Donnerstag, 31. Dezember 2009

shake baby shake ist tot! Es lebe der Stag-O-Lee Shakedown!
So geht es weiter … in Beverungen. Im Stadtkrug. Eigentlich wollten Axel und ich das DJ-ing im Stadtkrug komplett an den Nagel hängen, als dann neulich unser DJ-Kumpel Chrispop aus Paderborn meinte, er stände sicher ein paar Mal im Jahr mit seiner Plattenkiste zur Verfügung und wir sollten doch irgendwie gemeinsam weiter machen. Was ich als sehr inspirierend empfand, denn dem Jungspund beim Plattenlegen zuzusehen, das taugt schon und meistens kommt ja auch was Ordentliches aus den Boxen (hähä).

Allerdings hatte ich keine Lust, einfach so weiter zu machen, wie gehabt eine Art Ü-40 Party, bei der die Musik keine Sau interessiert. Ich hätte uns gerne eine Szene mit jungen und alten Tanzwilligen herangezüchtet, wahrscheinlich (oder ganz sicher) alles Illusionen, aber einen Versuch wäre es wert.

Musikalisch sind wir ja sowieso alle mehr oder weniger in einer Richtung unterwegs, also wollte ich ganz stringent so eine Art Rhythm`n´Soul Club aufziehen. Yes, in Beverungen of all places. Also kein AC/DC morgens um vier oder sonstige Ausreißer. Als musikalische Grundlage sollte unsere Spoonful-Serie dienen, also Soul und Funk (bis zirka 1972), Rhythm`n´Blues (ab den frühen 50ern, am besten natürlich um die 60er Wende), Ska und Rocksteady, Blues-Bopper und Sixties Garage-Punk. Ohne Angst vor einer Erweiterung in Richtung klassischem Soul und Motown, wenn die Massive tatsächlich mal in Schwung gekommen und tanzwütig ist. Künstlerische Freiheiten sind natürlich erlaubt, in Chrispop`s letztem Mix hörte man tatsächlich Hildegard Knef, Bernd Spier und Peter Krauss! Zu welchen Reaktionen das führen wird, bleibt abzuwarten. Axel hatte anfangs Befürchtungen, das er da musikalisch zu schlecht bestückt sei, aber das letzte shake baby shake sollte Beweis genug sein, das das passt (wer Freddy King - Now I've Got A Woman im Original hat, der kann kein schlechter Mensch sein).

Ein neuer Name musste her und da habe ich mal gleich ganz selbstlos Stag-O-Lee Shakedown vorgeschlagen, was auch sofort akzeptiert wurde. So werden wir also zu dritt im Stadtkrug weitermachen, allerdings vorerst nur alle zwei Monate. Reserviert sind jeweils die ersten Samstage im Februar, April, Juni und August. Im August werden wir dann etwas grösser feiern (vielleicht im Stadtkrug, vielleicht woanders...) und zwei-drei Livebands und sicher zahlreiche Gast-DJs (die Stag-O-Lee Allstars komplett) vor Ort haben.

Natürlich ist das alles etwas ambitioniert und sowas funktioniert ja teilweise nicht mal in Millionenmetropolen, aber träumen darf ja wohl noch erlaubt sein. Und wenn wir es nur bis zum August machen und die Traumblase dann platzt, so what? Es wäre schön, wenn Wirt Lothar bis zum Februar technisch aufgerüstet und seinen permanenten DJ-Set-Up fertig hätte. Irgendwie freue ich mich schon auf den ersten Samstag im Februar… see you there. (R-man)

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Abt. Kurzentschlossen Mini-Shakedown in Stuttgart Freunde, wer an Silvester noch richtig Party braucht, sollte am Donnerstag nach Stuttgart kommen, denn im Landespavillon (gleich neben dem Hauptbahnof) spielen die Fuzztones auf, im Sommer ja einer der Headliner beim Stag-O-Lee Shakedown. Da passt es natürlich gut, dass auch der Shakedown-DJ Duke Jens-O-Matic dabei ist und den langen Abend an den Decks verschönert. Geht hin und schwelgt in Erinnerungen an unser kleines Sommer-Festival.

Hartgesottene dürfen davor oder danach gerne auch im Palast der Republik vorbeischauen, wo ich als DJ ganz tief in die Hitkiste greifen werde, um betrunkene Feierwütige bei Laune zu halten. Gleiches gilt für Freund Kaspar, den wir hier auch schon vorgestellt hatten, der im Schocken auflegt, das aber garantiert aus allen Nähten platzen wird.

Allen einen wilden Rutsch ins neue Jahr! (Whirlyjoe)

Dienstag, 29. Dezember 2009

Ein quasi Volltreffer... Nach weiteren Stöbereien im www habe ich nun eine Quelle aufgetan, für die heute morgen erwähnten It's Happening Compilations. Auch Beat Casino Vol. 2 (in den Comments erwähnt) gibt es dort noch. Und was man nicht glauben mag, von It's Happening gibt es noch Vol. 5-10 komplett - also 6 Volumen. Kosten zwar 15 Euro pro Stück, aber ich gehe davon aus, daß hier tatsächlich nur 500 Stück gepresst wurden. Zudem findet sich sonst kaum bis keine Spur dieser Compilations und ich sage mal voraus, daß es hier keinen Wertverlust geben wird. Meine Order ist schon raus... Mal runter bis Cheers Records. Hey, sechs Volumen einer verloren geglaubten Scheibe. Ich glaube fast, da haben wir was zum Ursprung zurück verfolgt. (R-man)
PS: Die ersten vier müssen aber trotzdem noch ran. Und wenn es sein muß digital.
Wanted!
It's Happening!
Nach irgendwas war ich auf der Jagd in einem meiner unzähligen Plattenstapel. Und wie so oft bei ungeordneten Tonträgern, habe ich nicht das gefunden was ich gesucht habe, sondern bin über zwei Longplayer gestolpert, von deren Existenz ich nichts mehr wußte. Obwohl sie garnicht so alt sein dürften...
Dabei handelt es sich um eine Compilationserie namens It's Happening, von der ich nun Vol. 9 und 10 mein Eigen nenne. 500 Stück soll es pro Exemplar geben und das will ich gerne glauben, denn Nachforschungen nach Vol. 1-8 haben praktisch null Erfolg gehabt, sieht man mal vom Tracklisting von Vol. 7 bei discogs ab.
Beide Volumen bieten eine etwas krude, aber irgendwie doch bezwingende Mischung aus "forgotten Treasures for Dancer" (tatsächlich ohne s). Auf Vol. 10 finden sich eine instrumentale Jumping Jack Flash Version (Wynder K. Frog), Taxman in der Bearbeitung von Loose Ends, Bands wie Elephants Memory, Balloon Farm (A Question of Temperature) und die Four Seasons (Beggin', wahrscheinlich bevor es hip wurde). Und no names wie The Mondern Redcaps, Myra Johnson, Ed Townsend oder Chuck Wright. "Go go power, hammond sound, sax tunes, wah wah attacks, percussion grooves, flute loops" steht hinten auf dem Cover, in den Rillen ist dann R&Roll, Soul, etwas Freakbeat und Garage, sowie Popcorn-R&B. Könnte man durchaus so durchlaufen lassen auf einer Party.
Vol. 9 hat Seltsamkeiten wie Remo Four, Shorty (Somebody Stole My Thunder), etwas fast Motown-eskes von Geno Washington, den Walking Blues von Fluffy Hunter und sonst eigentlich nur Namen, die mir das erste Mal untergekommen sind. Im Prinzip der Soundtrack für einen britischen Kellerclub anno 65. So wie man sich das heute wieder wünscht.
Und nun meine Frage: Wer hat Vol. 1-8? Schon mal gesehen? Im Schrank? Und gewillt, einen Digitaldurchlauf davon zu "sharen", wie man heute zu sagt?
Ich freue mich von Euch zu hören. (R-man)

Montag, 28. Dezember 2009

Abt.: Brandneu R`n´B Meets Northern Soul Volume 2/Various Artists Schon Vol. 1 der neuen Serie R`n´B Meets Northern Soul hat einiges an Begeisterung ausgelöst – der zweite Teil steht in nichts nach! Erschienen auf dem V.O.R. (Vinyl Only Records) Sublabel des Ska-Imperiums Grover aus Münster. Und Volume 2 ist ganz klar ein Killerwerk! New Breed nennt man diesen Sound an der Schnittstelle von Rhythm`n´Blues und Soul, den man jetzt mal so zwischen 1955 und 1965 eingrenzen kann, und er ist der heiße Scheiß seit einiger Zeit. Und diese Scheibe macht sich für einen ordentlichen DJ-Set beinahe unentbehrlich. Kein Ausfall, nur Volltreffer. In die 12 gehen unter anderem Come On Home von George Allan, die wirklich saucoole Summertime Version des Cornerstone Trios, das fabulöse Honey Child von Johnny Williams (besser als die Version von Bobby Bland), Mama von Sarah Vaughn und das von einer spindeldürren Gitarre vorangetriebene, fast gospelige Bulding A Wall Around My Heart von Susan King. Und wenn Jimmy Ricks am Ende mit dem Popcorn-Hammer Oh What A Feeling! downtempomässig ausgroovt (dieser Trompetensatz!), dann fragt man sich, warum man so viel Zeit in seinem Leben mit schlechter Musik vergeudet hat?!? (R-man) Gibt es hier. Und nur dort erhalten die ersten 20 Besteller eine Promo-CD-Version des gesamten Albums umsonst dazu!!!!

Sonntag, 27. Dezember 2009

Sugar Pie DeSanto Die Gute tauchte Dank der Chess-Singles-Sammlung auf ACE ja auch in meinen Jahres-Charts auf. Wer jetzt meckert, dass ich diese beiden Videos bereits gepostet bzw. verlinkt hatte: Das stimmt; aber ich kann mir das immer und immer wieder anschauen und hoffe auch Ihr habt trotzdem nochmal Spaß damit. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1964. (k-nut)

Samstag, 26. Dezember 2009

Stag-O-Lee Shakedown * 23. Jan. 2010 * Mutter Kassel Brandheiß wird es hergehen, in der Traditionskneipe der nordhessischen Metropole, wenn am Samstag, dem 23. Januar die Shakedown-Rakete in der Mutter gezündet wird. An den Controls: Duke JensOmatic, mit allen Wassern gewaschener DJ-Hansdampf aus Stuttgart, und ich, allerdings für das Event mit einem "Prince" geschmückt. Mit Verlaub, ein geliehener Titel, eigentlich bin ich gar kein Prinz. Aber der Duke hat auch keine Ländereien irgendwo in Südengland und da dachte ich, was der kann... Wahrscheinlich wird er mich schwer an die Wand spielen, denn gegen den Duke bin ich ein Nichts. Da hilft nur akribische Vorbereitung... ein paar seiner Highlights habe ich schon mit einem alten Bauerntrick aus ihm rausgelockt. Da kann ich kontern... aber wenn er mit mir ins Rockabillyland will, dann muß ich mir was einfallen lassen. Ich hoffe einfach, daß wir wie in Stuttgart zusammen hinter den Decks stehen, uns die Platten wie Bälle zuspielen und mit dem lokalen Bier (davor habe ich wirklich Angst!) den Schädel zum bersten bringen. Be there or be square! (R-man)

