Sonntag, 29. Dezember 2013

Kurz vor Schluss!  von BadaBing!
Der Trend hielt an, fast ausschließlich wurde in Vinyl investiert, sehr gerne mit CD Beilagen,
gerne mit Download als Bonus aber auch nur einfach pur.

Bis auf die klare Nummer Eins:
NICK CAVE & THE BAD SEEDS - Push The Sky Away
(die war dieses Jahr für mich das “Überwerk“)
nenne ich diesmal die Platten, die in diesem Jahr und sicher auch in 2014 wohl am meisten in der Casa Bing gespielt wurden, ganz ohne Reihenfolge.

JIM JAM GEMS - Volume 1&2
(ich freu mich schon auf die Fortsetzung, ist blind bestellt Skipper!)

FAT FREDDY`S DROP - Blackbird
(...und was war das für eine schweißtreibende Sache hier in der LiveMusicHall, danke Joe!)

GRITS  `N GRAVY - Cat Lee King vs Might Mike OMB
(lief erup un erunger!) 

MIRACULOUS MULE - Deep Fried
(würde mich sehr freuen die Herren hier in Köln live zu sehen!)

TOCOTRONIC - Wie wir leben wollen
(mag sie seit ich sie beim RS Weekender 2012 gesehen habe, die Platte hat meine Erwartungen erfüllt)

TERRY LEE HALE - The Long Draw
(ich muss gestehen ich kannte Hale vorher nicht)

DIRTMUSIC - Troubles
(hoch gelobt, völlig zu recht)

ZODIAK - A Hidding Place
(zweites Album der Münsteraner)

DAVID BOWIE - The Next Day
(vom Cover bis zu den Videos elegant)

PHOSPHORENSCENT - Muchacho
(leider in Köln verpasst, beim Weekender nachgeholt)

Natürlich jede Menge SPOONFUL, da ich seit dem Weekender 2012 ja spoonfulisiert wurde.

Erfreulich ist auch, dass ich einige, für mich unvergessliche Konzerte besuchen konnte:

-Nick Cave & The Bad Seeds

-Bob Dylan

-Neil Young & Crazy Horse

-Element of Crime

-Get Well Soon

-Aimee Mann

-Mark Lanagan

-Calexico

-Juke Joint Pimps

-Grits 'N Gravy

-Smokestack Lightnin'

-Fat Freddy's Drop


-OBS und RS-Weekender

So soll's weiter gehen - zumal mein alter Selbstzünder nun mit einer neuen grünen Plakette in ganz Deutschland fahren darf…

Alles Gute fur 2014, man sieht sich!

Samstag, 28. Dezember 2013

Bestenlisten Chris

Alben:
The Wave Pictures - City Forgiveness
Crocodiles - Crimes Of Passion
Foxygen - We Are The 21st Century Ambassadors of Peace and Magic
Valerie June - Pushin' Against a Stone
Wooden Shjips - Back To Land
The National - Trouble Will Find Me
Bass Drum Of Death - Bass Drum Of Death
Lily & Madeleine - Lily & Madeleine
Ducktails - The Flower Lane
King Krule - 6 Feet Beneath the Moon
Portugal. The Man - Evil Friends
Phosphorecent - Muchacho
The Civil Wars - The Civil Wars
Waxahatchee - Cerulean Salt
Savages - Silence Yourself

Songs:
The WavePictures - Being In Love
Flume & Chet Faker - Drop The Game
Kwabs - Spirit Fade
Blues Pills - Devil Man
Waxahatchee - Misery Over Dispute
The KVB – Shadows
Lily & Madeleine - Come to Me
Tropic of Cancer - More Alone
Haim - Oh Well (Fleetwood Mac)
Bass Drum of Death - I Wanna Be Forgotten
Amatorski – Soldier
TOY - Join The Dots
Valerie June - Workin' Woman Blues
King Krule - Easy Easy
Hooded Fang - Bye Bye Land

Konzerte:
I Got You on Tape Schocken Stuttgart 
O. Children Keller Klub 
Yo La Tengo in Manufaktur 
Brasstronaut in Zwölfzehn 
Sarah Blasko in BIX 
Veronica Falls in Merlin 
Tweak Bird in Schocken 
The Bronx in Zwölfzehn 
And So I Watch You From Afar in Keller 
Amatorski in Zwölfzehn 
The Wave Pictures in Komma 
Scott Matthew in Theaterhaus

Freitag, 27. Dezember 2013

Top-10 Eike Klien 
vom famosen Nachbarblog das klienicum

 
  1. yo la tengo – fade
  2. grouper – the man who died in his boat
  3. alela diane – about farewell
  4. julia holter – loud city song
  5. bill callahan – dream river
  6. frontier ruckus – eternity of dimming
  7. chastity belt – no regerts
  8. julianna barwick – nepenthe
  9. the wave pictures – city forgiveness
  10. daniel bachman – i'm a sinner
http://dasklienicum.blogspot.com/
http://klienicum-schallplatten.com/

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Ralfs "Was war und was bleibt 2013?"


Erst beim Rückblick wird wieder deutlich, wie viel wirklich passiert ist im noch nicht ganz vergangenem Jahr. Mit den Alben sind auch die Zeiten verbunden, in denen ich das jeweils zuerst gehört habe, und das war dann schon richtig viel Neues - Genug des besinnlichen Rückblicks.

Eigentlich gibt es drei Nummer Einse, deshalb diese alphabetisch:

John Grant - Pale Green Ghost
Anders, weil halb Techno oder wie das elektronische Zeug heisst, als Queen Of Denmark, aber gerade deshalb noch faszinierender.
Auch ein großartiges Konzert (des Jahres, trotz Come beim OBS, Neil Young und Nick Cave ) im Gloria und eine beeindruckende Persönlichkeit, wenn man dem Interview folgen darf:


Miraculous Mule - Deep Fried
alles schon zu gesagt

These New Puritans - Field Of Reeds

Herausragend waren, sind (und bleiben?) auch:

Nick Cave: Push The Sky Away, Live From KCRW und Live in D'dorf
als Gesamtpaket: Was für ein Performer, wunderbare Songs immer noch

Wave Pictures: City Forgiveness
Überraschung: sehr schönes fast altmodisches Gitarrenalbum

Phosphorescent: Muchacho
Beispiel dafür, dass vielschichtig nicht überladen sein muss.

