Freitag, 31. Dezember 2010

Abt. (verspätete) Geschenke: Label Love Hier haben wir noch eine Compilation zum freien Download für euch, für die sich Labels wie u.a. Ninja Tune, Tru Thoughts, Ubiquity und Plug Research zusammengetan haben. Stilistisch ist das ein recht breites Spektrum, aber damit eben auch eine Gelegenheit, den eigenen musikalischen Horizont mal wieder ein wenig zu auszudehnen. Die Tunes von Hidden Orchestra, Bilal oder Jono McCleery (der neue Terry Callier?) sind jedenfalls absolut hörenswert. (Whirlyjoe)

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Top-Ten 2010 Jörg
DIE EINS: EROBIQUE & JACQUES PALMINGER – SONGS FOR JOY Manchmal ist es nur ein Song und eine Haltung. Das ist 2010! „WANN STRAHLST DU?“ DIE ZWEI: BELLE & SEBESTIAN – WRITE ABOUT LOVE Nicht ihre beste Platte, aber immer noch tief berührend. ohne ranking PLAN B – THE DEFAMATION OF STRICKLAND BANKS So kann Neo Soul 2010 klingen. SHARON JONES & THE DAP-KINGS – I LEARNED THE HARD WAY Wunderbar, dass diese Frau es geschafft hat sich ein größeres Publikum zu erspielen. Daptone Records mal wieder das Label des Jahres. DIE KASSIERER – PHYSIK Eigentlich habe ich abgesehen von den Goldenen Zitronen nie viel mit dem Fun Punk Zeugs anfangen können, aber ohne Die Kassierer geht es gar nicht mehr. BAND OF SKULLS - BABY DARLING DOLL FACE HONEY Alleine schon wegen dem Song FIRES und einem tollen Live Konzert. THE INCREDIBLE STAGGERS - ZOMBIES OF LOVE Für mich nach wie vor die 6ties Garagen Band auf dem Kontinent. Furchtbar unterschätzt. Das muss sich in 2011 ändern! ELI PAPERBOY REED – COME AND GET IT Hat auch mit der zweiten Platte alles richtig gemacht. MOTORPSYCHO – HEAVY METAL FRUIT Irgendwie aus den Augen verloren, aber mit der Platte wieder ganz oben dabei. BRANT BJORK – GOD & GODESSES Tolles Highlight des Ex-Kyuss Mannes.
(Jörg)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Caesar's Best Of 2010 Wenig Zeit in diesem Jahr gewesen um wirklich zu stöbern und abzutauchen in den Musik-Kosmos. Musste mich dann meistens auf die Tips meiner bevorzugten Opinion Leader verlassen, aber das war nicht so verkehrt. War doch wieder einiges lohnenswertes dabei. 1.Junip – Fields Das Album schlug bei mir ein wie eine Bombe. Jose Gonzalez war bisher in der Flut der vielen Singer-/Songwriter irgendwie an mir vorbei gegangen. Aber zum Glück nicht diese Scheibe, den diese Mischung aus Filigran-Folk und Elektronik ist der volle Bringer! 2. The Avett Brothers – I And Love And You Auch so eine Band, die es scheinbar schon seit Ewigkeiten gibt und denen, unter der Mitwirkung von Rick Rubin, hier ein grandioses Album gelungen ist. 3. Broken Bells – Broken Bells Die kam ziemlich früh dieses Jahr raus und leicht geraten diese Alben vom Anfang eines Jahres bei Votes für Jahres-Besten-Listen in Vergessenheit. Sollte nicht sein, denn James Mercer (The Shins) hat schon immer tolle Songs gemacht und diese Kooperation mit Danger Mouse ist ausnahmslos kurzweilig und spannend. 4. Tired Pony – The Place We Ran From Was soll man erwarten, wenn einer von einer Band wie Snow Patrol ein Country-Album macht. Wahrscheinlich nichts gutes und schon gar nichts authentisches. Das Album ist trotzdem gut und wahrscheinlich auch eher Country-Pop als Country. Unter der Mitwirkung einiger anderer Größen wie Peter Buck kam dabei ein richtig schönes, harmonisches und abwechslungsreiches Americana-Album heraus. 5. Nick Garrie – The Nightmare Of J.B. Stanislaus Spiegel Online sei Dank (obwohl ich meistens nicht mit Jan Wigger übereins bin), dass dieser ‚Relaunch’ nicht an mir vorbei ging. Auch wenn sound-technisch etwas anders, so hat mich das Hören dieser Platte in die Zeit zurück versetzt, als mich zum ersten Mal Tim Buckley oder Nick Drake in Erstaunen versetzt haben. Und das ist schon lange her. Was hab ich sonst noch gerne so gehört: We were Promised Jetpacks – These four walls (2009), Bonobo – Black Sands, Beach House – Teen Dream, LCD Soundsystem – This is happening, Caribou – Swim, Belle & Sebastian – Write about love, Marie Fisker – Ghost of Love, NQ Arbuckle – XoK (2008), Delta Spirit – Ode to sunshine (2009), The Excellos – Excellos (2009) Soul-mäßig gab’s wieder einiges an guten Samplern: Monsters of Funk and Soul, Soulshaker, etc. Am besten hat mir jedoch dieses Album von Aloe Blacc – Good times gefallen. Astreines Soul-/NeoSoul-Album ! Der Typ hat wirklich alles drauf und eine grandiose Stimme. Dank noch an WhirlyJoe für den Download-Tip zum Thema "20 Jahre G-Stone Recordings". Lange nichts mehr gehört aus diesem Hause. Aber die Compilation lief auch einige Zeit bei mir im Auto und hat mich immer entspannt zur Arbeit und wieder zurück nach Hause gebracht. (Black Caesar)

Dienstag, 28. Dezember 2010

Axel - Keine Top Ten, aber ein paar Erinnerungen 2010

Das Highlight war natürlich das OBS - und ich freu’ mich auf 2011 „you’re at home, baby!“; 3 Tage feiern und mit Freunden gute Musik genießen, was will man mehr? Auch 2010 habe ich mich mehr mit 50er R&B- und 60er Soul-Tonträgern beschäftigt – eine Entdeckung sind die Singles von Albert Washington mit „Ramble“, „Bring It On Up“, oder „I’m The Man“ – da zappelt die Hüfte … Positiv überrascht war ich von der Leipziger Südstadt beim „Bash“ im McCormack’s Ballroom – hervorzuheben sind live die Les Kitchenettes - französischer Garage Pop vom Allerfeinsten! Die Südstadt könnte auch zwischen Berlin Mitte und Friedrichshain liegen (und es wird überall geraucht!) Aktuelle Scheiben 2010 von einer Band sind schwierig – aber es gibt ja unsere Sharon Jones & The Dap Kings, die auch 2010 ein Highlight aufgenommen hat (I Learned The Hard Way) – und auch JJ Grey & Mofro hat das Vermögen dies zu tun (Georgia Warhorse) Aber nie hätte ich eine solche Leistung vom Altmeister Tom Petty erwartet, der mit seiner aktuellen Scheibe „Mojo“ dann auch ganz oben steht … Mojo klingt wie ausgegrabene Schätze, aufgenommen lange vor seinem Debut – und auch wie seine beste Scheibe … (die Tracks “let yourself go” & “high in the morning” werden wir auch in 10 Jahren noch hören) Ganz frisch in Erinnerung sind natürlich die „Sheehys“ – wie wir sie freundschaftlich nennen – Michael J. Sheehy und sein Bruder Patrick McCarthy haben aktuell die Band Miraculous Mule, es wurde bereits ausführlich darüber berichtet – da ich glücklicherweise die erste Studio Session bereits auf einer Audio Kopie besaß, waren hier die Erwartungen sehr hoch – und tatsächlich wurden sie dann live noch übertroffen …deshalb die im Januar erscheinende M. Mule 10“ Vinyl schon mal auf die Wunschliste – und ein Sharon Jones Konzert 2011 – das wärs … Nicht zu vergessen: Buttshakers vol. 1 – 6 (Vinyl only) Boogaloo Soul & Raw Funk from Mr. Lucky Records Brooklyn N.Y. (deep black bootleg) eine Compilation die tief gräbt und sehr unbekannte Perlen hervorbringt – toll !! ...aber unsere Freunde arbeiten soeben an Spoonful 39 und werden sicherlich wieder alles Andere in den Schatten stellen und das noch vor dem Fest ! thanks axel

Montag, 27. Dezember 2010

2010-Top-10 Andread War dieses Jahr irgendwie nicht so einfach, die Top 10 herauszuschälen. Aber da auch hier in Berlin alles zugeschneit ist, blieb die Zeit, um einiges noch mal in Ruhe durchzuhören und die vielen Konzerte noch einmal Revue passieren zu lassen. 1. Shearwater - The Golden Archipelago Passend zum Blog schon wieder ein Art-Folk-Album an der Spitze. Der große Wurf des Ornithologen. Laughing Stock revisited. Einfach nur schön. 2. Smoke Fairies - Through The Light & Trees Die Entdeckung des Jahres. Zunächst 2 Singles von Jack White in Nashville produziert, jetzt haben die beiden Mädels aus England eine Fairport-Convention-Gedächtnisplatte am Start. Dieser Harmonigesang, diese parallelen Folk-Blues-Gitarren. Einmalig. 3. Amparo Sanchez - Tuscon Habana Die beste Calexico-Produktion des Jahres. Tolle Sängerin aus Barcelona, ehedem Amparanoia. 4. Lobi Traoré - Rainy Season Blues Basic. Mali Blues as its best. Die können kommen, die Wiederveröffentlichungen. 5. Seu Jorge & Almaz Trippy Notes aus Brasilien. Selten so einen souveränen Crooner gehört. Everybody needs Sunshine. 6. Aloe Blacc - Good Things Die Konsens-R’n’B-Neo-Soul-Platte des Jahres. Fast schon zu perfekt. I Need a Dollar war (und ist) der gefährliche Ohrwurm. 7. Natalie Merchant - Leave Your Sleep Das Opus Magnum. Doppel-CD mit Gedichtbuch. Bekommt schon mal den Packaging Award 2010. Immer noch eine Stimme (und nicht nur die) zum Verlieben. 8. The Duke & The King - Long Live … Yo, mehr Retro geht nicht. Tolle Songs des Felice Brother mit einer phantastischen Band. Schade, dass die Tour abgebrochen wurde, und die D-Konzerte ausfallen mussten. 9. Caribou – Swim / Junip - Fields Caribou’s Odessa war mit Abstand der Dance-Hit des Jahres. Der Mann aus Manitoba war in den letzten Jahren bei mir immer schon in den Top 20. Live eine Wucht. José Gonzales schafft das Ganze – ich weiss nicht wie - mit Folk-Grooves. Hypnotisch. 10. Max Richter - Infra / Hauschka - Foreign Landscapes Zum Schluss 2 Happen Minimal Music auf Fatcat. Der sympathische Düsseldorfer (!) diesmal mit Streich-Ensemble, Max Richter wunderschön schlicht wie immer. Musik, die entspannt. Dazu passt noch Dakota Suite’s Vallisa von unserem Stammlabel. Den Ehrenpreis fürs Lebenswerk bekommt dieses Jahr: Gil Scott-Heron - I'm New Here Ein Statement mit wenigen Worten. Fast schon Scott-Walkeresque. Bin mal gespannt auf die angekündigten XX-Remixe. Hier mein Dutzend eindrucksvoller Berliner Konzerte 2010: 1. Edwyn Collins 2. Gizelle Smith & Mighty Mocambos 3. BLK JKS & Vieux Farka Touré 4. Shearwater 5. Smoke Fairies 6. Tiny Vipers 7. Tune-Yards 8. Max Richter & Hauschka 9. Teenage Fanclub 10. Unthanks 11. Eyeless in Gaza 12. Tokyo Sex Destruction Bestes Festival in Serie: Orange Blossom Special #14 mit Dirtmusic & Tamikrest. Was sonst noch geschah: Bester Musikfilm war das Biotopic über Ian Dury – Sex & Drugs & Rock’n’Roll (auf der Berlinale). Auch gut: Soul Kitchen von Fatih Akin und Babylon Central (Thievery Corporation). Schönstes Rockbuch: Patti Smith “Just Kids”. Im Chelsea Hotel hätte ich damals auch gerne gewohnt. Party des Jahres: Gedenken 3000, die Trauerfeier für Christoph Schlingensief. Was für ein Fest! In diesem Sinne, Merry Xmas & a Happy New Year, (An-Dréad)