Freitag, 25. Dezember 2009

The 2009 Chronicles R-Man Heute ist der 25. Dezember und es ist mein 52. Geburtstag. Ich schreibe das nicht, weil ich jetzt ein Gratulationsjäger bin, nichts liegt mir ferner, als mich jetzt beglückwünschen zu lassen. Tatsache. Aber an Tagen wie diesen blickt man ja zurück, sagt man jedenfalls. Und da ich keinen Kater habe, will ich mal das musikalische Jahr 2009 Revue passieren lassen. Ich suppe jetzt mal etwas rum, kann auch länger werden, aber Internet ist geduldig… Eigentlich bin ich ja zu alt für Musik… es müßte ja irgendwann mal aufhören, denkt man. Aber noch immer sauge ich mit einer Gier neue Musik in mich auf, daß ich mich selber manchmal wundere. Und noch immer kann ich mich mordsmässig begeistern, auch wenn ich ja fast Berufshörer bin, also auch Musik hören muss!´ Im Prinzip habe ich mich in diesem Jahr zeitlich/musikalisch weiter nach hinten bewegt. In den letzten Jahren hat es ja für mich sowieso eine Rückbesinnung an alte Klänge gegeben und meine freie Zeit verbringe ich vorwiegend mit Schätzen, die (um es mal abzugrenzen) alle vor 1972 aufgenommen wurden. Und das (fast) immer mit den Augen und Ohren eines DJs (kein guter, aber egal), also Groove, Tempo und Tanzbarkeit als Parameter dafür, ob ich mich denn damit beschäftigen will. Oder nicht. Würde ich es in einer Bar/einem Club auflegen? Ja! OK, dann her damit! Dabei ist der Funk (ohne dicken Daumen) etwas in den Hintergrund geraten, Soul in jedweder Schattierung (gerne auch uptempo und funky) aber noch immer gern gehört, dazu natürlich immer wieder zur Abwechslung eine Prise Rocksteady und hin und wieder ein paar Ska-Tracks. War ich vor ein paar Jahren noch überzeugt, daß alles vor 1965 nicht mein Ding ist, so ging es in den letzten 12 Monaten mächtig zurück in der Zeit. Langsam habe ich mich an die 60er Grenze gewagt, bin darüber hinaus und habe mir sogar Musik ab 1950 angetan. Natürlich vorwiegend Rhythm`n´Blues, dazu Blues Bopper und Jump Blues (also uptempo Zeugs) und gar Rockabilly in kleinen Häppchen (wobei mir immer klarer wird, daß Rockabilly fast Punkrock sein konnte, bevor er irgendwann zum Klischee erstarrte). Das Problem ist wie immer die Suche. Der Zeitaufwand ist enorm und die Gefahr, sich sowohl die Ohren total zu versauen als auch ob der schieren Masse die Orientierung zu verlieren, ist jederzeit gegeben. Ich mag eben die etwas anderen Titel, abseits vom Standard, wo so richtig Blut, Schweiß und Tränen aus den Rillen tropft. Aber die Suche kann dauern und wurde schon oft frustriert abgebrochen! Wenn der `billy zu vorhersehbar wird oder man im R&B nur das Saxophon tröten hört, dann bekome ich ganz schnell schlechte Laune. Da hilft das Internet und diverse Spezialisten-Blogs doch gewaltig bei der Vorauswahl. Auf diese Weise habe ich auch 2009 jede Menge Tunes gefunden, die ich auch im hohen Alter noch zehn Mal hintereinander mit extremen Enthusiasmus gehört habe. Und die ich dann gerne und oft aufgelegt habe, bei den kleinen und großen Events, bei denen ich das durfte. Es gibt für mich kaum etwas schöneres, als Killertracks wie Stop Arguing Over Me (Big Lucky), Do The Sho Flo (Carter Brothers), I Keep Tryin' (Fred Hughes), Clap Your Hands (Memphis Slim) oder I Can't Please You (Jimmy Robins) zu entdecken, sich daran zu erfreuen, sie aufzulegen und zu sehen, wie junge Menschen darauf tanzend einsteigen. So höre und kaufe ich schon seit Jahren Musik, nicht für das Sofa, nicht auf der Suche nach einem neuen Album irgendeines Künstlers, sondern Song für Song. Gerne auch auf 7" (allerdings lasse ich mich da auf keinen Preiskampf ein), aber natürlich auch auf Compilations. Da sind mir manchmal gar CDs lieber, weil man sich den einen Track runterziehen kann und nicht deswegen eine ganze LP mitschleppen muß. So sieht das aus... Sowieso Compilations. Ich habe mir 2010 nur wenige Artist-Alben gekauft oder angehört. Ich liebe es, wenn sich andere Leute mit mehr Geld, Zeit und Sachkenntnis die Arbeit machen, und die coolen Tracks irgendwelcher (semi-)legendärer Künstler raussuchen oder Superraritäten ausbuddeln, sie ordentlich aufbereiten und dem Fan zugänglich machen. Aktuelle Musik und Bands habe ich auch gehört, muss ich ja schon zwangsläufig als Glitterhouse Mailorder Reviewer, aber das konnte mich alles dieses Jahr nicht mehr so aus der Reserve locken, wie der alte Stoff. So extrem war es eigentlich noch nie, aber egal, ich bereue nichts... Aber was wären die Jahrescharts ohne tatsächliche Charts? Ein Scheiß! Also beuge ich mich mal dem Listenzwang: 1. Eli Paperboy Reed & The True Loves - live Eli Reed und sein Sextett durfte ich in Austin/Texas zwei Mal live erleben, einmal in einem Vintage-Klamottenladen mit einer Bühne von der Größe einer Briefmarke und dann nachmittags in einem Biergarten. Eli Reed ist ein sympathischer Weißbrot-Nerd, der auf der Bühne zu einem echten Soulmonster mutiert. Gitarre und Stimme nicht von dieser Welt. Einfach nur mitreißende Gigs, trotz laidback Atmo in den Locations. Der Gig in Hannover war dann eher routiniert, aber da war auch nichts, was mehr Einsatz wert gewesen wäre. Danach habe ich die Platte mit neuen Ohren gehört. Anfang 2010 kommt eine neue, Ohren auf!

2. Black Joe Lewis & The Honeybears – live und Platte Das Sextett um den spindeldürren Mr. Lewis habe ich auch nachmittags in Texas live erleben dürfen und der Mann hat mich bei 35 Grad im Schatten völlig begeistert. Zu den beiden Abendshows wurden wir leider nicht eingelassen, in voller Fahrt hätte ich den auch gerne mal erlebt. Das Album Tell `Em What Your Name Is gehört ganz oben in meine Jahres-Top-10. Old school R&B/Soul, wie er heute nur noch selten gemacht wird.

3. King Khan & His Shrines – live Zwei Mal in Texas live erlebt, beides richtig großartige Shows. Der Gig nachmittags im Emo’s (welch ein Laden!) war ein echter Hammer. In Hamburg beim Reeperbahnfestival hat der King dann eher zu früh im falschen Laden (Docks) gespielt, war aber trotzdem gut. Geile Truppe!

4. R`n´B Meets Northern Soul Vol. 2, This Is DJ’s Choice Vol. 2 und Memphis 60 Stellvertretend für so viele Compilations, die es mir 2009 so richtig besorgt haben. Die hier genannten kamen spät im Jahr und deswegen kann ich mich an die am besten erinnern. R`n´B Vol. 2 ist von vorne bis hinten ein Knaller, zeitlich ziemlich stringent auf den Punkt und ein Killersong jagt den nächsten (Vol. 1 taugt auch, aber Vol. 2 ist besser). Fave Tune: Johnny Williams - Honey Child. Ach ja, wird dieses Vinyl-only Teil beim Mailorder eures Vertrauens geordert, dann gibt es die CD-Promo-Version umsonst dazu (banging my own drum). DJ‘s Choice 2 war dann ein zündender Mix aus Jump-Blues, Rockabilly und Northern Soul. An die wilden Stilsprünge musste man sich erst gewöhnen, aber im Prinzip ist es ja das, was ich als DJ immer propagiere: bloß nicht den ganzen Abend den gleichen Scheiß spielen! Fave tune: Blanche Thomas - You Ain't Such A Much. Memphis 60 kam auf Ace/Kent und bot eine exzellente Selection diverser 60s-Tunes aus der Stadt in Tennessee. Zwischen Soul und R&B, durchweg wundervoll. Fave tune: Prince Conley – I’m Going Home und Willie Cobbs – You Don’t Love Me. Damn it, die Buttshakers LPs habe ich noch vergessen... 5. New Breed R&B Drei Volumen hat die Firma Ace/Kent seit 2002 unter diesem Titel veröffentlicht und alle drei hatte ich 2009 immer nah am Player. Denn das ist genau der Sound den ich liebe, direkt an der Schnittstelle von funky Blues, frühem, wilden Soul und klischeefreiem Rhythm`n´Blues. Absoluter Killershit. Auf allen New Breed Compis hatte man etwas Popcorn untergemischt. 6. Popcorn Zugegeben ein blöder Name für einen Style. Aber da Anfang der 70er ein paar belgische DJs in einer total abgelegenen Dorf-Disco namens Popcorn diese Art von Musik auflegten und das Genre damit quasi erfanden, blieb "Oldies Popcorn" (noch schlimmer) als Begriff haften. Jenseits der belgischen Grenzen geht der Sound als Popcorn durch und ist gerade mal wieder angesagt. Die Popcorn-DJs waren alles andere als linientreu, denn neben Rhythm`n´Blues kam auch Ska, Latin-Zeugs und allerlei Teen-Pop (inklusive Paul Anka) auf den Teller. Aus dem wahrscheinlich für mich nicht einfach zu goutierenden Mix habe ich mir den R&B rausgepickt und was damals so gedroppt wurde, ist schon saucool. Denn Popcorn bewegt sich fast durchweg im Midtempobereich und hatte einen ordentlichen Groove, wozu man damals wohl einen eigenen, ziemlich athletischen Tanz entwickelte. Die Tunes waren dazu schwer melodisch und hatten noch reichlich Doowop-Einflüße – das geht runter wie Öl. Hört man mal ein paar Popcorn-Tunes, ist man schnell infiziert (wenn man überhaupt für sowas eine Ader hat). Ohne jahrelange Vorkenntnis habe ich schließlich im Oktober Chills & Fever – 31 sizzling tunes Popcorn-style zusammengestellt und bei Spoonful als Vol. 26 eingereiht. 7. Spoonful Erst hatte ich hier als Punkt 7 Fat Freddys Drop stehen, aber Spoonful war doch viel wichtiger für mich. Alles begann im Mai 2007 nach dem Orange Blossom Special ab Mitternacht im Stadtkrug. Peter Felkel schrob damals: „Michael J. Sheehey und Patrick McCarthy, sein Co-Gitarrist, Co-Glatzkopf und Co-Bruder, legen auf - alles zwischen Surfsounds, gespielt von Marsianern, und Deltablues aus der Jungsteinzeit, Captain Beefheart und bluttriefendem Gospel.“ Das hat uns Decksharks damals so geflasht, dass wir unter dem Titel Spoonful eine 6er-CD-Box zusammenstellten, mit eben diesen Sounds und noch viel mehr. Daraus hat sich eine Serie entwickelt, die mittlerweile bei Nummer 30 angelangt ist. Der Spoonful-Kosmos ist immer in Bewegung, besteht aber grundsätzlich aus Soul und frühem Funk, Rhythm & Blues, 60-Garage-Punk, dem britischen Gegenstück, dazu mittlerweile auch Rock`n´Roll und frag mich nicht was sonst noch. Normalerweise basteln vier Digger ein Volumen zusammen, jeder liefert 20 Minuten aus seinem Fundus. Aber es gibt auch das eine oder andere Solo oder Special (z.B. skank baby skank mit Jamaikanischen). Keine Ahnung, wie viele CDs wir dieses Jahr compiliert haben (zehn ?), aber es war durchweg eine wahre Freude, selber nach Tracks für seine 20 Minuten zu suchen, die anderen Selections zu hören, begeistert zu sein und das alles zu einem Ganzen zu modellieren. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Cooler Stoff, viel mehr braucht man nicht. 8. Roll Your Moneymaker 2008 bei Trikont als CD erschienen und früh im Jahre 2009 auf meinem kleinen Stag-O-Lee Label als Doppelvinyl veröffentlicht worden, haben mir diese „24 slabs of early black rock`n´roll“ (von 1948-58) Mut gemacht, tiefer in den 50ern zu förscheln. Und da gab es jede Menge Schätze zu heben, die das diggen eine reine Freude haben werden lassen! 9. Shake `Em On Down An den Jump Blues kann ich mich (vorerst?) nur in kleinen Häppchen gewöhnen, zu schematisch scheint mir der Uptempo Big Band Sound. Das denkt man ja vom Blues allgemein und wahrscheinlich liegt man damit richtig. Das als „Blues Bopper“ beschriebene Mini-Segment habe ich bei meinen Trips in die 50er schließlich auch kennen und lieben gelernt. Die allerbeste Vorarbeit haben dabei die Flattop Brothers geleistet, ein beklopptes Brüderpaar aus Nordengland. Bekloppt im guten Sinne, denn sie sind für die obige Serie verantwortlich, die es mittlerweile auf 6 Volumen (also knappe 140 Tunes total) gebracht hat. Vollgas-Blues & Boogie von alten Helden wie John Lee Hooker (der hier mehrfach vertreten ist) und anderen, geschätzten 12-Taktern, aber eben auch jede Menge Ausgrabungen und unbekanntere Künstler. Das kann man alles bei den guten DJ-Abenden auflegen, weil es direkt kickt und ich danke den Flattop Brothers dafür, dass ich jetzt keine 500 Blues-LPs mehr durchhören muss, um diese Juwelen heraus zu filtern. 10. Cut In The Hill Gang, The Fabulous Penetrators, The Death Letters – live Drei Stag-O-Lee Bands, die mir auf der Bühne 2009 viel Freude bereitet haben. Die Death Letters, weil sie mit ihrem jugendlichen Ungestüm und instrumentalen Finesse nachmittags beim Stag-O-Lee Shakedown dafür gesorgt haben, dass die Kinnladen reihenweise runter klappten. Oder die Cut In The Hill Gang, einen Punk-Blues Veteranentrio, das nach einem 14 Stunden Ritt aus dem Norden Frankreichs nach Stuttgart noch gute Laune hatte, kein bisschen rumbitchte und übermüdet den vielleicht geilsten Garagerock-Gig hinlegten, den ich seit Jahren gesehen habe. Fett wie Sau! Und natürlich die Fabulous Penetrators, eine wilde Bande, fünf Typen aus fünf Ländern, die mich live noch jedes Mal mitgerissen haben und die vor und nach dem Gig so anstrengend sind wie eine Horde Kleinkinder. But I love 'em. That’s Rock`n´Roll!!! Fazit: trotz reichlich Lebens-Unbill im Jahre 2009 ist die Liebe zur Musik geblieben bzw. wieder da. Und erstrahlt eigentlich im vollen Glanz. Wenn ich an die CD mit meinen aktuellen 20 Lieblingstracks denke (fast alles R&B-Burner um die 60er Wende), die ich mir für das Auto gemacht habe, dann kriege ich so richtig glänzende Augen. In diesem Sinne: weitermachen! A rolling stone gathers no moss! Oder: “Lebbe geht weida!” (Stepanovic) Muss ja. (R-man) PS: Gerade brachte die Post ein Päckchen von der UK-Filiale eines Feindversenders mit folgenden Stoff, nur damit ihr mal einen Eindruck habt: The R&B Years 1955, The R&B Years 1956 Vol. 1, The R&B Years Vol. 2 (jeweils Doppel-CDs mit 50 Songs), The Cosimo Matassa Story (4-CD, New Orleans R&B), Soul Of Sue Records New York City, Shuckin’ Stuff (2-CD. Rare Blues from Ace Records), Tamla Motown Connosseurs Vol. 2.