Dirtmusic: Troubles
Ist das Weltmusic? Wenn, dann ohne Esoterik Pathos und Exoten-Schönklang. Tolle Entwicklung der Band, wo geht das hin?

Mark Lanegan / Duke Garwood: Black Pudding:
Das bessere von 2 sehr guten Lanegan Alben im Jahr. Sparsam und direkt passt besser zu seiner Stimme - auch wenn beide Platten aus 2013 nicht rocken.

Songs:Ohia: Magnolia Electric Co.(10th Anniversary Edition)
Wiederveröffentlichung des Jahres - Jason Molina verdient es mehr als jeder andere, in meinem Rückblick 2013 gehuldigt zu werden

Terry Lee Hale: The Long Draw
Hätte nichts mehr von ihm erwartet, schon gar nicht so ein Album. Altersweisheit.

Bill Callahan: Dream River
Reif, wird immer besser. Hat jemand noch Tickets für das Konzert in der Kulturkirche? Ausverkauft und ich Doof war zu spät.

Low: The Invisible Way:
Konstanz auf ganz hohem Niveau

Mazzy Star:
Auch Kandidat für das Revival des Jahres. Zeitlos schön.

Mittwoch, 25. Dezember 2013


Top-10 2013 An-Dréad

Dieses Jahr sind meine Top-Ten-Alben an die Konzerterlebnisse gekoppelt, da ich in der Regel nach einem überzeugenden  Gig und/oder bei  Sympathie für den Künstler einen (Vinyl-) Tonträger mit nach Hause nehme:
1.      Trixie Whitley – Fourth Corner
Nach der meinerseits verpassten Black Dub Tour das Rundum-Glücklich-Paket. Die äußerst sympathische Trixie beherrscht stimmlich mühelos alle Varianten des Blues, von der Ballade über den Gospel bis zum Rock (auch an der Gitarre). Bin jetzt auch stolzer Besitzer der zugehörigen EP’s!

2.      Ruts DC – Rhythm Collision #2
31 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Volumens dieses Dub-Klassikers. Ruts DC endlich live erleben zu können, war ein Fest! Auch noch im legendären SO36! Volume 2 ist ein würdiger und zeitgemäßer Nachfolger geworden. Im Konzert durften natürlich die Hits des Debuts (Babylon’s Burning etc.) auch nicht fehlen.

3.      Valerie June – Pushin’ Against a Stone
Auf der Bühne erinnerte mich Valerie sehr an Amy Winehouse: unnahbar, exzentrisch, unberechenbar, aber durchaus virtuos. Vielleicht war sie auch nur nervös. Ein gelungenes Debut, das aber nur einen Teil ihres eigenen Kosmos abbildet. Sie veröffentlicht in Eigenregie auch Bluegrass, Folk und Blues in selbstgemachten CD-Einzeleditionen.

4.      Nick Cave & The Bad Seeds – Push the Sky Away
Zum ersten Mal auf dem Greenville Festival  vor den Toren Berlins gewesen. Nach tagsüber 38 Grad Hitze hat es der beste zeitgenössische Crooner geschafft, den Titel seines Albums kongenial umzusetzen. Als Headliner beendete er sein Set keine Minute zu spät vor dem wahrlich apokalyptischen Gewittersturm. Die letzte S-Bahn habe ich gottseidank noch bekommen.

5.      Pastels – Slow Summits
Die Entdeckung des Jahres hat eine unverzeihliche Bildungslücke geschlossen. Die mir unbekannte Band aus der Glasgow School hat auf dem Kölner Weekend Fest sehr überzeugt. Das Britpop Setup mit singender Schlagzeugerin  wurde mit Querflöte und Trompete ergänzt, so dass  gar Northern Soul gestreift wurde.  Brillantes Songwriting!

6.      Dear Reader – Rivonia / We Followed Every Ground
Die Wahl-Berlinerin gehört jetzt zum auserwählten Kreis derjenigen, die mit dem Filmorchester Babelsberg zusammenarbeiten durften. So kommen ihre wunderschönen aber auch eindringlichen Songs über Südafrika noch besser zur Geltung. Freu mich schon auf das Neujahrskonzert 2014 in der Volksbühne.

7.      Matthew E. White – Big Inner / Outer Face
Beeindruckende minutenlange Songwerke, die bei jeder stilistischen Wendung überraschen und doch wie aus einem Guss wirken. Aber erst auf der Bühne kommt die Spielfreude zum Vorschein, die hinter dem Ganzen steckt. Es soll noch jede Menge unveröffentlichtes Material geben …

8.      Pttrns – Body Pressure
Die Elekro-Pop-Combo aus Köln hat mit dem zweiten Album endlich auch die Gunst des Berliner Publikums erspielt. Zurecht war „Strong Talk“ die Hymne des Torstraßen-Festivals in Berlin-Mitte. Tolles Video auch. Melodien zum Mitsingen und Tanzen.

9.      Julia Holter – Loud City Song
Selten ein so schön durchkomponiertes Album gehört. Der Vorgänger Ekstasis hat schon viel versprochen, aber hier überrascht Holter mit üppiger Instrumentierung. Mein Herbstalbum für die Großstadt. Das Konzert zur Platte muss ich noch nachholen.