Sonntag, 26. Dezember 2010

Heinos Jahresbestenliste 2010 Musikalisch befasste ich mich 2010 hauptsächlich mit den 50er Jahren (R&B, early Rock`n`Roll), belebte aber auch meine Leidenschaft für individuelle Singer-Songwriter im Country-Folk-Umfeld neu. Hier nun meine Favoriten des Jahres: Abteilung Vermischtes: Spoonful Vol. 28 - Vol. 38 Die beste Compilation-Serie unter der Sonne. Wie immer ein sprudelnder Quell der Inspiration und qualitativ auf gleichbleibendem hohem Niveau. Weiter so!!! Bob Dylan`s Theme Time Radio Hour Der Meister hat in 100 Radio Sendungen zu Themen wie FLOWERS, CARS, HELLO, DREAMS und DANGER Songs aus ca. 80 Jahren Musikgeschichte zusammengetragen. Er kommentiert diese charmant und mit unglaublichem Detailwissen. Auf den mehr oder weniger offiziell erschienenen CD`s zu den Sendungen fehlt leider der Dylan Kommentar. Trotzdem: erstaunlich, wie gut die unterschiedlichen Musiken zusammenpassen. Solch tolle Radiosendungen gibt es heute gar nicht mehr, außer THE SHAKEDOWN auf Byte.fm. Abteilung alte Männer laufen zu Hochform auf: Tom Jones - Praise & Blame Wer hätte gedacht, dass der grade 70 Jahre alt gewordene Tiger aus Wales noch mal seine Krallen ausfährt und Fans und Kritiker dermaßen überrascht? Ein Gospel-Album wollte er machen, lässt er hinsichtlich der Veröffentlichung von PRAISE & BLAME verlauten. Johnny Cash`s AMERICAN RECORDINGS lassen grüßen, wobei es Tom Jones im Gegensatz zu Cash auch mal richtig krachen lässt (z.B. bei John Lee Hooker`s BURNING HELL). Robert Plant - Band Of Joy Die logische Weiterentwicklung zum Vorgänger RAISING SAND mit Allison Krauss. Diesmal mit dem großartigen Buddy Miller als Ideenlieferanten. Elton John & Leon Russell - The Union Eigentlich kann ich Elton John nicht leiden (bis auf TINY DANCER). Habe das Album auch nur wegen Leon Russell gekauft. War dann aber doch begeistert, welch stimmiges Alterswerk den beiden von T Bone Burnett auf den Leib produziert wurde. Reifes Songwriting mit einem großartigen Gesangsbeitrag von Neil Young auf dem besten Stück (GONE TO SHILOH). Abteilung aktuelle Highlights aus 2010: Waiting For Louise - Roadsongs For The Business Class Deutschlands beste UNSIGNED BAND hat wieder zugeschlagen und mich erneut vollkommen überrascht. Angefangen haben sie als grandiose Country-Folk-Cover Band. Im letzten Jahr kamen eigene Songs dazu und jetzt haben sie völlig auf Cover-Versionen verzichtet und ihr Spektrum um Psychedelic-Rock-Elemente erweitert. Man fühlt sich wohlig in die Endsechziger Jahre zurückversetzt. In eine Zeit, als Bands wie KALEIDOSCOPE oder LOVE Folkrock-Grenzen sprengten. Oder man wird an Wunderwerke wie David Crosby`s IF I COULD ONLY REMEMBER MY NAME erinnert. Meine Platte des Jahres. Sharon Jones & The Dap-Kings - I Learned The Hard Way Wahrscheinlich jedermanns Lieblingsplatte. Dabei hat es bei mir seltsamerweise einige Durchgänge gebraucht, bis sie gezündet hat, dafür dann aber nachhaltig. Welch ein wunderbar warmer voller Sound und tief berührende Songs. Doug Paisley - Constant Companion Das Debutalbum des Kanadiers hatte ich letztes Jahr schon in meinen Top 10. Das 2. Werk ist genauso betörend geworden. Souveräner, herrlich luftiger Country-Folk, der an RICHARD BUCKNER erinnert. Darrell Scott - A Crooked Road Darrell Scott ist einer der Musiker von Robert Plant`s BAND OF JOY. Er spielt auf A CROOKED ROAD alles auf höchstem Niveau selbst und verfasst Balladen, die ihresgleichen suchen. Ein absoluter Ausnahmemusiker! The Black Keys - Brothers Mit BROTHERS hat das Gitarre/Drums-Duo den WHITE STRIPES in Punkto Innovation den Rang abgelaufen. Die coolen, dröhnenden, funk-geladenen Titel wurden im historischen Muscle Shoals-Studio in Alabama aufgenommen. Tradition trifft auf Moderne. Ich wünsche allen Blog-Besuchern ein gesundes 2011! Keep on rockin` in the free world. (Heino “Little” Walter)

Samstag, 25. Dezember 2010

Die akustische Jahres-Endliste The Shakedown @ Byte.FM Am Mittwoch, den 29. Dezember um 14 Uhr läuft die letzte Shakedown Show des Jahres im Webradio Byte.FM... Ich habe ein paar meiner Favoriten herausgepickt und wollte eigentlich in der zweiten Hälfte auch ein paar neue Sachen wie Sharon Jones oder Diplomats OSS spielen, aber irgendwie habe ich die Kurve nicht bekommen. Nach eine gospeligen Einstieg geht es in den Süden mit einigen sehr kruden 50s Tunes Mambo-Style, vor allem Bobby Sox Idol von Wilmoth Houdini muss gehört werden. Und meine Lieblings 45er von Dave Bartholomew ist gleich mit beiden Seiten vertreten. Grosse Kunst von Classie Ballou und Silas Hogan, sowie das wirklich grandiose Mambo No. 5 Original von Perez Prado. Nach einem kleinen 3-Song Rocksteady-Abstecher rockt Link Wray durch eine Instrumentalversion von Hund Hund, dicht gefolgt von einigen R&B/Früh-Soul-Hybriden. Zum Abschluß dann ein positiver Ausblick auf 2011 - It's A Wonderful World, Baby! 1. Naomi Shelton & The Gospel Queens - What Have I Done? 2. Miraculous Mule - Wayfaring Stranger 3. Staple Singers - Freedom Train 4. Dave Bartholomew - Shrimp & Gumbo 5. Dave Bartholomew - Oh Cubanas 6. Chris Powell’s Five Blue Flames - I Come From Jamaica 7. Wilmoth Houdini - Bobby Sox Idol 8. Classie Ballou - Classie’s Whip 9. Silas Hogan - Just Give Me A Chance 10. LaVern Baker - Tiny Tim 11. Perez Prado - Mambo No. 5 12. Blues Busters - How Sweet It Is 13. Moon Invaders - Chain Gang 14. Ken Boothe - Artibella 15. Jackie Mittoo - Voodoo Moon 16. Link Wray - Hound Dog 17. Little Junior Parker - Feel So Bad 18. Prince Conley - I’m Going Home 19. Willie Cobbs - You Don’t Love Me 20. Sam Cooke - Wonderful World (Prince R-man) PS. Das Bild zeigt die nächste Entwicklungsstufe unseres Soundcruisers.
Reinhard’s 2010 Ein Retro-Rückblick! Mein Hirn lässt nach. Ich habe echte Probleme mich daran zu erinnern, was es dieses Jahr alles neu gab und was mich davon fasziniert hat. Aber vielleicht liegt es nur am latenten Tonträger-Overkill, mit dem ich jeden Tag zu tun habe? Und daran, das mein Sortiersystem im Prinzip daraus besteht, Dinge zu stapeln und sie nicht alphabetisch wegzustellen („I’m a piler, not a filer!“)? Wohin sollte ich sie auch stellen, denn meine Wände bestehen nur aus Regalen und die sind prall gefüllt!?! Bei voller Konzentration fallen mir ein paar Sachen ein (siehe unten), aber grundsätzlich gilt auch 2010, was ich bei meiner 09er Abrechnung schrob: rein in die 50er Jahre, Abstecher in die 40er, im Augenblick geht es wieder Richtung Früh-60er. Aktuelle Artists und Bands bleiben kaum hängen, dafür jede Menge Compilations mit Rock & Roll, Soul, Rhythm & Blues, Rockabilly aus den 50s/60s, bei denen Fachmänner mir die Vorsortierung abgenommen haben. Und das Internet natürlich und die vielen wundervollen Blogs der Sammler und Jäger, die einen an ihren Fundstücken teilhaben lassen. Love it! Unverzichtbar in 2010: Dave Bartholomew – Shrimp And Gumbo/Ah Cubanas Welch eine 7“! Stellvertretend für die vielen Monate, die ich mir 2010 mit 50s R&B meets Mambo- (+ Rhumba/Calypso) Rhythmus verschönt habe. Als das Fieber losging, musste ich tief diggen, um mit Spoonful 33 meine erste eigene 31-Song-Mambo Compilation zusammenzustellen, fast zeitgleich begann ein Blog im Internet, sowas ähnliches zu machen – mittlerweile habe ich Vol. 2 (Spoonful 36) kompiliert und der Typ ist bei Vol. 44 – was bedeutet, daß ich jetzt zirka 1.400 R&B/Mambo-Hybrid-Tunes mein Eigen nennen kann. Und kaum einen möchte ich missen, Shrimp And Gumbo ist aber einer der besten: Bartholomew und seine Männer Mitte der 50er in New Orleans: Auf der A-Seite kämpft ein wackliger Mambo-Rhythmus gegen einen angeschlagenen New Orleans-Groove, dessen Drums aus Töpfen und Pfannen zu bestehen scheinen... und dieser Bläsersatz erst. Die B-Seite ist leicht kubanisch angehaucht und genau so gut. All in all a nice package, two bags of mambo-mardi Gras Gris-Gris sure to keep you safe from all manner of voodoo ill will! Das Grinsen im Gesicht... 500 Stück auf Juke Box Jam! Ganz frisch zum Thema: Rumba Blues – The Mambo Years CD The Excellos – The Excellos Ein aktuell musizierendes Londoner Quartett mit dem gleichnamigen Debütalbum, in das die nicht mehr ganz jungen Musiker alles reingepackt haben, was gut war von Bo Diddley über Slim Harpo bis The Hook. Ein paar Coverversionen wie I Got Love If You Want It, Black Betty, Suzie Q oder Shake Your Hips (Mörder!) wurden geschickt unter das eigene Material gemischt, for maximum pleasure versteht sich. Harmonica und Gesang kommen fast durchweg leicht angezerrt und die John-Lee-Hooker-Gedächtnis-Gitarre legt entweder sture Boogie-Riffs auf eine Dampflok von Rhythmusgruppe oder sie stichelt spindeldürre Licks aus einer Fender Combo. Die kurzen und prägnanten Soli verlieren sich regelmässig im allgemeinen Vorwärtsdrang - no ballad-shit here! Straighter Rhythm & Blues-Killershit! Eine absolute Spassplatte! Muss ich dann auch irgendwann mal live sehen. Miraculous Mule – Ten Songs Die neue Band von Michael J. Sheehy, seinem Bruder Patrick (Bass), Ur-Sheehy Drummer Ian Burns und Sangeselfe Alex Louise Petty (auch Gemma Ray). Absolute Sheehy Prioriät („We're on a mission and I KNOW I'm doing the right thing.”) des nächsten Jahres. Soul-Gospel-Blues-Voodoo-Rock mit Herz, Blut, Schweiß und Tränen. Sehr dunkel, fast schwarz. Oh Lordy! Die sparsame Besetzung lässt viel Raum für drei gleichberechtigte Stimmen, es wird teilweise heftigst gerockt, midtempo Blues-gegroovt, aber auch Acapella gelitten. Zehn Songs hat die Band in einer Wirbelsturm-Session aufgenommen, einer besser als der andere. Fünf weitere Songs haben sie seitdem neu im Repertoire, alle besser als die ersten zehn. Auf Tonträger im Jahr 2011. Ick freu mir schon. Oh Lord, I been hoodood! (frei nach Dr. John). Numero Group Welch ein Label! Ich erinnere an Grandiositäten wie Light On The South Side (ein dickes Foto-Buch über die Southside Chicagos in den 70s mit greasy-funky-Soul-Blues-Doppel-Vinyl). Oder die topfrische Syl Johnson Box, ein Wunderwerk aus 6 LPs, 4 CDs im Klappcover und einem Buch im Schuber! Da steckt viel Herzblut und noch mehr Arbeit drin, das sieht man auf den ersten Blick. Und sowas können Mailorder dann für schlappste 69 Euro weiterreichen! Sowas muß unterstützt werden und nicht Major-Label Abzock-Vinyl-Versionen für um die 30 Euro pro Scheibe (Young, Dylan etc.). Nuff said! Muss auf meinen Blutdruck achten. An frischen 2010er Veröffentlichungen möchte ich auf folgende nicht verzichten: Sharon Jones & The Dap-Kings – I Learned The Hard Way Black Keys – Brother JJ Grey & Mofro – Georgia Warhorse Isobel Campbell & Mark Lanegan – Hawk C.W. Stoneking – Jungle Blues Diplomats Of Solid Sound – What Comes Around Goes Around Jim Jones Revue – Burning The House Down Und natürlich all die feinen Compilationen mit tanzbarem Stoff aus den 50s & 60s: Music To Get Smart By – Vol. 3 Saints & Sinners - Vol. 1-4 R&B Hipshakers – Teach Me To Monkey (gerne auch als 7”-Box) Big Bad Blues Boppers R&B Meets Northern Soul - Vol. 2 Buttshakers – Vol. 5+6 Keb Darge & Little Edith - Legendary Rockin R&B A Rocket In My Pocket & then some. Und natürlich ganz besonders unsere eigene Spoonful-Serie als Destillation aus allem was gut ist und in die Beine geht. 45er Vinyl nicht zu vergessen: all die Repro 7”-es, die irgendein Sammler und Jäger regelmässig raushaut. Die wundervolle Creole Crime 7“-EP der so grandiosen Moon Invaders mit der tollen Version von Sam Cooke’s Chain Gang und natürlich die Juke Box Jam Serie aus dem Hause Jazzman, die sich auch mal traut, betörende 50s-Leftfield-Krampen rauszuhauen. Und natürlich die Releases auf Stag-O-Lee und Glitterhouse. Alle. Und: abhängen mit den Stag-O-Lee Allstars (Axel, Joe, K-Nut, Chrispop, Patrick, Michael, Jens-O-Matic, Liam), im Workingman’s Club in East London auflegen und einen Dancefloor haben, London sowieso, der Stag-O-Lee Stand beim OBS, diverse Shakedowns, der wirklich geile Rolling Stone Weekender (mehr der Vibe, nicht unbedingt die Musik), Miraculous Mule live, mein Ford Transit. Passt auf euch auf! (R-man)