Linkage Ich folge hier dem Tip zweier wichtiger Männer in meinem Leben. Zum einen Frank Zappa, dessen Motto „Alles was nicht in den Mund passt, ist sowieso Verschwendung“ ich in diesem Zusammenhang nicht meinte, sondern „We’re only in it for the money“! Und der K-nut, der gestern noch schrob: „Etwas Eigenwerbung kann nicht schaden!“ Here we go... Eli Paperboy Reed & The True Loves
...und viel gutes gibt es in der Stag-O-Lee Jukebox

Donnerstag, 24. Dezember 2009

... wünscht das shake baby shake-Team allen, die hier reinschauen. Ich will jetzt nicht zu rührselig werden, aber danken muß ich zuallererst mal Meister Whirlyjoe, meiner besseren Bloghälfte, dem Fels in der www-Brandung. Als nächstes kommt dann schnell K-Nut, der hier so manche Lücke gefüllt hat im letzten Jahr und so richtig in die Aufgabe hineingewachsen ist - auch dir sei Dank.
Dann unserem Berlin-Korrespondenten Andread für diverse Berichterstattungen von der Front (keep 'em coming), Peter Hth für so manches und etwas mehr, DJ Kumpel Axel for being a cool sock, past and future DJ-Kumpel Chrispop für die neue Chance, Kickster und Duke Jens-O-Matic dafür, daß es euch gibt.
So, und nun zu Euch, meine lieben Blogleser. Ich habe ja keine Ahnung, wie wir es auf Platz 2 des Rolling Stone Leserpolls geschafft haben, aber wenn es irgendein Indiz gibt, daß unsere "Arbeit" nicht im www versackt und tatsächlich mal jemand vorbeischaut, dann wird es wohl so eine Abstimmung sein. Einen Zähler für die "Hits" habe ich aus Angst vor Enttäuschung damals erst garnicht eingebaut, wahrscheinlich hätte ich dann nach 3 Wochen aufgegeben. Mittlerweile sind wir seit Juni 2006 dabei und haben 1.286 sogenannte "Posts" (also Beiträge) veröffentlicht. Herr Kapellmeister - einen Tusch!
Keine Ahnung wie das hier so weitergeht. Vielleicht verlieren wir irgendwann die Lust, vielleicht auch nur einer, was auch schon fatal sein könnte. Was ich mir wünschen würde, wären mehr Comments. Einfach mal "Hallo!" sagen und/oder mit seiner Meinung nicht hinterm Berg halten. Und wenn ihr euch meldet, dann bitte nicht anonym. Ihr könnt Euch von mir alle Hans-Dieter nennen, das wäre jedenfalls besser als anonyme Comments lesen zu müssen. Das ist immer irgendwie ein komisches Gefühl...
Ein kleines Geschenk wollten wir Euch auch noch machen. Kurz bevor unser Freund Chrispop uns am 1. Dezember Wochenende im Stadtkrug zur letzten shake baby shake-Party besuchen wollte, hat ihn ein mysteriöser Virus dahingerafft. Frustriert machte er sich über seine Plattenkiste her und nahm spontan an dem Abend einen Mix auf, den er uns am Sonntag dann schickte. Ein Cover hat er auch noch gebastelt, et voila - Chrispop Live From The Chateau...
Ansonsten wünsche ich Euch auch im Namen von Joe und K-Nut alles erdenklich G-U-T-E. Bleibt uns gewogen... morgen kommen meine Jahrescharts (ein opus magnum), zwei Spoonful Compis haben wir in der Pipeline (eigentlich 4) und dieses Jahr erzähle ich euch vielleicht auch noch, wie es mit shake baby shake (der Party) weitergeht... (R-man)

Mittwoch, 23. Dezember 2009

The 2009 Chronicles Peter HtH Jedes Jahr die gleiche Gewissensfrage: mache ich bei dem Jahrespoll mit oder nicht? Die Themen mit denen ich mich am meisten beschäftige sind entweder zu alt um in die Liste aufgenommen zu werden oder sie sind zu neu und noch nicht oft genug gehört um ein fundiertes Urteil abzugeben. Dann bleibt die Befürchtung, daß ich Wichtiges vergessen habe. Schließlich ist das Jahr lang und mein Gedächtnis wird im Alter immer kürzer. Da es mir aber sehr viel Spaß macht die Listen anderer Leute zu lesen, möchte ich kein Spielverderber sein und mitmachen. Ohne Rangfolge was mir in 2009 im Musikbereich Spaß bereitet hat: Die Alben: Bob Dylan – Together through life Ja, der olle Bob hat´s immer noch drauf und wird scheinbar, wie guter Wein, im Alter immer besser. Tief im Sound der 50er Jahre verwurzelt, mit tollen Begleitmusikern rumpelt es durch die Songs und wirkt doch ganz aktuell. The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project - We are only riders Ganz neu auf Glitterhouse konnte ich die Platte doch schon seit ½ Jahr rauf und runter hören. Ein Ohrwurm reiht sich an den anderen. Michael J.Sheehy – With these hands Gut, live ist Sheehy noch besser und hie und da wünschte ich mir den Einsatz eines drumsets. Die Platte ist perfekt und sehr „warm“ produziert, vielseitig und hat ein tolles Konzept. Tinariwen – Imidiwan : Compagnions Tuareg Wüsten Blues vom Allerfeinsten. Sehr psychedelisch, gitarrenorientiert und eigentlich gar nicht soooo afrikanisch. The Death Letters – The Death Letters Darüber wurde schon alles gesagt. Unbedingt live sehen !!! The Fabulous Penetrators – With Love Herzerfrischend rumpeln sich die Jungs durch den Garagensound aus London. Van Morrison – Astral Weeks Live Das Original Studio Album findet sich immer unter meinen Top 5 all time. Ich hätte nie geglaubt, daß es Van nochmal schafft das feeling des Originals , vor allem live, nochmals zu erfassen. Unglaublich gut kommt seine Stimme rüber, begleitet von phantastischen Musikern Leonard Cohen – Live in London 2008 in Lörrach wurde es mein Konzerterlebnis des Jahres. Die im gleichen Jahr in London aufgezeichnete CD/DVD beweist mir, daß Cohen in großer Würde alt geworden ist. Martha Wainright – Sings Edith Piaf Martha nimmt sich eher unbekannte Songs meiner Lieblings Chanseuese und interpretiert sie frisch und mit viel Charme. Neil Young – Dreamin' man Live '92 Noch ein alter Sack in meinen Charts. Aber was kann schöner sein als in der Vorweihnachtszeit am brennenden Kamin zu sitzen und sich des Lebens zu freuen und Neil singt dazu alleine mit seiner akustischen Gitarre ? Außer Konkurrenz : Tamikrest – Adagh und Dirtmusic - BKO Beide Alben sind noch nicht veröffentlicht und werden von Glitterhouse im Februar respektive April 2010 der Öffentlichkeit präsentiert. Ich hatte die wunderbare Gelegenheit die Entstehung beider Alben von Demoversionen über die Aufnahmesessions bis hin zum Mixen und Mastern hautnah und persönlich als Executive Producer mitzuerleben. Tamikrest ist keine Welt- oder Afrika-Musik im herkömmlichen Sinne. Das ist Wüstenblues gemischt mit Reggae und anderen westlichen Musikstilen, psychedelischen Beatles, stark gitarrenorientiert mit einer fundierten politischen Aussage. Und dieser irrwitzige Bass! Von kompetenten Kennern der Szene bereits heute als DIE Sensation für 2010 angekündigt und ebenbürdig in die gleiche Liga wie Tinariwen eingestuft (meiner Meinung nach sind sie sogar besser). Dirtmusic gehen noch einen Schritt weiter und verbinden ihre Version von Rockmusic (urban , sphärisch, düster, abgefahren) mit Tamikrest als Backing Band zu einem neuen Genre. Diese Alben habe ich mit Abstand am meisten gehört in 2009; schade, daß sie erst Anfang 2010 veröffentlicht werden und in den nächsten Jahrescharts wahrscheinlich vergessen werden. Weiterhin außer Konkurrenz (weil Eigenlob bekanntlich stinkt): V.A. - Got no chains The songs of The Walkabouts Zum 25. Jubiläum meiner Lieblingsband haben 15 Künstler ihre (zum Teil sehr) eigenen Versionen einiger Walkabouts-Klassiker, aber auch unentdeckte Perlen aus ihrem Fundus interpretiert. Alleine schon der Eröffnungssong von Chris Cacavas, „Grand Theft Auto“ reicht mir, um das Album ganz oben zu plazieren. Aber, wie gesagt, ich habe das selbst produziert und Eigenlob stinkt. Die Konzerte: Unangefochtener Spitzenreite ist und bleibt der Stag-O-Lee Shakedown im August. Das Gesamtpaket war umwerfend und wenn ich unbedingt eine Band hervorheben müßte, wären das Kitty, Daisy & Lewis. Das abgefahrendste Konzert habe ich im Juli in Bamako, Mali erlebt: Tamikrest zeitweise mit Chris Eckman an der Gitarre. Abgefahren und herausragend. Das emotional berührendste Konzert war der „Allstar“-Auftritt der „Got no chains – The songs of The Walkabouts“ CD release Party in meiner bescheidenen Kellerbar. Auf der Bühne standen u.a. Chris Eckman, Carla Torgerson, Chris Cacavas, Terry Lee Hale, Al DeLoner, und Gary Heffern. Das ging allen ans Herz. Eli „Paperboy“ Reed Gleich zweimal beim SXSW Festival in Austin gesehen und weil's so schön war noch einmal im Sommer in Hannover mit den phantastischen Right Ons im Vorprogramm Nicht unerwähnt bleiben sollen: das immer wieder phantastische OBS (meine Höhepunkte : Baskery und Chris Eckman & The last side oft he mountain band), Cut in the hill gang , Big John Bates, Scott Matthew, Downpilot, Todd Thibaud, Michael J.Sheehy, Chris Cacavas. Film: Ich bin kein großer Filmgucker aber „Adams Äpfel“ blieb mir in Erinnerung. Buch : Das Sterben des Bunny Monroe von Nick Cave , hat zwar nix mit Musik zu tun, ist aber ein rabenschwarzer irrwitziger Roman des Ausnahmekünstlers.

