of Shine, MAPLEWOOD – Yeti Boombox , HOPE SANDOVAL & THE WARM INVENTIONS – Through The Devil Softly, EMILY JANE WHITE – Victorian America, JULIE PEEL – Near The Sun, BJÖRN KLEINHENZ – B.U.R.M.A., THE FINE ARTS SHOWCASE – Dolophine Smile, SAVOY GRAND – Accident Book, LES TERRIBLES – Ils Sont Formidables!, GINA VILLALOBOS – Days On Their Side CASS McCOMBS – Catacombs, THE GUILTY HEARTS – Pearls Before Swine, GRIZZLY BEAR – Veckatimest, NAOMI SHELTON AND THE GOSPEL QUEENS – What Have You Done, My Brother?, WILCO – (The Album), LIGHTNING DUST – Infinite Light, MICHAEL J SHEEHY AND THE HIRED MOURNERS – The Rise And Fall Of Francis Delaney/ Loose Variations On A Near Miss, M.WARD – Hold Time, RUBY THROAT – The Ventriloquist, KARAMEL – Maschinen, DEVON SPROULE – Don’t Hurry For Heaven!, CANDI STATON – Who’s Hurting Now, DEAR READER – Replace Why With Funny, LILY ELECTRIC – You’re In The Painting You Saw, PAPERCUTS – You Can Have What You Want, MONSTERS OF FOLK – Monsters Of Folk, TIMES NEW VIKING – Born Again Revisited, SHANNON WRIGHT – Honeybee Girls, AMY MILLAN – Masters Of The Burial, ARCTIC MONKEYS – Humbug, ART BRUT – Art Brut Vs. Satan, HOLLY THROSBY – A Loud Call, MICAH P. HINSON – All Dressed Up And Selling Of Strangers, MAGNOLIA ELECTRIC CO – Josephine, A PLACE TO BURY STRANGERS – Exploding Head, ALEC OUNSWORTH – Mo Beauty, BOWERBIRDS – Upper Air, THEE OH SEES – Help , THE SKYGREEN LEOPARDS – Gorgeous Johnny, EXENE CERVENKA – Somewhere Gone, REIGNING SOUND – Love And Curses,
AUSSER KONKURRENZ (REISSUES etc.):
VAN MORRISON – Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl
SUGAR PIE DeSANTO – Go Go Power The Chess Singles 1961-1966
VARIOUS ARTISTS – Eccentric Soul: Smart’s Palace
VARIOUS ARTISTS – Local Customs: Downriver Revival
VARIOUS ARTISTS – Roll Your Money Maker
BLACKIE AND THE RODEO KINGS – Swinging From The Chains Of Love
STEPHEN FEARING – The Man Who Married Music The Best Of
THE VICEROYS – Ghetto Vibes
DELROY WILSON – Meets Sly & Robbie Downtown
DELROY WILSON – Dub Plate Style
THE VASELINES – Enter The Vaselines
VARIOUS ARTISTS – Who Dropped The Needle? Live At Hasenschaukel
NEIL YOUNG – Archives Vol.1 (8-CD-Boxset)
IRON & WINE – Around The Well
39 CLOCKS – Pain It Dark
THE FEELIES – Crazy Rhythms
THE FEELIES – The Good Earth
TOWNES VAN ZANDT – For The Sake Of The Song
TOWNES VAN ZANDT – Our Mother The Mountain
TOWNES VAN ZANDT – Townes Van Zandt
TOWNES VAN ZANDT – Delta Momma Blues
THE WALKABOUTS/VARIOUS ARTISTS – Got No Chains
JACQUES DUTRONC – Et Moi Et Moi Et Moi
THE STONE ROSES – The Stone Roses
SIBYLLE BAIER – Colour Green
BIG STAR – Keep An Eye On The Sky (4-CD-Box)
THE GRATEFUL DEAD – Winterland 1973: The Complete Recordings (9-CD-Box)
JIMMY HUGHES – Steal Away The Early Fame Recordings
VARIOUS ARTISTS – Memphis 60
ALTES NEU ENTDECKT:
SYL JOHNSON – Different Strokes 1967-1969 (Limited Edition), SYL JOHNSON – Is It Because I’m Black (Limited Edition), VARIOUS ARTISTS – Eccentric Soul Vol.6 Twinight’s Lunar Rotation, IKE AND TINA TURNER – Festival Of Live Performances, VARIOUS ARTISTS – Take Me To The River, BRENDA LEE – Let Me Sing/Grandma What Great Songs You Sang!/Brenda Lee BRENDA LEE That’s All/All Alone Am I, BRENDA LEE – Reflections In Blue, ROY ORBISON – The Soul Of Rock’n’Roll (4-CD-Box), MILLIE JACKSON – Millie Jackson, VARIOUS ARTISTS – Eccentric Soul: The Outskirts Of Deep City, WANDA JACKSON – Right Or Wrong (4-CD-Box), OWEN GRAY – Shook, Shimmy & Shake The Anthology, SlLIM SMITH – Keep That Lovelight Shining, DELROY WILSON – Better Must Come The Anthology, ALTON ELLIS – Be True To Yourself The Godfather Of Lover’s Rock Anthology, JOHNNY BURNETTE TRIO – Rockabilly Boogie, RITCHIE VALENS – The Very Best Of, KEN PARKER – The Best Of Groovin’ In Style! 1967-1973, FONTELLA BASS – The Very Best Of, LAURA LEE – The Chess Collection, JACKIE ROSS – Full Bloom
Dienstag, 8. Dezember 2009
Abt.: Stag-News
7-Inch-Doppelschlag
Holy Shit, die beiden neuen Stag-O-Lee Singles hatten wir an dieser Stelle ja noch gar nicht in den Himmel gelobt?!