Freitag, 24. Dezember 2010

....holy shit!
(das Shake Baby Shake blog-Team wünscht eine frohe Weihnacht!)

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Abt. Geschenke: !K7 Christmas Gift Das verdiente !K7-Label, an dem ich dieses Jahr wirklich viel Freude hatte, beglückt uns zum Fest der Liebe mit einer „tasty compilation“, die man sich komplett for free hier downloaden kann.
Die Tunes verbinden Highlights des Jahres und bieten auch einige Ausblicke auf coming attractions. Da sich hier auch noch mal mein allerliebster Track des vergangenen Jahres in seiner ganzen zehneinhalbminütigen Grandezza findet (Juan MacLeans DJ-Kicks-Stomper „Feel So Good“) lege ich euch das Ding unbedingt ans festlich gestimmte Herz. (Whirlyjoe)
Auf Tour mit THE FABULOUS PENETRATORS – ein Reisebericht 18.12.10 07:00 Uhr: Start in Beverungen mit dem bereits am Vorabend gepackten Sprinter. Die Band soll erst um 14:40 Uhr am Stuttgarter Flughafen landen, aber aufgrund der Wetterlage habe ich mich dazu entschlossen, die normalerweise gut 4 Stunden Fahrzeit auf knapp 8 zu verdoppeln. Sicher ist sicher. Fazit dieser Idee ist, dass natürlich alle Autobahnen akkurat geräumt sind und ich mit Pausen nur knapp 5 Stunden zum Airport brauche. Also den Kicker, einen großen Kaffee und zwei Trucker-Knacker-Bockwürste an der Tanke gekauft und es sich auf der Rückbank bequem gemacht. 14:40 Uhr: Das Flugzeug der Band landet überpünktlich. Anscheinend eine Ausnahme an diesem Tag. Während ich im Terminal auf das Auschecken der Jungs warte, blinken auf den Infowänden immer mehr „cancelled“ und „delay“ – Informationen für andere Flüge auf. Glück gehabt. Die fünf Londoner sind gut drauf. Liam hat ein explodiertes Wiesel auf dem Kopf. Alle haben sich aufgrund meiner Warnungen mit Winterstiefeln und Long-Johns eingekleidet. Da Get In im Venue erst um 18:00 Uhr ist, fahren wir erst mal ins Hotel. Dessen Name „Hotel Hottmann“ sorgt für das erste Zücken der Handy-Kameras. Ich gehe mit Clem auf ein Zimmer, nachdem wir uns darüber einig sind, dass wir in der gleichen Lautstärke schnarchen. Die Jungs haben Hunger, bis auf kleine Vodkafläschchen im Flieger haben sie noch nichts zu sich genommen. In der Nähe des Hotels finden wir „Ottos XXL-Schnitzelparadies“. Jackpot. Da ich weiß wie deutsche XXL Schnitzel aussehen, nehme ich nur einen Kinderteller. Die anderen ignorieren meine Warnungen, Joao und Crispin wollen sich gar eine Doppel-XXL-Schnitzelplatte teilen. 1200g paniertes Schweinefleisch + Beilagen. Sie scheitern. Genauso wie Liam an seiner Doppelten XXL-Currywurst, was ihn sichtlich deprimierte. 18:00 Uhr: Immer noch vollgefressen entern wir den Club Zwölfzehn. Die Stimmung ist gut. Während die Band aufbaut, schnacke ich mit dem örtlichen Veranstalter und richte mir meine Merchandising-Ecke ein. Nach dem Soundcheck wollen die Penetrators „in eine richtige beschissene Bar“. Robin, mein Mann vor Ort hat anscheinend einen guten Tipp, denn kurz nach Einlass kommen die Jungs sichtlich angetrunken, aber auch sichtlich verstört, zurück. Zitat Liam: „Wir lieben dreckige, beschissene, abgefuckte Bars. Aber das war echt zu viel“. 22:30 Uhr: Die Show beginnt. Da der Merchstand am anderen Ende des Konzertsaals aufgebaut ist, bekomme ich die Details nicht voll mit. Aber was ich höre, ist um Klassen besser als das, was ich bei Ihrem letzten von mir gesehenen Auftritt im August 2009 mitbekommen habe. Der mittlerweile auch nicht mehr ganz so neue Gitarrist Steve ist wirklich eine grandiose Bereicherung. Steves Freundin kommt übrigens aus Stuttgart, weshalb er ein paar Brocken deutsch spricht. Lieblingssatz während der Mini-Tour: „Das ist geil!“ Nach 70 Minuten ist das Konzert vorbei und Jensomatic und Joe übernehmen den Rest der musikalischen Beschallung. Die Band macht derweil eifrig Gebrauch von den ausgegebenen Getränke-Bons, hält sich aber trotzdem gewissenhaft an den von mir angesagten Curfew von 02:00 Uhr. Um halb 3 sind wir im Hotel und verputzen die Reste der Schnitzelplatte.
19.12.10 09:00 Uhr: Kollektives Aufstehen. Kollektives Frühstück. Kollektives in den Bus setzen und nach Freiburg kesseln. Beim Tankstop auf halber Strecke decken Liam und Steve sich mit den ersten Konterbieren des Tages ein. So hatte ich mir das Tourleben immer vorgestellt. Clem nicht. Er isst lieber passenderweise ein paar Clementinen. Auf der Fahrt kommen erste Horrormeldungen von den Lieben daheim. Heathrow habe alle heutigen Landungen aufgrund des Schneechaos gestrichen. Der Flug der Band sollte eigentlich am nächsten Tag um 15:30 von Stuttgart nach Heathrow gehen. Wir beschließen am kommenden Morgen bei British Airways und dem Stuttgarter Flughafen anzurufen und uns zu erkundigen. 14:00 Uhr: Das Hotel öffnet erst um 16:00 Uhr, weshalb wir uns auf den Weg in die Stadt machen um was zu essen und diverse Besorgungen wie z.B. eine Zahnbürste (Clem), einen Kamm (Steve) und Maracas (Liam) zu machen. 18:00 Uhr: Get In im Venue. The Great Räng Teng Teng liegt mitten in der Freiburger Fußgängerzone, war bis vor zwei Jahren ein Schwulen-Club und ist jetzt eine 1a angeranzte R’n’R Musik Bar. Nach Aufbau und Soundcheck führt uns unser heutiger örtlicher Partner Carmelo, der nebenbei auch noch für die Stadionzeitung des FC Freiburg schreibt, in ein gemütliches Restaurant wo wir uns Hühnchen mit Reis schmecken lassen und nebenbei St-Pauli – Mainz gucken. Liam hat es sich zur Aufgabe gemacht an diesem Abend jede in der Karte angebotene Bierspezialität zu kosten. Er scheitert. Aber nur, weil einige der Getränke nicht zur Verfügung stehen. Währenddessen trifft sich Clem mit seinem grenznah wohnenden Patenonkel, der ihm damals das Bassspielen beibrachte, die Penetrators aber noch nie gesehen hat. 21:30 Uhr: Als wir im Venue ankommen stehen da gerade mal 7 einsame Menschen rum. Wir beschließen, die Show erst um halb 11 statt wie geplant um 10 anfangen zu lassen, in der Hoffnung, dass sich da noch ein bisschen was tut. Der Plan geht auf. Die Penetrators spielen eine Wahnsinns-Show vor fast ausverkauftem Haus und müssen 2 Zugaben draufpacken bevor das Publikum halbwegs zufrieden ist. Danach wird gefeiert. Bis 02:00 Uhr. Da scheuche ich alle wieder in den Van. Sollte der Flieger am nächsten Tag nämlich starten, müssten wir spätestens um 10:00 das Hotel verlassen. Auf dem Weg müssen wir noch bei dem goldenen M halten. Die Band schreit nach Pommes und Nuggets.
20.12.10 09:00 Uhr: Erste Amtshandlung nach dem Aufstehen: Airport Stuttgart anrufen. Die nette Dame an der Info teilt mir mit, der Flug sei gecancelled. Für alles weitere sollte ich doch bitte die deutsche British Airways Hotline anrufen, deren Nummer mir sie gibt. Unglaublich aber wahr: Die BA Hotline arbeitet Sonntags nicht. Auch nicht, wenn in Heathrow immer noch nichts landen darf und ca. 85% der BA-Flüge ausfallen. Das nenne ich Service. Die Britische BA-Hotline verweist uns auf die BA-Homepage. Die BA-Homepage ist überlastet und zusammengebrochen. Das Ende der Zivilisation scheint gekommen. Trotz der Aufforderungen aus Stuttgart („Reisen Sie nicht an und setzen sie sich mit Ihrer Airline in Verbindung!“) machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Wenigstens gibt es dort Menschen von BA mit denen man direkt reden kann. Auf dem Weg von Freiburg nach Stuttgart werden Notfallpläne geschmiedet, das Radio bringt immer weitere Horromeldungen über die Flughäfen Frankfurt, Heathrow und Hannover. Der Traum heute noch zu fliegen zerplatzt. Falls gar nichts geht, dann halt mit der Bahn über Brüssel auf die Insel. Dann kommt im Radio die Meldung die Deutsche Bahn rate von Zugreisen ab. 13:00 Uhr: Ich lade die Band am Flughafen ab. Die Schlange am BA-Schalter ist kürzer als befürchtet. Ich tu es nicht gerne, aber ich muss die Jungs alleine lassen. Der Van muss heute noch abgegeben werden und die Strecke ins heimische Ostwestfalen soll laut Radio schön verschneit sein. Nach kurzer Verabschiedung setze ich mich wieder ans Steuer. Und das Radio hat recht. Von Stuttgart bis Beverungen wurde nicht ein Meter geräumt. Anscheinend arbeitet nicht nur die BA-Hotline nicht an Sonntagen. Nach diesmal 7 Stunden Fahrt ist die Reise für mich am Sonntagabend um 20:00 Uhr zu ende. Für die Band leider noch nicht. Stand heute (Dienstag, 21.12.10, 15:00 Uhr): Die fünf Jungs sitzen noch immer im Flughafen Stuttgart fest. Ihre früheste Evakuierung ist für morgen früh angekündigt. Aber auch da kann wetterbedingt immer noch was dazwischen kommen. Allerdings wird es jetzt bald Zeit. Liam und Steve haben für Donnerstag Flüge in den Weihnachtsurlaub gebucht. (Yannick Glittertainment)

