Samstag, 31. Dezember 2011

Out Now: Spoonful #54 - King Tut's Voodoo Hut 2

King Tut's ist für Gäste, schrob ich gestern noch. Und für das 2. Volumen wurden wir in Berlin fündig, denn das hat Hank Ray eigenhändig zusammen gebastelt. Bekannt sein dürfte er als Sänger der Raymen und als Troubadour unter eigenem Namen. Schon vor über 25 Jahren, als wir noch das Glitterhouse Fanzine herausgaben, war er unter dem Namen Holy Roller für die Abteilung Rock & Roll und Rockabilly zuständig. Vor Urzeiten - also 2 1/2 Dekaden - stellt er die vier Swinging In The Tombs Of Egypt Compilations zusammen, noch als C-90 Musicassette und damals weit ihrer Zeit voraus. Und neulich sind mir die Dinger wieder in den Kopf gekommen... und dann trat Hank wieder in mein Leben (2005 hatten wir im OBS Garten mal zusammen mit Joe aufgelegt, als ich die Eurythmics droppte, hatte ich ihn soweit...)

Eine Bonus-Anekdote zum Jahresende: vor 25 Jahren waren die Raymen schwer angesagt und bespielten das ebenso großartige wie legendäre Forum in Enger, ein Kellerclub ersten Ranges. Hank wählte The Chosen Monks als Vorband, die an diesem Abend erstmals ausserhalb ihrer Heimatstadt Beverungens auftraten. Ohne Bass, ohne Druck, ohne alles. Ich spielte Gitarre und Farfisa-Orgel, wobei die zu drückenden Tasten mit schwarzen Gaffa Streifen markiert waren. Spielte ich Gitarre, dann nur mit dem Rücken zum Publikum. Hatten die Velvet Underground auch getan, ich machte das aber nicht aus Arroganz, sondern aus Angst. Irgendwann lief mir ein Hund durch die Beine... Getunnelt beim Orgeln! Höchststrafe! Die Raymen haben uns an diesem Abend pulverisiert. Aber The Chosen Monks sollten später noch ihre Momente haben...

30 Tunes hat Hank für sein Spoonful Debüt ausgewählt, darunter Tarheel Slim, Arthur Alexander, The Rivingtons, Sly Fox, Little Willie John, Crawfords, Junior Wells (das Covermodel), The Coasters und viele mehr. Wie gesagt, Rock & Roll, Rockabilly, saftiger Rhythm`n´Blues und der Blues - zwei Mal auch mit weniger Tempo, denn "es muss ja nicht immer Bumm Bumm machen".

Guten Rutsch. Hier oder hier! (Prince R-man)

Freitag, 30. Dezember 2011

Out now: Spoonful #53 - King Tut's Voodoo Hut 1

Spoonful ist nicht zu stoppen und mit Vol. 53 haben wir einen echten Hammer auf Lager. Wie die Sin City Jukebox ist King Tut's Voodoo Hut eine Serie in der Serie. Unterserie sozusagen. Der ägyptische König hätte mit der Lousiana Zauberei rein gar nichts zu tun, meinte der linientreue Duke Jens-O-Matic anfangs. Egal, entgegnete ich.

King Tut's Voodoo Hut ist reserviert für Gäste und eher zwischen Rock & Roll, Rockabilly, hartem Rhythm`n´Blues und Rockin’ Blues rotierend - wie gewohnt mit Auge und Ohr auf den Tanzboden. Vol. 1 stammt aus Florida, genauer Sumter County, wo ein gewisser Jasper “Shot” Calloway zu Hause ist, der durch die Verbindungs-Magie von Facebook zu uns gefunden hat. O-Ton Jasper: “I collect records and DJ locally. I don’t care about the rarity of a certain 45, I just love a good tune that rocks the dancefloor. So if you listen to my little collection and feel the urge to do the wooble, jerk, bop or stroll - well, mission acclomplished! All tunes taken from my vinyl collection. Surface noise is a free bonus. I like it when a record sizzles like bacon in a frying pan! Enjoy!”

Das eröffnet mit einem Instrumental von Davie Allen & The Arrows und endet mit dem Rockabilly Kracher Flipsville von Stormy Gale. Dazwischen rocken heftigst: Harold Jackson & The Freedom Riders, Bracey Everett, Eddie Taylor, Hayden Thompson, Rodney & The Blazers, Gene Vincent, Long John Hunter und andere - 30 Tracks total.

Hier oder hier! (Prince R-man)

Donnerstag, 29. Dezember 2011

The Great Jester Wild!

Nun ist das dolle Fest ja nun vorbei und jetzt noch mit einem Weihnachtsmix zu kommen, scheint unpassend. Aber da der Mix nichts mit Weihnachten und Xmas-themed Tunes zu tun hat, darf ich doch, oder? Die drei Leute, die meine Jahresabrechnung gelesen haben, werden sich an mein Lob bezüglich der Jester Wild Mixe erinnern.

Für diesen Weinachts-Mix haben viele der Sammler und Jäger, die bereits einen der 31 Mixe abgeliefert haben, ein paar Tunes gespendet und auch wenn der Mix nur mit 128 RPM (die anderen haben immer eine höhere Bitrate) kommt, so finde ich schon auf den ersten Metern zwei Tunes, die ich unbedingt haben muss (Demons, Lonnie Lester).

Diese Zeilen auf deren Webseite finden meine volle Unterstützung: "The Great Jester Wild Show. We created a side to satisfy with music from the past. It is for all music lovers, collectors and DJ's out there. Excellent mixes arranged by top collectors. Brilliant music out of the 50's, 60's and early 70's. You will find R&B, Popcorn, Soul, Latin, Ska, Exotica, Rockabilly and a touch of other styles. It is our passion! Enjoy the way of Jester Wild!!

http://www.jesterwild.com/

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Mein 2011 - Andi58

Hier also meine Top Ten Alben und Konzerte 2011, wobei es sein kann dass die ein oder andere CD vielleicht schon Ende 2010 erschienen ist, ich sie aber erst 2011 für mich entdeckt habe.
Die Reinhenfolge ist willkürlich.

CDs:

Cody Canada and the Departed - This Is Indian Land
Der Cross Canadian Ragweed Mastermind mit seinem neuen Projekt, mehr Americana und Southern Rock, weniger straight als CCR.

Cross Canadian Ragweed - Box of Weed
Eben diese, 5 CDs und eine DVD zu einem günstigen Preis. Eine erste Werkschau dieser geilen Red Dirt Band um Cody, nachdem die Band erstmal auf Eis liegt.

Dave Alvin - Eleven Eleven
Eine Hammerplatte von Dave. Von ihm haben es schon viele CDs in meine Top Ten geschafft.

Malamondo Box
Da hat der R-man so richtig was ausgegraben. Schräge Songs auf 6 CDs mit noch schrägeren B-Movie Horrortrailern dazwischen in der Blechbüchse. Genial, erinnert mich an die Crypt Records Reihe Las Vegas Grind. Die hab ich im LP Format, verpackt in eine schwarze Damenstrumpfhose mit rosa Herzchen.

Jackie Leven - Wayside Shrines and the code of the travelling man

Ungefähr die 26. CD die ich von Jackie habe, möchte keine davon missen, jede ist ein Goldstück und ich hab echte Tränen vergossen als ich von seinem Tod hörte. Er schrieb Songs für die Ewigkeit, ach was, er schüttelte sie aus den Ärmeln. Er musste gehen und Lady Gaga darf leben.

Kitty, Daisy and Lewis - Smokin' in heaven
Diesmal hat es länger gedauert aber dann hat sie es doch noch in meine Top Ten geschafft. Sie hat allerdings Schwächen.

American Aquarium - Small Town Hymns
Das Hymns im Namen steht zurecht da. Wirklich erstklassige Americana Songs mit Hymnencharakter, kommen im nächsten Mai auf D Tour.

Messerchups - Surf riders from the swamp lagoon
Die schrägen Russen Oleg Gitarkin und Zombierella. Meine 11. CD von ihnen und immer noch genial, diesmal weniger Elektronik und mehr Surf.

David Munyon - Pretty Blue
Egal was David anpackt, es kommt immer was Bewegendes bei raus. Diesmal wieder eine Stockfisch CD mit dem gewohnt guten Klang.

Pavlovs Dog - Echo and Boo
Eigentlich eine Sensation, eine neue CD dieser 70's Kultband. David Surkamps Stimme hat nichts eingebüßt. Und dann gabs auch noch eine neue Live CD, für einen Fan wie mich wie Weihnachten und Ostern auf einmal. Freu mich schon aufs nächste Konzert.

Demon's Eye with Doogie White - The stranger within
Solange wie die Jungs aus Wilnsdorf (15 km von hier) nur Deep Purple gecovert haben, haben sie mich nicht interessiert. Aber ihre erste CD mit eigenen Songs und dem Ex Rainbow Sänger Doogie White ist der Hammer. Solche geilen Songs haben Purple schon lange nicht mehr hingekriegt. Das Teil weigert sich standhaft meinen Kopf zu verlassen. Ganz großes Kino, man muss diese Musik (DP, Rainbow, Whitesnake, Dio usw.) natürlich mögen, sonst kann man nix damit anfangen.

So, das waren jetzt sogar Elf, macht aber nix. Weitere Highlights für mich waren u.a. noch der Song Video Games von Lana del Rey, die nächste CD Long Slow Distance von ex Madrugada Sänger Sivert Höyem, wenn sie auch nicht die Qualität vom Vorgänger Moon Landing erreicht, die neue CD von Hands on the Wheel, River of time, die Sin City Jukeboxen von Stag-O-Lee, Le Noise von Neil Young und Daniel Lanois, Band of Joy von Robert Plant. Außerdem haben mich beeindruckt die beiden letzten CD's von John Stewart, Havana und The day the river sang. Die sind natürlich schon ca. 5 Jahre alt, aber ich habe sie erst vor kurzem entdeckt. John Stewart war ein ganz Großer, er starb 2006. Es gibt ca.30 CDs von ihm. Auf den beiden genannten Alterswerken kommt zu seiner sowieso schon Gänsehautstimme noch der Altersfaktor dazu mit einer Portion Brüchigkeit, so ähnlich wie bei den letzten Johnny Cash CDs. Gaaanz bewegend.

Konzerte:

Johnny Winter - Groningen Rhythm and Blues Night
Johnny wurde von zwei Roadies untergehakt auf die Bühne geführt und auf einen Stuhl gesetzt, und auch so wieder abgeholt. Dazwischen spielte er seinen Gig wie in alten Zeiten. Wurde aber das Gefühl nicht los dass es das letzte Mal war dass ich ihn gesehen habe, er sah nicht gut aus, aber das sieht er seit 30 Jahren schon nicht.