Fabulous Penetrators - Send In The Clones / Down On
Your Luck
Auf der zweiten Stag-Single klingen Liam und die Jungs ein wenig kontrollierter: "Down On Your Luck“ ist ein satter Boogier-Rocker mit knorke Riff und exklusiv hier zu hören. „Send In The Clones” ist ein Knaller aus dem Live-Programm, man erinnert sicher an die schräge Roboternummer des (mittlerweile ausgestiegenen) Gitarristen John. Gleichzeitig ein Vorbote des Ende Januar 2010 ebenfalls auf Stag-O-Lee erscheinenden Debütalbums „With Love“.
Hier
Bobby Franklin’s Insanity - Bring It On Down To Me (Pt 1+2)
Stag-O-Lee Reissue! Bobby Franklin und seine Band zog 1969 von Detroit nach Chicago, freundete sich mit dem großen Curtis Mayfield an und unterschrieb einen Vertrag mit Mayfield’s Curtom Records. Der große Meister produzierte die Debüt-7“ Bring It On Down To Me dann auch und veröffentlichte sie noch im gleichen Jahr auf seinem Thomas Sublabel. Die 45er sank damals wie Blei, aber Jahrzehnte später wurde der Track von den DJ’s und Cratediggern dieser Welt wieder entdeckt und zur hoch gehandelten Rarität erkoren. Marching Band Drums, eine mächtige Stimme, funky Gitarre, gar eine kaum hörbare Psycho-Flöte, dazu ein an Eddie Hazel gemahnendes Fuzz-Solo – heftiger ging es im Hause Mayfield nie zur Sache. Eine dreckige Funk-Perle, vom Stag-O-Lee-Chief eigenhändig ausgegraben und frisch lizenziert.
Da
(whirlyjoe)
Your Luck
Auf der zweiten Stag-Single klingen Liam und die Jungs ein wenig kontrollierter: "Down On Your Luck“ ist ein satter Boogier-Rocker mit knorke Riff und exklusiv hier zu hören. „Send In The Clones” ist ein Knaller aus dem Live-Programm, man erinnert sicher an die schräge Roboternummer des (mittlerweile ausgestiegenen) Gitarristen John. Gleichzeitig ein Vorbote des Ende Januar 2010 ebenfalls auf Stag-O-Lee erscheinenden Debütalbums „With Love“.
Hier
Bobby Franklin’s Insanity - Bring It On Down To Me (Pt 1+2)
Stag-O-Lee Reissue! Bobby Franklin und seine Band zog 1969 von Detroit nach Chicago, freundete sich mit dem großen Curtis Mayfield an und unterschrieb einen Vertrag mit Mayfield’s Curtom Records. Der große Meister produzierte die Debüt-7“ Bring It On Down To Me dann auch und veröffentlichte sie noch im gleichen Jahr auf seinem Thomas Sublabel. Die 45er sank damals wie Blei, aber Jahrzehnte später wurde der Track von den DJ’s und Cratediggern dieser Welt wieder entdeckt und zur hoch gehandelten Rarität erkoren. Marching Band Drums, eine mächtige Stimme, funky Gitarre, gar eine kaum hörbare Psycho-Flöte, dazu ein an Eddie Hazel gemahnendes Fuzz-Solo – heftiger ging es im Hause Mayfield nie zur Sache. Eine dreckige Funk-Perle, vom Stag-O-Lee-Chief eigenhändig ausgegraben und frisch lizenziert.
Da
(whirlyjoe)
Der Shake Baby Shake Adventskalender
The 2009 Chronicles
R-man hatte ja kürzlich um Einsendung Eurer Jahres-Highlights gebeten; ob in Form einer "Top Ten"-Liste, ausschliesslich Musik, mit Filmen, Büchern oder Sonstigem bleibt Euch überlassen.
Über weitere Einsendungen an top-10@live.de würden wir uns freuen!