10.   Burning Hell – People / Nick Ferrio & His Feelings
Das Burning Hell Duo ist nun endgültig dauerhaft nach Berlin gezogen, was auch Sinn macht: die Alben wurden teilweise hier aufgenommen und über Jahre wirklich jede noch so kleine Bühne bespielt. Auch hier tolles Songwriting mit viel Humor. In voller Band-Besetzung live ein großes Spektakel. Dies hat aber auch Nick Ferrio alleine hingekriegt, sowohl im Club als auch mit dem Video des Jahres: Free Man, Switzerland

Was sonst noch?
Die Wave Pictures haben wieder ein wunderbares Doppelalbum herausgebracht (City Forgiveness), live wie immer ein großer Spaß. Wann spielen sie endlich auf dem OBS? My Bloody Valentine haben das beste Konzert auf dem Berlin Festival im Tempelhofer Flughafen gegeben. Herrliche Gitarrenwände galore. Miraculous Mule liefern das lang ersehnte volle Länge Debut (Deep Fried).  Tom Tom Club beglückten uns open air auf dem Dach des Museum Ludwig in Köln. Peter Gabriel (Back to Front) und Conny Planck (Who’s That Man) bleiben uns retrospektiv erhalten. Eine vielversprechende Zukunft hat Glitterbeat vor sich: Tolle Alben und Shows von Ben Zabo & Mark Ernestus, Samba Touré, Dirtmusic und Tamikrest. Danke für die Einladungen!


Lieblings-Songs 

Daft Punk - Get Lucky
Junip - Line Of fire 
Wild Belle - Keep You  (allerdings aus 2012)

Die Filme
Schon zu Beginn des Jahres Rodrigues – Searching for Sugarman als bestes Biotopic seit langem, gefolgt von Quentin Tarantino Django Unchained mit dem obligatorisch eklektizistischem  Soundtrack. Gerade erst bei der Premiere von Jim Jarmusch Only Lovers Left Alive gewesen: Toll! Ein Vampir-Kammerspiel im Stil von Stranger Than Paradise mit der göttlichen Tilda Swinton.. Gedreht in Detroit, Marakesch und Köln bzw. Leverkusen!

Die Bücher
Ganz oben Sven Regener Magical Mystery. Eine irre 90er-Jahre-Techno-Tour von Hamburg nach Berlin über München und Köln zurück in den Norden. 500 Seiten Sprachwitz in Dialogform. Unfassbar kurzweilig. Eine Eins! Lesens- und nachdenkenswert der gedruckte Blog von Wolfgang Herrndorf Arbeit und Struktur; Tschik und Sand als Wiederveröffentlichungen sowieso.

Zum Schluss ein Tipp für den nächsten Berlin Besuch: Die multi-mediale Christoph-Schlingensief-Retrospektive im KW Institute for Contemporary Art in der Auguststr. in Mitte. Ein großer Spaß für die ganze Familie!

Dienstag, 24. Dezember 2013

Sonntag, 22. Dezember 2013

Top-10 Achim K.


1. The National -  Trouble Will Find Me
2. Junip - Junip
3. Bill Callahan - Dream River
4. Lloyd Cole - Standards
5. Jonathan Wilson - Fanfare
6. Mark Lanegan - Imitations
7. Billy Bragg - Tooth & Nail
8. I Am Kloot - Let It All In
9. Villagers - Awayland
10. QOTSA - Like Clockwork

Samstag, 21. Dezember 2013

Top-10 Dieter B.

Depedro - "La Increible Historia De Un Hombre Bueno" Der Calexico Sidekick legte für mich die Scheibe meines Sommers hin.

Tedeschi Trucks Band - "Made Up Mind" Trotz des grandiosen Vorgängers halten sie das Niveau spielend hoch.

James Hunter Six - "Minute By Minute" Ich muss einfach Whirlyjoe zitieren: "Dass ein Weißbrot eine derart rohe Soulstimme hat, haut mich echt um."

Tommy Malone - "Natural Born Days" Traurig dass die Subdudes mal wieder getrennte Wege gehen, freut es mich, endlich wieder eine Solo CD dieses tollen Sängers und Gitarristen zu hören.

Blitzen Trapper - "VII"
Einmal live erlebt und für immer im Bann dieser klasse Band.

The Band Of Heathens - "Sunday Morning Record"
Ziemlich runderneuert kommen sie mit tollen Songs aus den Startlöchern.

Rob Moir - "Places To Die"
Der Überraschungsgast auf dem Singer/Songwriter Markt.

Tony Joe White - "Hoodoo"
Er erfindet sich bestimmt nicht neu, aber wer will das schon?

Hanni El Khatib - "Head In The Dirt"
Mit Dan Auerbach im Rücken kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Macht er auch nicht.

Erdmöbel - "Kung Fu Fighting"
Einfach schöne Melodien und herrlich bescheuerte Texte.


Die Konzerte 2013
Hans Theessink & Terry Evans / Cotton Club Hamburg
- Ein herzerwärmend souveräner Auftritt dieser beiden Blueser
Bonnie Raitt / Laeiszhalle Hamburg
- Tolle Stimme, tolle Slidegitarre, ein Spitzenkonzert mit astreiner Band im Rücken
Rob Moir / Wohnzimmerkonzert Bremen
- Das hatte was. In kleinem Rahmen war man gleich im Bann dieses kleinen Kraftpaketes.
Glen Hansard / Rolling Stone Weekender
- Mit Streichern und Bläsern wurde das volle Programm geboten. Ich war schwer begeistert.    