Ray and Robbie of the Doors - Offenbach, Capitol
Normalerweise stehe ich nicht auf Cover Bands, Peinlichkeiten wie Feel Collins, ABCD, Mad Zeppelin, MerQury, Fight Footers usw. erspare ich mir tunlichst. Eine Doors Coverband allerdings mit einem authentischen Sänger Dave Brock, einem Gitarristen Robbie Krieger, einem Keyboarder Ray Manzarek sowie Philip Chen am Bass und Ty Dennis an den Drums musste ich sehen. Näher konnte man den Original Doors heute nicht mehr kommen. Und es war interessant zu hören wie die Songs von LA Woman live geklungen hätten wenn.... Die wurden ja von den Doors leider nicht mehr gespielt da Jim dann dauerhaft verhindert war.

OBS - Garten Eden, Beverungen
Was hab ich vorher auf das Programm geschimpft. Und das werde ich wohl dieses Mal wieder machen, und es wird garantiert wieder so geil. Mein Highlight waren Young Rebel Set.

Demon's Eye - Rex Musiktheater, Lorsch

Nachdem die CD so bei mir reingelaufen ist war mir klar dass ich die Show sehen musste, und ich wurde nicht enttäuscht. Viele eigene Songs von der neuen CD und einige Purple und Rainbow Klassiker.

Cody Canada and the Departed - Cafe Wunderbar Weite Welt, Eppstein/Taunus
Ein genialer Gig von Codys neuer Band. Und ein dickes Dankeschön an WWW Betreiber Ralf Otto der in den nächsten Monaten ein richtig geiles Programm bietet, Micky and the Motorcars, US Rails, Nels Andrews, American Aquarium uva.

Messerchups - Elfer, Frankfurt/M.
Meine Lieblingsrussen. Olegs messerscharfe Gitarre, Zombierella's geile Beine, Boris an den Drums und die alten B-Movies auf Leinwand im Hintergrund, einfach nur geil. Wird Zeit dass es 2012 wird, dann kann ich ihren neuen Kalender den ich mir gekauft habe, endlich aufhängen.

Juke Joint Pimps - Stadtkrug, Beverungen
Ein Gig von Mighty Mike and T-Man taucht eigentlich jedes Jahr in meinen Top Ten auf, egal wo sie spielen.

Chris Thompson - ColosSaal, Aschaffenburg
Der ehemalige MM Earthband Sänger mit den ganzen Krachern, z.B. Davy's on the Road again, Mighty Quinn, Blinded by the light, Spirits in the night usw. Da kamen ganz alte Zeiten wieder hoch.

Konzerte in der Erbse, Dillenburg
Kein bestimmtes Konzert, sondern eine Konzertreihe in einer gemütlichen Kneipe in meiner Heimatstadt. Wir liegen hier im deutschen Bible Belt. Entweder es gibt nur christliche Konzerte, wo dann hunderte hinrennen, oder drittklassige Coverbands die die Hitparaden rauf- und runterknödeln. Ansonsten siehts trübe aus. Aber es gibt einen Typ namens Henning Franz, der immer wieder kleine feine Akustik Konzerte gegen Hutspende in der Erbse veranstaltet. Es waren schon da: The Bowmans (3x), Terry Lee Hale (3x), Ann Vriend, Markus Rill, Michael Weston King, Paul Armfield, Lynne Hansson, Oh my darling und viele mehr. Ein Lichtblick in unserer Kulturwüste. Normalerweise müssen wir immer 50-100 km fahren um vernünftige Live Musik zu hören.

Und hier noch zwei Konzerte zu denen es leider nicht mehr kam:

Jackie Leven in Marburg im KFZ, Tour wurde wegen seiner Krebserkrankung abgesagt.

Jon Lord Blues Project im ColosSaal Aschaffenburg, ebenfalls abgesagt wegen Krebserkrankung. Da hatte ich mich auch drauf gefreut, bestand die Besetzung doch aus Jon Lord, Colin Hodgkinson, Zoot Money, Maggie Bell, Miller Anderson und Pete York, eine Allstar Band. Interessanterweise ist dann Brian Auger für Jon Lord an die Keyboards gerückt, allerdings nur auf Konzerten die zu weit weg waren für mich. Das Aschaffenburger Konzert fiel aus.

Sonntag, 25. Dezember 2011



Reinhard’s 2011

Schrob ich vorgestern noch in der Einleitung, dass ich mich gerade fühle wie Michael Douglas in Falling Down... wollte das eigentlich löschen, weil es heute (24.) halbwegs geht, muss mich dann aber über dieses verwichste Blogger-Programm und seine willkürliche Scheissformatierung so aufregen, dass ich jetzt gerne mal... nun gut, ich höre mal auf, es könnten ja auch Kinder hier sein.

Heute ist mein nuxibgvzigster Geburtstag und das gefühlte Jahr 8 der Midlife Crisis. Das einzig Gute daran ist, dass ich wohl 100 Jahre alt werde, wenn mich besagte Krise tatsächlich in der Mitte meines Lebens erwischt hat. Jopi Hesters, ich komme! (Uups! Geschrieben habe ich das am 24. um 15 Uhr. 5 Stunden später erfahre ich, dass Meister Heesters über den Jordan ist. Also, Jopi, gute Reise. Ich komme, aber du musst noch 54 Jahre warten!)


Und nachdem ich jetzt schon einige Jahres-Endlisten gesehen habe, möchte ich die meinige eigentlich ganz löschen, denn wenn ich da den fast polyglotten K-Nut so sehe, dann bin ich wohl das ganze Jahr nur von Beverungen nach Tietelsen gefahren - und wieder zurück. Nun ja... In meiner 2010er Endabrechnung schrob ich noch, dass für 2010 grundsätzlich das gilt, was ich für 2009 geschrieben habe. Und wenn ich jetzt rückblickend die Dinge von 2011 zusammen suche, habe ich mich scheinbar keinen Millimeter bewegt – but it feels good! Zeit und Raum werden im hohen Alter offensichtlich eine zähe Masse, die mich fest umschließt (Cocooning?). Also wiederhole ich mich mal, da ich davon ausgehe, dass sich die wenigsten an mein 2010er Fazit erinnern können.


50s & 60s / Spoonful
Auch 2011 war ich auf der Suche nach Pretiosen aus den 50er und 60er Jahren, die natürlich genug Groove haben müssen, damit sie für den Tanzboden taugen - einzelne Songs, keine Alben! Wenn Alben, dann Compilations. Rhythm & Blues, rockin‘ Blues, Rocksteady/early Reggae, (immer mehr) Rockabilly und Rock & Roll, früher Soul, Exotica & Mambo, Popcorn usw. – das Feld ist noch lange nicht abgegrast, nein, die Fundstücke werden immer besser! Durch strategische Facebook „Befreundung“ mit DJs und Sammlern bekomme ich die persönlichen Faves meiner neuen „Freunde“ nun quasi auf den virtuellen Schreibtisch gelegt, ich muss nur noch die Spreu vom Weizen trennen bzw. sie nach meinen Präferenzen ordnen. Aus dem guten Korn haben wir dann die Spoonful CDs zusammengebosselt. Auch 2011 hatte ich beim Sichten und Compilieren einfach mörderischen Spaß und so manche Stunde tief versunken in Musik verbracht – das war für mich eine Art Therapie. Und da das Radio in meinem Ford Transit Tourneo Anfang Dezember den Geist aufgab, habe ich mir jetzt eins mit USB-Anschluss einbauen lassen und höre die 55 Spoonful Volumen (1700 Songs)  ab sofort im Shuffle-Modus in 320 RPM über einen daumengroßen Stick. Frevel irgendwie, aber dann doch der Wahnsinn. Alle drei Minuten eine neue Überraschung! (An dieser Stelle meinen Dank an Axel für die digitale Aufbereitung!)


Jukebox Jam
Stellvertretend für so manchen genialen 7“-Reissue nenne ich mal die Edelschmiede Jukebox Jam, die auch 2011 eine Handvoll echter Juwelen veröffentlicht hat und sich nicht scheute, den einen oder anderen Leftfield Tune auf Kleinvinyl zu pressen – wie Ojai von Joe Lutcher, ein Spät-Vierziger-Big-Band-Höllen-Exotica-Trip und mein Tune des Jahres! In den Singles-Top 5 befinden sich außerdem: die schier grandiose Old Mad Witch EP von Marcel Bontempi, die Stag-O-Lee 45er der tollen Obsidians, das gnadenlos gute Sadie Kong von den Excellos (auf Rollin‘ Records) und das unglaubliche Noah von Grainger Hunt (bereits wieder vergriffen).


The Excellos
Hatte ich 2011 auch schon in meiner Liste, aber als ich vor Monaten erstmals die Stag-O-Lee 10“ in Händen hielt, spürte ich ein ganz besonderes Glücksgefühl. Und wenn ich mir die neuen Aufnahmen so anhöre, kann ich nur sagen: die Band wird immer besser. Am 23. März spielen sie zusammen mit den ebenfalls sehr großartigen The Obsidians im Rahmen einer Stag-O-Lee Party im Roadrunners in Berlin. Das wird ein ganz besonderer Abend, auf den ich mich jetzt schon freue!
Rock`n´Roll ist in der kleinsten Hütte:
45s Are Go – 25 Dynamite (Rollin‘ Records Compi)
Stomp On It! - A Stag-O-Lee Shakedown
The Soul Of Pum Pum Hotel – Vol. 1
Ein Plattenladen in West Wickham, Kent. Eine leicht angeschlagene Villa in Beverungen, Weserbergland. Ein Studio und Musikerclan in Charleroi in der Wallonie.