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Bestenliste 2010 K-Nut Irgendwie habe ich ja dieses Jahr erstmalig das Gefühl mich für einen Großteil meiner Lieblingsplatten rechtfertigen zu müssen. ...fangen wir einfach mal mit den besten fünf an (der Rest dann unsortiert): 1. Black Dub – Black Dub Zielloses Rumgeschwurbel, eine überambitionierte Sängerin, Sounds, wie aus dem Kartoffel-Keller, doofes Cover, langweilige Songs, die sich in lauwarme Luft auflösen… Aber: - kein anderes Album habe ich in diesem Jahr so oft und gerne gehört wie dieses. Mir fällt es schwer zu erklären warum. – liegt es an Daniel Lanois‘ Trademark Produktion, an den wirklich hervorragenden Musikern (dieses Drumming!), daran, daß man ständig etwas neues entdeckt oder an der hypnotischen Atmosphäre? …ich weiß es wirklich nicht. Egal! Platz eins! (check here: I Believe In You; Nomad Knows) 2. Jim Jones Revue – Burning Your House Down Da gibt es nichts zu erklären oder zu rechtfertigen: ein heftiger Arschtritt, sensationelles Rock’N’Roll-Geprolle und endlich mal eine erträgliche Produktion. Großartig! 3. Thee Attacks – That’s Mister Attack To You Genau so großkotzig wie der Album-Titel. 60s-Bengels-Rock aus Dänemark, fast schon zu perfekt. Cool! 4. Mavis Staples – You Are Not Alone Den Wilco-Hype habe ich ja nie verstanden und finde die Zusammenarbeit von Mavis Staples mit Jeff Tweedy weder zwingend noch bereichernd. Dennoch bleibt mir die wundervolle Stimme von Mavis die allerliebste; da wird mir noch jedes Mal ganz warm um Herz und Seele. Halleluhja! 5. Junip – Fields Das José González-Album Veneer nenne ich ja schon lange mein eigen und war mir auch immer ganz sicher, dass man von dem Mann auch nicht mehr als das braucht. In den (neuen) Longplayer seiner alten Band Junip habe ich darum auch nur sehr halbherzig reingehört und sah mich in meiner Meinung bestätigt. Da bedurfte es schon der Überzeugungs-Arbeit von Freund Joe. Das Album wächst mit jedem Hören! Lohnt! Der Rest: 7 Walkers – 7 Walkers „Für sowas gibst Du Geld aus?“ fragt mich der R-man. Yep! Coole, entspannte Alte-Männer-Musik, New Orleans-Sounds, Jam-Band-Gedaddel, Country, Back-Porch-Grooves. Warum mir das gefällt? Vielleicht weil ich ein alter Mann bin…? Freebass – It’s A Beautiful Life Wer braucht eine Manchester-Rave-Revival-Platte? Brauchen tut das wohl keiner – macht aber dennoch großen Spaß! Wird dem Supergroup-Anspruch zwar nicht ganz gerecht, aber wer New Order, Primal Scream und die Stone Roses mochte, wird hier nicht unglücklich werden. Seltsamerweise ist die beigelegte Instrumental-Version des Albums keinen Deut schlechter (was nicht unbedingt für den Sänger spricht). Nils Koppruch – Caruso Ein Sympath allererster Güte, tolle Songs, tolle Texte, ein tolles Konzert im Kölner Blue Shell! Lloyd Cole – Broken Record 1000 Sympathie-Punkte; bin halt Fan der ersten Stunde. Wunderschöne Platte, seltsames aber tolles Konzert. Alles richtig gemacht! Syd Matters – Brother Ocean Völlig versponnenes, psychedelisch-abgedrehtes Zeug auf einem Konzept Album. Mag ich ja sonst gar nicht! Aber wie die Franzosen darin dermaßen gute Songs verstecken, ist schon großartig! The Black Keys - Brother Die waren mir vorher immer zu spröde. Jetzt mehr Instrumente, mehr Pop-Appeal, mehr Melodien - aber dennoch mit reichlich Druck. aus 2009 - spät entdeckt: Jochen Distelmeyer – „Heavy“ „Wohin mit dem Hass?“ hat der Haus-DJ im Blue Shell nach dem Koppruch-Konzert aufgelegt. Dahinter hätte ich keinesfalls die 1000 Tränen-Schmalzbacke vermutet. Das Album wollte anschließend unbedingt gekauft werden. Ich mag es sehr, darf es aber nicht auflegen wenn meine Familie in der Nähe ist. Tolle Musik zwischen heftigem Gerocke, Schlagerhaftem und tanzbarem Pop. Grenzwertig/genial! Track des Jahres: Still Going – Spaghetti Circus Eine Mörder-Nummer mit ganz leichtem Italo-Touch. Zuerst gehört auf der tollen DJ-Kicks von Juan Maclean und sofort als stilechte 12“Single (dfa) bestellt. Nicht totzuhören! Cover-Version des Jahres: The Twang - Heroes Bowie im Saloon (und Maffay sitzt im Spucknapf) Band des Jahres: Miraculous Mule Wundervolle Menschen machen wundervolle Musik. Live noch wundervoller! Reissues/Collections des Jahres: Syl Johnson – Complete Mythology (numero) Was für eine Box! Ein Wunderwerk, mit Liebe gemacht. Madrugada - Industrial Silence (Deluxe Edition) Das Bonusmaterial rechtfertigt den stolzen Preis in jeder Hinsicht! Compis des Jahres: Got Them Hill Billy Blues (El Toro) Sehorn’s Soul Farm (Charly) Hipshakers: Teach Me To Monkey (Vampisoul) Label des Jahres: Stag-O-Lee ...ganz ehrlich! Ohne Gesülze! Da kann mir Daptone gestohlen bleiben! Konzerte des Jahres: OBS, Miraculous Mule, Cut In The Hill Gang, Lloyd Cole (oder war das ein Gottesdienst?), Gemma Ray (Crossroads), Nils Koppruch, The Twang …während ich das hier schreibe läuft Seu Jorge/Almaz, eine Leihgabe von Joe. Da muss ich trotz heftiger Latin-Allergie wohl auch noch mal dran. …gar nicht übel! Also: Ohren und Herzen offen halten! (K-Nut)

Dienstag, 21. Dezember 2010

The Great Jester Wild Show Vol. 15 * Alfredo Ich hatte die Jester Wild Mixes neulich ja schon mal empfohlen und ich kann nur sagen, die Dinger sind mir durchweg ans Herz gewachsen, schließlich habe ich sie in der Zwischenzeit ausgiebig getestet. Ein paar der verantwortlichen Schallplattenunterhalter haben hin und wieder mal ein paar Filmdialoge eingebaut, die beim 5. Durchlauf anfangen zu nerven, aber immerhin habe ich deswegen mal wieder Lust verspürt, mir Pulp Fiction nochmal anzuschauen. Aber eigentlich regiert die Musik. Und wie! Also, hin und alle Mixe mal direkt auf die Festplatte bannen. Sie kommen (wie neulich schon erwähnt) in ordentlich fetter Bitrate. Ganz frisch: Vol. 15 mit Alfredo (a.k.a. Alfi) und einer knackigen 50s Rhythm & Blues-Selection. Mix und Tracklisting findet sich hier. Love it, wirklich guter Stoff. (R-man)

Montag, 20. Dezember 2010

Stag-O-Live!
The Fabulous Penetrators überrennen Stuttgart. Ein schlecht-gelaunt frustrierter Kleingeist schrob zuletzt in einen Blog-Comment, dass die Penetrators doch nur eine „ziemlich überflüssige Partyband“ seien. Was für ein ahnungsloser Schwachkopf, kann ich da nur sagen. Gut, dass der wohl zuhause geblieben ist, denn alle anderen hatten am Freitag im Stuttgarter Zwölfzehn reichlich Spaß – da wird es keine zwei Meinungen geben. Ich habe die Jungs aus London ja nun schon ziemlich oft spielen sehen, aber das war das mit Abstand beste Konzert. Bessere Songs (die drei ganz neuen waren alle großartig), besserer Sound (auch dank des neuen Gitarristen Steve deutlich tighter, druckvoller und fokussierter) und natürlich noch besser aussehend. Vor allem einer, denn Sänger/Rampensau Liam trug den schönsten Stierkämpferanzug aus dem Fundus des späten Elvis. Und hat mit dem Finger in die Steckdose gefasst, anders ist seine eigenwillige Afro-Mutation auf dem Kopf nicht zu erklären. Aber er kann auch so etwas mit Würde tragen, keine Frage. Anfangs lag ihm das in einer schwäbischen Touristenfalle genossene XXXL-Schnitzel noch etwas schwer im Magen, er fand aber schnell zu seinen legendären Show-Qualitäten zurück, tanzte expressiv mit dem Publikum, das sich generell sehr beweglich zeigte. Als Zugaben kamen dann rasante Coverversionen von „Have Love Will Travel“ und weiteren Klassikern. Und das muss ich ja auch mal wieder loswerden: ich verspüre ehrlich gesagt nur selten den Drang, trinkfreudige Musiker überhaupt kennen zu lernen, aber diese Jungs sind einfach klasse. Umwerfend nett, charmant und gut erzogen (seit Stinkstiefel John gefeuert wurde), dazu superlustig und auch ausgesprochen tanzfreudig. Denn das Konzert war ja nur die erste Hälfte eines langen Abends, und um Mitternacht übernahmen die anwesenden Stag-O-Lee Allstars in Form von Duke Jensomatic und mir die Decks. Und alle Penetrators gleich mitten im Gewühl und unglaublich dankbar für fast jeden gedroppten Song, was zu einem lustigen und ziemlich jägermeisterseligen Gedrängel rund um die DJ-Zone führte. Gute Jungs eben, die sich von Tourbegleiter Yannick dann irgendwann gegen Morgen wirklich einfangen und in Richtung Hotel bugsieren ließen – kein leichter Job! Wir haben dann bis um Fünf ein lustig-freistiliges Ping-Pong-Set hingelegt, mit dem wir beide sehr zufrieden waren (was keineswegs immer der Fall ist). Dass der Duke dann ohne größerer Trunkenheitsmerkmale in der letzten Stunde vom bewährten Spoonful-Kurs abgewichen ist, ließ mich doch noch ein wenig transpirieren, ich fand dann aber gerade noch angemessene Antworten auf Sachen wie „Radar Love“, „Let The Music Play“ (Shannon), „You’re The One That I Want“ (aus Grease) und „She-Bop“ von Cyndi Lauper. (whirlyjoe)