Und zum Schluß...
...an die Herren K-Nut, R-Man und Whirlyjoe, ich bin schwer begeistert, dass dieser geile Blog noch nicht tot ist, auch wenn der R-Man mir beim RS Weekender was anderes prophezeite.
Freut mich wirklich sehr.
Ich habe hier in den letzten Jahren so viele Tipps für interessante Musik bekommen. Möchte ich nicht drauf verzichten!
Grüße von der Nordseeküste

Freitag, 20. Dezember 2013

Jahresrückblick 2013 Whirlyjoe


Alben:
Wie immer bei mir im Rückblick war es ein musikalisch hervorragendes Jahr mit tollen Neuentdeckungen, kühnen Stil-Erweiterungen und erfreulichen Comebacks. Mein Album des Jahres stand schon recht früh fest und kam mit sicherem Abstand als erstes ins Ziel:

James Hunter Six - Minute By Minute
Dass ein Weißbrot eine derart rohe Soulstimme hat, haut mich echt um. Dazu sieht James Hunter wie ein britischer Metzger aus, klingt aber wie eine exakte Synthese aus Sam Cooke, Wilson Pickett und Mitch Ryder. Echt jetzt. Ende März bei Universal als CD erschienen, im Sommer endlich auch als Vinyl via Daptone und stilecht in mono. Hier spielen tatsächlich ausschließlich britische Weißbrote, von Daptone-Mastermind Gabriel Roth (aka Bosco Mann) aber einfach nur sensationell produziert. Dieser Sound! Trocken und saftig zugleich (beim Soul geht das!), im Zentrum dieses unglaubliche Schmiergelorgan von Hunter, die Kiekser sind original Wilson Pickett, ansonsten ist der Sound hier weitgehend Early Soul und R&B a la Sam Cooke, der stimmlich wie stilistisch das große Vorbild zu sein scheint. Das Beste sind aber diese leicht flockigen Rumba-Grooves, mit sanftem Exotica-Flavour, von Hunter am liebsten mit authentischer Ray Charles-Inbrunst gesungen, nein gelebt. Nicht nur für Soul-DJs ist das Album eine Waffe mit einer guten Handvoll Sprengköpfen – keines habe ich dieses Jahr öfter gehört.
Die anderen neun bleiben dann aber alphabetisch geordnet und ohne Rangfolge:

Allah-Las – Allah-Las
Black Sabbath – 13

Charles Bradley – Victim Of Love
Daft Punk – Random Access Memories

Endless Boogie - Long Island
Mazzy Star - Seasons Of Your Day

The Wave Pictures – City Forgiveness
Wooden Shjips - Back To Land

Woodlands - Woodlands

Singles/Songs:
Auch wenn ich es jetzt auch nicht mehr hören kann: der herausragende, brillante, unwiderstehliche Hit des Sommers war natürlich       
Daft Punk – Get Lucky

mit deutlichem Abstand folgen dann:
Matias Aguayo – Rrrrr

Azealia Banks feat. Lazy Jay - 212
V V Brown - I Can Give You More

Satisfied - Miraculous Mule

Junip – Line Of Fire

Miraculous Mule - Satisfied

Erlend Oye - La Prima Estate
Mell - Un Pied Dans Le Vide

The Pastels – Check My Heart

Wave Pictures – Lisbon
Pharrell Williams – Happy



Abteilung Vetternwirtschaft:
Glitterhouse: Desoto Caucus – Offramp Rodeo

Glitterbeat: Dirtmusic - Troubles
Stag-O-Lee: Dirt Daubers - Wake Up Sinners


Konzerte (ohne Rangfolge):
Allah-Las

Bevis Frond
Charles Bradley

Desoto Caucus
Tav Falco

Junip

Mama Rosin

Tweak Bird
Woodland

Neil Young

Donnerstag, 19. Dezember 2013

R-man's Favoriten 2013


Wieder ein Jahr voller Musik. Übervoll, wie eigentlich immer. Man hat sich dran gewöhnt und für manches ist nicht die Zeit, die sein sollte. Und vieles ist dann auch schnell abgehakt und wieder verschwunden.

Hängen geblieben sind ein paar 2013er Scheiben, so z.B. das Debüt von Miraculous Mule, der Band von Michael J. Sheehy und seinem Bruder Patrick. Deep Fried ist meine Platte des Jahres, zum einen weil sonst keiner Blues (zwischen Delta und Chicago), Gospel, Rock, Voodoo, Country und Soul fusioniert, zum anderen weil sie das auch noch exzellent hinbekommen. Im Frühjahr auf Tour!
Aus meinem Player nicht wegzudenken war Foot Hill Stomp von Richard Johnston, der als One-Man-Band den Mississippi Hill Country Blues à la Junior Kimbrough und RL Burnside raushaut wie sonst kaum einer. Die Platte ist schon ein paar Jährchen alt, wird aber im Februar auf Stag-O-Lee wiederveröffentlicht (erstmals auch auf Vinyl). Musste einfach sein, weil das Ding rockt und groovt wie Hölle.
Und aus dem Norden Mississippis kommt ein weiterer 2013er Favorit – World Boogie Is Coming von den North Mississippi All Stars. Die Dickinson Brüder haben ebenfalls nach dem alten Kimbrough/Burnside-Rezept gebraut und weil sie dazu ohne Ende kreativ sind, ist das Ergebnis ebenso vielfältig wie überwältigend gut. Der Blues ist in diesen Händen still alive and well.

Von den alten Helden hat mich My Favorite Picture Of You von Guy Clark tief berührt. Das ging ohne Umwege direkt ins Herz. Sehr gefreut habe ich mich über die Sunshine Boy Compilation seines Kumpels Townes Van Zandt, für die nach Jahren der Leichenfledderei tatsächlich noch substantielle Aufnahmen aus den Archiven geholt wurden. Unverzichtbar für Fans dieses Giganten unter den Songwritern. Und schließlich natürlich die Live At The Academy Of Music Box von The Band – sowieso die beste Band (!) aller Zeiten. Und das wird sie immer bleiben.   

Und wie eigentlich jedes Jahr muss ich hier das Jukebox Jam Label loben, dessen Jukebox Mambo Compilation hier in der wundervollen 6x10“ Edition steht und die mit Jukebox Jam Vol. 2 Ende des Jahres nachgelegt haben, wobei das Doppel-Vinyl in der dicksten Pappe steckt, die ich je gesehen habe. Musikalisch ist das aus meiner Sicht ebenfalls vom Allerfeinsten – geschmackvolle Ausgrabungen zwischen 1945 und 1965, die auch langfristig Freude bereiten (ist getestet).