Unterwegs
Das Schönste 2011 war ganz sicher mein Trip zum Hangar Rockin‘ Festival in die Schweiz. Am Donnerstag habe ich die Moon Invaders in der Nordschweiz gesehen und dann gemerkt, dass mein Navi zu dem Ziel meiner Reise -St. Stephan und dem Simmental- nichts zu sagen hatte. In meiner Not habe ich dann den Wahl-Schweizer und noch-Stuttgarter Jens-O-Matic via sms nach größeren Orten in der Nähe gefragt, was die Konfusion noch vergrößerte. Also habe ich mir eine old-fashioned Straßenkarte gekauft, trotz 20 Fränkli eine erstklassige Investition, und bin schön bedächtig im Ford Transit über B- und C-Roads durch die Alpen und wahrhaft pittoreske Minidörfer ins Simmental gecruist - das war ein echtes Erlebnis. Die Schweiz ist wunderschön wenn die Sonne scheint. In St. Stephan wartete ein alter Flugplatz (für Kleinflugzeuge) auf mich, tief ins Tal gebettet und umsäumt von schneebedeckten, verdammt hohen Bergen. Am Freitag und Samstag gab es dann nachmittags US-Cars und Hot Rods in der Sommersonne zu bestaunen, inklusive der obligatorischen 1/8 Meile Rennen. Abends dann DJs an mehreren Ecken (z.B. Soul und R&B von den Capital Soul Sinners!) und Rock & Roll Konzerte im Hangar (JD McPherson, Voola & The Jayhawks, Dollar Bill etc.). Diese Rock & Roll/Rockabilly-Szene mit ihrer Liebe zur amerikanischen Kultur inklusive Hot Rodding gefällt mir von Jahr zu Jahr mehr. Das läuft auch alles immer sehr relaxt mit ganz exzellentem Vibe ab und der Sound eines Big Block V8 ist tatsächlich Balsam für die Seele. Für 2012 ist das Hangar Rockin` schon fest in der Agenda eingemeißelt! Und mit der Bottrop Kustom Kulture und dem Race 61 bei Berlin locken zwei weitere Veranstaltungen ähnlichen Musters. In 2012 alle drei mitnehmen zu können, das wäre ein Traum.


Zeugs
2011 war für mich Jahr 1 von Facebook. Macht mir wirklich Spass, da ich versucht habe, die Anfragen von Nachbarn zu ignorieren und mich rein musiktechnisch zu vernetzen. Dadurch habe ich viele neue Tunes kennengelernt und mit 20 Eventeinladungen pro Woche - von Island bis nach Gibraltar - knirscht man so manches Mal mit den Zähnen, weil man nun weiß, was man gerade wieder verpasst - Hey, King Khan spielt auf einem Festival in Venedig! - Fernweh + Vorfreude geteilt durch Kosten/Nutzen mal Wurzel aus Kontostand = Superfrust.
Ebenso eine feine Sache: die Mixe der Sammler und Jäger, die es unter www.jesterwild.com abzuholen gibt. Die 30 Stunden/Mixe habe ich jetzt auf einem anderen USB-Stick im Auto... Langzeitstau, du kannst kommen.


Fussball
Hammer des Jahres: Mein Heimatverein SC Lauenförde, für den ich selber von der Schüler bis zur Alten Herren gekickt habe, stieg aus der 1. Kreisliga ab und wird gerade binnen einer Saison in die 3. Kreisliga durchgereicht. Bei 2 Punkten und einem Torverhältnis von 11:88 ist auch eigentlich keine Hoffnung mehr. Irgendwie traurig!
Ansonsten freue ich mich über die Phönix-aus-der-Asche-Nummer der Gladbacher Fohlen und von Werder Bremen. Und tatsächlich auch darüber, dass wir nach der Auslosung den Gedanken nicht konkretisieren müssen, als Zuschauer zur EM zu fahren - wer will schon in die tiefe Ukraine? Ich sicher nicht.


Zeit für ein Fazit
Das waren die Dinge, die sich am tiefsten eingebrannt haben. Aber nur die Spitze des Eisberges… Ich habe sicher –wie auch in den Jahren vorher- im Januar, Februar, März oder auch in den anderen Monaten irgendwelche Platten für eine gewisse Zeit richtig gut gefunden, habe mich mitreissen lassen (der rough mix von Ben Zabo, einem künftigen Glitterhouse Release z.B., Fame Studios Story, Delta Swamp Rock, Charles Bradley, Shattered Dreams…) und Glücksgefühle empfunden. Aber durch die schiere Masse, gepaart mit meinem Sinn fürs Chaos, bleibt nicht so viel hängen. Oder es fehlt schlicht die Zeit darauf zurückzugreifen, weil ja schon wieder Nachschub da ist. Die letzte Sharon Jones fand ich toll, aber in welchem Stapel liegt sie gerade rum? Und warum konnte ich erst eine Seite von den beiden Buttshakers LPs hören? Wahrscheinlich weil die Sharon Jones CD sich in einem der drei Stapel verbirgt, die gerade verhindern, dass ich den Deckel vom 1210er öffnen kann… you get the picture. Aber es nicht wirklich ein Problem für mich – I’m a piler, not a filer (auf deutsch: ich bin ein Stapler, kein Wegsteller). Damit habe ich mich schon lange abgefunden.
Wer jetzt genau nachhören will, welche Tunes des Öfteren bei mir gelaufen sind und dann auch noch Kunde des Glitterhouse Mailorders ist, der sollte sich auf den Stag-O-Lee Special Deal einlassen. Dort gibt es nämlich eine von mir handgeklöppelte 25-Track-Best-Of-2011 (Tracklisting in den Comments) beim Kauf eines Stag-O-Lee (auch noch verbilligt diesen Monat) Releases UMSONST dazu. Für die, die es noch immer nicht wissen: Stag-O-Lee ist ein von mir betreutes Ableger-Label von Glitterhouse. Nuff said! Herzlichst – Prince R-man

PS: Blogger, ich hasse Dich. Über 30 Minuten habe ich nun versucht, dieses Gesuppe optisch halbwegs lesbar zu gestalten. Und das Ding macht was es will... die doppelten Absätze sind einfach nicht rauszukriegen. Das macht mich wahnsinnig.

Samstag, 24. Dezember 2011


Real Christmas Joy!
From us to you, Merry Christmas Muthafuckers!
Love
The Mule

Merry Christmas Muthafucker

Diesen besinnlichen Weihnachtsgrüßen unserer Freunde aus London möchten wir uns
anschliessen und wünschen allen blog-Besuchern ein frohes Fest. Übertreibt's nicht!

R-man, Whirlyjoe und K-Nut

(Der Song lässt sich gratis runterladen, erscheint aber auch ziemlich sicher auf SGS#6.)

Freitag, 23. Dezember 2011

Caesars Best Of 2011

2011 – in 2011 war für alles noch weniger Zeit als in den vergangenen Jahren. Auch für die Musik. Jammer, Jammer! Dennoch habe ich meinen Musik-Umsatz kaum reduziert, aber alles vielleicht weniger intensiv gehört. Aber als erfahrener Music-Maniac reicht ja mittlerweile oft schon ein schnelles Durchzappen um festzustellen, ob die Platte was taugt oder nicht. Klappt aber nicht immer. Die Scheiben, die sich bei diesem Auswahlverfahren durchboxen, haben dann wirklich Chance in die Heavy Rotation zu kommen. Auffällig war, dass auf meiner Liste viele Altehrwürdige vertreten sind.

Hat nicht nur was mit Nostalgie zu tun, sondern dass es 2011 wohl eine ganze Masse Reunions gab, die gar nicht mal so schlecht waren. Und die neuen Sounds gar nicht mal so gut waren, wie z.T. besprochen.

Insgesamt stelle ich fest, dass ich mich mehr und mehr auf die großen Rezensionen verlasse. Ist halt so, wenig der Rolling Stone, Spiegel Online und Amazon zu den wichtigsten Meinungsmachern werden. Zum Glück gibt es da noch einen regelmäßig erscheinenden Katalog aus dem Weserbergland.

Gefallen haben 2011 (ohne Gewähr, daß auch alles aus 2011 ist):

J.Mascis – Several shades of why…
- Wieso hat die niemand auf der Rechnung?!? Das beste von ihm seit langem!

Little Barrie – King of the wave
- weniger bluesig, dafür schmissiger und grooviger

Young Rebel Set – Curse our love
- Bonuspunkte schon allein wegen des nordenglischen Dialekts

Holmes – Have I told you lately …
- Entdeckung beim OBS 2011


Bevis Frond – The leaving of London
- nicht wirklich neues, aber trotzdem einer seiner besten Platten!


Other lives – Tamer animals
- die Platte ist nicht ohne Hänger, enthält aber ein paar echte Killer-Songs

Real Estate – Days
- Für alle ehemaligen Anorak-Träger

Ryan Adams – Ashes and Fire
- Welcome back! Immer noch gut für ein tolles Album und das bei geschätzt ca. 50 bereits veröffentlichten Alben

Feelies – Here before
- auf ein neues Crazy Rhythms braucht man nicht mehr zu hoffen, aber so gut wie Good earth oder Only life allemal.

Wooden shijps – West - In memoriam Spacemen 3, aber kein müder Abklatsch

Noel Gallagher’s High Flying Birds – Warum nicht, wenn es Spaß macht

Bill Callahan – Apocalypse

Metronomy – The english riviera

PJ Harvey – Let England shake

Steve Malkmus & the Jicks – Mirror Traffic

Soul:
Charles Bradley – No time for dreaming


Plan B – The defamation of strickland banks

Sampler:

King Size Dub On U – Top-Cheapo-Reggae- Compilation 1!

The soul of Pum Pum Hotel – Top-Cheapo-Soul/Reggae- Compilation 2!

Jamaican Funk Experience - Top-Cheapo-Reggae- Compilation 3!

3-2-1 Rocket Girl Compilation

Stag-O-Lee –Stomp on it! – Für diese Compilation wäre ich vor 25 Jahren mind. 500km weit gefahren und hätte zudem noch ein Vermögen bezahlt.

Delta Swamp Rock - Für mich, wie Musik, in die man vom großen Bruder eingeführt wird
und dabei ein (fast) neues Universum entdeckt. Danke R-man!

Konzert

Fat Freddys Drop in Offenbach – mit diesem Konzert haben sie sich in meine All-time Top 5 – Live Gigs gespielt. Danach musste ich meine Schuhe zum Besohlen bringen!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Top Ten 2011 Bluetwang

Gar nicht so einfach sich auf ein paar Highlights festzulegen. So vieles was nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, stellt sich bei näherer Betrachtung als zu alt heraus.
Hier aber auf's Minimum reduziert was von 2011 länger nahe beim CD-Player liegen bleibt und nicht im Gestell verstaubt.

Top 3 Pop
Old 97'S – The Grand Theatre Volume Two
Miles Kane – Colour Of The Trap
The Decemberists - The King Is Dead

Pop Song of the Year: Felix Riebel - Wide Open Rivers

Top 3 Americana
Ted Russell Kamp – Get Back To The Land
Israel Nash Gripka – Barn Doors & Concrete Floors
The Deep Dark Woods - The Place I Left Behind

 
Americana Song of The Year: John David Kent - Down to the Water

Top 3 Soul
Charles Bradley - No Time for Dreaming
The Bo-Keys – Got to Get Back
JC Brooks & the Uptown Sound – Want More

Soul Song of the Year: Charles Bradley - The World (Is Going Up In Flames)

Top 3 Blues
Hadden Sayers Band - Hard Dollar
Hans Theessink - Jedermann Remixed-The Soundtrack
Ray Bonneville - Bad Man’s Blood

Blues Song of the Year:
The Buddaheads - Mountain Of Blues

Top 3 Re-Issues
VA - The Fame Studios Story 1961-1973
VA - Delta Swamp Rock
VA - Shattered Dreams - Funky Blues 1967-78

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Top Ten 2011 K-Nut

"...ein maues Rock-Jahr" las ich kürzlich in irgendeinem Spex-Text, dann höre ich wohl sehr wenig "Rock". Im Vergleich zu 2010 war 2011 ein großartiges Musik-Jahr für mich!