Sonntag, 19. Dezember 2010

Jahresrückblick bluetwang Ein Jahr, das mit 7 Wochen Arbeit in Indien aussergewöhnlich angefangen hat. Das hat sich dann auch als das prägendste Ereignis 2010 (neben dem schrecklichen Erdbeben in Haiti) in mein Gedächtnis eingebrannt. Die Fussball WM gehört sicher nicht dazu. Aber auch musikalisch hat es so einiges gegeben, das nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Das Jahr stand bei mir weniger als die Jahre zuvor im Zeichen von Funk und Soul. Es hat eine leichte Richtungsänderung zu mehr Singer-Songwriter gegeben. Aber auch der Blues war wie immer gut vertreten. Generell kann man sagen, das Jahr stand im Zeichen von guten Songs und weniger von Groove und Rhythmus. Alle Listen ohne bestimmte Reihenfolge. Best albums of 2010: Bruce Springsteen – The Promise Ich liebe den Boss und ich liebe dieses neue, alte Album. Springsteen ist ja über die Jahre fast konstant gut geblieben. Aber diese Songs sind halt Bruce im klassischen Stil. Und es geht schon beim ersten Songs auf dieser Doppel-CD im Stil von Thunder Road (mein Lieblingssong für alle Zeiten?) los. Und was folgt ist nicht von minderer Qualität. Warum bloss hat uns das Bruce so lange vorenthalten? Los Lobos – Tin Can Trust Seit ich ein absolut grossartiges Konzert der Band in der Mühle Hunziken erleben durfte, bin ich ein Fan. Jede Neuerscheinung ist ein Festtag. Und dieses Jahr sollte ein wahres Highlight erscheinen. Live im Studio eingespielt ohne Firlefanz aber Allem was zu den Wölfen gehört. Mexican Touch, gute Stimmen, geniale Instrumentierung mit heissen und vielfältigsten Gitarren aber vor allem SONGS! Ronnie Earl – Spread The Love Wiedermal ein reines Instrumentalalbum. Warum bloss ist dieser Mann nicht ein Gitarrengott? Mit seinem unglaublich packenden Gitarrenspiel füllt er jede Zelle aus, der Gesang wird nicht eine Sekunde vermisst. Eigene Songs plus Albert Collins' Backstroke, Kenny Burrell's Chitlins Con Carne und eine gewaltige Version von Cristo Redentor (kommt an Harvey Mandel’s Version heran). Duke Robillard – Passport To The Blues Genau wie Ronnie Earl einer meiner aktuellen Helden an der Blues-Gitarre. Nach reichlich Swing kehrt er hier wieder zum bodenständigen Blues zurück. Und das macht er gut und darauf habe ich gewartet. Greg Trooper – Upside Down-Town Neues Werk des Songschreibers, dessen Lieder von Leuten wie Vince Gill, Steve Earle, Billy Bragg und Robert Earl Keen gesungen werden. Wundervolle Songs gebündelt zu einem Americana Meisterwerk. Seine Stimme hat Soul und Tiefgang und er weiss etwas zu erzählen. AM - Future Sons & Daughters Mein Popalbum des Jahres. Aufgenommen in LA tropft permanent die kalifornische Sonne und Westcoast Feeling aus den Lautsprechern. Angenehme sanfte Stimme, die ausgezeichnet zu den melodiösen, meist ruhigen Songs passt. Peter Wolf - Midnight Souvenirs Ich finde schon sein 2002er Werk “Sleepless” ziemlich genial. In diesem Jahr hat der Exsänger der J. Geils Band wieder mal ein Soloalbum veröffentlicht. Es enthält einen bunten Mix an Stilen und Stimmungen und wartet mit interessanten Gästen auf. Hat der jemals besser gesungen? VA – Heavy Sugar – The Pure Essence Of New Orleans R&B Auch in diesem Jahr gab’s bei mir wieder Zuwachs bei den Compilations zum Thema New Orleans. Hier mit einem 3CD, 75 Tracks Set, das sich auf die Jahre 55-59 konzentriert. Früheste R&B Songs, die aufzeigen wo in späteren Jahren die Reise hingehen sollte. Muss man genau wie „Sehorn’s Soul Farm“, auch in 2010 veröffentlicht, haben. Beides übrigens äusserst preiswert zu kaufen. Truth & Salvage Co. – Truth & Salvage Co. Black Crowes Chef Chris Robinson hat dieses Debütalbum produziert. Aus verschiedensten Gegenden der USA zusammengesetztes Sextett. Westcoast, Country-Rock, 4 starke Leadstimmen und perfekte gesungene Harmonies. Weckt in mir Sehnsucht nach einer Fahrt auf einem unendlichen Highway. Southside Johnnv – Pills And Ammo Johnny wieder vereint mit seinen grossartigen Ashbury Jukes. Dass er über eine der besten weissen Soul und Rock Röhren verfügt weiss man ja schon seit den 70ern. Hier gibt er der Kumpel von Springsteen nochmals so richtig Gas und er macht alles richtig. Vorwärts treibende Hörner, sägende Gitarren und über allem halt … seine Stimme! Best songs of 2010: Natalie Merchant – The Peppery Man Eine der Frauenstimmen, die ich wirklich mag. Akustische Instrumentierung und tiefe, tiefschwarze Gospel-Stimmen zur Unterstützung. Was für ein Song. Gänsehaut! Los Lobos – All My Bridges Are Burning Mit Unterstützung von Robert Hunter von den Deads geschrieben obwohl sie das ja eigentlich gar nicht nötig haben. Dieser Song ist hier stellvertretend für einige andere aus dem neuen Album. Hier mag ich besonders die Dynamik und die heissen, bluesigen und lärmigen Gitarren. Duke Robillard – Make It Rain Geschrieben von Tom Waits mit dem er auf Tour war. Ich mochte vor ein paar Jahren schon schon Duke’s Version von Dylan’s Love Sick. Damals auch eingespielt nachdem er mit Dylan auf der Tour war. Mit den Meistern auf Tour zu sein, scheint zu genialen Coverversionen zu inspirieren The Transatlantics – Talk Like That Heisse, treibende Instrumental-Funk Nummer der australischen Newcomer mit tollem Gebläse. Wohl weil ich die Stimme von Tara Lynch nicht so prickelnd finde, gefällt mir vor allem diese Nummer so gut. JJ Grey – Georgia Warhorse Ich finde das aktuelle Album nicht ganz so stark wie die beiden letzten. Aber dieser Song ist einfach grossartiger, swampiger Blues mit dreckiger Gitarre und einem coolen Harmonica Solo. Southern Culture on the Skids - Slinky Spring Milt Surf-Instrumental vom grossartigen 2010er Album. Eric Lindell – Lucky Lucky Memphis-meets-New Orleans Funk mit einer zünftigen Portion Swamp, Harmonica und B3 zu giftigen Gitarren und einer wunderbar souligen Stimme. Für mich auf dem Top-Niveau von JJ Grey! Erinnert bisweilen auch etwas an Delbert McClinton. Solomon Burke – Seventh Heaven Zum Gedenken an einen der grössten Soulsänger aller Zeiten der 2010 leider verstorben ist. Eine ergreifende und packende Nummer aus seinem 10er Werk mit den Holländern von De Dijk. RIP Solomon. Thorbjørn Risager - Rhythms Of The Night Blues aus Dänemark. Der Mann verfügt über eine aussergewöhnliche, rauhe und ausdrucksstarke Stimme, die er sehr effektvoll einzusetzen weiss. Klasse Song von einem sehr abwechslungsreichen und viele Bluesspielarten vereinigenden Album. Marc Cohn – Long As I Can See The Light Wundervolle Backporch Version eines Klassikers. Cohn füllt den Song fast alleine mit seiner soulig warmen Stimme. Stammt von seinem sehr gelungenen Tributalbum ans Musikjahr 1970. Albums dicovered in 2010: VA - Light: on the South Side 2009 Ausführlicher Beschrieb unter http://shake-baby-shake.blogspot.com/search?q=Light+on+the+Southside The Steeldrivers – The Steeldrivers 2007 Namhafte Musiker haben sich zu dieser Bluegrass Supergroup zusammengeschlossen. Das erste Werk ist absolut grandios, verbindet Topstimmen und Instrumentalisten zu einem Hybrid aus Country, Bluegrass Soul und Pop. Charlie Rich – The Complete Hi Recordings 2000 Ich glaube bei R-Man’s Radiosendung auf Byte-FM, bei einer der genialen Country Soul Folgen, bin ich auf diese alten Aufnahmen von Charlie Rich aufmerksam geworden. Unglaublich soulige Stimme zu Songs, die mal mehr Richtung Soul und mal mehr Richtung Country driften. Wunderschönes Album für den Sonntagmorgen. The Blue Hawaiians – Savage Night 1999 Im Laufe des Jahres bin ich im Internet über dieses Album gestolpert. Ich habe es mir bestellt und bin restlos begeistert. Schwer zu beschreibende Mischung von Surf-Rock, Schmalz, vielen Hörnern und der ausgesprochen cremigen, schmalzigen Stimme (wird mit Chris Isaak verglichen) von Mark Fontana. Sehr abwechslungsreich und sehr originell. Josh Rouse – 1972 2003 Dieser Mann ist mir schon länger ein Begriff und ich schätze seine Arbeiten sehr. Dieses Werk aber hatte ich aber bislang verpasst. Im Herbst bin ich in Barcelona über die CD gestolpert und habe sie mir als Feriensouvenir nach Hause mitgenommen. Eine grossartige Hommage an die 70er. Soul, Pop, mit vielen Zitaten der Grossen aus dieser Zeit. VA – Pounds Of Soul 2003 Schatzhebung aus den Archiven von Kent und Modern. Gereicht in einer wundervoll aufbereiten Form von Ace. Einige Balladen, mehrheitlich aber forsches Tempo und einige in Richtung Funk abdriftende Nummern. Für mich ein Highlight unter den in aller Regel hochklassigen Samplern von Ace. Tahuna Breaks - Black, Brown & White 2009 Band aus Neuseeland. Nicht unähnlich Fat Freddys Drop oder den Black Seeds. Sie Mischen Reggae, Soul, Funk und Rock zu einem mörderischen Gebräu. Fat and Greasy! Freddy Robinson – Bluesology Einer der alten Blueskämpfer, die fast überall dabei waren aber nie im Rampenlicht standen. Compilation mit Auszügen seiner Alben aus den Jahren von 1972 und 1974 und Unveröffentlichtem. Eingespielt mit den Crusaders und Isaac Hayes Band. Joe Jackson – Look Sharp! und andere 1979–1986 Kannte ich nur von einzelnen Liedern. Im Laufe des Jahres habe ich mir zwei 2for1 CD’s zu günstigem Preis erstanden („Look Sharp!“ & „Big World“ sowie „Body And Soul“ & „Night And Day“) . Einfach grossartige, perfekt produzierte Popmusik die Punk, New Wave, Jazz und Soul vereint. Songs discovered in 2010: Dexys Midnight Runners – The Teams That Meet In Caffs 1980 Instrumental von einer Band, die sich in diesem Jahr, auch dank wiederholten Hinweisen in diesem Blog, in mein Bewusstsein gekämpft hat. Hank Shizzoe – Your Luck will Find You 2005 Normalerweise nehmen Schweizer Musiker einen englischen Song und basteln daraus einen Mundart-Song in ihrem Dialekt. Anders beim Berner Sänger, Songwriter und Gitarrist Hank Shizzoe: «Your Luck Will Find You» ist Hanks englische Version des Züri West-Hits «Fingt ds Glück eim?» Ein Song den ich schon im Original Top finde hier in einer wunderschönen Backporch Americana Version. The Blue Hawaiians – Jockey Full Of Bourbon 1999 Der zweite Tom Waits Songs in meiner Bestenliste. Kann das Zufall sein? Tatsächlich habe ich dieses Jahr auch den Zugang zu Tom Waits gefunden. Noch aber ziehe ich in vielen Fällen eine gute Coverversion seiner Songs vor. The Steeldrivers – Blue Side Of The Mountain 2007 Mein Sommersong 2010 und ein ständiger Begleiter auf dem IPhone. Akustische Nummer mit unglaublich packendem Bluegrass Gesang. Ich bin jedesmal hin und weg ab dieser Intensivität. Band Of Heathens – Jackson Station 2008 Genialer Gesang auch auf diesem Track. Kasey Chambers & Shane Nicholson – Rattlin’ Bones 2008 Ein absolut grossartiges Singer-Songwriter Album mit einigen Bluegrass Tupfern. Perfekte Harmonie der Stimmen. Freddy Robinson - Medicine Man Ein alter Blues Song mit einer gehörigen Portion Funk. Jimmy Stone – Family Affair Sehr gelungene Coverversion im Country Soul Stil, gesungen von einem Weissbrot. Den Song gibt’s auf einem Tributalbum für Sly Stone und auf dem ersten Sensacional Soul Sampler von Vampi. Larry Jon Wilson – Ohoopee River Bottomland 1976 Eigentlich nicht in diesem Jahr entdeckt. Steckt ja auf einem der genialen Country Got Soul Compilations. Aber in diesem Jahr sehr viel gehört und zum Gedenken an seinen Tod im Sommer hier aufgelistet. Warum legt bloss niemand diese Original Aufnahmen wieder neu auf? http://www.youtube.com/watch?v=v-3orYE9Bso Govt’ Mule – Forevermore 2009 Was ist das denn nun? Eine klassische Rockballade wohl am ehesten. Beginnt ganz ruhig aber intensiv, nach zwei Minuten zieht das Temo an, geht in einen furiosen, gitarrengetriebenen Rockteil über um dann wieder ganz sanft zu enden. Ich finde es genial. (bluetwang)