Sonst habe ich 2013 wieder viel Zeit der musikalischen Retroforschung gewidmet. Das kommt bei mir in Phasen – im Sommer noch habe ich (mal wieder) alles über jamaikanische Soundsysteme nachgelesen und -gehört. Was (und wie) dort zwischen 1955 und 1965 aufgelegt wurde, das hat für mich eine ungeheure Faszination. Wie alles anfing (als Typen wie Duke Reid die Leute vor seinem Liquor Store mit seiner Blue Spot (Blaupunkt) Musiktruhe bespasste), wie es sich vom 50s US R&B über den Ja-Boogie bis zum Ska entwickelte, wie sie aus minimalen technischen Mitteln das Maximum rausgeholt haben usw. 

Die letzten Monate war ich dann ein Mod, der zwischen 1965 und `67 durch London stromerte und von Allnighter zu Allnighter zog. Das Flamingo in der Wardour Street war mein Lieblingsclub, weil dort auch die Jamaikaner und US GI's Einlass fanden (sonst hieß es auf der Insel zu der Zeit nur „No Blacks! No Irish! No Dogs!“). Musikalisch aufregend-vielfältig, zwischen Hammond-Jazz, alten Chess-Bluesern, dem frühen Motown/Stax-Sound und den Mitte der 60er aufkommenden britischen Bands (die diese Stilvielfalt in sich aufsogen und mit Schmackes durch einen Vox AC30 jagten) ging da einiges. Und obwohl ich mich mit dieser Phase schon länger beschäftige, gibt es noch unendlich viel großartiges Zeug zu entdecken. Vieles davon ist nach intensiver Recherche dann ja auch in der von mir beaufsichtigten Spoonful Serie nachzuhören. Da kommt keine Routine auf, das erregt mich mehr denn je ganzkörperlich.

Den meisten Spass hatte ich dieses Jahr auf Festivals wie dem Sjock (Belgien), Burg Herzberg und dem Rolling Stone Weekender. Sehr unterschiedliche Events, aber alle drei schwerst zu empfehlen und für nächstes Jahr wieder auf der Liste.
Dass ich bei allen drei Festivals einen Stag-O-Lee Stand hatte und von den Bands kaum etwas mitbekommen habe, ist nicht weiter schlimm. Ich habe die Tage genossen. Normalerweise würde ich sagen, drei Tage Festival sind genug, aber nach fünf wunderbaren Tagen beim Burg Herzberg hätte ich beim Abbau heulen können.

Beinahe richtige Tränen sind gelaufen, als ich mit den fünf Staffeln von Breaking Bad durch war. Eine US TV-Serie über einen 50-jährigen, überqualifizierten Chemielehrer, der die finale Krebs-Diagnose bekommt und sich überlegt, wie er seine Familie absichert. Durch einen Zufall verlegt er sich aufs Crystal Meth kochen und mutiert langsam vom Weichei zum skrupellosen Killer, der einerseits vom Strudel der Ereignisse mitgerissen wird, andererseits aber auch Spass an der Sache findet. Ich habe ja schon viel gesehen, aber nichts hat mich mehr gefesselt als Breaking Bad. Nichts ist besser gecastet (inkl. der Pontiac Aztek von Walter White), nichts ist spannender. Nächte durchgeschaut, absolut fasziniert gewesen, ich hatte definitiv Breaking Bad Fieber. Tipp!

Aber: so ist Musik auch im Jahr 2013 wieder mal die schönste Hauptsache der Welt! Was wäre man ohne es? Und was haben ein deutscher Schäferhund und ein kurzsichtiger Gynäkologe gemeinsam?

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Top Ten 2013 Günter Ramsauer
 
 
Ein gutes Jahr, wenn man es musikalisch betrachtet und nichts anderes tun wir hier. Mit je zwei Vertretern werden Glitterhouse Records und DevilDuck Records (River Giant, Dangers Of The Sea) repräsentiert, das hatte ich bis jetzt noch nie, wenn meine Erinnerung nicht trügt. Die größte, gleich dreifache Überraschung lieferten die Wave Pictures ab, zum Ersten mit den „Songs Of Jason Molina“, zum Zweiten mit dem Vinyl-Doppelalbum „City Forgiveness“ und zum Dritten mit einem furiosen Konzert im Esslinger Komma. Überrascht haben auch alte Helden wie Nick Cave und Yo La Tengo, die nicht das erste Mal meine Top Ten schmücken. Für die hohe Singer/Songwriter-Kunst waren Terry Lee Hale, Laura Marling, Bill Callahan und Chris Eckman zuständig sowie Jim James, der ein wundervolles und feinsinniges Songwriter-Soul-Pop-Album zum Besten gab. 2014 dürfte kein Deut schlechter werden, denn ich durfte bereits dem neuen Album von Andrea Schroeder (Wahnsinnig stark!) lauschen. Auch die neuen, 2014er von James Vincent McMorrow und Nathaniel Rateliff sind nicht von schlechten Eltern. Nun aber feiere ich erst Mal 2013 ab:

Terry Lee Hale – The Long Draw
Wie gut ist das denn geworden! Alles weitere hier.
 
Laura Marling – Once I Was An Eagle
Seit Joni Mitchells 70er Alben hat keine Singer/Songwriterin dieses Niveau erreicht, Laura Marling mit diesem Album schon!

Bill Callahan – Dream River
Was hat der für eine Entwicklung genommen. Übertrifft sogar noch den Vorgänger „Apocalypse“ und das will was heißen!

Chris Eckman – Harney County
Immer fleißiger, immer besser wird er! Bitte hier weiterlesen.
 
The Wave Pictures – City Forgiveness / Songs Of Jason Molina
Die beiden gelten als Eine. Indie-Rock lebt! Mit Gitarrensoli, nölender Honigstimme, scheppernden Drums, rhythmisch-melodisch brummenden Basssequenzen und famosen, manchmal augenzwinkernden Texten. Ein Fest!

River Giant – River Giant
Die schlechte Nachricht: Sie haben sich zwischenzeitlich aufgelöst. Die gute Nachricht: Die Platte verliert auch nach beinahe zweijährigem Hören nichts von ihrer Faszination. Weitere Schwärmereien hier.
 