Und anscheinend bin ich jetzt in dem Alter, in dem man sich über Comebacks und Reunions seiner alten Helden tatsächlich freuen kann. Beste Nachricht in dieser Hinsicht: Josh Haden macht wieder Musik. Ein neues Album seiner Band Spain erscheint im Frühjahr 2012, ausgerechnet auf meinem Lieblings-Label, was will man mehr?
Ebenfalls wiederbelebt bzw. wiederauferstanden: Magazine, Gang Of Four, Mazzy Star, Ruts DC und Love & Money. Nie ganz weg waren ja A Certain Ratio, die unbestritten beste factory-Band (jawohl, Joy Division inklusive!), denen ich seit ihrem Debut nahezu jeden Tonträger abgekauft habe.
2012 nun ein spätes Solowerk des Sängers/Bassisten dieser Band, und mein
Platz 10:
Jez Kerr - Numb, Mouth, Eat, Waste
Sehr sparsame Produktion, schräge düstere Sounds, Funk, Pop, Samples, trotz aller Monotonie extrem spannend!

Platz 9:
"Spannend" kann man das Wirken von Skip McDonald und Adrian Sherwood als Little Axe nun wirklich nicht mehr nennen; dafür machen sie ihren Reggae/Dub/Blues-Hybriden schon viel zu lange. Aber, obwohl sie für If You Want Loyalty Buy A Dog wohl auf olle recyclete OnU-Riddims zurückgegriffen haben, ist dieses Album ihr bisher bestes! Cool und heiss gleichzeitig...

Platz 8:
Meshell Ndegeocello - Weather
Als bekennender Fan von Joe Henry und der Dame mit dem komplizierten Namen war ich ja auf die Zusammenarbeit der beiden extrem gespannt. Obwohl beide im Laufe der Zeit immer abstrakter und auch anstrengender musizierten (die letzten beiden Joe Henry-Alben habe ich nicht ganz verstanden) habe ich mich dennoch über neue Alben des ehemaligen Americana-Mannes und der Jazz-Bassistin wiederholt gefreut.
Meshell Ndegeocello war für mich immer eine ganz tolle Musikerin und ganz passable Sängerin - und was macht Joe Henry als Produzent?
Er nimmt der Dame zuerst mal ihr Instrument ab und lässt sie, mit Ausnahme zweier Songs, ausschliesslich singen. (Die meisten Stücke kommen sogar völlig ohne Bass aus.) Und? Es funktioniert! Für alle, die den etwas muffigen 70er-Sound von Joe Henry so lieben wie ich, mit seinen Solo-Alben aber nicht mehr wirklich klarkommen: Echte Empfehlung!

Platz 7:
Kill It Kid - Feet Fall Heavy
Britische Youngster, die einen ziemlichen Radau aus Blues-Rock-Gitarren, Folk-Einlagen, tollen Songs, purem Krach und zwei Wahnsinns-Stimmen veranstalten. Kann ich nur hören, wenn ich ausgeschlafen habe (also nicht sooo oft) - dann aber gibt's nix besseres! (Kommen zum OBS, yes!)

Platz 6:
The Black Keys - El Camino
Da ist ja eigentlich schon alles gesagt worden. Gefallen mir, seit Danger Mouse produziert, von Album zu Album besser. Höchster Unterhaltungswert!

Platz 5:
teilen sich JD McPherson (Signs & Signifiers) und Chris Isaak (Beyond The Sun - unbedingt die "Deluxe"-Ausgabe!) So fantastisch kann Rock'n'Roll im Jahr 2011 klingen!

Platz 4:
Other Lives - Tamer Animals
Tja, live beim Rolling-Stone-Weekender hat das ja nicht funktioniert mit uns, das Album ist aber ein echter "Grower". Indie-Pop trifft Morricone, Folk trifft auf Sound-Gemälde, groß!

Platz 3:
Shelby Lynne - Revelation Road
Shelby allein zuhaus. Das klingt größtenteils wie ein Home-Demo, allzuviel Hilfe hat Shelby für dieses Album aber auch weder gehabt noch benötigt. Wenn man überlegt, dass sie als Mainstream-Nashville-Püppchen gestartet ist, bleibt nur höchste Hochachtung vor solch seelenvollen und selbstbewussten Songs. Da bin ich bekennenderweise dauerverliebt...

Platz 2:
...auch doppelt belegt. (ein bisschen schummeln darf ich doch, oder?)
Das Monster von Low namens C'Mon hat mich lange beschäftigt, gepackt und begeistert. Wieder in der Qualität früherer Tage, mächtig trotz sparsamster Instrumentierung - haut mich jedesmal um!
Gleichauf: Maggie Björklund, die dänische Pedalsteelerin mit ihrem ganz umwerfenden Soloalbum Coming Home. Mit etwas Hilfe von Calexico, tollen Gast-Sängern (Mark Lanegan, Jon Auer, etc.) hat sie da einen ganz großartiges Debut hingelegt. Freue mich auf mehr.    Jon Rauhouse, watch out!

Platz 1:
no doubt: Dave Alvin, der coolste Hund überhaupt! Was für ein Album! Ich gestehe: sein Werk steht bei mir komplett im Regal, aber dass er überhaupt noch mal in meiner Jahres-Besten-Liste auftauchen würde, hätte ich nie vermutet. Eleven Eleven ist ein ganz großer Wurf! Klar, das ist Country-Rock, aber dermaßen souverain, cool und sharp as a bowie knife, da falle ich in längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster zurück und geniesse sogar Country-Schmonzen wie Black Rose Of Texas.
Grandiose Songs, tolle Gitarren-Arbeit, alles mit einer enorm groovenden Band zur Knarz-Stimme des Meisters.

Knapp an der Top-Ten (oder -Twelve) vorbei, aber trotzdem oft und gerne gehört: The Juke Joint Pimps - The Gospel Pimps, Gang Of Four - Content, Harrys Gym - What Was Ours Can't Be Yours, Gillian Welch - The Harrow & The Harvest, Solander - Passing Mt. Satu, Nostalgia 77 - The Sleep Walking Society, The Walkabouts - Travels In The Dustland, TKth. - Extravagant, Grotesque & Nonchalant, The Pepper Pots - Train To Your Lover, Aunt Nelly - st, Magazine - No Thyself, Jesse Sykes & The Sweet Hereafter - Marble Son, Darkness Falls - Alive In Us und Buddy & The Huddle - Farrago (2010, aber zu spät gekauft).

...und falls jemand mal der Sinn nach purem Easy Listening steht, seien Rumer und Jonathan Jeremiah empfohlen. (Klingen wie perfekte 2011-Updates von Karen Carpenter und Neil Diamond.)

Lieblings-10" : Miraculous Mule, Gemma Ray, Excellos, Dollar Bill

Lieblings-Songs 2011: 
The Excellos - Sadie Kong 
Dan Michaelson - Breaking Falls
Dave Alvin - Murrietta's Head
Gemma Ray - Runaway
Low - Witches
Solander - The Garden
Other Lives - For 12
Spain - I'm Still Free (ist wohl aus 2010) 
Lana DelRay - Video Games (ja auch ich; habe sogar die Picture-7")
Holy Ghost - Wait & See
Graciella Rodriguez - Stop That Train


Beste Compis:
Spoonful
Jukebox Jam!
Tucson Songs
Late Night Tales /
Charles 'Packy' Axton - Late Late Party 1965-67
Roy Harper - Songs Of Love And Loss

Bestes Reissue:
Bitch Magnet 3er-CD für alle zuspätgekommenen (wie mich)

Beste Konzerte:
Miraculous Mule
Fat Freddy's Drop
Gemma Ray (K,D&L Support)
Juke Joint Pimps im Stadtkrug
Gang Of Four
Archive
und natürlich das wundervolle OBS als Gesamt-Paket

Lieblings-Bücher 2011: The Monkey Wrench Gang (Edward Abbey & Robert Crumb) und
Midnight At The Barrelhouse The Johnny Otis Story (George Lipsitz)

Lieblings-DVD: Talking Heads Chronology

Für 2012 freue ich mich besonders auf Neues von Miraculous Mule, Spain, Mary Epworth, Mazzy Star, auf jede Spoonful und auf's OBS.

Dienstag, 20. Dezember 2011


Jahres-Poll 2011  busch-Man

Ein bisschen Soul, ein bisschen Retro-Feeling, so könnte mein Jahr 2011 in musikalischer Hinsicht überschrieben werden - eher mau und nicht sehr ertragreich; so richtig in die Tiefe ging es einfach nicht. 
Berufliche, man geht jetzt regelmäßig morgens aus dem Haus, und familiäre Gründe - man wird Vater eines Stammhalters - verstellten zuweilen den Blick auf's große (musikalische) Ganze. 

Insofern hoffe ich ganz stark auf den Weihnachtsmann, der mir bitte bitte die "Fame Studios Story" bescheren möge. 
Schließlich ist das Jahr noch nicht vorbei ...


Foo Fighters – Wasting Light
Ich weiß noch, dass ich beim allerersten Deutschlandkonzert der Foos Backstage war. Ich saß auf der Couch neben dem Sänger von "Thumb" aus Gütersloh, an diesem Abend Support, als die Tür aufging und Dave Grohl hereinkam. Einer meiner Rock'n'Roll-Momente! Unglaubliche 20 Jahre später ist die Band wohl die größte Rockband des Planeten und Dave Grohl immer noch mein Hero. "Wasting Light" ist ihre bislang beste Platte.

Adele - 21
Übergewichtige Raucher, die - wie man hört - extrem normal und nett sind und dann solch eine Stimme haben? Na klar, Adele muss man einfach mögen. Bereits in meinem 2008er-Poll vertreten hat sie in diesem Jahr den absoluten Durchbruch erlebt, was vor allem am besten Song des Jahres "Rolling in the Deep" liegen dürfte.