Dienstag, 22. Dezember 2009

The 2009 Chronicles Chris Der Chris meldet sich im Blog leider nicht so oft wie er sollte, denn der Bursche, ein waschechter Franke im Stuttgarter Exil, dazu OBS-Veteran seit ganz vielen Jahren, lebt den Rock’n’Roll-Lifestyle wie sonst niemand, den ich kenne. Keiner besucht mehr Konzerte, keiner hat mehr Durchblick im Indie-Dschungel und niemand sonst kennt all die wichtigen jungen Bands immer schon Monate oder Jahre vorher. Legendär sind seine kommunikativen Fähigkeiten, konsequent sucht er das gute Gespräch mit den Musikern. Kurz: der Mann kennt sich aus. (Whirlyjoe) Das hier hat er uns übermittelt: Platte des Jahres: Mumford & Sons - Sigh No More Ein Naturereignis mit hymnischen Melodien und Harmoniegesang, Erntedankfest für die Ohren, einmal angeschubst, entwickeln diese Songs eine schier unfassbare Eigendynamik. Ganz, ganz großes Kino irgendwo zwischen Folk, Americana und Bluegrass. Alle anderen ohne bestimmte Reihenfolge… Dear Reader - Replace Why With Funny Vordergründig verträumt klingende, aber hinterrücks traurig-abgründige Popmusik, perfekt arrangiert. Wer nicht schon dieser wunderbaren Platte erlegen ist, der verfällt ihnen spätestens, wenn er den beiden in live begegnet. Pete Doherty - Grace/Wastelands So kaputt wie Peter Doherty auch sein mag – er ist für mich einer der größten Songwriter seiner Generation. Dies beweist er mit diesem Album eindrucksvoll. Großartige Melodien in wundervollen kleinen Songs. Musik als Therapieform? Bill Callahan - Sometimes I Wish We Were An Eagle Einfache Instrumentierung, schnörkellose Songs, eine beeindruckende Stimme: fertig ist ein fabelhaftes Album, das wieder einmal die Klasse von Bill Callahan unter Beweis stellt. Mit einem Wort: wunderschön!!! The Dead Weather – Horehound Schwerer Electric-City-Blues trifft auf psychedelischen Heavy-Rock. Ein höllisches Groove-Monster jagt das nächste, schwere Riffs treffen auf bittersüßen Gesang. Wie in der Glitterhouse-Besprechung geschrieben: Ein Rausch zum Hirn-Freiblasen. Antony & The Johnsons - The Crying Light Fragile Klangkunst, von einem Orchester dargeboten, zwischen opulentem Pathos und sphärischem Minimalismus pendelnd. Großartig, wundervoll, erhaben!!! Emily Jane White - Dark Undercoat Morbider Charme. White driftet in ruhige, manchmal schon fast depressiv wirkende Balladen, country-angehauchte Stücke oder chansonähnliche Lieder ab. Großartiges Debüt, bei dem die Fixpunkte ihrer Musik hauptsächlich im klassischen Folk, im Jazz und im Blues liegen. Titus Andronicus - The Airing Of Grievances Verzweiflung, Wut und Leidenschaft – das sind die Pole, zwischen denen die Musik von Titus Andronicus pendelt. Die Songs reißen mit, haben Herzblut und Finesse. Man hört Connor Oberst auf Punkrock, Arcade Fire nur roher und verzerrter, Springsteen, Hold Steady oder die Pogues. Ganz ganz großer Sport !!! The Big Pink - A Brief History Of Love Shoegaze/Nu-gaze gemischt mit Electro, Indie, Britpop und einer kleinen Brise Hype. Das Ganze selbst produziert. Wahnsinns Album!!! Die Einflüsse: Hier ein wenig Phil Spector, da ein bisschen My Bloody Valentine und im Hintergrund grollt bedrohlich der Doom. Ihr Sound ist nicht wirklich greifbar, was ihn unbeschreiblich großartig macht. The XX - The XX Weniger ist mehr. Ab sofort wird die Heimfahrt spannender als der Clubbesuch selbst: The XX liefern nämlich den perfekten Soundtrack für Nachtfahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr - erschöpft, melancholisch, restalkoholisiert. Soap & Skin - Lovetune For Vacuum Völlig verwirrt und berauscht von diesen kristallklaren Liedern. Herrlich traurig, bezaubernd schön oder eben nur pubertärer Weltuntergangskitsch. Diese Platte spaltet ihre Hörerschaft. Ich finde sie traurig und bezaubernd schön. The Decemberists - The hazards of love Das wohl innovativste Album des Jahres. The Decemberists beleben die Idee des Konzeptalbums wieder. Musikalisch mal Psychedelic-Rock, mal Folk, dann heftige Gitarrensolos und immer wieder die sich wiederholenden tollen Melodien. Ein mächtiges Werk. The Pains Of Being Pure At Heart - The Pains Of Being Pure At Heart Zuckersüße Popmelodien über dreckige Gitarren und schloddernden Bass gelegt. Der Sound getränkt in Melodien, Arrangements und Produktion von 80er-Jahre-Bands wie The Cure, The Jesus & Mary Chain, My Bloody Valentine. Großartig!!!

Montag, 21. Dezember 2009

The 2009 Chronicles Axel Hallo Freunde, also diese Jahr hab' ich wirklich nicht viel über Neuerscheinungen zu sagen und bin noch mittendrin am graben vor 1970 - möglichst auf 7" - aber das hatten wir ja schon mal erzählt... Live und im Studio haben überzeugt: The Death Letters - Jungs mit Zukunft, benannt nach einem Son House Titel ...hier nochmal das Video Genau wie Michael J Sheehy and the Hired Mourners: Loose Variation On A Near Miss Video Da ich Fat Freddys Drop zum ersten Mal live erleben durfte, konnte ich es auch mit Heike genießen - und die Platte ist auch gut. Gefreut habe ich mich über Joss Stone, die nach Ihrer dritten, richtig schlechten Platte, zumindest mit Track 4 - 10 wieder an die ersten beiden CDs anknüpfen konnte: "color me free" mit 4-10 von der neuen 4. CD und dann noch je 50% von 1 und 2 = best of 75 min !! White Lies For The Dark Times ist auch nicht schlecht: Ben Harper & Rentless 7 Die schlechten Beispiele von alten Hasen, die nicht aufhören wollen, kennen wir auch -Booker T. (furchtbar die neue) - Neil Young sollte auch aufhören - aber es gibt ja auch Ausnahmen: Van Morrison (da kann ich Joe nur beipflichten) und auch Altmeister Bob Dylan hat uns immer noch etwas zu sagen. Als Scarlet Johansson Fan (also mehr Leinwand) freute ich mich über die Zusammenarbeit mit dem großartigen Pete Yorn. Fast vergessen hätte ich noch Shawn Lee - Soul in the hole Aber keine Platte habe ich nach dem Erscheinen so oft gehört wie "Lee Fields & The Expressions" my world Viel wichtiger sind natürlich die Sampler - wer will schon eine ganze Platte von einem Interpreten hören - aber hier geht es wie gesagt, nicht um Neuerscheinungen - viele schöne Compilations von KENT und Chess fanden in mein Regal - last but not least alle Spoonful - der Hammer - Platte des Jahres mit Abstand: Spoonful 26 Chills & Fever 31 sizzling tunes Popcorn Style !! one of it Aber unser r-man ist uns auch weit voraus und gräbt schon in den 50ern ... Und so etwas hätte ich gern zu Weihnachten auf 7" - ich glaube von spoonful 11 ... schöne Sache mit youtube ... take care axel und wer jetzt seinem Schatz auch die erste Shake Glöckchen Shake mal mit Tracklisting auf den iPod bringen will/muss - (morgen gibt's Wichtel Weihnachtsfeier in der Praxis) ich hab' die Tracks mal über CDDB zur Verfügung gestellt - war schwer genug zu lesen, von unserem Jungspund Chris mit den guten Augen - macht halt keine CD Cover für alte Männer ... Gute Besserung von uns Allen!