Jim James – Regions Of Light And Sound Of God
Der My Morning Jacket Frontmann überraschte mit einem kunstfertigen Songwriter-Soul-Pop-Album, das die 70er mit der Moderne verquickt. Hat Matthew E. White aus meinen Top Ten gekickt, weil er die bessere Stimme hat!

Yo La Tengo – Fade
Gleich zu Beginn des Jahres entlockten sie mir folgende Zeilen in meiner Rundmail: „Fade“ ist ein Meisterwerk, da lege ich mich bereits nach zwei Durchläufen fest. „Fade“ ist mehr als die Schnittmenge von „Fakebook“ und „I Can Hear The Heart Beating As One“. „“Fade“ ist die Verschmelzung von Raum und Zeit, das Verschwinden des Ichs in Musik. Sagenhaft!!

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away / Live From KCRW
Er hat wahrscheinlich noch das ein oder andere Meisterwerk in petto, bis zum nächsten lauschen wir „Push The Sky Away“ und „Live From KCRW“ mit all zur Verfügung stehenden Hingabe! Dunkel, majestätisch und magisch!

Dangers Of The Sea – Dangers Of The Sea
Neil Young trifft Midlake? In diese Richtung zielen diese melancholischen und feinsinnigen Dänen. Review.

 
SINGLES/SONGS/EPs
Andrea Schroeder – Helden
Misty Miller – Girlfriend
Terry Lee Hale – She Makes Me
Grits’n Gravy – Cat Lee King vs. Mighty Mike Omb

AMERICANA
Waiting For Louise – Treetones (Gleich zwei Rezensionen gibt es in der nächsten Roadtracks-Ausgabe: Eine von Heino Walter und eine von mir)
Scud Mountain Boys – Do You Love The Sun
Boho Dancer – Gemini
Frontier Ruckus – Eternity Of Dimming
Hiss Golden Messenger – Haw
Blue Rodeo – Our Nature
Dawes – Stories Don’t End
The Deep Dark Woods – Jubilee
The Horses’s Ha – Waterdrawn
Aaron Embry – Tiny Prayers
 
SINGER/SONGWRITER männlich
Thomas Dybdahl – What’s Left Is Forever
Jonathan Wilson – Fanfare
Leeroy Stagger – Truth Be Sold
Prefab Sprout – Crimson/Red
Phosphorescent – Muchacho
Sanders Bohlke – Ghost Boy
The Bony King Of Nowhere – The Bony King Of Nowhere
Scott Matthew –Unlearned
Ron Sexsmith – Forever Endeavour
Israel Nash Gripka – Israel Nash’s Rain Plain
 
SINGER/SONGWRITER weiblich
Simone Dinnerstein & Tift Merritt – Night
Aoife O’Donovan – Fossils
Tess Parks – Blood Hot
Big Fox – Now
Sumie – Sumie
Julia Holter – Loud City Song
Alela Diane – About Farewell
Lotte Kestner – The Bluebird Of Happiness
Amelia Curran – Spectators
Rykarda Parasol – Against The Sun

INDEPENDENT
Mazzy Star – Seasons Of Your Day
Willard Grant Conspiracy – Ghost Republic
Golden Kanine – We Were Wrong, Right?
Typhoon – White Lighter
The Burning Hell – People
Woodlands – Woodlands
Simon Joyner & Dennis Callaci – New Secrets
House Of Wolves – Fold In The Wind
Volcano Choir – Repave
Summer Flake – You Can Have It All
 
ROCK
Miraculous Mule – Deep Fried
Scout Niblett –It’s Up To Emma
Tony Joe White – Hoodoo
Those Darlins – Blur The Line
Sallie Ford & The Sound Outside – Untamed Beast
Babyshambles – Sequel To The Prequel
Tijuana Panthers – Semi-Sweet
Pins – Girls Like Us
Savages – Silence Yourself
 
SOUL/FUNK etc.
Boz Scaggs – Memphis
Matthew E. White – Big Inner
JJ Grey & Mofro – The River
Nicole Willis & The Soul Investigators – Tortured Soul
Charles Bradley – Victim Of Love
Black Joe Lewis – Electric Slave
The James Hunter Six – Minute By Minute
The Excitements – Sometimes Too Much Ain’t Enough
Fat Freddy’s Drop – Blackbird
The Sweet Vandals – After All
 
BOXSETS
The Clash – Sound System (12-Disc-Box)
Duane Allman – Skydog (7-CD-Boxset)
Van Morrison – Moondance Deluxe Edition (5-Disc-Set)
John Martyn – The Island Years (18-Disc-Box-Set)
Scott Walker – The Collection 1967-1970 (5er Vinyl-Boxset)
Ry Cooder – 1970 – 1987 (11-CD-Box)
Bruce Springsteen – Tracks (4CD-Set)
Nikki Sudden – The Boy From Nowhere, Who Fell Out Of The Sky (6-CD-Box)
Curtis Mayfield – Original Album Series (5-CD-Set)
K.D. Lang – Original Album Series (5-CD-Set)

Dienstag, 17. Dezember 2013

K-Nut Top10 2013 +

Da sind ja erfreulicherweise doch noch ein paar Listen-Meldungen eingetroffen - und die sind dieses Jahr so unterschiedlich, wie lange nicht mehr. Spricht doch wohl für ein gutes Jahr, oder?
Zumindest fiel es mir ziemlich schwer mich für nur zehn Alben zu entscheiden, und möglicherweise sähe meine Auswahl morgen auch schon wieder anders aus - egal!

Den ersten Platz hat aber definitiv das LP-Debut der mirakulösen Mulis verdient!
Miraculous Mule - Deep Fried, ein packenderes, spannenderes und mitreissenderes Album gab es 2013 nicht zu hören.
Gospel from hell!

Der Rest unsortiert:

Goldfrapp - Tales Of Us
Die Plastik-Disco-Maus Alison ist tot, es lebe die Drama-Queen Alison! Ein wundervoller Schmachtfetzen nach dem anderen, schwelgende Streicher und Melodien für die Ewigkeit.
Das geht athmosphärisch wieder in Richtung Debut, kommt aber nahezu ohne Beats aus.
Ganz großes Kino!