The Black Keys - Camino
Die Keys schreiben die andere, sicherlich noch überraschendere Erfolgsstory des ablaufenden Jahres. Plötzlich sind alle Möchtegern-Hipster "Fan". Vor meinem Auge schlürft ein Mensch mit V-Ausschnitt einen Latte-Macchiato bzw. irgendeine Kaffee-Scheußlichkeit in einem Berliner Szene-Cafe. Im Hintergrund läuft das letztjährige Brothers-Album. Es wird mit dem Fuß gewippt, während wichtigste E-Mails via MacBook abgerufen werden. 
Aber egal, welche Idioten auch auf den Zug aufspringen mögen, Camino ist (wieder) eine grandiose Platte. War Brothers das Übermonster, wird hier ausdifferenziert, mit Motown Shuffle verfeinert, ein wenig Southern Soul hinzugegeben und mit Handclaps garniert. Yeah!

Charles Bradley - No time for dreaming
Der Mann fragte sich mit 63 Lenzen völlig zurecht "Why is it so hard to make it in America?" Denn eigentlich ist er legitimer Nachfolger von James Brown und das Album absolut brilliant: "Every brass blast and chicken scratch could have come straight off a 1968 Stax Records release!" Besser kann man das tatsächlich nicht machen ...

Beastie Boys - Hot sauce committee pt. 2
We gonna party for the motherfuckin' right to fight! MCA geht es - wie man hört - nach schwerer Krankheit besser. Die Platte knüpft nahtlos an die ersten drei Alben an; für mich eine Zeitreise, denn die gehörten damals zum täglich Brot. Oldschool!

Montag, 19. Dezember 2011


Top Twelve 2011 Andread

Oh je, die Bestenliste am Ende des Jahres, immer sehr schwer auszuwählen, aber es war ein gutes Jahr. Beginnen wir mit der schönsten Weihnachtsplatte seit langem, dem Comeback außer Konkurrenz (ich kann halt nicht anders): KATE BUSH - 50 Words for Snow!

Nun aber die Liste (es sind zwölf Alben geworden, für jeden Monat eins):

1. DARONDO – Listen to My Song
Das verschollene Pet Sounds des West Coast Funk, nach 37 Jahren endlich veröffentlicht.

2. PJ HARVEY – Let England Shake
Poly Jean auf ihrem Zenit. Das beste Album so far. Musik & Texte einfach perfekt.

3. ANNA CALVI – Anna Calvi
Das Debut des Jahres der bezaubernden Gitarristin. Auch live eine Wucht.


4. KITTY DAISY & LEWIS – Smoking in Heaven
Die Durhams haben ihren eigenen Sound gefunden: Extended Ska. Viel gehört.

5. DESTROYER – Kaputt
Das perfekte Prefab-Sprout-Pop-Album. Fast schon überproduziert.

6. LITTLE AXE – If You Want Loyality Buy a Dog
Jawohl. Haben mit Adrian Sherwood das beste Reggae (und Blues)-Album gebastelt.

7. BRIAN LOPEZ – Ultra
Le Pop goes Tucson. Überzeugende Alternative zu Calexico.


8. MIRACULOUS MULE – Miraculous Mule
Auch die Sheehy Brüder haben dieses Jahr ihren Sound gefunden. Mehr davon!

9. SHAOLIN AFRONAUTS – Flight of the Ancients
Unfassbare Kombination aus Afro-Funk & Daptone-Soul. Rip Rig & Panic in modern.

10. DAKOTA SUITE – Hearts of Empty
Dies ist ein schönes, entspanntes, gar jazziges Instrumental-Werk, jedoch auf Karaoke Kalk.

11. WOODEN PEAK – Lumen
Meine Überraschungsband aus Rostock. Als wenn Tortoise auf Folk machen würden.


12. BRANDT BRAUER FRICK ENSEMBLE – Mr. Machine
Haben Zukunft. Die neuen Kraftwerk. Elektronik meets Klassik, aber in gut. Kunst.

Drei Singles bzw. Videoclips hätte ich noch, die zeitweise zu meinen Ohrwürmern mutiert waren:
1. HOLLY COOK – Walking in the Sand
2. THE RAPTURE – How Deep is Your Love?
3. LANA DEL REY – Video Games

Konzerte besuchen und Platten hören halten sich bei mir mittlerweile die Waage, zumal es in Berlin ständig wechselnde Locations zu entdecken gibt. Die Venue-Gwinner-Trophy bekommt dieses Jahr der Heimathafen Neukölln (mit u.a. Dear Reader, Moriarty, Clara Hill). Hier das volle Dutzend:

1. BRANDT BRAUER FRICK – Hansa Studios & Volksbühne, Berlin
Die Shooting Stars überzeugen als Elektronik-Trio und mit Klassik-Ensemble.

2. JOHN GRANT - Lido, Berlin
Die Stimme. Unfassbar. Könnte die Nachfolge von Jackie Leven antreten.

3. PYRAMIDS - Kater Holzig, Berlin
Die alten Freejazzer aus den 70ern haben es allen nochmal gezeigt. Mitreißend.

4. JESSE SYKES - Privat Club, Berlin
Ein sehr souveräner Auftritt. Schön verrauchte Stimme und tolle Gitarren.

5. PJ HARVEY - Paris (Arte TV)
Nicht nur das Album, sondern auch live atemberaubend. Leider nur im TV gesehen.

6. EMILY JANE WHITE / MIRACULOUS MULE – Orange Blossom Special
Selten so gut komponiertes Singer-Songwriting gehört. Emily auch sonst bezaubernd.

7. HAUSCHKA / A WINGED VICTORY FOR THE SULLEN – Volksbühne, Berlin
Der produktive Minimalist & Pianist ist jedes Jahr zurecht auf meiner Liste.

8. MARIANNE FAITHFULL / SOPHIE HUNGER – Zitadelle Spandau
Souveräne Grande Dame traf auf verspielte Hoffnungsträgerin. Wunderschön.

9. TAV FALCO & PANTHER BURNS – Bassy, Berlin
30 Jahre Bühnenpräsenz. Ein Crooner vor dem Herrn. Packende Show.

10. CLARA HILL & MIRAMODE ORCHESTRA – Heimathafen Neukölln
K7-Preview Show der charmanten Chanteuse mit überzeugender Bigband.

11. JAMES BLAKE – Flughafen Tempelhof (Berlin Festival)
Das Eröffungskonzert mit über- und unterirdischen Bässen hat alles weggepusted.

12. WOODEN PEAK – Badeschiff & Gäststätte Prassnik, Berlin
Zwei Männer an vier Instrumenten bringen ihren tollen Sound auch auf die Bühne.

.. und natürlich die M:Soundtrack- Donnerstagskonzerte im meinem zweiten Wohnzimmer, dem Schokoladen, mit u.a. CJ Boyd, Buke & Gass, Susie Asado, Stanley Brinks & Freschard, Pink Mountaintops, Boduf Songs, Phoebe Kreutz, Siskiyou, Tonia Reeh, Kid Ikarus und die neue Soulhoffnung aus Berlin: die süßen Floorettes auf dem alljährlichen Hoffest. Die Wave Pictures spielten diesmal im Wasserturm Kreuzberg.
Zuguterletzt das Musikbuch des Jahres, melancholisch schön: MARC FISCHER (1970-2011) - Hobalala. Auf der Suche nach Joao Gilberto.

Die Ehrenpreise für ihr Lebenswerk gehen dieses Jahr an AMY WINEHOUSE (1983-2011), GIL SCOTT-HERON (1949-2011) und JACKIE LEVEN (1950-2011).

(An-Dréad)

Sonntag, 18. Dezember 2011

Top Ten 2011 
Heino „Little“ Walter

Dieses Jahr war sehr ergiebig, was die Veröffentlichung von guter Musik anging. Hatte ich die letzten beiden Jahre Mühe, 10 außergewöhnliche Hörerlebnisse auflisten zu können, so ergibt sich dieses Mal die Qual der Wahl aus vielen überdurchschnittlichen Platten, deshalb reichen auch 10 Nennungen nicht aus.

Comeback 2011:

Tom Waits - Bad As Me
Er ist der abseitige Held des Bildungsbürgertums. Anders ist es nicht zu erklären, dass solch eine komplexe, teilweise sperrige, unangepasste Musik in die Verkaufs-Top 10 gekommen ist. Tom Waits überzeugt hier auf ganzer Linie. Die Songs sind abwechslungsreich in Bezug auf Tempo und Arrangements. Gesanglich ist er in Bestform. Die Balladen sind herzerweichend, sein Blues gemahnt aufgrund der Kompromisslosigkeit streckenweise an Captain Beefheart, seine Klangvariationen sind ehrgeizig, aber nicht verkopft. Ein Highlight im Schaffen des Meisters und mein Album des Jahres.

Ryan Adams - Ashes & Fire
Nachdem sein letztes Werk CARDINOLOGY (2008) doch arg mit Stadion-Rock a la U2 flirtete, ist er 2011 wieder back to his roots. Das Album erinnert angenehm an sein Solo-Debut HEARTBREAKER (2000). Es ist hauptsächlich akustisch ausgerichtet, besticht durch ausgereifte Melodien und ist dabei klar strukturiert. Ryan Adams beweist hier, dass er längst noch nicht ausgebrannt, sondern weiterhin einer der talentiertesten US-Songwriter ist.

Reissue 2011:

The Beach Boys - The SMiLE Sessions
Kein Reissue im herkömmlichen Sinne, denn Brian Wilson`s Teenage Symphony To God gab es bislang nur auf Bootlegs zu hören. Der Nachfolger zum bahnbrechenden PET SOUNDS Album führte ihn an den Rand der psychischen Verwirrung und liegt nun 44 Jahre nach dem Entstehen erstmalig in der ursprünglich geplanten Version offiziell vor. Jetzt kann man eine Zeitreise in eine Welt unternehmen, in der man hoffte, Musik könne sie zu einer Besseren werden lassen und sich an den Pop-Spielereien, an denen auch der große VAN DYKE PARKS beteiligt war, ergötzen. Legendär, für Fans von PET SOUNDS unverzichtbar.

Compilation 2011:

Spoonful
Auch wenn die letzten Ausgaben der Serie erst zu mir unterwegs sind, ich also noch nicht alles gehört habe, steht fest, dass SPOONFUL auch 2011 eine echte Bereicherung war. Gäbe es sie nicht, hätte ich wohl nie erfahren, was TITTYSHAKERS sind….