Sonntag, 20. Dezember 2009

The 2009 Chronicles Peter Felkel Freund Whirlyjoe zitiert anlässlich seiner Jahrescharts Frank Sinatra: "It Was A Very Good Year". Ich rufe einen meiner main men, Mr. George Jones, in den Zeugenstand. Mr. Jones, bitte: "It was a good year - for the roses". Okay, aber - so schränke ich ein - nicht so sehr für die Musik, die Literatur, das Kino. Im Ernst: Es gibt so viele öde, fantasielose, uninspirierte Plattenbücherfilme, dass man manchmal weinen möchte. Doch unter all dem Schutt begraben liegen doch noch Schätze, die der Entdeckung wert sind - und all des Lobs und Preises, die sie verdienen. So möge der Countdown denn beginnen: 10. Willard Grant Conspiracy - Paper Covers Stone: Glitterhouse's own um den im Wortsinn überragenden Robert Fisher haben das Kunststück geschafft, aus einem Album älterer, neu eingespielter Songs ein Meisterwerk zu machen - zauberhaft, unter die Haut gehend, strictly acoustic, zum Heulen schön. 09. Rosanne Cash - The List: Songs, her daddy taught her. Auf einer Bustour durch die Südstaaten vor vielen, vielen Jahren gab - so geht die Legende - Johnny Cash seinem Töchterchen eine Liste mit den seiner Meinung nach 100 herausragendsten amerikanischen Liedern. Zwölf davon hat Miss Rosanne jetzt aufgenommen, darunter Bob Dylans "Girl From The North Country", Merle Haggards "Silver Wings" oder Hank Snows "I'm Moving On", Jeff Tweedy, Bruce Springsteen, Elvis Costello und Rufus Wainwright liehen helfende Händchen. Ach, herrlich. 08. Bob Dylan - Together Through Life: Der Meister hat den South-of-the-border-Blues, feiert das Unterwegssein, das Leben, die Liebe und den ganzen Rest, dazu schwelgt David Hidalgos Akkordeon, die Band musiziert so tight und lakonisch wie Clint Eastwood in seinen besten Zeiten agierte. Was war das für eine Freude, als Mr. Dylan vor zwölf Jahren mit "Time Out Of Mind" reüssierte. Seither scheint er mit jedem Album noch besser zu werden. God bless. 07. The Unthanks - Here's The Tender Coming: Zwei Alben lang sorgten die Schwestern Rachel und Becky unter dem Moniker Rachel Unthank & The Winterset unter Freunden englischer Folkmusic für glänzende Augen und höherschlagende Herzen. Jetzt lassen die Ladies auch Jungs mitspielen, doch an der Magie ihrer wundervoll gesungenen und sparsamst instrumentierten Tunes hat sich nichts geändert. Hear the angels sing. 06. Steve Earle - Townes: Lieder von Townes covern dürfen nur wenige - Emmylou natürlich, auch Willie. Ein ganzes Album mit Songs des neben Dylan größten amerikanischen Songwriters ever aufnehmen darf nur einer: Mr. Steve Earle. Es ist ein Werk der Liebe geworden, randvoll mit herzergreifenden Versionen unsterblicher Songs. Und wenn nötig stelle ich mich auf den Kaffeetisch jedes x-beliebigen Zweiflers und sage ihm das ins Gesicht. 05. The Death Letters - The Death Letters: Eine der Entdeckungen des wunderbaren (und schändlich unterbesuchten) Stag-o-lee-Festivals - hat man mir gesagt. Da verpasse ich an zwei Tagen nur eine Band, und anschließend erzählen mir Whiryljoe, Knut und Chrispop unisono, sie hätten die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen. Ich habe "nur" das Album gehört, aber - oh, boy - wenn das die Zukunft ist, muss uns nicht bange sein. Zwei holländische Youngster schreiben Son House, Hendrix und Led Zeppelin fort, als gäb's kein Morgen mehr. Yeah, yeah, yeah! 04. Peter Doherty - Grace/Wastelands: Der Mann hat nicht viele lichte Momente, aber wenn, dann sind sie gleißend. Und Songs schreiben kann er, dass nur so eine Art hat. "Grace/Wastelands" ist das Album, das - Achtung! Großes-Wort-Alarm! - Ray Davies, Morrissey und Paul Weller als Solisten nie geschafft haben. Wer "Last Of The English Roses", "I Am The Rain", "Broken Love Song" und all die anderen gehört hat und immer noch nicht begreift, dass hier ein Genius am Werk ist, muss zur Strafe zehn Mal am Stück Coldplays "Viva La Vida" hören. 03. Element Of Crime - Immer da wo du bist bin ich nie: Sven und die Seinen sind - man verzeihe das platte Wortspiel - in ihrem Element, rauher diesmal in Text und Musik, kantiger auch, mehr Velvet Underground als Chanson. Aber immer noch und immer wieder gelingen den Berlinern Songs von atemberaubender Schönheit und betörender Poesie. Der süße Sound der Großstadt. 02. Van Morrison - Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl: Die Überraschung des Jahres. Seit fast 30 Jahren, präzise seit dem Album "Common One" hat man den Mann aus Belfast nicht mehr so singen hören wie bei der Neuaufführung seines Jahrhundertwerks "Astral Weeks" (aus meiner Sicht neben "Exile On Main Street" von den Stones, "On The Beach" von Neil Young, "Our Mother The Mountain" von Townes van Zandt und "The Band" von The Band das beste Album mit populärer (?) Musik, das je erschienen ist). Für das, was ich da höre, fehlen mir schlicht die Worte. Darum: Hören heißt verstehen. 01. Wilco - Wilco (The Album): Ein neues Meisterwerk von der - neben Radiohead - derzeit so ziemlich einzigen Rockband für denkende Menschen, wenn man mir diese snobistische Einlassung verzeihen möge. Jeff Tweedy und seine magnifizenten Begleiter, allen voran der ganz und gar fabelhafte Gitarrist Nels Cline, haben (vorerst) allen Krautrock- und Electronica-Experimenten abgeschworen und spielen amerikanische Rockmusik, die um Traditionen weiß und sie auch verstanden hat, aber doch ganz im Hier und Heute existiert. Hats off to Wilco. Zum Abschluss noch ein paar kurze Listen: Meine liebsten Werkschauen bzw. Kompilationen des Jahres: 1. Neil Young - The Archives Vol. 1 2. The Beatles - The Beatles Stereo Box Set (Man kehrt immer zu seiner ersten Liebe zurück, heißt es.) 3. Can You Dig It? Vol. 1 & 2 - The Music And Politics Of Black Action Films 1968 - 75 (Danke, Whirlyjoe!) 4. Graham Nash - Reflections 5. Kraftwerk - Der Katalog Meine liebsten Bücher des Jahres: 1. Stuart O' Nan: Alle, alle lieben dich 2. David Foster Wallace: Unendlicher Spaß 3. Richard Stark (alias Donald E. Westlake): die vier in diesem Jahr erschienenen Werke mit Parker, dem so vornamen- wie skrupellosen, gewiss aber coolsten Verbrecher der US-Krimiliteratur Meine liebsten Filme des Jahres: 1. Quentin Tarantino: Inglourious Basterds 2. Clint Eastwood: Gran Torino 3. David Fincher: Der seltsame Fall des Benjamin Button Das Schlusswort gebührt Van the man: "It ain't why why why, it ain't why why why. It just is. That's all."

Samstag, 19. Dezember 2009

The 2009 Chronicles
Black Caesar
Brendan Benson – My old familiar friend Brendan – wieder allein am Werk. Großer Songschreiber und guter Arrangeur, leider immer noch ohne den großen Durchbruch und entsprechende Würdigung. Eigentlich fast mein Album des Jahres, weil ausfalls-los gut. The Whitest Boy Alive – Rules Erlend Oye’s elektronisch-fluffige Dance-Variante zu den Kings of Convenience. Wie immer sehr entspannt und doch äußerst lebendig. Bringt einen gut in den Tag! Sophia – There are no goodbyes Dieser Mann haut Dinger raus, Wahnsinn! Weltschmerz, Melancholie etc. das kann er wie kein anderer, daneben aber auch großartige Melodien und Arrangements. Nebenbei noch mein Konzert des Jahres (da gibt er auch noch hin und wieder den guten alten God-Machine-Rocker)!
Yo La Tengo – Popular songs Nachdem ich die letzten Jahre ein paar Alben ausgelassen habe, hab ich hier mal wieder glücklicherweise zugelangt. Wenig Noise, stattdessen traumhaft schöner, psychedelischer Pop. Madness – The liberty of Norton Folgate Tolles Spätwerk der britischen Ska-Popper. Natürlich nicht mehr der Nutty-Sound der frühen Jahre, aber schöne Pop-Songs in typischer Madness-Manier gewandet. Lambchop – OH (Ohio) War als Beilage in einem Musikmagazin natürlich kurzzeitig das Gesprächsthema Nr.1 in der Musikwelt. Nichtsdestotrotz wieder ein Album auf hohem Niveau aus dem Hause Wagner Sophie Hunger – Monday’s Ghost Polly Jean Harveys kleine Schwester aus der Schweiz. Betörende Stimme, laut und still und immer mit viel Atmosphäre. The Pains of being pure at heart – same Na ja, wer früher mal dem Shoegaze gehuldigt hat, freut sich auch heute noch über solche, durchwegs gelungenen Plagiatoren. Keine Frage der Originalität, viel mehr der Nostalgie. Friska Viljor – For new beginnings Neulich schon im Konzertbericht von Whirlyjoe (Tour hab ich leider verpasst). Mitreissender, schräger Indiefolk aus Schweden, vorgetragen von zwei sympathischen Waldschraten Air – Love 2 Fast schon wieder so wie man sie lieb gewonnen hatte. Bombay Bycicle Club - I Had the Blues, But I Shook Them Loose Noch kleine, feine, britische Band, aufgefallen mit ein paar sehr netten Eps, jetzt mit ihrem ersten Longplayer Airborne Toxic Event – same Auch ein gelungenes Debut einer neuen Indie-Band aus LA Dangermouse/Sparklehorse – Dark night of the soul Kam noch kurz vor dem Jahreswechsel so rein geflogen., auch über einen eigenartigen Vertriebsweg. Schönes, mehr Sparklehorse-lastiges Kooperationswerk mit vielen bekannten Namen Sweet soul music:
Country got soul 2 Endlich hab ich sie auch noch gekriegt! Message soul Mal wieder was souliges aus dem Hause Trikont. Auf die politischenMessages habe ich nicht so gehört. Aber den Neo-Soul und/oder RnB von Indie Arie, Erykah Badu und Anthony Hamilton fand ich schon immer spitze! Hangin’ around with the lads Meine persönliche Lieblings-Compilation dieses Jahr! Eigenlob stinkt nicht!