Lloyd Cole - Standards
Lloyd Cole ist (m)ein musikalischer Held - der Mann kann einfach nichts falsch machen. Und
wenn die Welt gerecht wäre, würde er auch als der große Songwriter und Poet geehrt und gewürdigt werden, der er nun mal ist. 2013 mal wieder ein "Band-Album" erster Güte.
Klassiker!

Man Man - On Oni Pond
Eine Band namens "Man Man", die beiden einzigen festen Mitglieder nennen sich "Honus Honus" und "Pow Pow" und das Album heisst "On Oni Pond" - klingt bescheuert? Ist es irgendwie auch - aber auf höchst unterhaltsame Weise.
Die Kritiken, die ich über dieses Album gelesen habe, waren sich im Tenor alle einig: "Trend zum Kommerz", "Seicht", "Pop-Album" - wahrscheinlich alles richtig, waren Man Man vor diesem Album ja anscheinend eine recht experimentelle Band. Ich habe sie aber erst jetzt mit ihrem ersten "Pop-Album" kennengelernt und bin begeistert. Nie langweilig oder glatt, dafür stellenweise unverschämt groovy und catchy.
Macht großen Spaß!

Mazzy Star - Seasons Of Your Day
Bin einfach dauerverliebt in Hope Sandoval. Sehr schönes Comeback; obwohl ganz weg waren Mazzy Star ja angeblich nie. Haben wohl nur etwas länger pausiert. Nahtloser Anschluss an frühere Großtaten.
Hach!

Ian McNabb - Eclectic Warrior
Den guten Mann (Ex Icicle Works) habe ich (obwohl er weiter fleissig veröffentlicht hat) nach seinen ersten tollen drei Solo-Alben etwas aus den Augen verloren. Sein 2013er-Album gibt's nur über seine Homepage, taugt aber sehr! So würde Neil Young klingen wenn er ein melodieverliebter Engländer mit schöner Singstimme wäre.
Brüllend laut auf der Autobahn mein aktueller Favorit!

Barrence Whitfield & The Savages - Dig Thy Savage Soul
Noch ein alter Held. Der Mann hat jetzt mit Bloodshot ein perfektes Heimat-Label und mit den Savages seine perfekte Begleitband gefunden. Schluss mit den halbgaren Veröffentlichungen, jetzt gibt es heftigen Garagen-R&B mit großartigem Gitarren-Sperrfeuer.  
Savage Soul trifft's genau!

Scud Mountain Boys - Do You Love The Sun
Öhm? ...schon wieder eine wiedervereinigte Alte-Säcke-Band? Liegt es an meinem Alter, dass ich mit der Musik aktueller junger Künstler immer weniger anfangen kann? Tja - wahrscheinlich schon. Ich kann mich der Schönheit eines Scud Mountain Boys-Songs eben deutlich weniger erwehren als diesem ganzen Neo-Radio-Indie-Folk-Gedudel, was einem z.Zt. ständig als das neue Ding verkauft werden soll. (Ich nenne jetzt hier mal lieber keine Namen.)
Schlicht und wunderschön!

Valerie June - Pushin' Against A Stone
Klingt trotz Dan Auerbach-Mitwirkung recht selten nach Black Keys (in diesem Fall: Gottseidank!). Hat man sich erst an die etwas eigene Stimme der Dame gewöhnt, gibt es zur Belohnung Country, Blues, Pop, Rock, afrikanische Anklänge, Folk, Gospel ohne dass sich das auch nur einen Moment nach Gemischtwarenladen anhört. Alles recht sparsam arrangierte tolle Songs.
Spannend! 

Laura Veirs - Warp And Weft gehört noch zwingend in die Top10! Sensationelle Produktion (Tucker Martine) trifft auf eine der besten aktuellen Sängerinnen und Songschreiberinnen.
Doppel-Hach!


Der tolle Rest gehört unbedingt genannt und würde an einem anderen Tag vielleicht auch weiter oben landen:
  
Mein altes müdes Punk-Herz brachten wieder zum schlagen: The Oblivians - Desperation (kurz, lofi, trashig, saucool) und The Ruts DC - Rhythm Collision 2 (völlig punkfreies tolles Reggae-Album der alten Ruts-Rhythmusgruppe).

Einziges deutschsprachiges Album, das ich sehr, sehr gerne und häufig gehört habe: Eric Pfeil - Ich Hab Mir Noch Nie Viel Aus Dem Tag Gemacht. Kluge Texte, tolle Songs, der Mann mag Lloyd Cole - und das hört man auch!

Den Soul hielten auch 2013 am Leben: The Pepper Pots - We Must Fight, Nicolle Willis & The Soul Investigators - Tortured Soul, The Excitements -  Sometimes Too Much Ain't Enough, The James Hunter Six - Minute By Minute und der Rest aus dem Daptone-Stall.

Auf dem Elektronik/Dance-Sektor überzeugten: COMA - In Technicolor, Holy Ghost - Dynamics, Fat Freddy's Drop - Blackbird, Daft Punk - Random Access Memories und Trentemoller - Lost.

Das schönste POP-Album kam natürlich von Prefab Sprout. Crimson/Red knüpft beinahe an das Frühwerk an. Auch sehr schön: Junip - Junip und (psychedelisch, sehr britisch, toll): The Softhearted Scientists - False Lights.

Die ollen Düstermänner Nick Cave - Push The Sky Away und Mark Lanegan - Imitations legten souveräne Alben hin während mich Tex Perkins neues Projekt The Ape noch etwas ratlos lässt. 

Auch ein sehr solides Album: This River von JJ Grey & Mofro. - live aber bedeutend zwingender!
Live und auf Tonträger unbedingt empfehlenswert: Trixie Whitley - Fourth Corner.