Diese kleine Serie startet morgen in loser Folge unter dem Titel The 2009 Chronicles.
(k-nut)
Montag, 7. Dezember 2009
Ab in die ewigen Jadggründe
shake baby shake
Nach vier Jahren haben wir am Samstagabend shake baby shake (unsere monatliche Party, nicht diesen Blog) zu Grabe getragen. Illustre Gäste wie Whirlyjoe, Chrispop und Badabing mußten wegen diverser Krankheiten absagen, sodaß wir DJs nur noch zu viert waren. Nachdem Andread, K-nut, Axel und ich bei Harry's gegenüber vom Beverunger Stadtkrug famos indisch gespeist haben, sind wir gegen halb neun in den gähnend leeren Hauptschauplatz des Abends gewechselt. Normalerweise sitzen dann schon zehn Gestalten dort rum, aber an diesem Samstag blieb es bis gegen 22 Uhr auffallend leer. Ich dachte schon an einen dieser Geburtstagsparty-Gags, wo der Jubilar verzweifelt, weil er denkt, er würde vergessen, bis alle seine Freunde mit Trärä einfallen. Wollte sich Beverungen etwa nicht vernünftig von uns verabscheiden?
Gegen 23 Uhr wurde es dann aber zusehends voller und ab dem Zeitpunkt war es ein fröhliches Kommen und Gehen. Vom recht guten November Besuch blieben gerade mal 20 % der Gäste übrig, die
anderen waren eher selten bis nie gesehene Gesichter, darunter ein extrem hoher Anteil an Jungvolk. Das fand ich ja schon mal gut.
Zur Musik: ich eröffnete mit dem üblichen midtempo Spoonful Zeugs, bevor Andread deutlich die Reggaekarte ausspielte. Bei K-nuts ersten Set kann ich mich kaum an Einzelheiten erinnern, er ging aber wie gewohnt gut runter. Danach zog Axel eine Knaller-45er nach der anderen aus seinem frisch erworbenen Beautycase und hatte gegen Ende des Sets sogar zwei junge Mädchen auf die Tanzfläche gezogen. Ich war eigentlich als nächster dran, ließ ihn aber erstmal wieder den Floor putzen, denn ich wollte nicht unbedingt die Hits runterreissen, sondern am letzten Abend meine coolen Neuentdeckungen laufen lassen – raw 50s & 60s dance music halt. Dann legte ich mal gleich mit Carter Brothers – Do The Flo Sho los und siehe da, die Tanzfläche füllte sich wieder mit 3-6 Menschen (damit sieht sie schon busy aus) und ner Handvoll Sympathisanten, die am Rande des Floors mit dem Hintern wackelten und so bekundeten, daß es ihnen gefiel. Dann machte ich mit Harlem Shuffle einen faulen Kompromiss, spielte danach aber eher die rauhen R&B-Stormer und Zeugs wie Brand New Cadillac, Jewel von T. Rex und generell recht wildes Zeug. Bis auf Eddie Bo’s Oh Oh kam alles gut an.
Anschließend gab es noch etwas ping-pong mit K-nut – ein Kessel Buntes zwischen Rock & Roll, Soul und Funk, wobei der alte Funkateer aus Köln wie gewohnt die Tempi schwer durcheinanderwürfelte. Hatte ich mühsam einen midtempo Groove erarbeitet, auf dem man mühelos 3-5 Tracks hätte schwimmen können, zerstörte er ihn mit ein
em 160 bpm Nachfolger. Aber Spass hat es trotzdem gemacht! Ich wurde von Andread abgelöst, der noch 2-3 Tunes mit K-nut droppen durfte, aber Axel scharrte schon mit den DJ-Hufen. Die Nacht zuvor hatte er reichlich Ouzo gekippt und so gegen 2 Uhr gab es nur eins – ins Bett oder auflegen. Also ließen wir ihn hinter die Decks und mit der ihm üblichen Seelenruhe reihte er Funk-Hit an Soul-Groove an R&B-Burner - grundsätzlich nichts nach 1972 würde ich sagen. Als ich gegen drei Uhr den Heimweg antrat, war der Stadtkrug noch gut gefüllt. Im Taxi hörte ich noch: „Eine Fahrt vom Derentaler Hof zum Stadtkrug!“ Es sollte also weiter gehen... Gegen 4 Uhr wurde aber wohl der Zapfhahn hochgedreht, weil einige der Jungspunde in die Küche eingedrungen sind, um sich am Kühlschrank zu bedienen. Da hat Wirt Lollo dann mal gleich sein Lokal geräumt.