Red Hot & Rio 2
Die Red Hot-Organisatoren sammeln durch ihre Zusammenstellungen Geld für den Kampf gegen AIDS. Und wenn bei solch einer löblichen Aktion auch noch bemerkenswerte Musik entsteht, umso besser. Dieses Mal geht es um ein Tribut an die brasilianische Tropicália-Bewegung von Ende der 60er Jahre, interpretiert von einer Kollaboration aus brasilianischen Künstlern und zeitgenössischen Pop-Musikern aus dem anglo-amerikanischen Raum. Da tun sich spannende Verbindungen auf. So trifft BECK auf Seu Jorge und präsentiert sein Tropicália vom Mutations-Album in neuer Version. ALOE BLACC ist mehrfach vertreten und macht auch im Soul-Latin-Electronic-Crossover-Bereich eine gute Figur. Mein Favorit ist aber die Phenomenal Handclap Band + Marcos Valle. Easy Listening trifft da auf Westcoast-Feeling. Überhaupt geht von der Musik eine Leichtigkeit und lockere Beschwingtheit aus, die einem zumindest in Gedanken den Sommer ersetzt, den wir dieses Jahr nicht hatten.


Westcoast Sound 2011:


Jonathan Wilson - Gentle Spirit
Der Kalifornier mit Verbindung zu JACKSON BROWNE findet genau die richtige Balance aus psychedelischen Exkursionen, harmonischen Melodien und ausgeklügelten Arrangements. Er filtert damit die Essenz aus der kreativen Hochphase des Westcoast Sounds Anfang der 70er Jahre, in der Alben wie IF I COULD ONLY REMEMBER MY NAME von David Crosby mit ihren einzigartigen Sounds entstanden sind. Cosmic Americana.


D. Charles Speer & The Helix - Leaving The Commonwealth
Fast vergessene Künstler wie der ex- Monkees MICHAEL NESMITH oder MICHAEL DINNER sowie die Grateful Dead-Freunde NEW RIDERS OF THE PURPLE SAGE kommen mir beim Hören in den Sinn. Große Vorbilder, die glänzend ins Hier und Jetzt transferiert werden. Absolut herausragend ist dabei der Pedal-Steel-Player Marc Orleans. Bester Retro-Country Rock.

Jesse Sykes & The Sweet Hereafter - Marble Son
Die Gitarristin und Sängerin mit der angenehm angerauten altersweisen Stimme - manchmal nicht unähnlich der von MARIANNE FAITHFUL - zeigt sich stilistisch offen. Auf MARBLE SON werden Einflüsse des Westcoast Sounds und des Folk-Rocks der späten sechziger Jahre verarbeitet. Aber auch Verweise an den psychedelischen Retro-Sound der achtziger Jahre, der solche Bands wie THE DREAM SYNDICATE und MAZZY STAR hervorgebracht hat, sind hörbar. Prägendes Element sind die fließend-gleitenden epischen Gitarrenlinien, die die Melodieführung unterstützen und nur manchmal eruptiv explodieren. Das erinnert an die Einspielungen der frühen QUICKSILVER MESSENGER SERVICE um John Cippolina und Gary Duncan. Man kann auch Referenzen an FAIRPORT CONVENTION, als Richard Thompson noch Mitglied war, heraushören. Es drängen sich auch Vergleiche zu JEFFERSON AIRPLANE auf. Aber auch MARQUEE MOON von TELEVISION mit den Twin-Guitar-Künsten von Tom Verlaine und Richard Lloyd dient als Bezugspunkt. Jesse Sykes beweist mit MARBLE SON Mut und Können, sie verlässt eingefahrene Pfade, entwickelt sich weiter und macht spannende, innovative Musik.

Folk Album 2011:

Gillian Welch - The Harrow & The Harvest
Wenn Gillian Welch mit ihrem musikalischen und Lebenspartner David Rawlings musiziert, bleibt die Zeit stehen. Alles andere ist dann egal. Sie ziehen einen völlig in ihren Bann mit ihrer unaufdringlichen, perfekt umgesetzten, traumhaft schön in sich ruhenden Musik. Seelenbalsam.

Ben Howard - Every Kingdom
Der Brite ist der aufgehende Star der Folk Szene. Er verkörpert alles, was einem an den Individualisten John Martyn, Nick Drake und Richard Thompson so fasziniert. Seine Kompositionen sind gediegene, wohlüberlegte, raffinierte Angelegenheiten. Er verbreitet intensive Melancholie, kann aber auch Up-Tempo-Elemente begeisternd integrieren. Zudem ist er ein brillanter Gitarrist und ausdrucksvoller Sänger. Trotz Bandbegleitung bleiben die Arrangements stets luftig und entspannt. Wo nimmt der 23jährige Mann bloß seine Souveränität her?

Laura Marling - A Creature I Don’t Know
Folk ist immer dann spannend, wenn er als Bindeglied zu anderen Stilen benutzt wird. Eine Eigenschaft, die z.B. JONI MITCHELL perfekt einzusetzen wusste. In dieser Tradition sehe ich auch Laura Marling. Auch sie ist eine Grenzgängerin, die sich nicht auf traditionelle Spielweisen reduzieren lässt, die Risiken eingeht und selbstbewusste Lieder schreibt. Ein zartes Persönchen mit großem Potential.

Mirel Wagner - Mirel Wagner
Mirel Wagner singt auf ihrer CD nur zur akustischen Gitarre begleitet. Ihre intensiven, kargen Songs bedienen aber keinesfalls klassische Folk- oder Bluesmuster. Sie erinnert in ihrer Düsternis und Schwere an Nico (ex-Velvet Underground). Der Gesangsstil hat die Ausdrucksform und -kraft des jungen Leonard Cohen. Die starken Melodien enthalten häufig sich wiederholende, hypnotische Passagen. Man kommt auch in der Beurteilung an einer gewissen Nick Drake-Verwandtschaft nicht vorbei. Hat man sich auf die finstere Darbietung eingelassen, gibt es kein zurück mehr. Man ist gefesselt und gerät in einen Sog. Widerstand zwecklos.

Soul/Funk Album 2011:


Sharon Jones & The Dap Kings - Soul Time!
Auch wenn SOUL TIME! keine richtig neue CD ist, so ist sie dennoch eine Freude für denjenigen, der bisher nicht alles von ihr komplett hatte. Sie bleibt die Speerspitze des Retro Soul/Funk und die Dap Kings sind einfache eine knackige Begleitband. Mitreißend.

Rock`n`Roll Album 2011:

The Black Keys - El Camino
Wenn die jeweiligen Veröffentlichungen der Black Keys ihre aktuellen Favoriten widerspiegeln, dann müssen sie viel T. REX gehört haben, denn der Bolan-Boogie lugt an einigen Ecken deutlich hervor. Aber natürlich kultivieren sie auch frühen Rock`n`Roll, Soul und deftigen Blues in ihrem Sound, den sie schlauerweise aus dem Gitarre-Drums-Dogma befreit haben. Und ihr LONELY BOY ist meine Single des Jahres.

Juke Joint Pimps & The Gospel Pimps - Boogie The Church Down
Die Juke Joint Pimps legen los, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Sie zapfen die gleichen Quellen an, die schon für die eindringlichsten Momente bei den CRAMPS und beim GUN CLUB gesorgt haben: Little Richard, Elmore James, John Lee Hooker, Hound Dog Taylor, Howlin` Wolf. Sie spielen schweißtreibenden, bedrohlichen, rauen, dreckigen Rock`n`Roll mit ganz viel Boogie- und Rockabilly-Schwung. Ekstase und ein primitiver Rhythmus prägen den Sound. Schroffe, trockene Riffs und scharfe, schmierige Slide-Einlagen sind stilbestimmend. Der Gesang ist kantig und kraftvoll und wird öfter von Gospel-Chor-Einlagen veredelt. Dann wird die Stimmung auch mal bedächtiger, bleibt aber energiegeladen.


Deutschsprachiges Album 2011:


Niels Frevert - Zettel auf dem Boden
Der ehemalige Sänger der Formation NATIONALGALERIE verbindet Alltags-Poesie mit fast kammermusikalischer Untermalung. Als Basis dienen Akustik-Gitarre oder Piano, gefühlvolle Streicher und Bläser sowie etwas Schlagwerk runden das Gesamtbild ab. Frevert betreibt keine Effekthascherei oder verliert sich in elitärem Gedudel. Er pendelt wohltuend zwischen Pop, Chanson und Kunstlied, behält dabei aber ständig Bodenhaftung. Er spielt im deutschsprachigen Raum in einer eigenen Liga.

Die besten Wünsche für das neue Jahr, vor allem bezogen auf Gesundheit und gute Musik, sendet

Heino "Little" Walter

Samstag, 17. Dezember 2011

Was vom Jahre übrig bleibt - reloaded.

Unsere Freunde und Freundinnen der Politik haben es mal wieder recht heftig getrieben, da bleibt kein Tränenauge trocken…dennoch: musikalisch gab es für mich doch schon Augenblicke der Freude.
Zuletzt haut mich "El Camino“ von The Black Keys absolut vom Hocker.
Anfang des Jahres und immer noch sehr gerne in der Casa Bing gehört: Imelda May „Mayhem“.
Außer in akademischen Lehrkrankenhäuser war ich noch mit keinem Fuß in einer Hochschule, und trotzdem gefällt mir The Whole Love von Wilco außerordentlich; nix Studentenmusik K-Nut!

Apocalypse von Bill Callahan, ein wunderschönes Album.

Dann natürlich The Other Lives mit Tamer Animals, großes Album hab ich mir als Vinyl geholt um meine Anschaffung des Jahres einen gebrauchten ReVox Plattenspieler einzuweihen, (Vinyl kills the Videostar) daran seid ihr hier nicht unschuldig!

Über Tom Waits Bad As Me hab ich mich sehr gefreut „Chicago“ ist der Hammer!

Single des Jahres: „Video Games“ Lana DelRay! Tolles Ding!

Sportler des Jahres: ganz klar Lukas Podolski!

Live Acts:
Weit oben steht das OBS (noch mal vielen Dank - für alles! Es war eine Wucht), Slim Cessna's Auto Club war für mich eine ganz tolle Entdeckung, aber auch die anderen Auftritte waren sehr schön, man muss sich halt vorne hinstellen…
Bill Callahan im Kölner Stadtgarten brachte auch live seine Stimme sehr gelassen zur Geltung.
Kitty Daisy & Lewis: ein schönes Konzert. Die Messer Chups und Brent Amaker & the Rodeo haben im Sonic Ballroom richtig Spass gemacht. Dann The Other Lives im Blue Shell, wohl als Einzelauftritt das Beste, hat mich sehr beeindruckt!
Ich stelle fest, dass es jedes Jahr wieder mehr Konzertbesuche werden, gute Entwicklung!

Wünsche für 2012: jeiht mer fott mit Coldplay, und eine „Grüne Plakette“ für meinen Selbstzünder!