Wunderschöne "Americana"-Alben (nennt man das noch so?) kamen von Woodlands - stTransfigured Night - st, The Dinosaur Truckers - st und The Desoto Caucus - Offramp Rodeo.

Ein (für mich überraschend) tolles Album legten auch Dirtmusic mit Troubles hin.

Tribute:
In Fuzz We Trust - 60's Psych/Garage Legends Salute The Fuzztones
Eigentlich sind weder die Fuzztones noch Tribute-Alben 100%ig meine Tasse Tee - aber das Ding hier ist tatsächlich GROSSARTIG!

EPs:  
Grits 'N Gravy - Mighty Mike vs. Cat Lee King, The Dirt Daubers - Wake Up Sinners, Until The Ribbon Breaks - A Taste Of Silver

Singles/Songs:
Workin' Woman Blues - Valerie June
Myrtle And Rose - Lloyd Cole
Die Liebe Kennt Den Weg - Eric Pfeil
Sun Song - Laura Veirs
Helden - Andrea Schroeder
Get Lucky - Daft Punk
Line Of Fire - Junip
Pouring Water On A Drowning Man - Help Me Devil
Satisfied - Miraculous Mule
Must Be Desire/Psycho - Mojo Juju

Compis:
Spoonful Es hört einfach nicht auf - und die Qualität bleibt! Unglaublich!
Outta Sight 1 + 2
Jukebox Jam 2 

Tolle Konzerte gab's reichlich, der größte Spaß war allerdings die Süddeutschland-Tour mit Grits 'N Gravy.

Im Kino war ich 2013 nicht ein einziges mal - dafür hat mich Breaking Bad erfolgreich (und meist die halbe Nacht) vor den Fernseher gefesselt.
Gelesen habe ich (wie immer) ziemlich viel - ein neuer Roman von Jerome Charyn reicht aber schon um mich glücklich zu machen! (Unter Dem Auge Gottes / Penser Pulp).

Montag, 16. Dezember 2013

Top-Ten 2013 busch-Man   

I. Cut Copy: Free Your Mind
II. Gregory Porter: Liquid Spirit
III. Prefab Sprout: Crimson/Red
IV: Fat Freddy's Drop: Blackbird
V. Mark Lanegan: Imitations
VI. Junip: Junip
VII. Bonobo: The North Borders
VIII. Cti Records: The Cool Revolution, 40th Anniversary Box-Set
IX. Queens Of The Stone Age: ...Like Clockwork
X. Boards Of Canada: Tomorrow's Harvest 


Sonntag, 15. Dezember 2013

SBS Jahrescharts 2013 von Heino Walter


2013 war ein enorm ergiebiges Jahr, was gute Musik angeht. Bei den Top 10 Alben sind deshalb solche Hochkaräter wie Julia Holter – Loud City Song, Mark Lanegan – Imitations und Matthew E. White – Big Inner: Outer Face Edition gar nicht zum Zuge gekommen, obwohl sie es verdient hätten.
Und dabei habe ich bestimmt noch längst nicht alle Highlights des Jahres gehört.

Top 10 – Alben 

01. Prefab Sprout – Crimson / Red 
Den Vogel abgeschossen hat dieses Jahr Paddy McAloon alias Prefab Sprout: Album und Song des Jahres gehen auf seine Kappe. Und das mit Aufnahmen, die aus dem Archiv locker zusammengestellt wurden. Man hört durchgängig erlesenen Pop mit himmlischen Melodien. Mehr dazu hier und hier 

02. Bill Callahan – Dream River
Bill Callahan überzeugt wieder als innovativer Individualist. Ein würdiger Künstler in der Tradition eines Tim Buckley oder Terry Callier. Mehr dazu hier.

03. Chris Stamey – Lovesick Blues
Chris Stamey ist hier mit gut abgehangenem, häufig melancholisch angehauchtem Psychedelic-Pop zu hören. Purer Seelenbalsam!

04. Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away
Nick Cave hat sich längst zu einem der ganz großen Musiker des Planeten entwickelt. Er zeigt sich erneut als altersweiser Prinz der Düsternis auf höchstem kompositorischem Niveau.

05. Waiting For Louise – Treetones
Waiting For Louise sind die mit Abstand beste deutsche Americana Band (im weitesten Sinne), die ohne Plattenvertrag im Eigenvertrieb ihre grandiosen Werke vertreibt. Sie gehören unbedingt auf die Bühne des OBS. Herr Stiewe, bitte übernehmen sie! Mehr dazu hier.

06. Barrence Whitfield & The Savages – Dig Thy Savage Soul
Krachender, schweißtreibender, unbändiger Garagen-Rock und swingender, seelenvoller Rhythm & Blues des Altmeisters. Mindblowing!

07. Laura Marling – Once I Was An Eagle
Laura Marling repräsentiert die Speerspitze einer neuen introvertierten, intellektuellen Folk-Szene aus England und setzt mit Once I Was An Eagle neue Qualitäts-Maßstäbe, was Individualität und intensiven Ausdruck angeht.

08. Blue Rodeo – In Our Nature
Die Kanadier sind (nicht nur) in ihrem Heimatland eine Klasse für sich, wenn es um hochklassigen Roots-Sound geht. Mehr dazu hier.

09. Jonathan Wilson – Fanfare
Das 2. Solo-Album des kalifornischen Produzenten und Musikers ist ein buntes Kaleidoskop psychedelischer Sounds zwischen 70er-Jahre-US-Westcoast und Pink Floyd`scher Klang-Ästhetik zu Zeiten von „Wish You Where Here“. Mehr dazu hier.

10. Reckless Kelly – Long Night Moon
Klassischer Country-Rock, der aufgrund seiner tollen Songs und hingebungsvollen Interpretation begeistert. Mehr dazu hier.

Top 5 – Songs

1. Prefab Sprout – The Best Jewel Thief In The World 
2. Nicole Willis And The Soul Investigators – Time To Get Business Straight 
3. Blue Rodeo – New Morning Sun 
4. Iron & Wine – Joy 
5. Junip – Line Of Fire