Ich denke, shake baby shake hat sich würdig verabschiedet. Vier Jahre nach Lollo’s legendärem Satz („Eine Discokugel ist schnell aufgehängt!“) ist unsere Partyreihe zu Ende, getreu dem Motto: wenn es hinten weh tut, dann soll man vorne aufhören. Oder so ähnlich… (R-man)
em 160 bpm Nachfolger. Aber Spass hat es trotzdem gemacht! Ich wurde von Andread abgelöst, der noch 2-3 Tunes mit K-nut droppen durfte, aber Axel scharrte schon mit den DJ-Hufen. Die Nacht zuvor hatte er reichlich Ouzo gekippt und so gegen 2 Uhr gab es nur eins – ins Bett oder auflegen. Also ließen wir ihn hinter die Decks und mit der ihm üblichen Seelenruhe reihte er Funk-Hit an Soul-Groove an R&B-Burner - grundsätzlich nichts nach 1972 würde ich sagen. Als ich gegen drei Uhr den Heimweg antrat, war der Stadtkrug noch gut gefüllt. Im Taxi hörte ich noch: „Eine Fahrt vom Derentaler Hof zum Stadtkrug!“ Es sollte also weiter gehen... Gegen 4 Uhr wurde aber wohl der Zapfhahn hochgedreht, weil einige der Jungspunde in die Küche eingedrungen sind, um sich am Kühlschrank zu bedienen. Da hat Wirt Lollo dann mal gleich sein Lokal geräumt.
Ich denke, shake baby shake hat sich würdig verabschiedet. Vier Jahre nach Lollo’s legendärem Satz („Eine Discokugel ist schnell aufgehängt!“) ist unsere Partyreihe zu Ende, getreu dem Motto: wenn es hinten weh tut, dann soll man vorne aufhören. Oder so ähnlich… (R-man) PS: Danke an die Familie Richter und Wirt Lollo, den Stadtkrug, Axel, meine DJ-Freunde und alle, die öfter mal reingeschaut haben.
Sonntag, 6. Dezember 2009
Alle Jahre wieder:
Shake Glöckchen Shake Vol.3
So ihr Lieben da draußen,
wart ihr auch alle schön brav oder muss der knurrige SBS-Weihnachtshase mit der Rute drohen?
Na okay, weil ihr euch auch dieses Jahr wieder weitgehend manierlich benommen habt, rücken wir pünktlich zum Nikolaus das dritte Shake Glöckchen Shake-Volumen raus. Damit es auch dieses Jahr wieder heftig unterm Christbaum rockt.
Und die Song-Selection war dieses Jahr umkämpfter denn je, denn der SBS-Weihnachtsbeauftragte Heino und seine beiden rotnasigen Assistenten K-Nut und Whirlyjoe lieferten sich heftige Duelle mit scharfen Klingen, als es darum ging, den anfangs um die 50 Tunes zählenden Pool auf die notwendigen 80 Minuten auszudünnen.
Yep, da wurde Tacheles geredet und keine Gefangenen gemacht und hoffnungsvoll ins Rennen gegangene Promis wie Ike & Tina, John Prine, Bruce Cockburn und die Kinks in ihren festlichsten Momenten fielen unserem konsequenten Qualitätsmanagement zum Opfer. Was wiederum bedeutet, dass die verbliebenen Songs wirklich taugen. Verlasst euch drauf.
Gemeinsam zünden wir eine Weihnachtskerze für unseren Covergestalter Chrispop an.
(Team X-Mas)
Samstag, 5. Dezember 2009
Lost And Found
Keb Darge & Andy Smith
Im Januar des Jahres hat K-nut sie noch gelobt, die Lost And Found - Jump Blues und Rockabilly Compilation von Keb Darge und Cut Chemist. Neulich hatten wir dann die This Is DJ's Choice Vol. 2 ebenfalls positiv am Wickel, für die auch Funkateer Keb Darge teilweise zuständig war und die noch etwas Northern Soul untermischte. Eine etwas seltsame Verbindung, möchte man meinen, a
ber sie funktioniert auf obiger Scheibe sehr gut und wer sich mal anhören möchte, was jeden Samstagabend im Madame JoJo's in Soho/London bei der Lost And Found Nacht abgeht, der sollte sich mal die beiden 45-minütigen Live-Mixe (in exzellentem Sound) auf der Andy Smith Homepage reintun. Schon ziemlich mitreissend, wie locker hier Northern Soul Klassiker an fette Jump Blues Mover geknüpft werden und mit den Worten "....and then back to the rockabilly!" die Post plötzlich in eine ganz andere Richtung abgeht. Ohne Scheuklappen - sehr geil!
Und es kommt noch besser! Am 10. Januar 2010 erscheint das zweite Volumen der Lost And Found-Serie unter dem Titel The Real R&B & Soul, compiliert von Keb Darge und Paul Weller. Mit Bobby Bland, Slim Harpo, Big Mama Thornton, Albert King - teilweise Tunes, die heute Abend auch im Stadtkrug laufen werden. Also Augen und Ohren auf. (R-man)
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