Freitag, 18. Dezember 2009

The 2009 Chronicles baszdy 01. Savoy Grand - Accident Book Sie rauben mir aufs Neue den Atem und erobern (mal wieder) mein Herz im Sturm. Erhabene Kunst ist das, fern jeglicher Kategorisierung. Einfach nur wunderschön! Die beste Band auf Glitterhouse. Und die beste Band der Welt in meinem Herzen. Album des Jahres! 02. The Antlers - Hospice Im Prinzip das Pendant zu Bon Iver's letztjährigem "For Emma, Forever Ago". Denn da, wo bei Bon Iver die Dielenbretter ächzen, geht hier alles in sphärischen Noisemomenten auf. Aber im Kern sind das behutsam komponierte Folksongs, die zu Tränen rühren vermögen. Versprochen! 03. Mumford & Sons - Sigh No More Das ist sie jetzt aber wirklich: die Folkplatte des Jahres! Und zwar Folk im Sinne von Folk. Hier finden sich tatsächlich Versatzstücke des traditionellen Irish Folk, ohne dass die Band sich in Klischees zu verlieren droht. Das alles angereichert mit etwas Bluegrass und Melodien, die dich in die Knie zwingen. Inklusive Kontrabass und Banjo und fleetfoxischen Harmoniegesängen. Direkt aus dem Pub in den Club. Das soll ihnen erstmal einer nachmachen! 04. The Low Anthem - Oh My God, Charlie Darwin Zwischen Folk(-rock) und Rumpelblues der Marke Tom Waits. Und dann taucht da immer wieder diese Neil Young-Gedächtnismundharmonika auf. Groß! "To Ohio" ist ein Hit! Bitte unbedingt antesten! 05. Dear Reader - Replace Why With Funny Wunderschönes Debut dieser südafrikanischen Band. Indie-Folkpop at its best! Tolles Songwriting, angereichert mit herzerweichenden Streicher- und Chorarrangements. Und obendrauf eine Sängerin, in deren Stimme man sich einfach verlieben muss! 06. Dinosaur jr. - Farm Ich hatte den Glauben an die Stromgitarre schon ein wenig verloren, da kommen Dinosaur jr. mit "Farm" um die Ecke und geben ihn mir zurück. Danke, Jungs! Hier darf das Gitarrensolo auch mal wieder herzhaft ausufern ohne in allzu muskulösem Muckertum zu ersaufen. "Farm" ist ein Rockbrett, das dir die Schuhe auszieht. Inklusive massig großartiger Melodien. Klasse! 07. The Whitest Boy Alive - Rules Mensch, das groovt wie Hölle! Die reinste Freude ist das! Und dazu diese überaus warme sympathische Stimme Erlend Oyes, die man schon bei den Kings of Convenience lieben gelernt hat. Wem bei "1517" nicht das Tanzbein zuckt, der dürfte wohl überhaupt keine Empfindungen mehr haben. Bitte auch unbedingt live ansehen! 08. Tiny Vipers - Life On Earth Ein eigenwilliges und hochgradig faszinierendes Stück Songwriterkunst auf Sub Pop. Stimmlich irgendwo zwischen Joanna Newsom und Kristin Hersh angesiedelt, werden hier bis aufs Gerippe reduzierte Folksongs dargeboten. Dunkel, hypnotisch und außergewöhnlich. 09. Bowerbirds - Upper Air Sie haben mich nicht enttäuscht. Schon das letztjährige "Hymns For A Dark Horse" hatte es damals in meine Jahres-Top10 geschafft. Und im Prinzip machen sie da weiter, wo sie aufgehört haben. Verschachtelte Arrangements, eigenwilliges Instrumentarium und ihr spröder Charme machen die Bowerbirds zu etwas ganz Besonderem. Songs, irgendwo im Grenzfeld von Bon Iver und den Fleet Foxes. Absolut zeitlos! 10. The XX - XX Diese junge Band und ihr Debutalbum hatte ich eigentlich gar nicht auf der Rechnung. Dann doch mal reingehört und ich war fasziniert: von dieser Schlurfigkeit und Gelangweiltheit der beiden Stimmen, diesen bis aufs Allerallernotwendigste entschlackten Songs und der dunklen unterkühlten Atmosphäre. Eine Platte, die auf ihre Art konkurrenzlos dasteht dieses Jahr. Und eine Platte wie ein nächtlicher Spaziergang durch die verregnete Stadt. Ansonsten u.a. in 2009 noch viel gehört (in ungeordneter Reihenfolge): Various Artists - Dave Godin's Deep Soul Treasures Vol. 1; Various Artists - New Breed R&B With Added Popcorn; Feist - Let It Die; Sigur Rós - ( ); Neil Young - On The Beach; Alberta Cross - Broken Side Of Time; Fever Ray - s/t; Gonzales - Solo Piano; Alela Diane - To Be Still; Antony & The Johnsons - The Crying Light; Josh Rouse - 1972 & Nashville; Bigbang - Poetic Terrorism; The Doors - L.A. Woman; Leonard Cohen - New Skin For The Old Ceremony; Menahan Street Band - Make The Road By Walking; Radiohead - OK Computer & Kid A; The Notwist - Neon Golden; R.E.M. - Automatic For The People; Magic Sam - West Side Soul; Judee Sill - Abracadabra: The Asylum Years; The Velvet Underground - s/t; ... Gelesen 2009: Bob Seymore - The End / Der Tod von Jim Morrison John Peel - Memoiren einer DJ-Legende J. R. Moehringer - Tender Bar Jack London - König Alkohol Mark Oliver Everett - Glückstage in der Hölle Sarah Kuttner - Mängelexemplar A. F. Th. van der Heijden - Fallende Eltern Vorschau 2010: 2010 verspricht schon jetzt großartig zu werden: Ein neues Radiohead-Album soll erscheinen, im Februar kommen die neuen Alben von Midlake und Fionn Regan in die Läden. Aber allein der 22. Januar 2010 schießt den Vogel ab: 3 potentielle Jahreshighlights auf einen Schlag! Tindersticks - Falling Down A Mountain, Tocotronic - Schall & Wahn und Eels - End Times. Das lässt mein Herz höher schlagen!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

The 2009 Chronicles An-Dréad Dieses Jahr bin ich unbewusst dem allgemeinen Trend gefolgt und hab mir mehr Konzerte angeschaut als Platten zugelegt. Deshalb hier zwei Top 10 Listen, jeweils mit meiner Lieblingsplatte und der spektakulärsten Show, alles weitere ohne bestimmte Rangfolge: 1. Bill Callahan – Sometimes I Wish We Were an Eagle Smog hatte ich seit Jahren nicht mehr auf meiner Rechnung, aber dieses Album ist der große Wurf. Diese unglaublichen Songs haben mich das ganze Jahr begleitet. Balmorhea – All is Wild All is Silent Jungspund-Kollektiv aus Texas irgendwo zwischen Lambchop und Penguin Café Orchestra. Panorama-Americana als Kammerpop. Welch effektive Spielfreude! BLK JKS – After Robots Die Platte zur WM aus Johannesburg. So muss Afro-Rock klingen. Der Desert Blues von Tinariwen hat’s leider nicht in die Top 10 geschafft, aber wir warten ja noch auf Tanikrest. Joe Czarnecki – Watch Now Ein Amerikaner in Berlin. Ein Mann, eine Gitarre. Mehr braucht es hier nicht. Ein sympathischer Kerl dazu. http://www.myspace.com/theinstrumentalguitarmassacre Scott Matthew – There’s an Ocean That Divides … Die Stimme. Dass er sein Debut noch toppen könnte, hatte ich nicht erwartet. Toller Erfolg für das Haus Glitter. Bin dann mal gespannt auf Elva Snow. Miike Snow – Miika Snow Intelligente Beats vom Produzenten-Duo aus Schweden, verpackt in hübsche Pop-Songs, denen man sich irgendwann nicht mehr entziehen kann. Gemma Ray – Lights Out Zoltar! Folk-Soul-Pop aus dem Hause Sheehy, der nur so klingen kann. Bezaubernd. Was freue ich mich auf den Auftritt beim Orange Blossom Special nächstes Jahr. Gizelle Smith & Mighty Mocambos – This is Gizelle Smith Soul Woman of the Year. Eine Augen- & Ohrenweide. Mit Snake Charmer auch eine tolle 7inch-Auskopplung. Really good music from Germany. Welcome Wagon – Welcome to Welcome Wagon Die Weihnachtsplatte schlechthin, aus Dezember 2008. Das Beste, was Sufjan Stevens je produziert hat. Aber ist das Pastoren-Ehepaar ein Fake oder gibt es sie wirklich? XX – XX Young Marble Giants revisited. So jung, so cool. Zurecht Hype des Jahres. 11. Prefab Sprout – Let’s Change the World With Music Außer Konkurrenz, da eigentlich schon 1992 aufgenommen. Wunderbarer Titel, wunderschöne Musik. Zeitlos. Es gab viele schöne Konzerte dieses Jahr, nicht in der Liste: die Arto Lindsay Penny Parade, Big John Bates im Bassy, Horace Andy im HKW, Dubblestandart im Glashaus, Martha Rose im West Germany, Soulsavers im Postbahnhof, Kaki King im Magnet Club, Soap & Skin im Sophiensaal, Billy Childish im Monarch (alle Berlin), Mirah & Tara Jane O’Neil im King Georg Köln, die Right Ons aus Spanien im Luxor Köln, etc. Hier aber die Top 10: 1. Wildbirds & Peacedrums – Prater, Berlin Eine Stimme, ein Schlagzeug. Singen, Schreien, Flüstern, mit den Füßen in den Bühnenboden stampfen. Das alles dann zur einer rhythmischen Kunstform gebracht. Einmalig. Mulatu Astatke & Heliocentrics – Astra, Berlin Der äthiopische Großmeister am Xylophon mit dem australischen H/Triphop-Kollektiv auf dem Gipfel der kontrollierten Improvisationskunst. Auch zum Tanzen. Balmorhea – Schokoladen, Berlin Die jungen Texaner auch live und auf kleinster Bühne eine Offenbahrung. Die Wüste lebt. BLK JKS – Volksbühne, Berlin Beim Auftritt musste ich ständig an Thin Lizzy (minus der Polyrhythmik) denken. Eine afrikanische Rockband sieht man nicht alle Tage. Bill Callahan – Ampere, München Diese stoische Intensität kannte ich bis dahin nur von Songs: Ohia und Savoy Grand. Absolute Stille im Publikum. Intensiv. Efterklang – Festsaal Kreuzberg Das Animal Collective aus Dänemark. Den brillianten Kammerfolk mit Chor (auch zum Mitsingen) gibt’s auch auf der aktuellen LP/DVD „Performing Parades“. Hauschka & Dakota Suite – Dot Club, Berlin Der sympathische Pianist aus Düsseldorf, gerne auch mit Streichquartett, überzeugt bei wirklich jedem Konzert. Dakota Suite so minimalistisch wie nie. Natalie Merchant – Roter Salon, Berlin Ein Wunschtraum hat sich mir mit diesem “Geheimkonzert” vor 100 Leuten erfüllt. Was für eine Frau, was für ein extrovertierter Auftritt. Exklusives Material vom nächsten Album. Myriad Creatures – diverse Orte, Berlin Stag-O-Lee kompatibles Beat-Quartett aus London, in Berlin lebend. Kinks & Faces lassen grüßen. Schon fürs OBS vorgeschlagen. Mit Sailorgirl im Cafè Zapata. No solo tango! Michael J. Sheehy & Hired Mourners – Café Zapata, Berlin Die Sheehy-Brüder hab ich schon gefühlte 10 mal gesehen. Aber die neue Rhythmusgruppe mit 19-jährigem Bassisten ist eine Wucht. Danke Patrick fürs Backstage Bier! 4 Festivals hab ich besucht: Stag-O-Lee Shakedown in Beverungen mit Death Letters, Gizelle Smith und den Sweet Vandals aus Spanien, das OBS mit Kristopher Aström, Miserable Rich und den Real Ones aus Norwegen, Rock am Ring mit Juliette Lewis und Madness (auf den großen Bühnen), Kitty Daisy & Lewis im Coca-Cola-Tent, sowie das Berlin-Festival in Tempelhof mit Saint Etienne, Telepathe und den großartigen WhoMadeWho. Uff. Silvester feier ich noch einmal mit Kitty Daisy & Lewis im Admiralspalast in Berlin!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