Besinnliche Weihnacht und ein gutes 2012!
BadaBing!

Freitag, 16. Dezember 2011

Shake Glöckchen Shake -reloaded-

...der ein oder andere wird's gemerkt haben: Die Nummer Fünf unserer kleinen Weihnachts-Compi ist prall gefüllt mit 31 Tracks - auf der Tracklist fanden sich aber nur 28. Jetzt als Nachtrag nun die komplette Version.
Einfach auf's Bild klicken, rechtemaustastespeichernunterihrwisstschon....

Den zu spät gekommenen, bezüglich der bisherigen Ausgaben, empfehle ich die kommenden Comments (und die zum SGS#5-post) konzentriert zu verfolgen.

Ho-Ho-Hrmpf

(K-Necht Ruprecht)
some of 2011 by Axel

Neben der Spoonful Reihe gibt es in diesem Jahr (passend zum Fest) eine weitere "must have"-CD: Jukebox Jam - einige der besten Repro 7" Singles auf einer CD - toll - mit Rose Mitchells "Baby Please Don't Go", Little Esthers "Hound Dog" u.s.w.
50's R&B vom Feinsten + Hammer: Eunice Davis: "Get Your Enjoys"

2 Hippie Mädels mit Acoustic Gitarren wurden auf dem OBS entdeckt: Madison Violet und auch die aktuelle CD ist zu empfehlen ... Lagerfeuer-Folk

In der Edenless-Bar erstmals gehört: Seasick Steve, der leider beim Rolling Stone Weekender absagen mußte - aber die aktuelle Scheibe ist geil.

Für 10" Vinyl Fans: The Excellos - dreckiger Blues-Rock, neben der Miraculous Mule die beste 10" die wir haben (oder sind es die beiden einzigen?)

Vor einem Jahr wünschten wir uns für 2011 ein Sharon Jones Konzert und bekamen es sogar in Kassel ... schlappe 60 Km von hier - ein tolles Energiebündel - Soul pur!

In der kommenden Spoonful Reihe 2012 wünschen wir uns eine ** Kuschel 50's R&B Compilation **

Heike & Axel
(wir sind dann mal weg ...)

Allen eine erholsame Zeit und einen tollen Rutsch mit gutem Sound !!

Donnerstag, 15. Dezember 2011


Top Ten 2011
Günter Ramsauer

Fukushima! Euro Krise! Rechtsradikaler Terror! Katastrophen werden alltäglich. Alltäglich inzwischen auch, dass Die Grünen im Ländle regieren. Hat’s überhaupt jemand gemerkt? Und Kretschmann, der noch schwäbischer als Jogi Löw rüberkommt, kein Wunder letzterer ist schließlich Badenzer und wesentlich erfolgreicher. Wie erfolgreich wird das kommende EM Jahr? Jedenfalls hat sich in der Bundesliga mein favorisierter Club Borussia Mönchengladbach ziemlich weit oben festgebissen und der wankelmütige VfB steht immerhin besser da als letzte Saison. Die Tabellenführung im musikalischen Bereich? Ein Sommer wie geschaffen für die Songs von The Wave Pictures und Schmerzensmänner wie Josh T. Pearson, der meine Jahres Top Ten anführt. Natürlich als Doppel Vinyl, so wie ich Vinyl dieses Jahr ganz neu für mich entdeckt habe. Immer in Verbindung mit Mp3s und Streams, auf die man z.B. im Falle Tex Perkins gern zurückgegriffen hat. Auffällig die Rückkehr der gniedelnden Stromgitarrensoli (siehe Jesse Sykes und Wave Pictures) und die hohe Frauenqoute meiner Top Ten. Wie immer nach so einer Liste kriegt man Muffesausen, was hab ich dieses Mal wichtiges vergessen? Die Nachzügler kommen so sicher wie das Jahr 2012, dennoch an dieser Stelle meine Favoriten von 2011:


JOSH T. PEARSON – The Last Of The Country Gentle Man

Ein Schmerzensmann (mit Gitarre, Stimme und Bart), der auf dem Cover kniend nach unten blickend eine barbusige Frau an den Beinen umfasst. Das große Leiden ungefiltert in große ellenlange Songs transformiert. Das reicht nicht nur tief in die Seele und wird zum puren Schmerz beim Hören, es zeigt auch: Nie war Leiden schöner!


GARETH LIDDIARD – Strange Tourist

Noch ein Schmerzensmann, doch der Drones-Sänger leidet nicht nur sondern verbindet Schmerz mit Wut. Alleine mit Stimme und Gitarre bewaffnet, verpackt er politische und historische Inhalte in wahnsinnige acht Songs, die auf eine Gesamtspielzeit von 64 Minuten kommen. Mit nasaler Stimme spuckt dir der Australier seine Lyrics mitten ins Gesicht. Protest- und Punk-Folk-Songs wie man sie bisher nicht kannte!


MIREL WAGNER – Mirel Wagner

Intensität und Intimität! Die dunkelhäutige Finnin mit äthiopischen Wurzeln überzeugt mit ihrem Debüt auf der ganzen Linie. Songs, die die Zeit und den Atem anhalten.


ALINA SIMONE – Make Your Own Danger

Der Spirit von PJ Harvey, Shannon Wright, Cat Power und Scoutt Niblett ist Eins geworden in Alina Simone. Dringlichkeit und Emotion balancieren auf Messers Schneide. Was für eine Stimme! Was für Songs!


JENNIE LOWE STEARNS & THE FIRE CHOIR – Blurry Edges
Schönheit aus einem Guss. Dieses Album fließt wie flüssiges Gold in die Ohren und schließlich tief hinab in die Seele. Gesang, Texte und Musik werden in diesen elf Songs zu purer Poesie. Zum Reinlegen und Niederknien!


JESSE SYKES & THE SWEET HEREAFTER – Marble Son

Dark Americana wird Westcoast-Rock und umgekehrt. In Jesses Sykes ätherischem Gesang lassen sich Spuren von Marianne Faithfull und Karen Dalton entdecken. Feuerspeiende Stromgitarren und dunkle Euphorie. Herrlich!


THE WAVE PICTURES – Beer In The Breakers

Indie-Pop mit gniedelnden Gitarrensoli und Honigstimme. Im Geiste der Modern Lovers und Violent Femmes wird hier aufs Charmanteste losgeschrammelt. Und die dunklen, Angst erzeugenden Balladen, bei denen immer wieder der Stillstand befürchtet wird, reißen schwarze Löcher ins Klangbild. „Beer In The Breakers“ ist gleichermaßen Angst und Spaß. Meine Indie-Könige 2011!


CHARLES BRADLEY – No Time For Dreaming

Bei flüchtiger Betrachtung des Covers kommt einem der junge Roberto „ein-bißchen-Spaß-muss-sein“ Blanco in den Sinn. Aber dann: Vintage Soul vom Allerfeinsten. Rau, emotional und eine Stimme, die deeper nicht sein kann. Das Pendant zu Sharon Jones? Verdammt nochmal ja!


TEX PERKINS & THE DARK HORSES – Tex Perkins & The Dark Horses

TEX PERKINS & THE BAND OF GOLD – Tex Perkins & The Band Of Gold

Import CDs zu teuer und Vinyl gibt’s nicht. Also greift man auf einen mp3 Download und einen Stream zurück. Egal, letztlich sind die eigenen und gecoverten Songs von Tex Perkins & The Dark Horses/The Band Of Gold so großartig, dass sie ein MUSS für die Jahres Top Ten sind! Australische Singer/Songwriter-Feinheiten und Country-Coverversionen zum Dahinschmelzen.


SINGLES / EPs /10-Inch

The Excellos – Sadie Kong /Rockinitis

The Excellos – The Excellos

Dollar Bill – I Ain’t Got Nothing But A Dollar

Bleeding Knees Club – Virginity

Marcel Bontempi – Old Match Witch

Various Artists – The Stars Of Fame

The Icypoles – Promise To Stay

Gemma Ray – Runaway

Miraculous Mule – Miraculous Mule

The Obsidians – Shakin’ It Up / The Black Veil


5 unverzichtbare weibliche Singer/Songwriter-Scheiben

PIETA BROWN – Mercury

EILEN JEWELL – Queen Of The Minor Key

ARIEL ABSHIRE – Still So New

SARABTEH TUCEK – Get Well Soon

MARISSA NADLER – Marissa Nadler


5 unverzichtbare männliche Singer/Songwriter-Scheiben

BILL CALLAHAN – Apocalypse

MATTIAS HELLBERG – High In The Lowlands

SCOTT MATTHEW – Gallantry’s Favorite Son

FINK – Perfect Darkness

JONATHAN WILSON – Gentle Spirit


5 unverzichtbare Americana-Scheiben

JEFFREY FOUCAULT – Horse Latitudes

DAVE ALVIN – Eleven Eleven

FLEET FOXES – Helplessness Blues

RYAN ADAMS – Ashes & Fire

ISRAEL NASH GRIPKA – Barn Doors And Concrete Floors

5 unverzichtbare Rock-Scheiben

RAYOGRAPHS – Rayographs

WOODEN SHJIPS – West

THEE OH SEES – Carrion Crawler / The Dream

JD McPHERSON – Signs & Signifiers

SALLIE FORD & THE SOUND OUTSIDE – Dirty Radio


5 unverzichtbare Indie-Scheiben

TYPHOON – Hunger And Thirst

COMET GAIN – Howl Of The Lonely Crowd

THEM BIRD THINGS – Wildlike Wonder

LOW – C’Mon

FRUIT BATS – Tripper


5 unverzichtbare Soul-Scheiben

QUEEN EMILY – Queen Emily

BRANDY BUTLER & THE FONXIONAIRES – Don’t Want Nothin’

THE SWEET VANDALS – So Clear

SHARON JONES & THE DAP-KINGS – Soul Time!