Samstag, 18. Dezember 2010

Erst der King of Soul, nun der Captain! Don van Vliet a.k.a. Captain Beefheart (* 15. Januar 1941 in Glendale, Kalifornien; † 17. Dezember 2010 in Nordkalifornien)! Traurig.
Jahres-Top-Ten Dirk 1. Artemis Quartett - Beethoven: Streichquartette op. 18/6, 130/133 Im zunehmenden Alter entdecke ich immer mehr die Klassik, obwohl es dort genauso viel Schrott wie in der Pop-Musik gibt. Das hier ist definitiv kein Schrott. 2. Caribou - Swim Nach erstmaligem Anhören dachte ich: Hype. Bei erneutem Durchlauf vor einigen Tagen hat es geklickt, tolle Platte. 3. Motorpsycho - Heavy Metal Fruit Wieder in alter Größe! 4. The Bambi Molesters - As The Dark Wave Swells Die Platte habe ich bei Sick Wreckords in Frankfurt gekauft. Zufällig kamen die C-Types, die am gleichen Tag die Vorgruppe für die Molesters gaben, für eine Foto-Session in den Laden. Danach habe ich zusätzlich noch die CD beim Mailorders meines Vertrauens erstanden. Von einem Album die Vinyl- und CD-Ausgabe zu kaufen habe ich schon lange nicht mehr gemacht. 5. Sharon Jones & The Dap-Kings - I Learned The Hard Way Klasse Album ... 6. Sharon Jones & The Dap-King - Live in Berlin ... aber diesen Mitschnitt (RBB Radio 1, 17.07.2010) finde ich noch besser. Ihr wisst schon, wo man das findet. 7. VA - Afro-Beat Airways (ANALOG AFRICA No.8) Muss wohl mit der WM in Südafrika zusammenhängen, aber tiefster Respekt vor solchen Ausgrabungen. 8. Keith Jarrett & Charlie Haden - Jasmine Bin eigentlich eher Charlie-Haden-Fan, aber Keith Jarrett stört hier nicht. Angesichts der Klasse der Musiker ziemlich zurückgenommen und unaufgeregt. 9. The Orb & David Gilmour - Metallic Spheres So hätten Pink Floyd 2010 klingen können ohne peinlich zu sein. Hat dazu geführt, dass ich mir alte Pink Floyd Platten (bis 1975) wieder anhören kann. 10. Bill Wells & Stefan Schneider - Pinaotapes Einfache Tonfolgen auf dem Flügel und zwei alte Tonbandgeräte. Damit kann man neue Wege ausprobieren, was ich spannender finde, als mir jetzt noch mal Bob Dylan in Mono zu kaufen ... (Dirk)

Freitag, 17. Dezember 2010

Cool & Free! Nicht jeder Blog-Gast (und Macher!) hat es so mit dem Jazz, deshalb hier mal wieder eine Lektion in Jazz-Vermittlung. Und wer kann das besser als Ben Lamdin aka Mr Nostalgia 77, der hier für das Tru Thoughts-Schwester-Label Impossible Ark eine Compilation mit sehr feinen Tracks zwischen Soul, Funk und Jazz zusammengestellt hat, die man sich auch noch ganz legal für umme downloaden kann. Von Nostalgia 77 gibt es gleich drei Tunes (mit Gästen wie Lizzy Parks und Julie Driscoll/Tippett), dazu je einen der afrodelischen Skeletons, dem neuen Signing Sara Mitra und auch einem Song des allseits beliebten Jeb Loy Nichols, der hier mal nicht Soul mit Country kombiniert, sondern – you name it – Soul mit Jazz. Kann er auch sehr gut, klingt dann wie die Karamell-Version von Gil Scott-Heron. Also bitte keine Angst vor dem J-Wort, sondern mutig hier entlang! (Whirlyjoe)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

BadaBing! - Was vom Jahre übrig bleibt: (Aber bei mir gibt’s nur Gold, Silber und Bronze) 1. CARUSO - Nils Koppruch Das, was ich von Fink kannte hat mir auch schon gefallen, Koppruchs Caruso incl. Live-Konzert im Blue Shell, einfach schön! Aber warum wird heutzutage bei Konzerten so viel im Publikum gequatscht? 2. BKO - Dirtmusic Peter Felkel hatte in seiner Kritik im Musik Express völlig recht, als er das Album schon im Frühling als Platte des Jahres hervorhob. Sehr spannend! 3. SWANLIGHTS - Anthony And The Johnsons Nicht ganz so stark wie das Vorgänger-Album, aber irgendetwas hat die XXL-Schwuchtel in Frauenkleidern, was fasziniert. Und das hat nix mit Köln zu tun… Live-Konzert (viel zu wenige): Platz 1 WOVEN HAND in Köln Platz 2 HELLSONGS in der Werkstatt (K-Ehrenfeld) Die Schweden haben richtig gut unterhalten und kräftig Stimmung gemacht! Platz 3 s.o. Sonderpreis geht an Johnny Walker von der CUT IN THE HILL GANG für die sexuelle Nötigung eines E-Bass auf offener Bühne! Zum Sport: Wirklich, ich hab' nix gegen Engländer, London ist eine tolle Stadt, ich fahre ein englisches Auto, mag Königinnen, hab englische Lautsprecher und mag auch Tattoos, englische Weingummis und TV-Dinner! Alles gut und schön, - aber: der grandiose 4:1 Sieg bei der WM gegen die Engländer, mit anschließenden Blick in die britische Presse war mein persönlicher Jahreshöhepunkt! Gute Vorsätze für 2011: Ganz klar: mehr Hall & Oates Platten hören und mit dem Rauchen anfangen! Allen einen frohe Weihnacht und einen guten Rutsch! (BadaBing!)

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Jahrescharts 2010 Whirlyjoe Ich bin das ganze Jahr als Berufsdemonstrant gegen den Stuttgart 21-Schwachsinn im Einsatz gewesen, da blieb im kulturellen Bereich dann leider einiges liegen (Literatur und Kino zum Beispiel). Trotzdem hat es wieder für die wichtigsten Listen gereicht, etwas Amüsement muss ja sein…. Alben 1. Junip - Fields Diese Musik ist trotz ganz konventioneller Instrumentierung komplett neu: dunkelrot glühend, psychedelisch-luftig und total süchtigmachend. Der Acid-Folk der Zukunft. 2. Seu Jorge And Almaz Diese Stimme, wow! Und um den brasilianischen Bariton herum auch noch satter, harter, souliger Seventies-Psychedelic-Rock zwischen Os Mutantes und Shuggie Otis. 3. Allo Darlin’ – Allo Darlin’ Das sonnigste Indie-Pop-Album des Jahres. Oder Jahrzehnts? Die munteren Briten stecken die dieses Jahr ja auch wieder sehr guten Belle & Sebastian trotzdem locker in die Tasche. 4. Sharon Jones & The Dap-Kings - I Learned The Hard Way Das perfekte Classic Soul-Album. Kann man nicht besser machen. Und als DJ kann man so gut wie jeden Song auflegen – alle gehen schwer zu Herzen! 5. Roots Manuva – Duppy Writer Den mit Abstand besten britischen Rapper hatte ich aufgrund seines Hangs zu eher futuristischem Dubstep/Dancehall-Zeug ja fast schon aufgegeben und dann das: die Wende hin zum altmodischen Reggae! 6. Bomb The Bass - Back To Light Ein ganz unerwarteter Knaller: Tim Simenon zaubert mit Gui Boratto zwischen Cosmic Disco und Dream-Pop einen ganz eigenen Sound, gebettet auf fluffige, spacige Sequencer-Sounds, die einen beim Hören herrlich wegdriften lassen. 7. Fat Freddys Drop - Live At Roundhouse Ich mag keine Livealben. Dieses aber schon, denn der elastisch federnde, zwingend tanzbare und psychedelisch abhebende Reggae-Groove der Neuseeländer ist vor allem für die Bühne gemacht. 8. LCD Soundsystem - This Is Happening Die verlässliche Größe – auch wenn James Murphy behauptet, keine Hits zu produzieren, sind hier gleich mehrere drauf, ruff & tuff wie immer. 9. Chromeo – Business Casual Der sensationell coolste 80er-Retro-Sound zwischen Hall & Oates, Prince, Cameo und Rick James, kombiniert mit superfunky Grooves der French House-Schule, all inclusive mit Handclaps, Falsett-Harmonies und Vocoder. 10. Quantic presenta Flowering Inferno - Dog With A Rope Tropical Soundclash! Will Holland fusioniert aufs Entspannteste Descarga-, Mambo-, Bugalu- und Cumbia-Funk mit feinstem, mild angedubtem Reggae: lowdown und wunderbar hitzetauglich. Wegen Parteilichkeit und offensichtlicher Vetternwirtschaft außer Konkurrenz: die besten auf Glitterhouse Records (konnte mich echt nicht entscheiden): Elva Snow - Elva Snow Ganz wunderbares Album, auch von mir zunächst eher übersehen. Tolle, bewegende und eingängige Songs, die im Bandformat fast besser rüberkommen als bei Scotts eher minimalistischen Soloalben. Tamikrest - Adagh Der Wüstentrip wurde verdientermaßen zur Erfolgsstory. Nie gehörte, dunkel-hypnotisch-psychedelische Musik aus einer anderen Welt. Eine Zierde fürs Label. Reissue des Jahres: Nick Garrie - The Nightmare Of J.B. Stanislas (40th Anniv. Deluxe Ed.) Sonderlob für diese opulente Perle: höchster Raritätenfaktor trifft auf aufwendigste Verpackungskunst. Ein kleiner Schatz. Songs/Tracks: 1. Juan MacLean - Feel So Good (Monster-Track!) 2. Roland Appel – Schooldayz (noch ein Monster-Track! 3. Fitz & The Tantrums - Money Grabber 4. Ben L'Oncle Soul – Soulman 5. The Bird And The Bee - I Can't Go For That 6. Moon Invaders – Chain Gang 7. Rachel & The Soul Criminals - Plain & Simple 8. 3 Titans feat. Menahan Street Band – College/The Life Of A Scholar 9. Dum Dum Girls - Jail La La 10. Hercules and Love Affair - My House Konzerte (ohne Rangfolge aber das OBS und auch Crosby Stills & Nash möchte ich doch besonders loben) Bambi Molesters Crosby Stills & Nash Cut In The Hill Gang Gossip OBS Putte & Edgar Tamikrest Tokyo Sex Destruction Wovenhand Steve Wynn (whirlyjoe)