The 2009 Chronicles
Heino Walter
Das Foto zeigt den 2. Teil der Serie DAS NICHT VORHANDENE PLATTENZIMMER. Letztes Jahr konnte man mich an gleicher Stelle vor einem CD-Regal mit Black Music sehen, das in eine ehemalige Tür eingebaut wurde. Platzmangel macht erfinderisch. Dieses Jahr gestatte ich den Lesern einen Blick ins elterliche Schlafzimmer. Hier ist eine Wand mit Tonträgern vollgestellt. Links die LP`s und Box-Sets. Daneben 2 großartige Drömme CD-Schränke von IKEA. Nun aber zu den Jahrescharts: Musikalisch war 2009 bei mir von einigen Inspirationen geprägt, die mich dazu brachten, Hintergründe zu erforschen, mehr zu erfahren, Bekanntes neu zu entdecken und den Horizont zu erweitern. Allen voran die Spoonful Zusammenstellungen. Hier tat sich ein unglaublicher Reichtum an berauschenden, mitreißenden, beglückenden, süchtig machenden, energiegeladenen Emotionen auf, dass es eine Wonne ist. Absolute Pflicht. Und dass ich selber ein Volumen zusammenstellen durfte (# 28 Get It On), dieses Erlebnis lässt sich sowieso nicht toppen. Durch den Spoonful-Genuss habe ich mich aufmuntern lassen, mich mit dem Chess-Sound näher zu befassen. Zunächst las ich das Buch WIE CHESS DEN BLUES VERGOLDETE von NADINE COHODAS. Eine gut recherchierte Abhandlung, so scheint es. Mit vielen Fakten und wenig Spekulationen. Etwas sehr sachlich geschrieben, aber trotzdem flüssig zu lesen. Nach der Lektüre ist man sich jedoch nicht sicher: war Leonard Chess ein Menschenfreund, der seine Musiker fair behandelte oder hat er sie letztlich im Stil eines Kleinkriminellen über den Tisch gezogen? Um das Thema abzurunden, kam der Kinofilm CADILLAC RECORDS grade richtig. Hier hat man zwar nur wenige Eckpunkte der Story des Buches aufgegriffen, aber diese werden unterhaltsam in einen Gesamtzusammenhang gebracht. Die volle Chess-Dröhnung habe ich mir dann mit Chess Chartbusters Vol. 1 – 6 verschafft. Eine tolle Übersicht mit (fast) allen Hits und einigen Entdeckungen (Sugar Pie DeSanto) für wenig Geld beim Mailorder meines Vertrauens aus Beverungen. Tja, ich bin wirklich niemand, der bei jeder Gelegenheit behauptet, früher sei alles besser gewesen, aber der Sound, der in den CHESS- oder SUN-Studios entstand, war schon einzigartig. Aber es gibt natürlich auch heute noch Musiker, die sich am damaligen Klang orientieren und versuchen, ein hohes Energielevel zu transportieren und dabei authentisch zu sein. Dazu gehören sicherlich auch BLACK JOE LEWIS & THE HONEYBEARS. Ihr Album TELL`EM WHAT YOUR NAME IS! vereinigt die besten Tugenden des STAX-Soul mit verschwitztem Rhythm And Blues. Gewürzt wird das Ganze mit einem Schuss Garagen-Rock und James Brown-Funk. Eine explosive Mischung. Zu den Vorbildern von BLACK JOE LEWIS gehören gesangstechnisch HOWLIN`WOLF und WILSON PICKETT. Da kann man sich vorstellen, in welche Richtung das abgeht. Noch mal zurück in die Vergangenheit: Durch eine Story für das großartige Fanzine ROADTRACKS hatte ich mal wieder Gelegenheit, viel und ausführlich BUFFALO SPRINGFIELD zu hören. Natürlich kenne ich die Band seit Jahrzehnten, aber ich war erstaunt, wie frisch und unverbraucht sie immer noch rüberkommen. Dabei mochte ich jetzt das immer ein bisschen in den Hintergrund geratene Debut noch lieber als die hochgelobte 2. Scheibe aus dem Summer of Love. Stephen Stills und Neil Young stachelten sich durch ihre Konkurrenz als Songwriter zu Höchstleistungen an. Sie sprühten vor Ideen und hatten auch die Fähigkeit, diese so umzusetzen, dass sie ihrem Folk- und Country-Gerüst völlig neue Akzente verpassten. Eine wahrlich wegweisende, zeitlose Band. Da kam es genau zur rechten Zeit, dass von Stephen Stills` MANASSAS eine Resteverwertung mit dem Titel PIECES veröffentlicht wurde. Und gleich mit dem ersten Track WITCHING HOUR war sie wieder da, die Gänsehaut, die sich auch damals anno 1972 einstellte, als ich das MANASSAS Doppelalbum von einem Mitschüler abkaufte und wochenlang nichts anderes mehr hörte. In diesem Jahr war PIECES eine willkommene Ergänzung für meinen Westcoast-Abstecher. Meine liebste aktuelle Veröffentlichung war 2009 bisher WILCO (THE ALBUM). Welch eine Entwicklung hat diese Band um JEFF TWEEDY hinter sich. Sie begannen als UNCLE TUPELO-Abspaltung im Americana-Sound und kamen über BIG STAR beeinflusste Epen und artifiziellen Rock zu diesem alle Schritte subsumierenden neuen Werk. Hier entfernen sie sich wieder von den komplizierten Songgebilden ihrer letzten beiden CD`s. Sie bauen zwar immer noch wohldosiert Glam-, Psychedelic- und Krautrock-Widerhaken ein, sind aber insgesamt melodischer und straffer als zuletzt. Es machte Spaß, das Gesamtwerk dieser Band noch mal Revue passieren zu lassen, weil jede ihrer CD`s auf eigentümliche Weise interessant und herausragend ist. BUDDY & JULIE MILLER sind sowohl Solo als auch zusammen eine Bank (darf man diese Umschreibung für Garantie oder Sicherheit überhaupt noch guten Gewissens benutzen?), wenn es um verlässliches Songwriting geht. Die können gar keine schlechten Platten machen. WRITTEN IN CHALK ist erst die 2. CD des Ehepaares. Man hört der Scheibe an, dass sie schon seit Jahren eng verwurzelt musizieren und sich blind verstehen. Die Songs strahlen eine wohlige Behaglichkeit aus, wenn es sich um Balladen und Midtempo-Nummern handelt. Die Rocker sind herzhaft und kantig gespielt und ohne Schnörkel knackig arrangiert. Im Country-Folk-Umfeld gibt es kaum bessere Referenzen als die Millers. Wo Buddy oder Julie Miller draufsteht, ist auch Qualität drin. Erinnert sich noch jemand an die FELLOW TRAVELLERS? Jener Formation, die in den 90er Jahren so einzigartig Folk und Country mit Reggae verband? Deren Vordenker, Sänger und Gitarrist war JEB LOY NICHOLS. STRANGE FAITH AND PRACTICE ist bereits sein 7. Solo-Album und seine zweite Veröffentlichung in 2009 nach PARISH BAR vom Januar. Man lauscht wieder seiner charakteristischen, näselnden, beruhigenden, warmen Stimme und ortet ihn stilistisch zwischen dem Folk-Jazz eines TERRY CALLIER oder JOHN MARTYN, der Astral Weeks Phase von VAN MORRISON, dem smoothen Reggae eines BIM SHERMAN, den introvertierten Tönen eines DAVID SYLVIAN und den schwebenden Gebilden von MARK HOLLIS. Das neue Album wurde mit Londoner Jazz-Musikern und einem Streichquartett eingespielt, was auch prägend ist. Es gibt ihm einen seriösen, erwachsenen Anstrich, nimmt aber auch ein wenig die verführerische Leichtigkeit früherer Aufnahmen. JEB LOY NICHOLS zeigt wieder, dass er ein außergewöhnlicher Songwriter mit Mut zur Veränderung und damit auch zum Risiko ist. Er scheut ausgetretene Pfade und traut sich an ungewöhnliche Sounds und Verbindungen. Man hat auch das Gefühl, da ist noch mehr drin. Nichols ist talentiert genug, weiter zu reifen. Große Klasse, der Mann. Das Debutalbum des Kanadiers DOUG PAISLEY trägt ganz schlicht seinen Namen. Es ist eine ganz entspannte, intime Angelegenheit geworden. Die Spannung liegt dabei in der Souveränität und Reife des Liedgutes, das tief unter die Haut geht. Man hat das Gefühl, der Mann kann Steine zum Weinen bringen, so ergreifend ist seine Musik. Aber er präsentiert uns kein sentimentales Gejammer, sondern herzerwärmende, gefühlvolle, abgeklärte Songs. Die Arrangements sind dabei luftig gehalten, da ist viel Platz zwischen den Noten. Noch ist er ein Geheimtipp, aber seine Klasse müsste ihm eigentlich schon bald mindestens einen anerkannten Insiderstatus einbringen. So war er schon mit BONNIE PRINCE BILLY auf Tournee und man kann sich gut vorstellen, dass sie sich gut ergänzt haben. Beim Hören fühlt man sich mitunter an den frühen TOM RUSH, an den Texaner GUY CLARK, an ERIC ANDERSEN, aber auch an NEIL YOUNG`s AFTER THE GOLDRUSH erinnert. Wenn das keine erstklassigen Referenzen sind… Besagter BONNIE PRINCE BILLY alias WILL OLDHAM hat 2009 meinen Song des Jahres veröffentlicht: BEWARE YOUR ONLY FRIEND, der Opener seines Albums BEWARE. Eine inbrünstige Hymne, der bei man sich kaum zu atmen traut, wenn sie läuft. Man möchte die andächtige Stimmung nicht stören. Perfide ist dabei, dass der morbide Text im Kontrast zur spirituellen Musik steht. Das ganze Album ist durchtränkt von feinem, abwechslungsreichem Hillbilly-Gospel-Folk. Oldhams leicht brüchiger Gesang schwebt als feste Konstante darüber und bildet einen weiteren Kontrapunkt. Sehr diffizil und anregend das Ganze. Es gab noch einige CD`s, die es aus meiner Sicht verdient hätten, hier genannt zu werden, wie z.B. die Werke von BILL CALLAHAN, JIM FORD; BOOZOO BAJOU, FAT FREDDYS DROP und YO LA TENGO. Aber es sollte ja eine Top 10 werden, da muss man Prioritäten setzen. In diesem Sinne: Keep on rockin`in a free world……in 2010!!