THE EXCITEMENTS – The Excitements


5 unverzichtbare Glitterhouse / DevilDuck Scheiben

KID DAKOTA – Listen To The Crows As They Take Flight

THE WALKABOUTS – Travels In The Dustland

TALKING TO TURTLES – Oh, The Good Life

L/O/N/G – American Primitive

SCAMS – Rewrite Fiction


5 unverzichtbare Compilations/Sampler

VARIOUS ARTISTS – The Fame Studios Story

VARIOUS ARTISTS – The Soul Of Pum Pum Hotel Vol.1

VARIOUS ARTISTS – Stomp On It! A Stag-O-Lee Shakedown

GEORGE SOULE – Let Me Be A Man

SIXTEEN HORSEPOWER – Yours, Truly


5 unverzichtbare Reissues

MICKEY NEWBURY – An American Trilogy (Vinyl Edition)

THE JAYHAWKS – Tomorrow The Green Grass

DARONDO – Listen To My Song The Music City Sessions

TAV FALCO’S PANTHER BURNS – Behind The Magnolia Curtain / Blow Your Top

THE SMITHS – The Complete Smiths

4 ausgezeichnete Konzerte

CHRISTIAN CUFF & BAND – Live Cafe Kapilio Langenau, 07.05.2011

EMILY JANE WHITE – Live Laboratorium Stuttgart, 03.06.2011

BOB DYLAN – Live Volkspark Mainz, 25.06.2011

BIIL CALLAHAN – Live Manufaktur Schorndorf, 10.11.2011

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Top Ten 2011
Whirlyjoe

Ganz kurz auf den Punkt gebracht: 2011 war für mich ein wunderbares Jahr. In jeder Hinsicht.
Da kann ich auch das Narrenstück um Stuttgart 21 verkraften. Meine Stadt muss dem spießig-muffigen CDU-Filz also noch ein bisschen weiter entrissen werden – wir arbeiten daran. 

Ansonsten ist das Leben schön. Dies war der Soundtrack dazu.

Alben:
1.     Portugal. The Man – In The Mountain In The Cloud
2.     Bodi Bill – What?
3.     Charles Bradley – No Time For Dreaming
4.     Decemberists – The King Is Dead
5.     LCD Soundsystem – London Sessions
6.     Kitty, Daisy & Lewis – Smoking In Heaven
7.     Nostalgia 77 – The Sleepwalking Society
8.     Sharon Jones & The Dap-Kings - Soul Time Holy Ghost – Holy Ghost
9.     Beastie Boys – Hot Sauce Committee Pt. 2
10. The Duke & The King – Long Live The Duke And The King

Compilation: DJ Andy Smith – Jam Up Twist

7-Inch: Charles Bradley – Heart Of Gold

Konzerte:
1.     Charles Bradley
2.     Ray Collins Hot Club
3.     Casiokids
4.     Fitness Forever
5.     Holmes (OBS)
6.     Miraculous Mule (OBS Garten)
7.     Jesse  Sykes
8.     Future Islands
9.     Kakkmaddafakka
10. Graveyard

Dienstag, 13. Dezember 2011


Alle Jahre wieder...

stürzen sich 3 Unheilige aus dem Abendland in den oberflächlich übelriechenden Sumpf aus schmalztriefenden, rührseligen Xmas-Songs, um aus den Untiefen die verborgenen Perlen zu fischen, die sie ihren Anhängern am Nikolaustag kredenzen. Das mit dem Nikolaustag hat dieses Jahr wegen des ganz normalen vorweihnachtlichen Wahnsinns, verbunden mit Computer-Problemen und einem Überangebot an zu sichtendem Material nicht geklappt. Aber von Einem könnt Ihr Euch überzeugen, wenn Ihr dem beigefügten Link folgt: Die Qualität stimmt wieder.

Die Zusammenstellung ist ein Labsal für alle, die bisher mit Schmachtfetzen von Freddy Quinn bis Boney M gequält wurden, die von George Michaels Last Christmas Pickel kriegen, aber trotzdem auf festlichen Zauber nicht verzichten wollen oder ihren Bekannten beweisen wollen, dass es doch anders geht, als mit gefühlsduseliger Verklärung vollgedröhnt zu werden.

Here it comes: Shake Glöckchen Shake # 5. Original verkorkst und abgemischt von Geschmackspolizist Jingle Joe, ohne dessen genreübergreifenden Background die Serie nicht die nötigen Aha-Momente bekäme; dem unermüdlichen Kompilanten K-Necht Ruprecht, der allen inneren und äußeren Widerständen zum Trotz letzte Hand angelegt hat und so für ein höchst gelungenes Gesamtbild gesorgt hat und dem quasi unsichtbaren Weihno W, der antizyklisch schon im Sommer mit dem Zusammentragen von verwertbarem Material beginnt. Veredelt wurde das Ganze wieder in unnachahmlicher Art vom Hilfselfen Poppi, der für das nächste Jahr ein runderneuertes Design angekündigt hat. Bewährte Qualität also.
Doch eins ist anders dieses mal, wie K-Necht Ruprecht feststellen musste: Das Ding wird hinten raus etwas heftiger - ist also nur bedingt zum Einsatz zur Bescherung in Gegenwart der Großeltern geeignet. In diesem Sinne: ein dreifaches HO!

Lasst Euch überraschen und nicht nerven oder ärgern über die Feiertage. Wir wünschen Euch eine geruhsame Zeit mit viel guter Musik. Für Anregungen oder für eine ausgefallene Geschenkidee hoffen wir hiermit beigetragen zu haben.

Happy Xmas wünschen
Joe, Knut und Heino

Donnerstag, 8. Dezember 2011


Wanted: Eure Jahresbestenlisten!

Endlich: die besinnliche Adventszeit ist auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit für akribische Music-Nerds, aufs vergangene Kulturjahr zurückzuschauen. Da ist die Leserschaft unseres kleinen Blogs selbstredend hoch qualifiziert.

Weshalb wir euch auch dieses Jahr wieder aufrufen, eure Bestenlisten zu schicken. Alle dürfen mitmachen, zu gewinnen gibt es Web-Präsenz und damit unsterblichen Ruhm im sbs-Blog.

Erlaubt ist, was gefällt. Sollte halt irgendwas mit Musik zu tun haben, also die zehn liebsten Alben und/oder Singles, Reissues oder Compilations, aber auch Konzerte und was euch sonst so bewegt hat. Entweder als schlichte Liste, gerne aber auch mit ausführlichem Fußnotenapparat.

Letztes Jahr war die Gastteilnahme schon sehr erfreulich, vielleicht können wir das dieses Jahr noch toppen?

Wichtig: es sollte schnell gehen, damit wir möglichst vor Weihnachten zu posten beginnen können. Wer also mag, schickt bitte seine Liste an top-10(at)live.de. Eine angefügte Bild-Datei Eures Jahres-Favoriten – wahlweise auch von Euch in festlicher Verkleidung - wäre hilfreich. Nur Mut!

(Whirlyjoe)

Montag, 5. Dezember 2011



Stag-O-Lee-Shakedown
R-man: Am letzten Samstag haben wir den tatsächlich 6. Geburtstag unserer kleinen Partyreihe gefeiert. Es muss also im Dezember 2006 gewesen sein, als wir zum ersten Mal unter dem Motto „shake baby shake“ im damals noch frischen Stadtkrug ziemlich querbeet aufgelegt haben. 
Nach gefühlten drei Jahren haben wir den Abend in Stag-O-Lee Shakedown umgetauft und die musikalischen Grenzen ziemlich deckungsgleich an den Spoonful Compilations ausgerichtet – früher Soul (aber auch gerne Mal einen Motown-Klassiker – oder 5, wenn jemand tanzt), Rock&Roll, Rockabilly, jamaikanische Beigaben und vor allem 50s Rhythm&Blues. 
Was natürlich schon in großen Städten nicht wirklich funktioniert und in einem Nest wie Beverungen tatsächlich ein echtes Wagnis war. Letztlich hatten wir mittelprächtige besuchte und richtig tolle Abende, es wurde getanzt und gefeiert, oft bis in die frühen Morgenstunden. Für letztere war immer Sidekick Axel zuständig, der auch noch auflegt, wenn er schon nicht mehr stehen kann.

Am letzten Samstag nun hatten wir Besuch vom Kölner Freund des Hauses und Top-DJ K-Nut, der die Juke Joint Pimps direkt im Schlepptau hatte. Mit dem Kölner Duo hatten wir schon das Vergnügen und sie erwiesen sich an diesem Abend als perfekte Wahl für eine Liveband. Schon beim Essen von Inder Harry gegenüber (Hackfleischpizza?) war die Stimmung bestens, ich gab mein Bestes, um mit dem enzyklopädischen Blueswissen von Gitarrist T-Man mitzuhalten und hatte fast keine Sorge, dass es womöglich kein toller Abend werden würde.
Ab 21 Uhr bemannte ich dann das DJ Pult, alsbald gesellte sich K-Nut zum Ping Pong dazu. Dem kölsche Jung wird wohl schnell langweilig, anders kann ich seine abrupten Stil- und Tempowechsel nicht interpretieren. Nach einer halben Stunde hatten wir uns aber gut eingegroovt und heizten gut vor, bis gegen viertel vor 11 die Juke Joint Pimps auf die Bühne kamen.
Nun besteht das Beverunger Publikum nicht unbedingt aus beinharten Fans des „Down Home Garage Blues“, den die Pimps in ihrem Logo als Definitionsgrundlage vorschlagen, aber die beiden Kölner machen es einem leicht. Zudem kann man einem simplen Blues-& Boogie-Riff kaum wiederstehen und zum anderen ist Schlagzeuger/Sänger/Harp-Player Micha ein Entertainer vor dem Herren, der es versteht, etwaige Publikums-Hemmschwellen in nullkommanix zu pulversisieren. So rockten sie sich knappe 70 Minuten durch ihren für ein Duo sehr abwechslungsreiches Set, animierten das Publikum zu Kommentaren und Gesängen und hinterließen alle mit einem breiten Grinsen.


Ab Mitternacht legten wir auflegetechnisch einen Zahn zu. Es wurde getanzt und die Meute hielt sich wacker, vor allem angesichts der Tatsache, dass der eine oder andere weibliche Gast offensichtlich schon weihnachtsmarkt-geschädigt auflief.
Als ich den Stadtkrug dann um halb 5 Uhr verließ, ging ich mit einem zufriedenen Grinsen, denn es war eine erstklassige Nacht im besten Juke Joint des Weserberglandes. Mein/unser Dank gilt besonders Stadtkrug-Supremo Lothar, für alles und dies und jenes. 

K-Nut: Dem gibt's eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Dass dich meine kleinen Rockabilly-Querschläger noch immer so aus dem Konzept bringen können, wundert mich allerdings. 
Es war ein wirklich perfekter Abend, hätte bloß nicht irgend ein Depp ein paar Flaschen Lütje Minze angeschleppt! So litt ich am Sonntag doch arg unter den Folgen der ein oder anderen Ostsee-Gedächtnis-Runde.
Ich habe wirklich niemanden gesprochen, der nicht zufrieden und glücklich gewesen wäre. Auch schön mal Andi58, unseren fleissigen blog-Kommentator, persönlich kennengelernt zu haben.
Auch mein Dank gilt natürlich Lothar, der restlichen Beverunger und Lauenförder Gang und selbstverständlich den großartigen Juke Joint Pimps - man sieht sich!

(R-man; K-Nut)