Dienstag, 14. Dezember 2010

The Shakedown @ Byte.FM Morgen läuft die vorletzte Shakedown Sendung 2010, im Prinzip ein Rückblick auf ein paar meiner Lieblingstunes des Jahres. Beginnt leicht Forties/Exotica-style, geht ins Richtung Blues und dann über Soul zum R&B der späten 50er/frühen 60er. Wenig Gestotter vom Meister, viel Musik. Mittwoch - 15. Dezember um 14 Uhr auf Byte.FM - und dann nur auf Play drücken! Playlist 1. Bill Sanford Orchestra - Drumboogie 2. Joe Lutcher - Ojai 3. Vernon Dilworth - Shorty 4. Otis Rush - All Your Love (I Miss Loving) 5. Elmore James - Stranger Blues 6. Fleetwood Mac - Rattlesnake Shake 7. Cut In The Hill Gang - Serves Me Right To Suffer 8. Bettye Lavette - What Condition My Condition Was In 9. Eskew Reader - Undivided Love 10. Faye Adams - Johnny Lee 11. Johnny Otis - Hand Jive One More Time 12. Lowell Fulsom - Lady In The Rain 13. Big Lucky - Stop Arguing Over Me 14. Little Willie John - Leave My Kitten Alone 15. Jimmy Robins - I Can’t Please You 16. Lula Reed & Freddy King - You Can’t Hide 17. Ted Taylor - I Got The Chills 18. Bobby Powell - I’m Gonna Leave You 19. Lonnie Brooks - Mr. Hot Shot 20. Johnny Williams - Honey Child

Montag, 13. Dezember 2010

Jahres-Top-Ten busch-Man Bonobo - Black Sands Simon Green ist ein musikalisches Ausnahmetalent. Black Sands ist eine Reise durch Raum und Zeit, eine Verknüpfung vielschichtiger Meisterwerke und im Kopf entstehen entsprechende Filme: "Seasons change, it'll never be the same - I'm hoping, I will stay the same." Für mich die Platte des Jahres. The Black Keys - Brothers Die Keys drohten ein wenig in Vergessenheit zu geraten, haben als Reaktion aber mal eben ihr mit Abstand bestes Album eingespielt. Entspannend wirkt insbesondere der Abschied von der Drums-Gitarre-Dogmatik, hier sind allerlei Instrumente vertreten und das tut den großartigen Songs gut. Damn good !!! Dr. John - City Lights Den Doktor habe ich erst in diesem Jahr so richtig für mich entdeckt. Der Mardi-Gras-Voodoozauber der frühen Sachen gehört sicher zum Pflicht-Repertoire, aber City Lights ist mein eigentlicher Favorit: Mac Rebennack hatte seinerzeit überragende Songs komponiert, sich in der New Yorker Hit Factory mit den besten Musikern der Welt getroffen (Steve Gadd !!!) und ein Album eingespielt, das einer edlen Hochzeitstorte gleicht. Nur vom Teuersten, Besten und Schönsten ... Johnny Cash - American Recordings VI: Ain't no Grave Ein Vermächtnis. Natürlich wirkt das auf den ersten Blick nicht nur ein bisschen wie sell out, aber hier singt John Lieder auf den letzten Atem- und Lebenszügen und das ist bewegend und groß. Sharon Jones & the Dap-Kings - I learned the hard way The hardest workin' girl in Showbiz !!! Was an der Live-Show am meisten fasziniert ist, dass Sharon und die Dapsters richtig was können. Die großen Künstler ihrer Generation können immer nicht nur musikalisch auf der emotionalen Klaviatur spielen, sondern auch tanzen: "Dap-Kings - Yeah! - Let me - Yeah! - do the Boogaloo" Fitz & the Tantrums - Pickin' up the Pieces 60er-Soul im Geiste von Motown auf Silverbird. Macht auch ohne Gitarre Spaß und ganz viel Sinn; der gute Fitz scheint mir stylemäßig ein bisschen affig, aber man muss ja nicht hingucken. Dusty Springfield - Dusty in Memphis Viele werden mich belächeln, aber auf diese Gemme der Popmusik bin ich tatsächlich erst in diesem Jahr gestoßen. Wenn Dusty intoniert, heilen alle Wunden. Die schönste Frauenstimme aller Zeiten ... Ben Folds/Nick Hornby - Lonely Avenue Genau mein Ding. Hornby schreibt seit Jahren Lieblingsbücher über männliche Kindsköpfe, die sich für Weiber, Musik und Fußball interessieren - also über mich - und nun hat Ben Folds einige dieser Geschichten vertont. Letzterer ist ja manchmal ein ganz schöner Stresskopp, reißt sich hier aber entsprechend zusammen und setzt das Material in herrlichen Popsongs um. Midlake - The Courage of Others Mehrstimmiger Gesang an passender Stelle mit der richtigen Harmonie gesetzt packt mich immer wieder. Somit muss eine Platte mit einem großen Song wie "Acts of Man" definitiv auf diese Liste. Der Rest des Albums fällt, zumindest verglichen mit dem Vorgänger, ein wenig ab. Hidden Orchestra - Night walks Mir fällt auf, dass ich Musik, die in meinem Leben ja eine außerordentliche Rolle spielt, auch immer mit Urlaubserinnerungen verknüpfe. Hier ist es die Fusion der herbstlichen Weiten Ostfrieslands - vor Ort solltet ihr unbedingt die Brauerei zu Jever besichtigen - und Hidden Orchestra auf Tru Toughts: "An intense and rewarding listening experience." Yep! (busch-Man)

Sonntag, 12. Dezember 2010

Shake Glöckchen Shake ! ...nachdem ich ja mit Strenge bezüglich der Jahresbestenlisten bei Euch auch nix erreichen konnte, hatte ich ja kurz überlegt zur Methode Erpressung zu wechseln und nur denjenigen den X-Mas-Mix-link zu senden, die mir 'ne Liste schicken. Aber schliesslich ist Weihnachten ja das Fest der Liebe, und so gibt's die vierte Ausgabe unserer Weihnachts-Compilation, wie bisher für alle, die sie haben möchten. Und zwar HIER. Es war mal wieder ein harter Kampf. Heino und Joe hauten sich ihre Wunsch- und Streich-Listen um die Ohren während ich diesmal irgendwie nicht so recht in die Puschen kam. ...darum sind wir auch relativ spät dran in diesem Jahr. Ich habe dann mal meine Songs in einer kräftezehrenden Nachtschicht eingebaut und gar nicht mehr zur Diskussion gestellt. Danke an Heino und Joe, dass ihr mir das durchgehen liesst und für eure tollen selections. (Die beiden haben schon im Hochsommer angefangen!) Das hübsche Cover (keine Angst, kein Deathmetal!) haben wir wieder dem lieben chrispop zu verdanken. Ich hoffe Ihr habt Spaß dran und vielleicht veranlasst dies den ein oder anderen vielleicht doch noch seine Jahres-Top-Ten mitzuteilen......? Den Anfang macht jedenfalls morgen der gute busch-man. (K-Nut)

Samstag, 11. Dezember 2010

Sperrt Frauen und Kinder weg! Die Fabulous Penetrators kommen!
Aber vorerst nur in den Süden der Republik, und zwar nach Stuttgart ins tolle 1210 (17.12.) und nach Freiburg (18.12.) ins Swamp. In Stuttgart legen die Stag-O-Lee Allstars Whirlyjoe und Jens-O-Matic noch die Platten drumrum, einem großartigen Abend steht also nichts im Wege.
Ende Januar 2011 tourt das Londoner Quintett auch durch die Mitte des Landes, von Köln bis nach Berlin und zurück. Den Besuch eines Penetrators Konzerts kann ich nur empfehlen, die sind auf der Bühne einfach nur entfesselt. (R-man)

Freitag, 10. Dezember 2010

Kinnings! ...so gar keine Musik gekauft dieses Jahr? Der Eingang an Jahresbestenlisten ist noch recht überschaubar bisher. Setzt Euch doch mal eben hin, esst ein paar Spekulatius, macht Euch 'ne Kerze an und schaut mal versonnen in Euer Platten-Regal. Was ist denn 2010 in besonders guter Erinnerung geblieben, was hat Euch so richtig gepackt? Ob Eure Top 10 nun besonders exklusiv, mainstreamig, cool, indie, hip, vintage oder modern ausfallen ist dabei völlig egal. Es gibt auch keine Kopfnoten - traut Euch! Mail an: top-10(at)live.de ....sonst gibt's dieses Jahr auch kein Geschenk! (obwohl Shake Glöckchen Shake #4 fast fertig ist) (K-Necht Ruprecht)

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Kleiner Silvester Tipp! The Mule @ Gypsy Hotel Wer nun Silvester nichts vor und etwas Kohle übrig hat, der sollte vielleicht mal darüber nachdenken, nach London zu reisen. Die Silvesterparty des Gypsy Hotel Clubs scheint sehr vielversprechend zu sein. Neben diversen Burlesque Tänzerinnen (Suri Sumatra), einem Boogie Woogie Pianisten (Matt Millership), einem Gummimenschen (Rubber Ritchie), dem Headliner Urban Voodoo Machine ("Bourbon soaked gypsy blues bop`n´stroll") werden dort auch Miraculous Mule mit ihrer Mischung aus "Psychedelic! Gospel! Blues!" auftreten. Ein grosser Abend ist garantiert. "If you only got 12 hours to live, spend it at the Gypsy Hotel!" (Time Out Magazine) Silverster ist dieses Jahr an einem Freitag. Donnerstag los und zwei Tage Records diggen, abends ins Gypsy Hotel, Samstags ausschlafen und Sonntags back to Germany. Den Gedanken brauche ich mir nicht mal schöntrinken. Jung müsste man sein... (R-man)

Mittwoch, 8. Dezember 2010

The Great Jester Wild Show Yo, vor ein paar Tagen drüber gestolpert und im Augenblick mein tägliches Musikbrot sozusagen. Initiiert von ein paar Plattenlegern aus Jena (they call it Yeahna) of all places, finden sich auf ihrer The Great Jester Wild Show Webseite zur Zeit vierzehn jeweils 1-stündige "Excellent mixes arranged by residents & very special guest DJs/Collectors from all over the world". Darunter durchaus anerkannte Sammler und Jäger wie Thorsten Wegner (HH), Dynamic Don (Soul Inn, Berlin) oder Liam Large (Juke Box Jam, London). Die kann man sich runterladen und ich habe sie mir direkt alle gebrannt und mit ins Büro geschleppt. Musikalisch geht es um "Goodies, Biggies and Rarities from the 50s, 60s and early 70s. R&B, Popcorn, Soul, Latin, Exotica & Miscellaneous." Ich höre hier bislang vor allem 50s Rhythm & Blues und ein wenig early Soul, also genau das, was mir gerade so gut gefällt. Spannened gemacht und natürlich habe ich auch schon den einen oder anderen Hit entdeckt. Zudem kommen die Mixe in einer ordentlichen Bitrate, also mit Wumms in den Rillen. Taugt! (R-man)