Montag, 14. Dezember 2009

The 2009 Chronicles Whirlyjoe Das heilige Listenwesen zum Jahresende, Zeit zu innerer Einkehr, besinnlicher Selbstreflexion und festlicher Archivwühlerei. Dazu die furchtbare Angst, auch dieses Jahr wieder ganz wichtige Platten zu vergessen – es ist ein Kreuz. Macht aber auch saumäßigen Spaß, sich an die beste Musik des Jahres zu erinnern und diese dann fernab von allem Hörstress, den der Job als Glitterhouse-Redakteur so mit sich bringt, zu genießen. Ich schicke mal voraus, dass meine Nennungen eher etwas weiter weg vom hier beliebten SBS-Spoonful-Sound landen, weil ich diesen speziellen Sound eben eher aus Compilations und Blogs destilliere und seltener aus regulären Alben, auf die ich mich hier mal konzentrieren will. Hier also meine Album-Top-10 2009, diesmal ganz ohne Ausreden in wertender Reihenfolge: 1. Decemberists - The Hazards Of Love Das war schon relativ früh im Jahr klar, dass dieses Album nicht zu toppen sein wird. Die komplexe Fusion aus zartem Folk und hartem Rock gebiert Songs von meisterlicher Schönheit, wobei mir am besten die deutlichen Bezüge zu Heart gefallen, deren besten Song „Crazy On You“ sie gerne kongenial auf der Bühne covern. Hat mich gleich beim ersten Hören mitten ins Herz getroffen. 2. The Clientele - Bonfires On The Heath Werden tatsächlich mit jedem neuen Album noch besser. Was für wissende, in sich ruhende Songs, die glamourösen Pop, polierten Blue Eyed-Soul und das Beste von Prefab Sprout zu einem funkensprühenden Album zwischen Pop-Euphorie und mondäner Soul-Eleganz machen, angereichert mit Pedal Steel und Orchestrierungen, alles perfekt dosiert. 3. Speech Debelle - Speech Therapy Deepest Soul Music, auch wenn man formal HipHop dazu sagen müsste. Hier hört man keinen elektronischen Ton, sondern luftige, handgespielte, tendenziell jazzige Arrangements im Laidback-Modus, darüber Speech Debelles sanften Rhymeflow, butterweich, herzerwärmend und sehr, sehr elegant. 4. Jonathan Richman - A Que Venimos Sino A Caer Der ewige 16-Jährige klingt auf spanisch noch charmanter, seine neuen Songs gefallen mir fast noch besser als seine unsterblichen Klassiker. Der Mann transportiert wie kein anderer Enthusiasmus und Lebensfreude mit seinen sonnigen, luftigen und doch so weisen Songs – heute mehr denn je. 5. Van Morrison - Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl Ein triumphaler Wurf, gegen jede vernünftige Erwartung. 40 Jahre später beweist The Man dann doch noch mal seine einsame, unerreichbare Klasse, mit der denkbar schönsten, versponnensten und irgendwie seltsamsten Musik seiner langen Karriere. Dabei singt er wie ein Gott, was mich zu Tränen rührt. 6. Scott Matthew - There Is An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage That's So Violent To Cross It Could Mean Death Der erst mal so gar nicht Glitterhouse-kompatible Singer/Songwriter konnte mit diesem ebenso persönlichen wie traumhaft schönen Kammer-Pop ja fast überall punkten – zurecht, denn dieser sanfte Flow aus überirdischer Stimme, Piano, Bläser und Streichern sucht seinesgleichen. Große Kunst, keine Frage. 7. Air - Love 2 Ebenso mondän und elegant wie gewollt leichtgewichtig, schlicht und auch ein wenig kitschig – das können nur diese beiden Franzosen mit dem ganz eigenen 70er-Revival-Sound. Love 2 wirkt unglaublich ausgeruht und klar strukturiert, greift den fluffigen Flow des Debüts ebenso auf wie das fantastische Air-produzierte Charlotte Gainsbourg-Album vom letzten Jahr. 8. Berry - Mademoiselle Dieses Jahr habe ich mit staunender Begeisterung mehr französische Musik denn je gehört, und von den neuen Produktionen ist dies die schönste. Das Fräulein und der sanfte, hochmelodiöse Singer/Songwriter-Pop sind zum Verlieben, der Sound ist herrlich luftig und transparent, die akustischen und elektrischen Gitarren perlen schwerelos, der Groove entsteht durch ganz wenig Percussion. Berrys Stimme ist außergewöhnlich einnehmend, frisch, sanft und ausdrucksstark zugleich und definitiv charismatisch. Nouvelle Pop Francaise in Perfektion. 9. Fat Freddys Drop - Dr. Boondigga & The Big BW Okay, das Debütalbum hat letztlich ganz knapp die Nase vorn, aber auch dieser Zweitling des neuseeländischen Groove-Kollektivs ist ein hypnotischer Burner zwischen Reggae, Funk, Soul und etwas House. Der Vibe ist (meistens) laidback, aber doch untergründig brodelnd und upliftend, die Arrangements so unglaublich schlank und reduziert, obwohl hier wieder knackiges Gebläse für die allerbesten Momente sorgt. 10. Antony & The Johnsons - The Crying Light Das ist schlicht wunderschön. Kammer-Pop ohne Angst vor Schmalz, Kitsch und großen Gefühlen. Ein höchst emotionaler, expressiver, exaltierter Sänger lässt die Grenzen zwischen Rock, Oper und Kunstlied verschwinden. Ein großer Romantiker. Bei neuen 7-Inches hat mich die inbrünstige Formatliebe nicht ganz so stark erwischt wie manchen SBS-Kollegen, aber auch ich weiß: Singles sind super. Gerade auch zum Auflegen. Meine Neuerwerbungen in dem Bereich sind trotzdem eher zufällig, hervorheben will ich aber mal diese hier: Soul Snatchers - Good & Plenty / Soul To Soul Laura Vane & The Vipertones - Steam Kylie Auldist - It’s On / Made Of Stone Death Letters - Schizophrenic Konzerttechnisch war ich dieses Jahr gar nicht mal so träge, dennoch lässt sich das Erlebte hier leicht zusammenfassen: OBS war großartig, Stag-O-Lee Shakedown der Hammer. Außerhalb Beverungens fand ich diese hier noch sehr vergnüglich: Jonathan Richman Friska Viljor Twilight Sad Ludella Black & The Masonics Cut In The Hill Gang Fabulous Penetrators Baskery Downpilot Calexico Scott Matthew Chris Cacavas Art Brut Deerhoof Magnolia Electric Paul Armfield Bei der Gelegenheit werde ich auch wieder meine liebsten Kinofilme los. Triumvirat: Milk (Gus Van Sant) Antichrist (Lars von Trier) Das weiße Band (Michael Haneke) und dabei finde ich von Trier und Haneke normalerweise ungenießbar. Auch gelungen: Slumdog Millionaire (Danny Boyle) Gran Torino (Clint Eastwood) Cadillac Records (Darnell Martin) Sunshine Cleaning (Christine Jeffs) Drag Me To Hell (Sam Raimi) Zerrissene Umarmungen (Pedro Almodovar) Inglorious Basterds (Quentin Tarantino) Public Enemies (Michael Mann) Taking Woodstock (Ang Lee) Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (Tony Scott) Um es mit Frank Sinatra zu sagen: It was a very good year.

Sonntag, 13. Dezember 2009

The 2009 Chronicles
badabing!
Nachdem Dank unserer Regierungen zahlreiche heftige Turbulenzen und Zukunftsängste aufgetreten sind, hoffe ich, dass es nächstes Jahr nicht so knüppeldick kommt wie befürchtet. Allerdings fällt eine richtige Nennung von TOP-Ereignissen diesem (ja fast vergangenen) Jahr doch recht schwer, doch da bin ich pflichtbewusst ein "guter Soldat“:
Das Liveerlebnis des Jahres eindeutig, auch wenn ich hier alleine stehe, Leonard Cohen am 1. Juli in Köln. Ein Hochamt! Meine TOP-Drei Cds: Bob Dylan - Together Through Life Element of Crime - Immer Da Wo Du Nicht Bist Gemma Ray - Lights Out Zolltar Sportereignis des Jahres: 1. FC Köln-Sieg Karneval in München (das muß einfach mit rein) Comeback des Jahres (das wundersamste seit Lazarus): Eindeutig das von Gunter Gabriel, immerhin gefallen mir auf seiner CD drei Stücke. Anschaffung des Jahres: XBOX 360 Spiel des Jahres: Call of Duty Modern Warfare 2 Enttäuschung des Jahres: Wieder nix mit der Spurverbreiterung (schon eingetragen) am Kraftfahrzeug! Nächstes Jahr wird alles besser!

Samstag, 12. Dezember 2009

The 2009 Chronicles
busch-Man
Antony & the Johnsons – The Crying Light Für mich ganz klar die Platte des Jahres. Was Antony Hegarty hier auf Platte gezaubert hat ist von entrückter, kaum begreiflicher Schönheit: „I'm gonna miss the birds. Singing all their songs. I'm gonna miss the wind. Been kissing me so long.“ Einfach wunderschön.
Fink – Sort of Revolution Kommt live mit hervorragendem Drummer. Kurioses Erlebnis beim Konzert in Köln: Ich wurde von zwei vor uns stehenden Damen mittleren Alters, Phänotyp Sozialpädagogin, gebeten, doch bitte zwischen [sic!] den Stücken nicht zu reden. Früher war halt doch alles besser …
Fat Freddy’s Drop – Dr. Boondigga& The Big BW Ist ein wirklicher Knaller. Und hat einen so außergewöhnlichen Groove. Und passte toll zu diesem Sommer rund um den Comer See.
Them Crooked Vultures – dto. Oh Mann, diese Truppe hat Eier! Frontman Josh Homme, der unfassbare Trommler Dave Grohl und kein Geringerer als John Paul Jones, der alte Rochen, am Bass. Der Altmeister wuchtet den beiden Jüngeren Läufe um die Ohren, dass die bei solch wildem Treiben schier durchdrehen. Hoffe noch auf eine Karte für das Konzert im Palladium …
Air – Love 2 Die Herren Dunckel und Godin entwickeln auf brillante Weise „so etwas wie die Essenz aller Filmmusik der 70er Jahre“, da kann ich mich Whirlyjoe nur anschließen.
Leonard Cohen – Live in London Den Meister in seiner Abgeklärtheit live erleben zu dürfen war sicherlich einer der absoluten Höhepunkte des Jahres. Laut Platon ist Weisheit dem Menschen überhaupt erst ab dem 50. Lebensjahr möglich und Cohen, dieser wahre Held, findet seine Entsprechung inzwischen nur noch in einem sehr sehr guten Wein. Der wird mit den Jahren ja auch immer exquisiter …
The Soundtrack of our Lives – Communion Prediger Ebbot Lundberg hat im Konzert einen leicht peinlichen Hang zur großen Geste, das Cover ist entsetzlich hässlich, dieses Doppelalbum hat mich trotz alledem total überzeugt. Übrigens ist das ein sehr guter Bandname ...
Kings of Convenience – Declaration of Dependence Zweistimmiger Harmoniegesang haut mich in nahezu jedem Kontext um. Beste Platte bislang.
The Dead Weather – Horehound Zwischenzeitlich des ständigen Hypes um Herrn White überdrüssig geworden bekam ich die Platte geschenkt und wurde schlichtweg umgehauen: großartiger Schweineblues der Extraklasse!
Dylan Mondegreen – The World spins on „A fresh breathe of Scandinavian air”, wurde über diesen jungen Mann geschrieben. Dem ist eigentlich auch nichts hinzuzufügen. Grandioser Pop.
Grizzly Bear: Veckatimest Wo wir gerade beim Stichwort Hype sind: Die einschlägige Fachpresse und die versammelte Blog-Community überschlug sich ja geradezu wegen dieser kleinen Band aus den Staaten. Die Platte fand ich nach anfänglichen Zugangsproblemen immer besser. Trotzdem etwas überbewertet.
The Clientele – Bonfires on the heath Außerordentlich heilsame Musik aus London, die bei mir dieses wohlige Herbst- und Wintergefühl auslöst. Sinnierend den Wolken zuschauen, die Blätter fallen sehen und und und. Feine Popmusik.

Freitag, 11. Dezember 2009

Abt. Papierkram The Soul of Motown Good Lord, Weihnachten rückt immer näher – habt ihr denn schon die Geschenke für eure Lieben zusammen? Ich spreche mal schnelle eine Buchempfehlung aus. Nicht ganz billig, diese Schwarte, es handelt sich immerhin um ein kunstvoll-aufwändiges Werk zum fünfzigsten Geburtstag von Motown Records. Rolling Stone-Redakteur Torsten Groß trägt die wichtigsten Fakten und Anekdoten der umfangreichen englischsprachigen Motown-Literatur gekonnt zusammen, die einzelnen Kapitel sind an insgesamt 15 Songs der wichtigsten Motown-Acts festgemacht, die man sich auch per beiliegender CD zu Gemüte führen kann. Als strukturierendes Konzept funktioniert dies gut, ansonsten lebt das Buch primär vom visuellen Reiz, denn es bietet kein einziges Foto, dafür aber die wirklich ausgezeichneten, großflächigen und detailverliebten Illustrationen von Alexandra Kardinar und Volker Schlecht, die in ganz eigener Ästhetik ein überzeugend collagiertes Bild der Motown-History liefern. Ich war von der Idee zunächst nicht überzeugt, verlor beim Lesen aber schnell jede Skepsis. Es geht hier also nicht um eine faktenreich-kritische Abhandlung zum Thema Motown, viel mehr um eine leidenschaftliche Labour of Love, die zum Herumblättern und vor allem zum Hören verleitet. Tracklist: 1. Marvin Gaye & Tammi Terrell - "Aint No Mountain High Enough" 2. Little Stevie Wonder - "Fingertips - Part II" 3. Mary Wells - "My Guy" 4. The Temptations – “Ain’t Too Proud to Beg” 5. The Supremes - "Stop! In The Name Of Love" 6. Smokey Robinson & The Miracles - "The Tears of A Clown" 7. The Temptations - "Papa Was A Rolling Stone" 8. Edwin Starr - "War" 9. The Four Tops - "Reach Out I'll Be There" 10. Jimmy Ruffin - "What Becomes Of The Broken Hearted" 11. Martha And The Vandellas - "Dancing In The Street" 12. Barrett Strong - "Money (That's What I Want)" 13. Gladys Knight & The Pips - "I Heard It Trough The Grapevine" 14. The Marvelettes - "Please Mr Postman" 15. Marvin Gaye - "What's going on" Torsten Groß (Text), Alexandra Kardinar und Volker Schlecht (Illustration): The Soul of Motown Eine Labelgeschichte in 15 Songs Hardcover, 160 Seiten, Leineneinband Durchgehend 4-farbig illustriert, mit Audio-CD Format 22 x 30 cm € 58,- / sfr 93,90 ISBN: 978-3-941378-30-8 (Whirlyjoe)