Dienstag, 7. Dezember 2010

Miraculous Mule – Blitzkrieg over Germany! Ein Reisebericht Irgendwann hatte ich mal die gloriose Idee, daß Miraculous Mule, die neue Band von Michael J. Sheehy und Bruder Patrick McCarthy, doch beim Geburtstag der shake baby shake/Shakedown-Party spielen könnten. Und um das finanziell überhaupt stemmen zu können, sollten noch einige Gigs dazu gebucht werden. So floß einiges an Geld, viel Arbeit, reichlich Zeit und noch mehr Herzblut in die Vorbereitungen der drei Gigs in Köln, Dortmund und Beverungen. Und dann ging es los... Donnerstag, der 3.12. Recht komfortabel sollte die Band gegen 16 Uhr in Düsseldorf einfliegen, der einzige Flug am nachmittag. Alle anderen starten morgens um 7, was bedeutet, das man um 3 Uhr aus den Federn muß, um rechtzeitig am Airport zu sein. Leider ging dieser Flug von Gatwick, die es nicht schafften, ihre einzige (Single runway, Tatsache) Start- und Landebahn vom Schnee zu befreien. Dass der Flughafen an dem Donnerstag komplett geschlossen und alle Flüge ausfallen würden, wussten wir schon um 6 Uhr in der Früh nach dem Besuch der Gatwick Webseite. Da habe ich mir schon geschworen, daß ich 2011 nichts mehr mache, keine Gigs, keine Parties, kein Auflegen, Arsch ab. Als erstes wurde für Freitag auf einen anderen Londoner Airport (waren ja alle offen, ausser Gatwick!) umgebucht und nach einer Ersatzband für den Abend im Chlodwig Eck gesucht. Leider konnten weder die Juke Joint Pimps noch deren Drummer Mighty Mike, der dann noch die kleine Besetzung von Ray Collins’ Hot Club vorschlug, den wir auch gerne genommen hätten. Aber da konnte die Rhythmusgruppe nicht. Mike hat sich wirklich reingekniet um noch eine Ersatz-Band für den Abend zu organisieren. Tausend Dank nochmals dafür; ich konnte mich nur mit zwei Gratis-Cokes am späten Abend revanchieren. So fuhr ich mit vollgepacktem Transit (P.A. und Backline) nach Troisdorf bei Köln, wo unser K-Nut sein Leben fristet. Gar nicht mal schlecht allerdings und nach ein paar Fläschchen Bier ging es uns auch wieder besser und wir machten uns mit kleinem DJ-Gepäck auf den Weg. Im Chlodwig Eck war leider nicht viel los und es sollte den Abend auch nicht besser werden. Auf Sky lief das Dortmund-Spiel und wir verklappten in atemberaubender Geschwindigkeit locker lecker Kölsch. Dann tauchte ein uns bekannter junger Mann vom WDR Rockplast auf, der seine Plattensammlung demnächst in den Keller seines Neffen stellt, der so nebenbei auch noch ein eifriger Leser dieses Blogs ist. Die Welt ist eine Erbse. Mr. WDR (nennen wir ihn Jörg) brachte eine erhöhte Schlagzahl mit und verführte uns nachher noch zum trinken irgendeiner schwer gewürzten Bloody Mary-Abart. K-Nut legte zwischendurch auch noch auf, allerdings in der absurdesten DJ-Ecke, die ich seit langem gesehen habe. Ich habe nichts gemacht, ausser labern und trinken. Wirt Robert erwies sich als dankbar und spendabel (für was eigentlich?) und als wir gegen 2 Uhr per Taxi den Weg in die Outskirts of Cologne antraten, ging es erst K-Nut ziemlich schlecht (offenes Fenster bei 120 km/h und minus zehn Grad) und kurz nachdem ich mein Haupt zur Ruhe legte, ging es mir nicht besser. Klarer Fall von Überschätzung. Tja, die kleinen Gläser verführen ja tatsächlich zum Schnelltrinken. Meine erste feste Nahrung an diesem Tag hatte ich erst im Chlodwig-Eck zu mir genommen (sehr leckere Brat-Kartoffeln), das war für eine Trink-Grundlage definitiv zu spät. Gottseidank habe ich später die Finger von den komischen Schnäpsen gelassen. Als es dann zu später Stunde in ein auf etwa 40 Grad geheiztes Taxi ging, wurde mir tatsächlich ziemlich mulmig. Ging dann aber auch irgendwann vorbei... Vielen Dank an Robert für die tolle und generöse Bewirtung. Freitag, der 3.12. Per Wecker von der LuMa geschält und nach einem Minimalfrühstück noch schwer angeschlagen in Richtung Düsseldorf aufgebrochen, um Miraculous Mule vom Flughafen abzuholen. Die dann tatsächlich eintrafen, übermüdet, aber wie nicht anders erwartet guter Dinge. Es ging direkt zurück in K-Nut’s Latifundie und nach einem ausgiebigen Zweitfrühstück folgte ein ordentlicher Mittagsschlaf, der zur Folge hatte, dass ich mich fast wieder fit gefühlt habe. Ich bin leider nicht so richtig zum Schlafen gekommen, und so blieb mir mein hangover noch ein Weilchen erhalten. Gegen 16 Uhr ging es Richtung Dortmund. Das Subrosa ist ein mit Trödel vollgestopfter Laden, an den ich zumindest was die Response betraf nicht die besten Erinnerungen hatte (M+P hatten schon mal als Duo dort gespielt). Zwei Stunden hat Kneipen-Chef Cornell gebraucht, um den Sound zu richten, also Soundcheck ist wirklich das ödeste was es gibt auf der Welt. Aber zumindest habe ich so mitbekommen, daß die Band seit dem letzten Gig im August ganz schön kreativ war. Danach haben sie im Studio zehn Tracks aufgenommen, aber eben beim Soundcheck vier neue Tunes gespielt, die allesamt besser waren, als das was ich kannte. So zum Beispiel Satisfied, ein absoluter Burner. Oder Dangerous Blues... oder...

Angenehmerweise füllte sich das Subrosa recht ansehnlich und als die Band gegen 22 Uhr die kleine Bühne betrat, war die Stimmung schon sehr gut. Und sie wurde minütlich besser, denn Miraculous Mule legten einen Bombenset hin. Ian Burns knüpfte einen ordentlichen Drumteppich, auf dem Patrick so ziemlich den genialsten Bass spielte, den ich seit Ewigkeiten gehört hatte. Im Prinzip spielt er Bass wie Banjo, also viele Töne, aber saumässig funky. So treibt er seinen Bruder Michael vor sich her, der von leisen Akkorden bis zum Feedback-Gewitter alles reinpackt in den Sound der Band. Der sich zusammensetzt aus Blues, Soul, Gospel und Rock. Der Gesang ist aufgeteilt auf das haarlose Brüderpaar und die Sängerin Alex (sonst bei Gemma Ray), miteinander, gegeneinander, jeder mal den Leadpart übernehmend, harmonisierend, sehr genial. Alex teilweise pechschwarz, Michael soulful und Patrick für das heftige Gebell. Und so präsentierte die noch junge Band ein sehr ausgewogenes Programm, von heftigen uptempo Rockern über angeblueste midtempo Groover bis hin zu Voodoo-Balladen und gar komplett Acapella dargebrachten Songs. Hinter mir sagte ein Gast tatsächlich nach jedem Song „Oh yeah!“ – und ich ließ ihn gewähren, denn Recht hatte er. Beim von Alex vorgetragenen Acapella-Track No More My Lord konnte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören, so sehr hatte das Maultier das Publikum in seinen Bann gezogen. Ihre grandiose Version von Wayfaring Stranger gab es dann als Zugabe, Patrick bricht sich beim Multiton-Bassriff fast die Finger, das allerdings von Satisfied locker getoppt wurde, einer absoluten Orgie von Call- und Response-Gesängen über einem Mörderriff. Wenn sie das einigermassen im Studio hinkriegen... Brilliante Band, großartige Show, sehr gutes Publikum und ein toller Club (das Subrosa hat definitiv ein paar Plätze gut gemacht). Mir hat sowohl der Laden (gut gefüllt mit netten Menschen, lecker Grünkohl mit Mettwurst, Espresso und Mineralwasser auf Zuruf) als auch der Mule-Auftritt so richtig gut gefallen. Ich kannte die Songs ja bisher nur als Rohmixe und einige als fertig abgemischte Versionen, aber Live war das noch mal eine ganze Klasse besser! Noch intensiver, noch druckvoller, eine noch präsentere Alex Petty! ...und den Herrschaften beim Musizieren und Singen zuzuschauen ist und bleibt ein Hochgenuss! Wir hatten uns zur Übernachtung in Beverungen durchgerungen und mussten folglich noch auf die Bahn, was sich aber als recht problemlos darstellte. Der Stadtkrug hatte noch geöffnet als wir in Beverungen eintrafen, aber nach ein paar Bierchen verabschiedete man sich voneinander, es war ein harter Tag. Auf der Autobahn konnte ich mit Michael als Beifahrer im Kombi noch mit dem rasanten Tempo des Tourbusses mithalten, aber nachdem mir bei -15 Grad der komplette Wischwasser-Frostschutz-Rotz auf der Frontscheibe festgefroren war und ich den Landstraßen-Heimvorteil von R-man mit eingeschränkter Sicht nicht mehr aufholen konnte, trafen wir etwas verspätet in Beverungen ein. Erst Autos ausräumen, und dann folgte morgens um zwei das erste Bier. Das schmeckte so gut, dass ich immer wacher wurde und noch ein paar folgen liess. Um vier konnte mich Axel dann von der Theke loseisen. Samstag, der 3.12. Lange schlafen, ein kurzes Treffen bei mir und dann ab 15 Uhr in den Stadtkrug zum Aufbau und Soundcheck. Das hat schon etwas gedauert, die Räumlichkeit ist auch nicht einfach klanglich aufzubereiten, aber Rembert und Martin haben einen guten Job gemacht, der sich auch abends fortsetzte und den alten Spruch „wenn der Laden voll ist, klingt sowieso alles anders“ mal wieder bestätigte. Nach einem kleinen indischen Festmal bei Harry gegenüber ging es zurück und K-Nut und ich droppten schon mal ein paar Tunes. Dass es nun nicht drückend voll war, lag wahrscheinlich am einsetzenden Schneefall und einfach der Tatsache, daß das Interesse im Großraum Beverungen an solcher Musik eher gering ist. Nichtsdestotrotz enterte die Band gegen 22.30 Uhr die kleine Stadtkrug Bühne und lieferte den gleichen Set wie am Vortag, allerdings mit mehr Vehemenz. Sehr, sehr Klasse! Das Feedback vom Publikum wurde zusehends besser und die Stunde verging wirklich wie im Fluge. Die Version von Satisfied zum Abschluß war wirklich spektakulär und zeigt, dass das Werk auf dem Weg zum Crowdpleaser noch sehr ausbaufähig ist. Den Sound-Job hatten die Bengels doch perfekt hinbekommen, das klang großartig! Der Auftritt war dem vom Vorabend absolut ebenbürtig und tatsächlich mit noch mehr Druck. Das hätte ich mir auch fünf Abende hintereinander anhören können. Ganz fantastisch! Ein paar mehr Leute vor der Bühne statt vor der Theke wären allerdings schön gewesen.

Nach dem Gig übernahmen die Stag-O-Lee Allstars die Wheels Of Steel, Alex (die in London eine monatliche Clubnacht hat) droppte einige erstklassige Soul- und Funkbomben, gefolgt von Patrick, der wie immer völlig losgelöst und mitreissend auflegte. Bruder Michael (da schon recht angeschlagen) gesellte sich dazu, meinte aber nach zwei Tunes, ich solle übernehmen. Was ich mir nicht zwei Mal sagen ließ, denn mit Brother Patrick Ping-Pong aufzulegen ist schon ziemlich grandios. Der Bursche schafft es irgendwie, die krudesten Sachen zu droppen und trotzdem so etwas wie pure Magie zu erschaffen.

Da immer die richtige Antwort zu finden, ist nicht immer einfach, aber ich denke, ich habe das recht gut hinbekommen (einfach mal vorlegen und nicht immer hinterher ist die Lösung. Nach einer Stunde puren Auflegeglücks droppten wir noch so disparate Sachen wie Lenny Kravitz (Freedom Train – Bombennummer), Looking At You/MC5 vs. Shot Down von den Sonics, um ganz kurz danach mit dem Toots & The Maytals-Klassiker 54-46 Is My Number für völlige Ekstase zu sorgen. Danach fädelte sich Chrispop ein, der einen wirklich famos-tanzbaren Set hinlegte (auch wenn er hier unten auf dem Bild aussieht, als würde er ein Nickerchen machen), das hat wirklich von vorne bis hinten gepasst, mein Lieber! Axel scharrte derweil mit dem Hufen und durfte als nächster ran, übergab aber recht schnell wieder an Chrispop und K-Nut, die den ehrwürdigen S–krug wohl noch bis 4.30 Uhr beschallten. Als ich um 3 Uhr das Etablissement verließ, hatte eigentlich jeder ein ganz breites Grinsen im Gesicht. Und ganz besonders Wirt Lothar, dem mein ganz besonderer Dank für die großzügige Unterstützung gilt - Stadtkrug, long may you run!
Hat wirklich mal wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Es wurden tatsächlich ältere Herren, die ansonsten nur auflegen, beim Tanzen beobachtet! Auf dem Weg nach Hause dachte ich mir, ich sollte mir das vielleicht alles dann doch nochmal überlegen mit dem an den Nagel hängen und so. Denn solche Abende wie im Stadtkrug sind dann doch Einsatz und Herzblut wert. Das Wochenende war für mich als "Tour-Begleiter" auch eine ganz neue und sehr schöne Erfahrung. Tolle Menschen, tolle Musik, mir würde da ganz schwer was fehlen! WEITERMACHEN!!! (R-man + K-Nut)